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[Mission] Fangt Sie!

1

Freitag, 21. November 2014, 05:27

Fangt Sie!

CF: Das Miwa-Anwesen


Sadako war angespannt – äußerlich merkte man davon nicht viel, schließlich wollte sie ihren neuen Lehrer nicht gleich beunruhigen, indem sie einfach so eine negative Emotion zur Schau stellte. Aber auf Nachfrage hin hätte sie ganz sicher nicht leugnen können, dass sie sich brennend dafür interessierte, was für eine Antwort sie wohl wegen seines bevorzugten Verkehrsmittels erhalten würde. Das Ziel hatte er unlängst verlauten lassen und die Kutsche sich in Bewegung gesetzt. Im Nachhinein erschien ihr selber der Zeitpunkt ihrer Frage unpassend – ihr Gegenüber schien in Gedanken versunken gewesen zu sein und sie hatte ihn dabei gestört. Eigentlich war das ein recht unschickliches Verhalten für ihre Maßstäbe, aber es ließ sich nicht mehr ändern. So klebte ihr Blick förmlich an Kiras Lippen, als er ihr eröffnete, dass er seine Missionsorte für gewöhnlich kraft seiner eigenen beiden Füße aufsuchte. Sofort dämmerte ihr, dass sie in die völlig falsche Richtung gedacht hatte, und schämte sich ein wenig dafür. »Das ist beeindruckend, Yamato-Sensei.« Wie viel davon wirklich die Wahrheit war und wie viel nur High-Society-Süßholzraspeln, wusste sie spontan noch nicht einmal selber. Die Worte kamen eben einfach so aus ihrem Munde heraus. Einerseits war Sadako es nicht gewohnt, ihre Wege außerhalb des heimischen Anwesens zu Fuß zurückzulegen, aber auf der anderen Seite: War das wirklich so etwas Besonderes? »Aber es beruhigt mich ungemein, dass sie wegen der Wahl unserer Fortbewegung nicht ungehalten sind; ich hatte Schlimmes befürchtet.«
Dies gesagt, droht eine peinliche Stille, sich in der Kutsche breitzumachen. Sadako musste handeln. Stille war eine Sache, die zwischen Gast und Gastgeberin – als solche betrachtete sie sich gerade – nicht existieren durfte. Aber auch diese Situation konnte Sadako im Autopilot bewältigen. Auch auf die Gefahr hin, Kira zu Tode zu langweilen, spulte sie ihr Standardprogramm an aktuellen Ereignissen und geistreichem Small Talk ab, um den jungen Herrn ihr gegenüber bei Laune zu halten. Miwa entschloss sich, den Umstand auszunutzen, dass Yamato aus dem Fenster sah, um ein Gespräch zu beginnen. »Wenn ich mich recht entsinne, müssten wir gerade den Garten der Yamamoto-Familie passieren. Ich hörte, deren Gärtner sollen Koryphäen in der Rosenzucht sein und sogar bereits eigene Arten haben eintragen lassen. Über die Familie selbst erzählt man sich allerdings andere, nicht besonders angenehme Dinge. Man sagt, es gingen skandalöse Dinge hinter den Kulissen vor, und die glückliche Familie sei nur gespielt.« Ihr war schmerzlich bewusst, dass ihn dieser Geldsack-Gossip vermutlich nur stören würde, also dachte sie angestrengt darüber nach, wie sie die Kurve kriegen könnte. »Da fällt mir ein, dass wohl in Kürze eine Theatervorstellung stattfinden soll, auf die ich bereits seit einigen Jahren warte? „Des Tigers Augen sind den Meinen gleich“, im Kokoro meines Wissens.« Das Stück war mäßig bekannt, es bestand eine Chance, dass Kira es kannte, obgleich Sadako damit nicht rechnete. Das Kokoro hingegen sollte ihm bekannt sein – schließlich handelte es sich hier um die Adresse, die jeder kannte, der ein winzig kleines bisschen Ahnung von Theater und Operetten hatte. »Ich muss zugeben, dass ich Heldenepen insgesamt schätze. Aber zu diesem habe ich eine spezielle Verbindung. Sie müssen wissen, Yamato-Sensei, dass einer meiner ersten Lehrer mich stets mit einem Tiger verglich. Seine Gründe sind mir unklar und leider schaffte ich es nicht, eine Antwort von ihm zu erhalten.« Dass der Grund dafür war, dass eben dieser Lehrer auf einer Mission verstorben war, verschwieg sie ihm – die Harmonie des Augenblicks.

