Samstag, 15. Dezember 2018, 04:30 UTC+1

Sie sind nicht angemeldet.

  • Anmelden
  • Registrieren

[Genin] Saisho Akane

1

Sonntag, 7. Februar 2016, 20:57

Saisho Akane

Charakter-Bild


Original:
http://i.imgur.com/VfJO5MS.jpg

Äußerlich vollkommen ruhig, und ein bisschen abwesend wirkend, wartete Akane vor der Tür ihres ehemaligen Klassenzimmers darauf aufgerufen zu werden. Einer nach dem anderen waren ihre ehemaligen Kameraden herein gebeten worden um eine abschließende Beurteilung über sich ergehen zu lassen. Weniger und weniger Schüler hatten gewartet, bis Akane schließlich alleine hatte warten müssen. Innerlich war die junge Kunoichi bereits zu diesem Zeitpunkt mit den Nerven am Ende gewesen. Und doch hatte sie jedem der den Raum verlassen hatte ein aufmunterndes Lächeln geschenkt und sich auf unbekannte Zeit von ihm oder ihr verabschiedet. Nun brütete sie innerlich vor sich hin, während sie die Schriftrolle an der Wand betrachtete welche sie über die Jahre an der Akademie begleitet hatte und wie ein Damoklesschwert über ihren Gefühlen gehangen hatte.
So kam es, dass sie beinahe zusammengezuckt wäre, als Tobi, ein junger Shinobi aus ihrer Klasse welcher ihrem Werdegang um ein Haar einen gewaltigen Knacks verpasst hätte, die Tür von innen öffnete. Einen langen Moment trafen sich ihre Blicke, ehe Tobi den Blick senkte um schweigend an ihr vorüber zu gehen. “Tobi-kun?“ wie angewurzelt blieb der Junge stehen und drehte sich langsam zu ihr um. Seit fast einem Jahr hatte er Akane gemieden und es war ihm sichtlich unangenehm, dass sie ihn nun im letzten Moment zurückhielt. “Was gibt es denn Akane-san?“ fragte er gepresst. Als er sich zu ihr Umwand musste überrascht feststellen, das Akane zu ihm ging. Die Vielzahl der Gefühle, welche in ihm tobten, breitete sich auf seinem Gesicht und in seiner Haltung aus. “Ich wollte mich noch von dir verabschieden.“ Akanes Stimme war weich, freundlich und mit einer gewissen Zuneigung in ihrem Klang gewesen, doch Tobi wich unwillkürlich einen Schritt zurück, als Akane ihm unvermittelt ihre Hände an seine Wangen legte. Ohne wiederstand folgte er der Führung ihrer Hände als sie seinen Kopf zu sich herab zog. Verunsichert ließ der junge Shinobi es geschehen und fragte sich, ob sie ihm nun endlich eine runterhauen würde, wie er es verdient hatte. Doch zu seiner Überraschung streckte sich das Mädchen und hauchte ihm einen sanften Kuss auf seine Stirn. “Hör auf so an vergangenem zu hängen. Schau in die Zukunft und werde ein guter Shinobi und ein noch besserer Nakama.“ erklärte sie während sie einen Schritt zurück machte und ihm ein bezauberndes lächeln schenkte. In diesem Moment erklang die Stimme ihres ehemaligen Klassenlehrers. “Ganbatte! Tobi-kun“ gab sie ihm zum Abschied noch mit auf den Weg, als die Stimme ihres Lehrers erneut erklang. “Der Nächste bitte!“ mit einem Mal drehte sie sich um und wollte schon in den Klassenraum verschwinden, als sie die Stimme ihres alten Freundes hinter sich noch einmal hörte. “Wo- Wofür war denn der…“ Kurz hielt sie inne, dann wand sie sich noch einmal zu ihm um und zwinkerte ihm mit einem Lächeln zu. “Der bringt Glück!“ Mit diesen Worten verschwand sie in den Klassenraum und schloss sorgfältig die Tür hinter sich.

Name

“Ich sagte der Nächste bitte!“ wiederholte Akanes Lehrer genervt und sah dann zur Tür, welche gerade von Akane geschlossen wurde. “Ah Akane-chan du bist es! Du bist die letzte die wir heute befragen müssen, also komm doch bitte her zu uns!“ sagte er mit gutmütigen Tonfall. Schnell, und doch ohne übermäßige Eile, begab sich Akane vor den Tisch an dem ihr ehemaliger Klassenlehrer und zwei weitere Shinobi saßen. Wie es die Höflichkeit ihr gebot verbeugte sie sich vor jedem von ihnen. “Gomen nasai Yoshio-Sensei! Ich wollte sie nicht warten lassen!“ sagte sie und blickte den drei Shinobi mit offenem Blick entgegen. “Also dann Akane-chan…“ begann ihr Lehrer und deutete auf die Shinobi welche neben hm saßen. “Diese beiden Shinobi werden dir nun einige Fragen stellen, welche du bitte gewissenhaft beantwortest. Mit den Informationen aus deiner Akademiezeit und jenen aus dem Gespräch heute wird dir die Dorfführung in ein paar Tagen ein passendes Team zuweisen. Sei daher bitte so ehrlich wie möglich.“ Mit einem angedeuteten Nicken gab Akane zu verstehen, dass sie verstanden hatte. “Hai Sensei“ Akanes Blick wanderte zu jenem Shinobi welcher als nächster das Wort ergriff. “Wir werden mit ein paar einfachen Fragen beginnen. Auf diese Weise können wir deine eventuell vorhandene Scheu uns gegenüber abbauen und gleichzeitig ermöglicht es uns deine Reaktionen und Antworten mit jenen abzugleichen welche uns bereits vorliegen. Dies ermöglicht uns auch deine anderen Antworten besser einordnen zu können.“ mit diesen Worten Schlug er eine Akte auf, welche vor ihm auf dem Tisch lag. “Bitte nenn uns zu diesem Zweck deinen vollständigen Namen, sowie eventuelle Ruf, beziehungsweise Spitznamen.“ Leicht straffe sich Akane ehe sie antwortete “Wie sie wünschen! Mein Name ist Saisho Akane, aber in der Akademie wurde ich von den meisten Claymore genannt.“ Ein leichtes Nicken war die einzige sichtbare Reaktion des Shinobi eher er mehr zu sich selbst als zu Akane murmelte “In Bezug auf deine Schwerter vermute ich.“ Unwillkürlich legte Akane eine Hand an die Schneide ihres Schwertes und strich über die stumpfe Seite der Klinge. “Ja, seit ich sie zu meiner Siegelzeremonie geschenkt bekommen hab, trage ich sie immer bei mir um mich besser an sie gewöhnen zu können.“

