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Samstag, 9. April 2011, 00:11

Lycanthropy

Prolog

Der Mond stieg gerade höher über dem nebelverhangenem Wald. Man konnte ihn gerade noch hinter den schweren Wolken hervorlugen sehen und tauchte damit den blassen Dunst in ein grusliges Licht. Die Gegend war berühmt für ihre nebligen Nächte und kühlen Morgen. Was jedoch nicht häufig in dieser Gegend vorkam war, dass eine Person durch den Wald hetzte. Sie bewegte sich wie ein Tier, darauf bedacht, möglichst viel Geschwindigkeit aufzubauen, ohne sich sehr gut im Gelände auszukennen. Und doch lavierte sich die Gestalt mit beeindruckender Geschicklichkeit zwischen den dunklen Baumstämmen durch. Das Mondlicht fiel kurz auf die Person und enthüllte zerrissene Kleidung, Hose wie T-Shirt, außerdem leicht verdrecktes Haar und schweißgebadete Haut.
Genau. Das bin ich. Mein Name ist Alex. Und ich weiß gar nicht mehr, wie das alles so aus dem Ruder hatte laufen können...es begann eigentlich alles als eine ganz harmlose Einladung...


Kapitel 1

"Hey, hörst du mir überhaupt zu?" Ich ruckte mit meinem Kopf, um die Frage zu beantworten, war ich doch eigentlich momentan viel zu sehr damit beschäftigt, die Innenseite meiner Augenlider zu kontrollieren. Ich meine, es war Pause. Was soll ich bitte schön anderes machen als den Schlaf nachzuholen, den ich in der Schulstunde verpasst hatte? "Man, mit dir kann man echt nicht reden...naja, kannst es dir ja noch mal überlegen." hörte das leise Geräusch von Papier, das über den Holztisch geschoben wurde, und öffnete meine Augen gerade so weit, um etwas erkennen zu können. Tatsächlich hatte da jemand einen Zettel auf meinem Platz in der Klasse gelegt und war anschließend gegangen. Und wäre mein Namensgedächtnis nicht absolut miserabel, könnte ich heute vielleicht sogar noch sagen, wer es war. Doch menschliche Namen haben heute für mich keine bedeutung mehr...aber ich will mir nicht selbst vorgreifen. Ich nahm also den Zettel an mich und überflog die ersten paar Zeilen. 'Mhh, ein Grillfest...' Eigentlich stehe ich ja nicht so auf Menschenmassen, das war schon immer der Fall...aber eine Einladung zum Gratisessen darf man ja wohl kaum ausschlagen oder? Treffpunkt war eine stadtbekannte Grillhütte, die auf dem Weg zu einem Berg in der Nähe lag. Eigentlich hätte mir schon damals klar sein sollen, dass es eine ganz dämliche Idee war, schon allein deswegen, weil ich Lust drauf hatte...ich hatte eigentlich nie auf etwas besonders Lust gehabt. Aber sei es wie es sei. Jedenfalls kam ich am selben Nachmittag an. Ich war jedoch nicht der erste, einige andere arbeiteten bereits daran, den Grill anzuheizen oder unterhielten sich einfach miteinander. Aber wie ich schon sagte...ich mag keine Menschenmassen. Deswegen hielt ich mich meist eher im Hintergrund, bis es schließlich Zeit zum Essen war. Dann entfernte ich mich von meinem Beobachtungsposten, für Städter auch als Baum bekannt, und schnappte mir einen dieser eigentlich nicht wirklich fürs Grillen geeigneten Plastikteller. Immerhin brannten sie schön, wenn man mit dem Essen fertig war. Bis dahin sollte es jedoch noch einige Zeit dauern. Jedoch war, bis das Fleisch überhaupt fertig gewesen ist, die Sonne bereits so weit gesunken, dass man die Menschen im halbdunkel kaum noch auseinanderhalten konnte...was durchaus zu einigen, wie ich fand, amüsanten Zwischenfällen führte. "Sag mal, was willst du?", hatte ein Mädchen gefragt, als ich einen Jungen versehentlich in ihre Richtung gestoßen hatte, und selbst schnell genug verschwunden war, um irgendwelches Zwischenfeuer zu vermeiden. So stiel ich mich zurück zu meinem Platz am Rand der Hütte und beobachtete das Feuer aus der Ferne, ehe es ganz heruntergebrannt war. Inzwischen hatten noch andere neben mir ihre Teller hineingeworfen, weswegen nun mehr Rauch als Feuer entstand. Aus leichtem Respekt einer Rauchvergiftung gegenüber trat ich noch einen weiteren Schritt zurück...und stolperte über eine Wurzel oder einen Stein. Ist ja auch egal was genau. Jedenfalls fiel ich rücklings eine kleine Senke hinab und landete recht unsanft auf einem feuchten Laubhaufen. Hatte ich schon erwähnt, dass ich feuchtes nich leiden kann? Nass okay, aber feucht...das is einfach pervers. Nun hatte ich zwei bzw. drei Probleme. Erstens, ich hatte keine Ahnung, wie ich wieder hinaufkommen sollte, da der Hang ebenso wie das Laub schon trockenere Tage erlebt hatte, und ich keinen Bedarf verspürte, von einer Schlammlawine bedeckt zu werden. Zweitens tat mir extrem der Rücken weh, vermutlich verbargen sich irgendwo unter dem Laub Kieselsteine oder Äste oder was anderes, das Schmerzen verursacht, wenn man es nach einem gut 2-minütigem Fall in den Rücken gerammt bekommt. Und zum dritten war hier unten das Licht weitaus mieser als oben...auch wenn es vermutlich kaum einen Unterschied gemacht hatte. Ich vermutete wohl richtig, dass keiner kommen würde, um sich nach dem Außenseiter zu erkundigen, also entschloss ich mich erst einmal, auf eigene Faust loszuziehen. Dabei hielt ich mich parallel zu dem Hang, den ich hinuntergefallen war, so würde ich wohl am ehesten wieder hinauffinden.