Aber warum erzählte sie ihm solche nichtssagenden Dinge? Gründe gab es dafür genau zwei: Zunächst betrachtete Sadako die Unterhaltung Kiras als ihre Pflicht als Gastgeberin, der sie nachzukommen hatte. Außerdem, und das war langfristig noch viel wichtiger, wäre ihr Gegenüber in Zukunft für sie zuständig, daher versuchte sie ihm so gut verpackt, wie nur irgendwie möglich, einen Einblick in ihre kleine, aber wohlgeschliffene Welt zu bieten … Und da gehörten ihre Interessen und Wertvorstellungen eben zu. »Aber sicher langweile ich Sie mit meinen Theatervorlieben nur, oder Yamato-Sensei? Sicherlich wird es sie mehr interessieren, dass ich kürzlich ein Buch angefangen habe. Vor nicht ganz einer Stunde, um genau zu sein, begann ich eine Abhandlung über die geografische und politische Entwicklung des Kontinents und dessen Länder zu lesen. Dies wird sicher nicht von Interesse für Sie sein, wohl aber die Ankündigung des Autors, dass er eine eigene Theorie darüber entwickelt habe, ob der legendäre Rikkudou-Sennin existiert haben soll, oder nicht. Tatsächlich ging er sogar noch weiter und kündigte an, dessen Gründe für den Fall seiner Existenz, offenzulegen.« Ihr Blick suchte nach einer Reaktion in Kiras Augen, als sie bemerkte, dass ihre Kutsche langsamer wurde und wohl bald anhalten würde. So schloss sie ihren Small Talk mit den Worten: »Es interessiert mich wirklich brennend, welche These der Autor vertritt und wie er sie begründen wird.«
Einen Hinweis, dass sie angekommen seien, sparte sie sich. Damit würde sie nur einen Bruch in der Stimmung erzeugen, der nicht an diese Stelle gehörte. Stattdessen wartete Sadako geduldig ab, und ließ sich aus der Kutsche heraushelfen. Sie machte keine Anstalten, sich auf die Suche zu begeben, oder auch nur irgendetwas vorzubereiten, während die Dienerin mit ihrer Tasche ausstieg und sich unauffällig im Hintergrund postierte – bereit, falls einer der beiden Ninjas Hunger oder Durst bekam. Sadako hatte zweifelsfrei begriffen, dass sie jetzt eine Katze einfangen sollte, und kontrollierte noch einmal den Sitz ihrer Handschuhe. Ja, sie tat dies selbst, da letzten Endes nur sie selber wissen konnte, ob diese belastbaren Dinger auch wirklich ordentlich saßen. Aber davon abgesehen rührte sich die junge Dame nicht ein My – schließlich hatte sie keine Anweisung bekommen und wusste, wenn sie ganz ehrlich war, auch nicht, was jetzt von ihr erwartet wurde. Es grenzte eigentlich sogar schon an ein Wunder, dass Sadako wusste, wie eine Katze aussah, nachdem sie selber keine hatte und auch in ihrem Soziotop niemand ein solches Haustier sein Eigen nannte. In den Kreisen, in denen sie sich bewegte, waren ausgefallenere Tiere in steter Mode und solche Tiere wie Hunde Katzen, oder verbreitete Vogelarten hatten dort schlicht keinen Platz. Dass das aber zwangsläufig auch bedeutete, dass sie nicht die geringste Ahnung hatte, wie man mit so einem Katzen-Ding umgehen musste und wie man es anfasste, war auch so eine Sache, die sie – äußerlich unbemerkt – doch ein wenig verunsicherte. So stand sie planlos neben ihrer Kutsche herum und wartete geduldig darauf, was Yamato-Sensei ihr wohl auftragen mochte – und dachte darüber nach, ob es hier im Wald noch notwendig wäre, sich bei ihm unterzuhaken.
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Yamato Kira Männlich