Saisho, „Claymore“ Akane
Saisho[jap]: Der/die/das Erste seiner Art, der/die/das Erste
Akane[jap](Gesprochen Akanè): Tiefes Rot (Namensbedeutung)
Spitzname/Rufname: Claymore

Geburtsdatum/Alter

“Ein guter Spitzname. Sollten sie ihre Waffen nicht wechseln wird er dir vermutlich auch in ihrer Shinobi Laufbahn erhalten bleiben.“ der zweite Shinobi notierte etwas ehe er das Wort ergriff. “Als nächstes kommen wir zu deinem Alter. Diese Frage dient hauptsächlich zur Kontrolle deiner Akte.“ Unwillkürlich wanderte Akanes Blick zum zweiten Shinobi. Für wenige Momente spiegelte sich auf ihrem Gesicht Ratlosigkeit, doch dann besann sie sich und erwiderte mit einem schmalen Lächeln auf den Lippen “Ich wurde unter dem Feuerwerk der ersten Nacht im Januar des Jahres fünf vor Zen Saiki geboren und bin somit zwölf Jahre alt.“ Leicht nickte der Shinobi “Sehr poetisch Akane-chan, aber bitte beantworte nur die Fragen…“ erwiderte und wollte gerade etwas notieren, als er von der Akte aufsah und Akane abschätzen Musterte. “Wieso steht dann hier in der Akte, dass du am einunddreißigsten Dezember sechs vor Zen Saiki geboren wurdest?“ unwillkürlich wurde das schmale Lächeln zu einem breiten Grinsen als Akane antwortete “Das war eine politische Entscheidung!“ erklärte sie überzeugt und verdutzte ihre Prüfer damit vollkommen “Po-politisch?“ Fragte ihr Sensei verwirrt. Überzeugt nickte Akane “Meine Schwester und ich wurden pünktlich zu Neujahr geboren. Sie im letzten Moment des alten Jahres, ich im ersten Moment des neuen Jahres, aber es wurde dann doch entschieden, dass es in der Verwaltung zu viel Verwirrung stiften würde Zwillinge an zwei Tagen zu führen. Also wurde ich fünfzehn Sekunden zurückdatiert!“ Unwillkürlich ließen alle drei Prüfer den Kopf hängen. “Dann bleiben wir doch bei der offiziellen Version…“ Leicht legte Akane den Kopf schief. “Mache ich gerade etwas Falsch?“ fragte sie. Doch der Prüfer schüttelte nur den Kopf “Nein, nein. Keine Sorge. Du machst das schon genau richtig so…“ erklärte er mehrdeutig.

31. Dezember 5 vor Zen Saiki (12 Jahre)

Größe

Verwundert betrachtete Akane die drei Shinobi. Was genau meinte der Prüfer mit dieser Aussage? Beging sie gerade einen Fehler oder war es sein ernst gewesen, dass sie sich gut machte? Doch lange hatte sie nicht um darüber zu grübeln, denn schon hörte sie die Stimme ihres ehemaligen Lehrers “Als nächstes stellst du dich bitte dort an die Messlatte Akane-chan. Und bitte zieh deine Schuhe dafür aus.“ Kurze Zeit betrachtete Akane die Messlatte, dann nickte das Mädchen und setzte sich auf den Boden. Etwas umständlich und mit leichten Problemen zog sie ihre Schuhe aus und erhob sich wieder. Mit ruhigen Schritten begab sie sich zur Tür des Raumes und stellte ihre Schuhe ordentlich dort ab. Als sie das getan hatte, ging sie an die Messlatte und stellte sich, wie ihr geheißen war, mit geradem Rücken und gehobenen Kinn darunter. Schließlich wollte sie nicht kleiner gemessen werden, als sie ohnehin war. “Einen Meter und sechsundvierzig Zentimeter.“ hörte sie die Stimme des zweiten Shinobi neben sich. Unwillkürlich lachte Akane fröhlich auf und jubelte leise. “Yataa!“ Sie bemerkte die verwirrten Blicke der drei Shinobi auf sich kratzte sich verlegen am Kopf. “Ich bin wieder gewachsen. Damit bin ich bestimmt endlich größer als Asami-nee-chan“ erklärte sie und zwang sich dazu ihre alte Fassung zurückzugewinnen.

1,46m

Gewicht

Genervt seufzte ihr Lehrer “Ihr werdet euch wohl nie ändern.“ der erste Shinobi grinste “Wie dem auch sei. Als nächstes müssen wir dein Gewicht bestimmen. Wenn du als bitte ablegen und auf die Waage treten könntest…“ Irritiert sah Akane den Prüfer an “Ablegen? Sie meinen Schwerter und Ausrüstung?“ fragte sie dann und sah zu ihrem Lehrer, welcher gerade aus Verzweiflung den Tisch auf den Kopf fallen ließ. “Wie oft hatten wir das heute? Ist doch eine einfache Anweisung…“ murmelte er verzweifelt, während der erste Shinobi machte eine beschwichtigende Geste machte. Sein Blick legte sich auf Akane “Bitte alles bis auf die Unterkleidung ablegen. Das Ergebnis variiert ansonsten zu stark erklärte er. Mit einem Mal stand Akane steif wie ein Brett da und wurde rot bis über beide Ohren. “I-Ich … a-a-a-ausziehen!?! Hier vor euch?“ murmelte sie und starrte die drei Shinobi mit einem Ausdruck an, als währen ihr gerade alle Kleider vom Leib gerissen worden. “Hentaioooooo~ Kyaaaaa~“ knallrot und mit Tränen in den Augen legte sie die Arme um sich, als müsse sie sich schützen. “Hehe … hehe … du verstehst da glaube ich was falsch Akane-chan …“ versuchte der erste Shinobi zu beschwichtigen während ihr ehemaliger Lehrer wiederholt mit dem Kopf auf den Tisch schlug. “Jedes einzelne Mädchen…“ murmelte er und unterstrich seine Worte damit nach jedem Wort den Kopf auf den Tisch zu schlagen. Akanes Blick wanderte über die Prüfer und blieb an dem zweiten Prüfer hängen, welcher mit einem grüblerischen Gesichtsausdruck ergänzte “Außer diesem einen Mädchen…“ einen Moment legte er den Kopf schief und schien zu grübeln „Asami!“ erklärte er schließlich und nickte überzeugt. „Sie mussten wir davon abhalten sich ganz auszuziehen weil sie meinte ihre Unterwäsche würde das Messergebnis zu ihren Ungunsten beeinflussen.“ bei diesen Worten hatte Akane sich unwillkürlich aufgerichtet und sah den zweiten Shinobi nun mit großen Augen an “Asami-nee hat das gemacht ohne sich zu beschweren?“ fragte sie ungläubig. Kurz schien sie mit sich zu ringen, doch schließlich begann sie ihre Kleider auszuziehen. Es wirkte unbeholfen und einige Momente schien es so als würde sie in ihrem Top hängen bleiben ehe sie es schließlich über den Kopf hatte. Als sie wieder sehen konnte, sah sie die entgeisterten Gesichter der drei Shinobi “Was ist denn?“ fragte sie verwirrt und legte ihre Kleider schön ordentlich zu ihren Schuhen. “Du ziehst dich aber schon länger selber aus oder?“ fragte einer der Prüfer und sprach damit aus, was sich in diesem Moment alle gefragt hatten. Die Blicke der Prüfer klebten auf Akane als diese auf die Waage stieg. Verwundert sah sie zu ihm, während er zu ihr schritt und auf dem Ziffernblatt ihr Gewicht ablas “Natürlich schon lange. Wieso?“ fragte sie. Doch der Prüfer schüttelte nur den Kopf. “Ach, vergiss es einfach. Neununddreißig Kilogramm also. Sieht man dir gar nicht an.“