Wie so oft war mein Schicksal wohl der Meinung, mir eine Nase drehen zu müssen.

Ich wusste nicht, wie lange ich schon gelaufen war. Grob geschätzte 5 Minuten nach meinem Sturz stellte ich fest, dass meine Uhr bei meiner kleinen Rodelaktion wohl kaputtgegangen war. Glücklicherweise lieferte zumindest das immer weiter schwindende Tageslicht einen ungefähren Stand vom Zeitpunkt des Tages. "Es wird Nacht.", stellte ich nüchtern fest. Keine Ahnung, wieso ich mir selbst einen so miesen Witz erzählte...vielleicht beruhigte es mich einfach. Bei dem, was jedoch als nächstes geschah, hätten mich jedoch keine hundert Witze beruhigt.
Die letzten Sonnenstrahlen waren gerade verronnen, als ein Geräusch in einem nahen Gebüsch mich aufschreckte. "Okay...ganz ruhig Alex...das is nur ein Eichhörnchen...ein kleines süßes Eichhörnchen...mit...scharfen Zähnen...und einem Mordshunger...auf Nü" An dieser Stelle möchte ich kurz unterbrechen und darauf hinweisen, dass diese Geschichte auch für Leute unter 18 vorgesehen ist, weswegen ich hier nicht weiter auf meine Ängste in diesem Moment eingehen will.
Jedenfalls schob ich inzwischen ordentliche Panik. Andererseits wollten meine Beine momentan auch nicht so mitspielen, weswegen ich nur einen Schritt weit kommen konnte, ehe ich hinfiel und mit angsterweiterten Augen auf die Stelle starrte, an der das Blätterwerk geraschelt hatte. Jedoch war das Wesen, dass die Bewegung verursacht hatte, inzwischen schon wieder verschwunden, zumindest hoffte ich das. Jedenfalls war aus dem Busch nichts mehr zu vernehmen. Und ihr könnt mir glauben, wenn einen die Angst packt, werden alle Sinne auf einmal hyperempfindlich. Ich könnte schwören, die Ameisen, die ich noch nicht einmal sehen konnte, hören zu können, wie sie an einem nahen Stamm hinaufkrabbelten. Plötzlich war das Geräusch wieder da, ein zitternder Ast, diesmal rechts von mir. Auf einmal waren meine Beine nicht mehr wie erstarrt, ich sprang auf die Füße und rannte, so schnell wie meine Beine mich tragen konnten. Dabei riss ich mich an verschiedenen Dornenbüschen die Kleidung auf und sprang über mindestens zwei kleine Bäche, die ich wohl aus purer Intuition bemerkte.

So, damit wären wir wieder am Anfang. Wisst ihr, was Angst mit einem anstellen kann? Inzwischen hörte ich an jeder Ecke raschelnde und schnelle Bewegungen...ich war mir sicher: Jemand verfolgt mich.


Chapter 2 is coming soon~
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  Spoiler Spoiler

Vergeltung entspringt einer Liebe zur Gerechtigkeit
und einem Verlangen, Unrecht wiedergutzumachen.
Aber Rache führt ins Unheil.
Drei Gesichter hat der Nachtengel, der Geist der Vergeltung:
Vergeltung, Gerechtigkeit, Barmherzigkeit.
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