Kawazu Sennin

Beiträge: 51

Geburtstag: 17. Oktober 1992 (26)

Geschlecht: Männlich

Wohnort: Kirigakure

Beruf: Shinobi

5 Auszeichungen

2

Donnerstag, 27. November 2014, 22:47

<< Miwa-Anwesen

Nach wie vor schaute der Yamato während der langweiligen Kutschenfahrt aus dem Fenster und griff immer wieder diverse Gedankengänge auf. Meiste Zeit rutschte er gedanklich jedoch zur Chuunin Prüfung, bei der er sein ganzes Team dem Tode überlassen musste. Er war damals einfach so machtlos - konnte nichts tun. Und dann waren alle tod. Die Kommentare bezüglich seiner häufigen Fußmärsche und der Tatsache, dass er nichts am Transport zu beanstanden hatte winkte er leicht ab, ohne der Miwa Blicke oder Worte zurück zu geben. Dadurch entstand besagte peinliche Stille, während lediglich das Klackern der Pferdehufen zu hören waren, während die Kutsche sacht voranschritt. Sein Blick wurde kühl, ausdruckslos und schien alles um ihn herum in Dunkelzeit zu ziehen - wenn da nicht die super interessanten Gesprächsthemen seiner Gastgeberin wären. Und dann waren die Themen wild durcheinander gemischt, für den Yamato kaum zu verfolgen, und doch knüpfte jede angesprochene Thematik in einer ganz anderen weise an die jeweils vorherige an. Die Frau war echt kein stumpfes Mädchen, sondern war hevorragend erzogen und mit ausreichend Bildung und Intelligenz gesegnet. Obgleich der Yamato keinen Schimmer hatte, was sie mit diesen Themen bezwecken wollte, so hatte er bezüglich ihrer wissenstechnischen Begabung durchaus Hoffnungen. "Nun - von Theater und Opern habe ich keinerlei fundierte Kenntnisse und kann in diesem Bereich daher nicht als Gesprächspartner dienen, verzeiht mir. Aber was den Vergleich mit dem Tiger betrifft - vielleicht erhalten Sie irgendwann die Antwort, die sie begehren, Sadako-san", erwiderte Kira ohne den Blick zu ihr zu richten. Jeder mit geübten Ohren verspürte die kühle und emotionsfreie Lage der Stimme. Ein leises Atmen war zu vernehmen, als er seinen Satz beendete und starrte weiterhin ohne Blinzeln aus dem Fenster. Die Landschaft zog an seinen Augen vorbei ohne jene Aufmerksamkeit wirklich auf sich zu ziehen. Viel mehr ging sein Blick ins leere - in die tiefste Welt seiner schmerzhaften Gedanken.
Auf den Punkt bezüglich ihres Buches ging Kira gar nicht ein, während er selbst spürte wie die Kutsche langsamer wurde und letztlich auch zum Stehen kam. Noch immer schweigend verließ er dann die Kutsche und half, wie es die Etiquette vorschrieb, der hübschen Sadako-san aus der Kutsche. Analytisch schaute sich der Chuunin genauestens in der Umgebung um, während er Sadako samt Dienerin unbeachtet warten ließ. Es dauerte auch nur wenige Augenblicke, versprochen! Die Analyse wurde beendet und der kühle Blick flog in die Augen der jungen Miwa. "Ihr Buch - dieses Gespräch darüber würde ich nach der Mission sehr gern fortführen, wenn Sie erlauben. Sie haben...nun...meine Neugier geweckt", antwortete der Shinobi endlich auf ihren Smalltalk und atmete dann tief ein und aus. "Nun - wie Sie wissen, suchen wir eine Katze - das genaue Bild ist in den Unterlagen, die ich dir gleich geben werde - präge Sie dir gut ein. Das Waldstück ist groß, allerdings reißt diese Katze gefühlte Hundert mal pro Monat aus und verkroch sich bisweilen immer in diesem Sektor. Da ich auch Ihre Ausbildung zu beaufsichtigen habe würde ich Sie nun bitten, eine geeignete Methode zum Aufspüren der Katze zu ermitteln und mir diese mitzuteilen. Ich interveniere in diese Mission lediglich, falls es notwendig ist, Sadako-san."
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3