39kg

Geschlecht

Leicht atmete Akane durch. Was hatten diese Leute nur? Doch es gelang ihr den Aufruhr in ihrem Herzen abzuwiegeln. Das peinlichste dieser Überprüfung war hiermit sicherlich vorbei sagte sie sich. Doch bereits die nächsten Worte des Prüfers ließen sie wieder zusammenfahren “Als nächstes kommt die Feststellung des Geschlechts. Ich denke wir… in diesem Moment unterbracht Akane ihn. Mit fließenden Tränen und einer Pose die ihre Blöße verdecken sollte schniefte sie “Ich wusste es doch. Nun soll ich mich doch ganz ausziehen, damit ihr alles sehen könnt... Genervt schlug sich der Prüfer mit der Hand vors Gesicht und setzte noch einmal an. “Wie ich gerade sagen wollte: Ich denke wir können uns hier auf die Äußerlichkeiten und die Akte berufen und ohne näher darauf einzugehen ‚Weiblich‘ bestätigen…“ Für einige Lange Momente verharrte Akane seltsam starr in dieser Pose, ehe sie das eben gehörte vollständig begriffen hatte. “Was bitte hätte ich denn sonst sein sollen?“ fragte sie sichtlich verwirrt. Nun lachte ihr ehemaliger Lehrer “Du würdest dich wundern wie oft es Transvestiten unter den Shinobi gibt. Selbst in deiner Klasse war einer.“ Doch seine Heiterkeit war nur von kurzer Dauer. Als er die tadelnden Gesichter der anderen Prüfer bemerkte verklang sein lachen von einem Moment auf den nächsten. Akane selbst, welche noch immer sichtlich verwirrt auf der Waage stand, brachte nach dieser Eröffnung lediglich ein kurzes “Nani?“ zustande.

Weiblich

Aussehen

Leicht schüttelte der erste Shinobi den Kopf “Du hast mein vollsten Mitgefühl Yoshio-san. Es muss schwierig gewesen sein mit solchen Untergebenen. Ich weiß nicht ob ich das ausgehalten hätte.“ dann wand er sich dem zweiten Prüfer zu “Masa-san, bring doch bitte der jungen Dame ihre Kleider, damit sie sich wieder anziehen kann. Als nächstes kommen die Fotos für die Akte. Ich würde mir denken, das Akane es nicht begrüßen würde diese in Unterwäsche zu machen.“ er lachte über seinen eigenen Witz während Akane mit einem einseitig herabgerutschten Träger und leichter Verzweiflung in den Augen ein leises “Nein, das würde Akane-san ganz und gar nicht gutheißen“ vor sich hinmurmelte. Vermutlich hätte diese Erwiderung dazu geführt, dass der Prüfer die Situation für weitere Späße zu genutzt hätte, doch zu Akanes Glück zog in diesem Moment der zweite Prüfer die gesamte Aufmerksamkeit auf sich. Er hatte gerade versucht den sorgsam zusammengelegten Kleidungsstapel anzuheben, hatte jedoch mit einem ungläubigen “Bakana!“ innegehalten. Mit sichtlicher Überraschung hatte er sich zu Akane umgewandt und gefragt “Und mit diesem Zeug läuft du durch die Gegend Akane-san?“ Verwundert hatten ihn darauf die Anwesenden betrachtet. Besonders der zweite Prüfer und ihr Lehrer wirkten recht Irritiert über diese Frage. “Aber natürlich. Warum?“ hatte Akane sichtlich irritiert erwidert und den Prüfer fragend angesehen. “Was ist denn los?“ Erklang es sogleich vom ersten Prüfer, der endlich wissen wollte, was seinen Kollegen derart irritiert hatte. Wortlos hob der zweite Prüfer eines ihrer Armbänder und warf es dem ersten Prüfer zu, welcher es um ein Haar fallen ließ, ehe er fester Zugriff. “Das ist schwer…“ Staunte er und sah zu seinem Kollegen. Dieser nickte leicht. “Und das ist noch eins von den leichteren Teilen. Stiefel, Handschuhe und die Weste sind ebenfalls mit Gewichten versehen. Ich hätte glaube ich echte Probleme mich mit solchen Kleidern ordentlich zu bewegen.“ Anerkennend nickte der erste Prüfer und wog das Armband, welches sich bei näherer Betrachtung als Armreif mit Schließmechanismus herausstellte, in seiner Hand. Schließlich unterbrach Akane das folgende Schweigen “Darf ich mich jetzt endlich wieder anziehen?“ fragte sie mit vor Scham geröteten Wangen und sah die Prüfer bittend an. Verlegen kratzen sich die Shinobi am Hinterkopf. “Gomenasai. Natürlich darfst du sich wieder anziehen. Und dann machen wir die Fotos für deine Akte.“

Gesicht:

Das erste was jeden Betrachter bei einem Blick in Akanes Gesicht in ihren Bann zieht, sind ohne Zweifel ihre Augen. Jene Augen, welche mit ihrer blutroten Farbe und dem lebendigen, feurigen Funkeln geschliffener Edelsteine jeden Blick an sich fesseln und völlig vereinnahmen. Beinahe zu jeder Zeit tragen sie einen Blick von solch entwaffnender Offenheit, solche bestechender Neugier und solch entrückter Fremdheit in sich, das man sich in ihren zu verlieren droht. Dank jenen Augen mag es kaum verwundern, dass die meisten Menschen Schwierigkeiten dabei haben in Akane etwas anderes als ein junges, naives, unschuldiges Mädchen zu sehen. Wie könnte ein Mensch mit solchen Augen denn auch nur in der Lage sein auch nur ein Wässerchen zu trüben? Und doch gelingt es der Erscheinung ihres restlichen Gesichtes sogar noch, diesen Eindruck weiter zu verstärken. Eine niedliche Stupsnase, zusammen mit einem kleinen Mund mit schmalen Lippen, wie auch ihre ebenmäßigen, schön anzusehenden Gesichtszügen und ein blasser, gleichmäßigen Teint lassen sie sogar noch etwas unschuldiger und Kindlicher wirken, als man es bei Ihrem Alter eigentlich vermuten würde. Wie um dieses Bild abzurunden, wird ihr Gesicht schlussendlich von einer Mähne eingerahmt, welche so manchen Löwen neidisch werden ließe. Diese Mähne trägt Akane aus zwei Gründen nahezu immer in der gleichen Frisur. Zum einen liebt sie ihre Mähne und das Gesamtbild, welches sich durch diese ergibt, und zum anderen wiederstanden Akanes Haare bisher jeglichen Bemühungen ihrer Mutter daraus so etwas wie eine Frisur machen zu wollen. Und doch ergibt das schneeweiße Haar mit dem leichten blausticht einen bezaubernden Kontrast zu ihren roten Augen, welcher den blassen Teint ihrer Haut einen sehr edlen Eindruck hinzufügt.
Dies alles führt in seiner Gesamtheit jedoch zu einem sehr gespaltenen Eindruck bei einem Betrachter. Auf der einen Seite wirkt ihre Erscheinung recht kühl, was vor allem durch den blassen Teint und die weißen Haare getragen wird, jedoch von ihrer in aller Regel eher verschlossenen und oft neutral wirkenden Mimik noch sehr stark hervorgehoben wird. Auf der anderen Seite jedoch ist dort das unwillkürliche Gefühl von Offenheit und Neugierde, welches vor allem von ihren Augen auszugehen scheint. Ein scheinbarer Wiederspruch in sich, welcher sich jedoch auch in vielen anderen Bereichen ihrer Erscheinung und ihres Auftretens fortzusetzen scheint.

Körper:

Schafft man es schließlich seinen Blick von Akanes bezauberndem Gesicht zu lösen um ihn an ihrer weiteren Erscheinung herabgleiten zu lassen, erwartet den geneigten Betrachter eine kleine Überraschung. Ihr Körper ist nicht einfach nur von schlanker, mädchenhafter Gestalt sondern trägt deutliche Anzeichen für langjähriges, ehrgeiziges und sehr hartes Training. Jede Bewegung ihres wohl definierten Körpers wird stets von einem leichten Muskelspielt begleitet, welches nicht zuletzt durch den geringen Fettanteil, überraschend deutlich zum Tragen kommt. So mag man vermuten, dass dieses junge Mädchen, wie viele andere in ihrem Alter ebenfalls, regelmäßig Diäten macht, um dem Jungen für das es schwärmt zu gefallen. Oder, dass es sich hierbei um einen Nebeneffekt ihres harten Trainings handeln mag. Doch in Akanes Fall trifft beides nicht zu. Viel mehr verdankt sie diesen Umstand einem hervorragenden Stoffwechsel, welcher ihr erlaubt nach Herzenslust zu schlemmen, ohne auch nur ein Gramm Fett anzusetzen. Allerdings hat dieser Segen auch eine Kehrseite. In Akanes Fall zeigt sich diese Kehrseite in Form einer recht androgynen Figur, welche lediglich durch ihre schlanke, doch weibliche Taille und den kleinen, straffen Busen vor einem jungenhaften Eindruck gerettet wird. So kann man, nimmt man alle diese Merkmale zusammen, ohne Zweifel sagen, dass Akanes Erscheinung ein sehr angenehmer Anblick ist. Einzig eine große Narbe auf ihrem Rücken, welche sich von ihrer rechten Pobacke bis hinauf zu ihrer linken Schulter zieht, trübt das Gesamtbild ein wenig. Diese Narbe ist Akanes persönliches Andenken an einen Sturz durch das Geäst des großen Baumes von Taki-Gakure und erinnert sie jeden Tag daran, das ein Moment der Unachtsamkeit, ein Fehltritt und etwas Pech für einen Shinobi jederzeit den Tod bedeuten kann.

Kleidung:

Wie viele ihrer Helden aus den großen Kriegen pflegt auch Akane beinahe ausnahmslos ihr Lieblingsoutfit zu tragen. Lediglich zu besonderen Anlässen, und natürlich wenn sie sich zur Ruhe begibt, trägt die junge Kunoichi einmal andere Kleidung. Da sie aber eine sehr reinliche und wohlerzogene Dame ist, welche nicht immer dieselben Kleider tragen möchte, hat sie sich ihr Lieblingsoutfit etwas über zweidutzend Mal besorgt. So mag man sich beim Anblick ihres Kleiderschrankes auch nicht weiter darüber wundern, dass an ihrer langen Stange bis auf wenige Ausnahmen identische Kleider an den Bügeln wiederfinden.