Montag, 15. Dezember 2014, 11:11

Es war unerwartet. Sadako hatte das Gefühl, gegen eine Wand geredet zu haben, als sie die Bucherzählung anriss und von ihrem teuren Sensei keine – wirklich gar keine Reaktion kam. Sie hatte abgeleitet, ihr Gegenüber fürchterlich gelangweilt zu haben und arbeitete bereits krampfhaft daran, was sie wohl auf der Rückfahrt zum Besten geben könnte, um es besser zu machen, als es dann scheinbar auch schon mit der Mission losging. In aller Kürze wiederholte Pantsu-san die Eckdaten ihrer Aufgabe und tat dann etwas, für das in Sadakos Welt eigentlich gar kein Platz reserviert war: Er überließ sie ihrem Schicksal und wollte erst mal einfach nur sehen, wie sie sich machen würde. Trotz ihres skeptischen Gedankenganges, ‚Wie überaus unglücklich‘, nickte sie schmunzelnd und erwiderte Pflichtbewusst: »Wie Sie wünschen. Ich werde mich redlich bemühen, ihren Anforderungen nach bestem Wissen zu entsprechen.« Ihr war schmerzlich bewusst, dass sie absolut gar kein Wissen hatte, was sie jetzt genau machen sollte, aber ihr Gegenüber darauf hinzuweisen hätte nur die allwichtige Harmonie des Augenblicks gestört. Und aus genau diesem Grunde, nahm sie die versprochen Unterlagen schweigend entgegen, um hoffentlich daraus entnehmen zu können, wie man diese Tierart am besten finden konnte.
Irgendeine Facette ihres Bewusstseins war jedoch mit einer ganz anderen Sache beschäftigt, die absolut gar nichts mit der vor ihr stehenden Aufgabe zu tun hatte: So ganz wusste sie nicht, was sie davon halten sollte, aber es ließ sich vermuten, dass Kira ein wenig verwirrt darüber sein mochte, wie er mit ihr umgehen musste – anders konnte sie sich nicht erklären, wie er es geschafft hatte, in nur einem Satz gleich zweimal die Anredeform zu ändern. Sie sah eine dringende Notwendigkeit ihm diese Bürde abzunehmen und beschäftigte sich mit ihren Möglichkeiten dahingehend, während sie ihren bleichen, teilweise behandschuhten Daumen in den Unterlagen versenkte, um sie aufzuschlagen. Es brauchte nicht lange, um mit sich selbst zu einer Übereinkunft zu kommen. Der Andere hatte offensichtlich keinerlei Erfahrung im Umgang mit ihresgleichen und würde sicher nur verwirrt reagieren, wenn sie mit höfischer Sprechkunst darauf hinwies, wie er sie ansprechen konnte – übrig blieben also lediglich die in ihren Augen beinahe unhöflich direkten Varianten. Der Blick der Miwa-Tochter tastete das Konterfeit der pechschwarzen Katze geduldig ab, als sie, bewusst völlig nebensächlich und scheinbar konzentriert klingend, anmerkte: »Im Übrigen denke ich, dass es vertretbar ist, mir in der Du-Form zu begegnen. Dies würde unserem Dienstverhältnis sicherlich Genüge tun. Meinen Sie nicht auch, Sensei?« Ganz hundertprozentig direkt war das noch immer nicht, aber es erfüllte seinen Zweck: Im Klartext, was sie wollte, ohne Honig ums Mundwerk und seidenweiche Verklausulierungen – das kam bestimmt an – hoffentlich.