Ihr Outfit setzt sich dabei aus folgenden Bestandteilen zusammen:
Das eigentliche Outfit besteht aus einem hochgeschlossenen, ärmellosen und bauchfreien Top von schwarzer Farbe, welches ihr von knapp unterhalb ihres Busens bis hinauf zu ihrem Kinn reicht und mit dem Wappen des Saisho Clans in Höhe ihres Herzens verziert ist. Dazu gehört eine schwarze Hose aus dehnbarem Stoff, in welche ein paar versteckte Taschen eingearbeitet wurden, sowie ein paar lange schwarze Handschuhe mit integrierten Armschienen, welche ihr bis hinauf zu den Ellenbogen reichen. Doch diese Handschuhe dienen nicht allein Akanes Schutz, sondern wurde auf Wunsch der jungen Kunoichi mit speziellen Halterungen versehen, welche schwere aber dennoch kompakte Gewichte aufnehmen können. Der Clou an diesen speziellen Halterungen ist jedoch ein Trick, welcher auch an vielen anderen Stellen ihrer Ausrüstung rege Nutzung findet. Ein Material welches sich unter Chakra Einfluss verformt, wird hierbei in einem Verbundstoff genutzt, damit die Halterungen ohne komplizierte Öffnungsmechanismen und mit nur geringen Chakra aufwand gelöst werden können. Endet das gezielte einleiten von Chakra, schließen diese Halterungen sich wieder von selbst und bilden eine bombensichere Verriegelung. Da Akane dieses Grundoutfit jedoch zu schlicht, wie auch zu unpraktisch erschien, ergänzte sie das Ganze mit einigen anderen Kleidungsstücken und Ausrüstungsgegenständen, bis sie damit zufrieden war. So trägt sie zusätzlich zu ihrem schwarzen Grundoutfit eine weiße Weste, welche ihr von knapp oberhalb ihres Busens bis zur Hüfte hinab reicht und nach vorne offen ist. Zusammengehalten wird dieses Zierstück von einer speziellen Halterung, welche sich knapp unterhalb ihres Busen um ihre Taille schmiegt und eine feste Einheit mit ihrer speziellen Rückenscheide für ihre Claymore Schwerter bildet. Diese spezielle Rückenscheide nutzt dabei das gleiche Prinzip wie die Halterungen an ihren Armschienen um eine nur einseitig geschlossene Schwertscheide zu erschaffen, welche das schnelle und einfache Ziehen großer Schwerter von ihrem Rücken ermöglicht. Zusätzlich sind an ihrer Weste, ebenso wie an ihren Handschuhen, Halterungen für Gewichte eingearbeitet. Hinzu kommen noch ein paar weiße, etwa kniehohe Stiefel mit integrierten Beinschienen in welche, ebenso wie in ihre Handschuhe und die Weste, spezielle Halterungen für Trainingsgewichte eingearbeitet sind. Als Abrundung des ganzen fand schließlich ihr Stirnband als Ersatz für einen Gürtel Einzug in ihr Outfit. An dem schwarzen Band mit dem Silbernen Protektor finden vier große, weise Gürteltaschen rechts und links ihrer Taille ihren Platz. In diesen Taschen befindet sich ein Großteil ihrer benötigten Ausrüstung.
Zuletzt wären wohl ihre schwarzen Armbänder zu erwähnen, welche neben ihrer Funktion als Schweißbänder vor allem die Funktion weiterer Trainingsgewichte übernehmen, welche mittels Chakra geöffnet und abgeworfen werden können. Wirklich interessant machen diese Armbänder allerdings die als verspielte Rüschen getarnten Taschen für ihre versteckten Shuriken. Der Ort ist von daher perfekt gewählt, weil zum einen das Zusatzgewicht der Shuriken hier mit am wenigsten stört, aber gleichzeitig ein Teil nicht akut benötigter Ausrüstung mit den Armbändern abgeworfen werden kann.

Rang

Leise seufzte Akanes ehemaliger Lehrer “Jaja ich weiß ja. Alles vertraulich. Am besten ihr macht einfach weiter. Wir haben ja noch ein bisschen was vor uns.“ erklärte er, während die beiden Prüfern mit recht unschlüssigem Gesichtsausdruck Akane dabei betrachteten wie diese ziemlich umständlich ihre Kleider wieder anzog. “Brauchst du Hilfe dabei?“ fragte der erste Prüfer schließlich mit recht gemischten Gefühlen. Ächzend schloss Akane gerade ihre Weste und machte nun dicke Backen “Seh ich aus wie ein kleines Kind, das Hilfe beim Anziehen braucht?“ fragte sie und machte sich dann daran ihre Handschuhe anzuziehen. Leicht seufzte der Prüfer “Nein nein. Ich wollte nur höflich sein.“ erklärte er resigniert um sich dann wieder zu setzen. “Am besten wir fahren einfach fort, während du dich fertig anziehst.“ er blätterte einige Seiten ihrer Akte um und richtete danach seinen Blick wieder auf Akane “Nach dem was hier steht wurde dir bereits vor einem Jahr, zusammen mit ein paar anderen, angeboten die Abschlussprüfung vorzeitig abzulegen. Du warst immer unter den Klassenbesten, und giltst bis heute als strebsam und gewissenhaft. Wieso hast du damals abgelehnt?“ fragte er und betrachtete Akane, welche kurz innehielt, ehe sie schließlich ihren zweiten Stiefel überzog. “Hatte es etwas damit zu tun, das deine Schwester noch auf der Akademie hätte bleiben müssen?“ fragte der zweite Prüfer in der Absicht Akane ihre Antwort ein wenig zu erleichtern. Doch Akane antwortete ihnen nicht sofort. Sie versuchte sich eine möglichst verständlich, doch unverfängliche Antwort zurechtzulegen. Die Pause die dadurch entstand, füllte sie indem sie noch einmal den Sitz ihrer Kleidung und Ausrüstung prüfte. Als sie das getan hatte, trat sie wieder an den Tisch heran “Ich weiß ehrlich gesagt nicht, ob das meine Entscheidung beeinflusst hätte, hätte ich die Wahl gehabt.“ erwiderte sie diplomatisch. Doch die Prüfer hatten Lunte gerochen “Du hattest nicht die Wahl?“ fragte der erste Prüfer gerade heraus und sah Akane neugierig an. “Würdest du uns das bitte genauer erläutern?“ Leise seufzte Akane. “Nun, das liegt an den Traditionen unseres Clans, welche uns strikt untersagen vor unserem zwölften Lebensjahr als Shinobi zu arbeiten. Somit verbieten uns diese Traditionen auch die Akademie vorzeitig zu verlassen. Mein Vater hat zwar versucht es mir zu erklären, aber wenn ich ehrlich sein soll habe ich es nicht wirklich verstanden. Es hat wohl damit zu tun, dass wir uns erst sehr spät mit unserem Chakra und den Ninjutsu außerhalb der Akademie beschäftigen dürfen…“

Genin

Akademist: 6
Genin: 12
Steckbrief | Jutsu

Dieser Beitrag wurde bereits 10 mal editiert, zuletzt von »Saisho Akane« (8. März 2016, 22:31)