Auf jeden Fall hatte sie ihren Standpunkt erklärt und las sich nochmals genau die Auftragsbeschreibung durch, um auch ja keinen noch so kleinen Hinweis zu übersehen: Es ging im Detail darum ein Tier einzufangen – möglichst ohne es umzubringen. Es gehörte der Spezies „Hauskatze“ an und der Name war ihnen unbekannt. Über die Gewohnheiten dieser Gattung war absolut gar nichts verzeichnet; lediglich die Erkennungsmerkmale „schwarzes Halsband“ und „gelbe Schleife am Schwanz“ waren einigermaßen brauchbar – also blieb Sadako nichts anderes übrig, als ihren ureigenen, hoffentlich gesunden Menschenverstand zu benutzen. Völlig bewusst hielt die Dunkelhaarige inne, um ihre Erkenntnisse bewusst zu sammeln und auszuwerten. Natürlich nahm dies einige Zeit in Anspruch, in der es von außen sicherlich so aussehen mochte, als würde sie im Stehen eine Innenreinigung ihrer Augenlider vornehmen, da sie die Sehorgane dazu bevorzugt schloss: ‚Also … es ist eine Katze. Wenn ich mich nicht vollends täusche, ist es eine domestizierte Tierart.‘ Das war wichtig! In ihren Kreisen waren exotische Wildtiere als Haustiere keine Seltenheit, daher war der Umstand, dass es sich um ein sicher domestiziertes Exemplar handelte, durchaus etwas wert. ‚Das müsste doch heißen, dass ‚es‘ möglicherweise nicht davonrennen wird, wenn ich ihm nahe komme. Oder mich vielleicht angreift. Das waren schöne Nebeninformationen, aber nichts wirklich Wichtiges – das kam erst jetzt: ‚Außerdem legen viele Bürger mit Haustieren Wert darauf, ihren Begleitern Kommandos beizubringen.‘ Das hatte sie mal in einem Buch über exotische Hundearten gelesen. Neben verschiedenen Rassen war unter anderem die Eignung zu Kommandos beschrieben, also musste sich das doch sicher irgendwie auf die Rasse „Katze“ ableiten lassen, nicht? ‚Dazu müssen die Tiere die menschliche Sprache verstehen.‘ Das machte die Suche doch gleich viel einfacher; der Plan stand urplötzlich fest, und er war absolut idiotensicher!
Unterdessen näherte sich die junge Dienerin Kira an, um ihm eine Tasse dampfenden Tees zu reichen: Nachdem er angekündigt hatte, sich erst einmal im Hintergrund zu halten, mutmaßte das unschuldige, junge Ding, dass ein fruchtiges, heißes Getränk ihm besser über die Zeit des Wartens hinweg helfen könne. Hoffentlich hatte er noch nicht beschlossen, einen Schluck zu nehmen, denn den würde er vermutlich gleich wieder ausspucken: Unwissend, wie sie es besser machen könnte, räusperte sich seine Schülerin. Dann holte Miwa-san tief Luft und ließ den Wald vor sich laut, jedoch in eindeutigem Befehlston wissen: »Katze. Ich verlange, dass du umgehend hier erscheinst!« Das müsste dem haarigen Vierbeiner zeigen, wer hier die Ojou-sama im Hause war. Die Art und Weise, wie Sadako nach dem Tier verlangt hatte, erinnerte den Kundigen an eben jenen Tonfall, mit dem sie Hausangestellte zu sich rief, die sich einer schwerwiegenden Verfehlung schuldig gemacht hatten – Druck sollte sie damit also hoffentlich genug ausgeübt hatten. Selbstredend war Miwa noch immer ein Bild der Ruhe und Entspannung – wirklich ungehalten war sie ja nicht; das war ja nur für ihren Auftrag.
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Yamato Kira Männlich

Kawazu Sennin

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Geschlecht: Männlich

Wohnort: Kirigakure

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4

Freitag, 19. Dezember 2014, 14:00

Das Kira die junge Shinobi bewusst ohne jedwede Hinweise allein mit der Aufgabe ließ, war alles Sinn und Zweck der Ausbildung. Kira musste einfach wissen und verstehen, wie Sadako an solche Aufgaben herangeht, inwieweit sie diese struktuierte und durchdachte. Welche Lösungsansätze sie sich für das gestellte Problem zurecht legte und wie diese entsprechend ausführte. Kira lehnte an einem Baum und fixierte die junge Miwa mit kühlem und analytischen Blick, blinzelte dabei beinahe gar nicht. Auch wenn Kira in Kirigakure durchaus an manchen Stellen als kleiner Perversling abgestempelt wurde und vor ihm ein wirklich wohl geformte Körper stand, so fixierten seine Augen unveränderlich nur den Kopf der Genin und das so intensiv, als würde der Yamato versuchen ihre Gedanken zu lesen. Sadako durchforstete nochmals genau die Missionsunterlagen und Kira beobachtete sie weiterhin. 'Sie studiert die vorhandenen Informationen. Das ist gut und wichtig, die Paramter einer Mission ständig vor Augen zu haben. Die Frage ist natürlich, inwieweit sie diese Informationen zu nutzen vermag. Ich bin gespannt darauf, wie sie die Katze finden wird', dachte sich Kira in diesem Augenblick, ehe er von Sadako mehr oder weniger die Aufforderun bekam, in das Du über zu gehen. Warum auch nicht, vermutlich war es einfach besser für die zwei. Nicht nur wegen des Dienstverhältnisses, sondern weil Sadako wahrscheinlich kein Bock mehr auf dieses noble Getue eines ärmlichen Kiras hatte. "Meinethalben, Sadako. Verzeih mir bitte meine schlechte Aussprache geschwollener Standards", entgegnete Kira ihr kühl und musterte sie weiterhin bei der Erfüllung ihres Auftrags. Besonders das Schließen ihrer Augen verursachte bei Kira etwas wie Neugier. Warum tat sie das wohl? Kira konnte lediglich Vermutungen anstellen, aber er ging davon aus, dass sie sicherlich kein Nickerchen erledigte. Während dessen bereitete die Dienerin Sadakos einen fruchtigen, heißen Tee für den Sensei zu und überreichte diesem die Tasse. Zuerst blickte der Yamato die Dienerin perplex an, so kannte er es absolut nicht während einer Mission ein solches Getränk zu sich zu nehmen, geschweige denn zubereitet zu bekommen. Ein leichtes Lächeln zierte sich auf dem Gesicht Kiras, als er die Tasse entgegen nahm. "Dankesehr."
Sein Blick flog langsam wieder zur Ojou-sama, die nach wie vor mit geschlossenen Augen dort stand. Wie lange Kira wohl noch warten musste, bis Sadako endlich loslegte? Er wusste es nicht, aber Kira wollte sie auch nicht unter Druck setzen. Würde Kira die Gedankengänge der Sadako kennen, so wäre dieser wahrscheinlich schon vorher in Ohnmacht gefallen, aber der Schocker des Tages sollte wohl erst noch kommen. Der Yamato roch am Tee und versank dabei leicht in Gedanken. Diese Teesorte kannte er. Sie erinnerte ihn an Yumi, die nicht mehr unter den Lebenden weilte. Sein Gesichtsausdruck drückte Trauer aus, während seine Gedanken sich nur noch um das hübsche Mädchen aus seiner Vergangenheit drehte. Kira nahm daraufhin einen Schluck zu sich, wurde durch die Hitze des Getränks zurück ins Hier und Jetzt befördert und blickte hastig zu Sadako, da er das Gefühl hatte etwas verpasst zu haben. Aber sie stand immer noch da, unverändert. War er lange weg? Wohl kaum. Noch immer die Flüssigkeit im Munde, rief die junge Genin plötzlich in den Wald hinein mit der strikten Aufforderung sich zu zeigen. Adressiert an die gesuchte Katze. Der Yamato spuckte wie durch Reflex den Tee aus, seine Augen wurden knallweiß, groß und rund. Ein Drop-Tröpfchen bildete sich an der Schläfe und seine Kinnlade hing soweit es ging herunter. Er war geschockt, geschockt von dieser Art die Katze zu finden. Bleich und erstarrt, verharrte der Yamato in dieser Position. "Sadako - ich glaube, so funktioniert das nicht", ergriff der Yamato dann das Wort und nippte erneut an der Teetasse, diesesmal jedoch ohne diesen auszuspucken. "Ich denke, wir sollten uns gezielt auf die Spurensuche machen und anhand gesammelter Informationen den genauen Aufenthaltsort der Katze bestimmen."
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5