  • Zum Seitenanfang

2

Sonntag, 7. Februar 2016, 21:02

Clan/Familie

Mit einem verständnisvollen Lächeln, doch ernstem Blick, nickte der Prüfer. “Darüber habe ich bereits Gerüchte gehört, aber ich konnte es nie so ganz glauben. Einer der wichtigsten Clans unseres Dorfes verzögert also tatsächlich bis zu einem gewissen Grad die Ausbildung seiner Mitglieder.“ leicht schüttelte er den Kopf. “Würde es nicht trotzdem so gut funktionieren, würde ich es glatt als Verantwortungslos bezeichnen.“ Er hatte den zweiten Satz lediglich gemurmelt, doch war es Akanes Lehrer und dem anderen Prüfer nicht entgangen. Mit einem leichten räuspern riss der zweite Prüfer ihn aus seinen Gedanken. “Wie dem auch sei. Wenn wir gerade allerdings bei dem Thema sind. Würde es dir etwas ausmachen uns ein wenig von deiner Familie und deinem Clan zu erzählen?“ Ohne zu antworten legte Akane ihren Kopf leicht schief und betrachtete den Prüfer mit einem distanzierten Blick. Ihr Gesicht zeigte nun wieder jenen neutralen Gesichtsausdruck, welchen sie die meiste Zeit zur Schau trug. Die großen neugierigen Augen schienen regelrecht durch den Prüfer hindurch zu blicken, als könnte sie direkt in seinen Geist blicken. “Ich glaube nicht, dass ich das tun sollte. Alles was sie wissen sollen, finden sie in den Akten.“ erklärte sie mit ernster Stimme und legte ein hinreißendes Lächeln auf die Lippen, welches in diesem Augenblick vollkommen deplatziert wirkte. Kurz zuckte das Augenlied des Prüfers, während die beiden sich gegenseitig in die Augen starrten. Akane mit einem hinreißendem Lächeln und Augen welche zwar Offenheit vermittelten, jedoch keine Zweifel an ihrer Entschlossenheit ließen, und der Prüfer mit festem Blick und Augen welche vor unterdrücktem Zorn funkelten. Kurz sah Akanes ehemaliger Klassenlehrer zwischen beiden hin und her, ehe er sich dazu durchringen konnte schlichtend einzugreifen “Aber nicht doch. Akane-san, Kaito-kun! Bitte beruhigt euch ihr beiden!“ Fröhlich lachte Akane auf, doch was folgte straften ihr Lachen, wie auch das Lächeln welches auf ihren Lippen gelegen hatte, Lüge. Innerhalb eines Augenblicks änderte sich der Ausdruck in ihrem Gesicht grundlegend. Übergangslos wurde ihr Blick kalt und abweisend, der Ausdruck darin wurde Raubtierhaft und für einige Herzschlag beinahe bösartig. Unterstrichen wurde diese unwirkliche Veränderung von einer Geste, welche selbst den gestandenen Prüfern einen Schauer über den Rücken jagte. Spielerisch hatte sie ihre Hand an ihre Wange legte und sie dann leicht geschlossen, wodurch sie mit ihren Fingern an ihrer Wange gezogen hatte. Ihr Augenlied wurde durch diese Bewegung hinabgezogen und ließ ihr Auge unnatürlich groß erscheinen. Ein breites, beunruhigendes Grinsen verzerrte den sonst schalen Mund zur Fratze, als sie mit kalter, vor unterdrückten Blutdurst und Hunger triefender Stimme antwortete. “Aber Sensei … wir spielen doch nur…“ Sie schien den wütenden Blick ihres ehemaligen Lehrers nicht einmal wahrzunehmen, doch als auf den Tisch schlug und sie anfuhr, zuckte sie zusammen. “Akane!“ Erschrocken riss sie die Augen auf und ihr Blick klärte sich wieder “Alles gut! Gomenasai Yoshio Sensei!“ brach es aus ihr hervor. Mit genervtem Blick sortierte ihr ehemaliger Lehrer einige Papiere “Ich denke wir sollten weiter machen…“ Leicht nickte Akane “Wie sie wünschen Sensei. Wie ich bereits sagte, werden sie von mir nichts erfahren, was sie nicht bereits wissen, aber wenn ich es trotzdem erzählen soll, beuge ich mich ihrem Wunsch.“ erklärte sie nun deutlich kooperativer als zuvor. Fast schien es so, als sei ihr dieser Zwischenfall peinlich. Sie setzte sich noch einmal gerade auf und richtete ihre Kleider sorgfältig. “In unserem Arm des Clans dürfte mein Vater Saisho Seduko wohl das wichtigste Mitglied sein. Vermutlich haben sie schon von ihm gehört, denn er zählt sowohl zu den einflussreichsten, als auch zu den auffälligsten Mitgliedern unseres Clans. Man kann ihn wohl in jeder Hinsicht als großen Mann bezeichnen, denn er ist sowohl eine große Persönlichkeit, mit einer beeindruckender Ausstrahlung, der man Achtung und Respekt entgegenbringt, als auch körperlich hoch gewachsen und von muskulöser Gestalt. Im Dorf wird er vor allen für seine Fähigkeiten als Shinobi geschätzt denke ich. Im Clan selbst jedoch ist er wesentlich wichtiger. Er gehört zu den Führern unseres Clans und sein Wort hat großes Gewicht. Ich glaube ich darf stolz darauf sein, seine Tochter zu sein.“

Vater: Saisho Seduko (geb. am 18. Mai 36 vor Zen Saiki – 43 Jahre alt)



Name:
Saisho, Seduko

Geburtsdatum/Alter:
18. Mai 36 vor Zen Saiki / 43 Jahre alt

Größe:
2,07 m

Gewicht:
113 kg

Geschlecht:
Männlich

Aussehen:
Mit einer Körpergröße von über zwei Meter welche in ihrer Gestalt von Kraft und eisernem Willen zeugt, besitzt Seduko eine Präsenz welche unwillkürlich Eindruck schindet. Dabei unterstreichen seine kantigen Gesichtszüge und das markante Kinn ebenso den Eindruck roher Kraft, wie ihm eine wilde Mähne roten Haares die raubtierhafte Erhabenheit eines wilden Löwen verleiht. So mag es nicht verwundern, dass ein funkelnder Blick seiner wachsamen Augen selbst gestandene Shinobi in ihre Schranken verweisen kann.

Rang:
Jounin

Dorfzugehörigkeit:
Taki-Gakure

Beherrschte Elemente:
Katon, Fuuton, Suiton

Kampfstil/Bevorzugte Waffe:
Akkiadori / Schlagringe

Schwerpunkte:
Kraft, Ausdauer, Taijutus, Intelligenz

Besonderheiten:
4. Generation, Ratsmitglied

Persönlichkeit:
Das hohe Ansehen Sedukos findet seinen Ursprung in drei herausragenden Eigenschaften die ihn auszeichnen. Zuerst wäre hier wohl seine unumstößliche Selbstsicherheit zu nennen, welche ihm den Ruf einbrachte zuweilen überheblich und arrogant zu sein. Die zweite Eigenschaft stellt seine wahrhafte auffällige da. Seduko besitzt ein sehr aufbrausendes Temperament, welches ihn schon des Öfteren schneller sprechen als denken ließ. Dies resultiert allerdings in einer Ehrlichkeit, die Anerkennung verdient. Zuletzt wäre noch sein großes Ehrgefühl, welches die Grundlage seines Handelns und seines hohen Ansehens innerhalb des Clans wie auch des Dorfes, bildet. Dieses Ehrgefühl mag von den drei genannten jene sein, welche ihm am meisten prägt.