Freitag, 26. Dezember 2014, 02:11

Sie war sich völlig sicher, dass ihr Plan funktionieren würde. So hallte der Ruf der tiefen, aber kräftigen Stimme durch das Geäst, hallte wider – aber es tat sich nichts. Sekunden vergingen, in denen die Fauna der Umgebung den Ruf einfach verschluckte, ehe sich letztendlich doch etwas tat, aber es kam aus der falschen Richtung. Hinter ihr hatte Kira seine Sprache wiedergefunden und wies die junge Dame darauf hin, dass ihr Weg augenscheinlich nicht ganz korrekt war. Sofort schaffte Sadako Raum in ihre Rübe: wo lag der Fehler, war ihr Plan nicht perfekt – und vor allem narrensicher gewesen? Selbstverständlich fiel ihr nicht sofort eine Antwort ein, die sie auch nur im Ansatz zufriedenstellte, ehe ihr neuer Lehrer vorschlug, sich statt ihren tollen Masterplan weiter zu verfolgen, lieber auf Spurensuche zu begeben. Er hatte in solchen Angelegenheiten sicherlich einen viel größeren Erfahrungsschatz, als sie, daher wandte sie sich zu ihm um, ließ sich ihre Verwunderung über den Teeflecken zwischen ihnen beiden nicht anmerken und nickte schließlich. »Selbstverständlich, Yamato-Sensei. Ich werde es auf Ihre Art und Weise versuchen.« Noch eine Verbeugung angedeutet und schwupps, drehte sich Sadako wieder Gen Waldrand, um sich das Tier noch einmal genau auf dem Foto anzusehen, das der Akte beigefügt war.
Leider saß das Tier auf einer Fläche, die keine Rückschlüsse darauf zuließ, mit welchem Kaliber von einem Mäusefänger sie es zu tun hatte. Deshalb ging Sada schlicht von dem aus, was ihr über Katzen im Allgemeinen bekannt war. So atmete sie tief durch und befreite sich von der aufkeimenden Anspannung, ehe sie die ersten, selbstverständlich standesgemäß ruhigen und würdevollen Schritte in den Wald hinein tat. Das angestellte Anhängsel war natürlich ebenfalls auf Trab und wusste genau, dass es sich nicht schickte, im Gehen zu speisen oder zu trinken. Deshalb näherte sie sich dem ihr völlig fremden Ninja unauffällig, um die Tasse an sich zu nehmen, sollte der Herr sich entschließen, der jungen Ojou-sama zu folgen. Unterdessen ließ besagte Ojou verlauten, ohne innezuhalten: »Ich bin überzeugt, dass wir dieses Tier recht schnell ausfindig machen werden. Seine Fellfarbe mag in diesem Geäst nicht auffallen, jedoch gehe ich davon aus, dass ein Lebewesen von solche stattlicher Größe, wie eine Katze, sicherlich deutliche Spuren hinterlassen muss.« Nur für den Fall, dass ihr geschätzter Begleiter es nicht ganz verstand: Sadako suchte nach etwas, das größenmäßig irgendwo zwischen Puma und Löwe rangierte – von diesen Katzenrassen hatte sie schließlich schon einmal gelesen.
Fachweibisch richtete Sada ihren Blick gen Waldboden, ohne ihre schnurgerade Haltung auch nur einen winzigen Augenblick zu vernachlässigen. »Ich schätze, dass wir früher oder später auf Prankenabdrücke stoßen werden. Notfalls wäre als Spur sicherlich auch ein Baum mit Kratzspuren brauchbar, nicht wahr, Sensei?« Vielleicht sollte sie auch die Baumkronen in Betracht ziehen? So unwahrscheinlich es bei einem Tier der vermuteten Größe auch immer sein mochte; es gab Großkatzenarten, die nachweislich klettern konnten und dies auch mit Freude taten. Die bloße Möglichkeit, dass eine Hauskatze problemlos auf ihrem Unterarm Platz finden würde, hatte sie absolut gar nicht im Hinterkopf, nachdem sie Katzen als geschmeidige Jäger aus Dokumentationen und auch aus verschiedenen Schriften kannte, die eine Schulterhöhe von gut einem Meter erreichten. Gewissenhaft suchte Sadako den Waldboden nach Prankenabdrücken ab, die etwa die Größe ihrer beider Hände zusammen hatte – unnötig zu erwähnen, dass sie keine finden würde.
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