Ansehen:
Saisho Seduko genießt sowohl innerhalb des Saisho Clans, wie auch in Taki-Gakure, aber auch über die Grenzen des Dorfes hinaus großes Ansehen. Er gilt als beeindruckende Persönlichkeit und Shinobi mit hoher Integrität auf deren Wort man sich auch als Feind verlassen kann. Doch während er außerhalb des Dorfes vor allem als hervorragender Shinobi gefürchtet wird, schätzt man ihn innerhalb Taki-Gakures vor allem für seine Weisheit, sein überlegtes Handeln und seine hingebungsvolle Einstellung. In diesem Licht betrachtet mag es nicht verwundern, dass sein Ratschlag stets geschätzt wir und sein Wort großes Gewicht besitzt. Vor allem innerhalb des Clans werden seine Entscheidungen selten angezweifelt. So war es wenig verwunderlich, als er vor etwas über einem Jahr einen Sitz im Rat der Saisho erhielt und heute, noch vor der Clanshüterin und dem Führer der Saisho, als Wortführer im Rat betrachtet wird.


Mit einem leichten Nicken bekundete der Prüfer seine Zustimmung als Akanes Beschreibung geendet hatte. “Ausgezeichnet. Genau so habe ich mir das vorgestellt. Fahren sie doch einfach fort und beschreiben sie mit ihren eigenen Worten die anderen Mitglieder ihrer Familie.“ Unverwandt erwiderte Akane den Blick des Prüfers und bestätigte mit einem kurzen “Hai.“ seine Aufforderung. Für wenige Momente legte sich der Ausdruck großer Zuneigung auf ihre Züge. Doch so schnell dieser Eindruck aufgekommen war, so schnell wurde er wieder von ihrem Gesicht verbannt um dem abwesenden und distanzierten Eindruck zu weichen, welcher dieses Mädchens stets begleitete. “Als nächste sollte wohl von meiner Mutter berichten. Dazu sollten sie wissen, dass es in unserem Clan im Gegensatz zu anderen Clans üblich ist frisches Blut einzuheiraten.“ erklärte sie mit sachlich monotoner Stimme “Was allerdings eher weniger üblich ist, gerade in einem Shinobidorf ist die Tatsache, dass meine Mutter niemals als Kunoichi gearbeitet hat. Ich glaube allerdings, dass sie auch eine ganz andere Mutter gewesen wäre, wenn sie früher Shinobi gewesen wäre.“ kurz hielt sie inne “Sie ist wirklich eine tolle Mutter. Die meiste Zeit ist sie ausgeglichen, ruhig, geduldig und lächelt viel.“ erklärte sie dann und strich sich dabei unbewusst ihre Kleidung glatt. “Immer wenn unser Vater mit uns schimpft nimmt sie uns in Schutz vor ihm. Aber trotzdem schafft sie es irgendwie, wirklich gruselig zu sein wenn sie mal richtig wütend ist. Dann legt sich aus unserer Familie niemand mit ihr an. Selbst Asami gibt dann klein bei.“

Mutter: Saisho (ehem. Takabe) Nami (geb. am 23. Juli 34 vor Zen Saiki – 41 Jahre alt)


Name:
Saisho, Nami
Geborene Takabe

Geburtsdatum/Alter:
23. Juli 34 vor Zen Saiki – 41 Jahre alt

Größe:
1,63 m

Gewicht:
65 kg

Geschlecht:
Weiblich

Aussehen:
Mit der ihr eigenen geringen Körpergröße, ihrer zierlichen Statur und den eher unauffälligen Rundungen ihres Körpers erweckt Nami einen recht mädchenhaften Eindruck. Weiter verstärkt wird dieser Eindruck von ihrem ebenmäßigen Gesicht, welches von ihrem kleinen Mund, der Stupsnase und den großen Augen, welche von ihren langen, schwarzen Haaren eingerahmt werden, ein sehr jugendliches Aussehen verliehen bekommt.

Rang:
-

Dorfzugehörigkeit:
Taki-Gakure

Beherrschte Elemente:
-

Kampfstil/Bevorzugte Waffe:
-

Schwerpunkte:
-

Besonderheiten:
Kein Shinobi

Persönlichkeit:
Saisho Nami ist ohne Zweifel jene Art von Mutter, wie sie sich die meisten Kinder wünschen. Mit ihrem ruhigen Gemüt, sowie ihrer ausgeglichenen, gutmütigen und fröhlichen Art, ist die die gute Seele der Familie. Darüber hinaus nimmt sie ihre Aufgabe als Stimme der Vernunft, sowohl für ihren Mann, also auch für die meisten ihrer Söhne und vor allem ihre Tochter Asami.
Doch dies ist nur die eine Seite der Medaille. Nami ist sowohl selbstbewusst als auch willensstark und schafft es auf mysteriöse Art und Weise stets das letzte Wort zu behalten. Dabei spielt es offenbar keine Rolle wer sich ihr wiedersetzt, am Ende setzt sich doch Nami stets durch. Dieser Umstand kommt allerdings nicht von ungefähr. So hat jedes Familienmitglied bereits am eigenen Leib gespürt, was es bedeutet die Grenzen ihrer Geduld zu überschreiten. Selbst Akane hatte sich durch einen Tabubruch bereits in eine Situation gebracht, in der sie den Zorn ihrer Mutter geweckt hatte. Es war ein Tag, den die junge Kunoichi bis heute nicht vergessen hat.

Ansehen:
Während Nami in ihrer eigenen Familie ein hohes Ansehen genießt, zählt sie innerhalb des Saisho Clans zu den weniger beachteten Mitgliedern. Sie gilt als freundlich und hilfsbereit und ist innerhalb des Dorfes ebenso gerne gesehen wie innerhalb des Clans. Dabei spielen jedoch persönliche Beziehungen und Begegnungen im alltäglichen Leben eine weit größere Rolle als ihre Verbindung zu den Saisho.


Der Prüfer reagierte lediglich mit einem Nicken auf diese Ausführungen. Diese recht simple Reaktion bestärkte Akane in ihrer Annahme, dass die Prüfer vor ihrer Befragung ihre Akte bereits studiert hatten und ließ sie vermuten, dass sie auch nicht weiter zu ihren Ausführungen befragen würden. Schließlich waren die Mitglieder ihrer Familie auch außerhalb des Saisho Clans bekannt. Es folgte eine kurze Pause, welche nahelegte, dass keine Fragen von den Prüfern zu erwarten waren und so fuhr Akane fort. “Chronologisch betrachtet wären als nächstes die erstgeborenen Drillinge unserer Familie.“ setzte die junge Kunoichi gerade an weiterzusprechen, als sie von einem Räuspern unterbrochen wurde. “Entschuldige bitte Akane-chan. Aber wie können denn alle drei Erstgeborene sein?“ erkundigte sich der zweite Prüfer mit hörbarer Irritation, während er um die Antwort bemüht selbst in der vor ihm liegenden Akte herumblätterte. “Oh, das ist leicht zu beantworten.“ erwiderte Akane mit einem Lächeln auf den Lippen “Meine Brüder sind eineiige Drillinge. Da sie während der Geburt wegen aufgetretener Komplikationen nicht ordentlich markiert wurden, konnte im Nachhinein niemand mehr sicher sagen, wer von Ihnen denn nun zuerst geboren wurde.“ unwillkürlich wurde ich Lächeln ein wenig weicher als sie fortfuhr. “Allerdings bin ich mir ziemlich sicher, dass unsere Mutter die Wahrheit kennt. Sie versucht bei uns allen uns so zu behandeln, als wären wir zur gleichen Zeit wie unsere Geschwister zur Welt gekommen. Und wenn sie könnte würde sie wohl dafür sorgen, dass niemand weiß wer nun wirklich zuerst zur Welt kam. Selbst bei Asami und mir ist das so, obwohl absolut eindeutig ist wer zuerst da war. Wir feiern ja sogar an zwei unterschiedlichen Tagen…“ unwillkürlich lachte sie auf “In zwei unterschiedlichen Monaten, nein sogar Jahren, wäre ebenfalls zutreffend.“ doch schnell wurde sie wieder ernst. “Unser Vater hingegen war schon immer einfach stolz auf alle drei. Er nennt sie noch heute „Seinen ersten Wurf“. Allerdings denke ich, dass es nur verständlich ist, schließlich sind ihm die Drillinge wie aus dem Gesicht geschnitten. Wenn man dann noch bedenkt das sie im Alter von vierundzwanzig Jahren bereits den Rang der Jounin zu tragen, versteht man seinen Stolz endgültig.“ Kurz hielt sie inne und schien zu überlegen “Wenn ich so darüber nachdenke, war es allerdings nicht sonderlich überraschend, dass sie diesen Stand erreichten. Sie sind begabt und sehr ehrgeizig. Eine Kombination die ihren Weg vorgezeichnet hatte. Heute genießen hohes Ansehen, sind sie sehr gefragt als Shinobi und verbringen die meiste Zeit auf irgendwelchen Missionen unterwegs. Aber vermutlich ist genau das der Grund dafür, dass Asami sich mit ihnen misst, wann immer sie zuhause sind. Dabei haben realistisch betrachtet weder Asami noch ich auch nur den Hauch einer Chance gegen sie. Nicht einmal wenn sie es locker angehen lassen, weil sie nur mit uns Trainieren…“

Die ältesten Söhne: Saisho Daiki, Saisho Jiro und Saisho Saburo (geb. am 11. September 17 vor Zen Saiki – 24 Jahre alt)


Name:
Saisho Daiki

Geburtsdatum/Alter:
geb. am 11. September 17 vor Zen Saiki – 24 Jahre alt

Größe:
2,01 m

Gewicht:
103 kg

Geschlecht:
Männlich

Aussehen:
Mit einer Körpergröße von über zwei Metern und einer Statur, welche ebenso von eisernem Willen wie auch von in hartem Training erworbener Stärke zeugt, kann man Daikis Erscheinung ohne Zweifel als Eindrucksvoll bezeichnen. Dies wird von seinen kantigen Gesichtszügen, wie auch dem markanten Kinn, den ernsten Augen und seiner Mähne feuerroten Haares, welche ihm den Eindruck eines Löwen verleihen, noch einmal unterstrichen. Trotz, oder gerade wegen dieser Eigenheiten, ist seine Verwandtschaft zu seinem Vater kaum zu leugnen. Daiki ist seinem Vater sozusagen wie aus dem Gesicht geschnitten.

Rang:
Jounin

Dorfzugehörigkeit:
Taki-Gakure

Beherrschte Elemente:
Katon, Fuuton

Kampfstil/Bevorzugte Waffe:
Akkiadori / Schlagringe

Schwerpunkte:
Kraft, Ausdauer, Taijutus, Intelligenz

Besonderheiten:
5. Generation, ANBU

Persönlichkeit:
Daiki besitzt, ebenso wie seine Zwillingsbrüder, jene großen Eigenschaften ihres Vaters welche ihn als Menschen und Shinobi auszeichnen. Selbstsicher, ungestüm und von großem Ehrgefühl beseelt zählt er zweifellos zu jenen Männern, die man gerne auf seiner Seite weiß. Und obwohl er dabei seinem Vater und seinen Brüdern enorm ähnelt, so ist er eben doch nicht identisch zu ihnen. Im Gegensatz zu seinen Brüdern ist Daiki eine grundentspannte Person, welche nicht zu erschüttern vermag und stets ein Lächeln auf den Lippen trägt. Allerdings ist er auch ehrlich und sehr direkt in seiner Art, was in Kombination durchaus aufreizend auf andere wirken kann.
Kurz gesagt ist Daiki von den drei Söhnen der direkteste und ehrlichste. Ihm liegen offene Entscheidungen und einfache Lösungen. Im Kreise seiner Familie entwickelt er sich dabei regelrecht zum Optimisten und verbreitet viel gute Laune

Ansehen:
Saisho Daiki gilt, ebenso wie seine Brüder, als würdiger Erbe seines Vaters und besitzt sowohl innerhalb des Clans, als auch innerhalb Taki-Gakures, einen gewissen Ruf. Allerdings basiert dieser Ruf noch zu großen Teilen auf der Reputation seines Vaters. Denn auch wenn er bereits viele Erfolge zu verbuchen hatte, ist der Schatten aus dem er zu treten hat lang und breit.


Name:
Saisho Jiro

Geburtsdatum/Alter:
geb. am 11. September 17 vor Zen Saiki – 24 Jahre alt

Größe:
2,01 m

Gewicht:
103 kg

Geschlecht:
Männlich

Aussehen:
Mit einer Körpergröße von über zwei Metern und einer Statur, welche ebenso von eisernem Willen wie auch von in hartem Training erworbener Stärke zeugt, kann man Jiros Erscheinung ohne Zweifel als Eindrucksvoll bezeichnen. Dies wird von seinen kantigen Gesichtszügen, wie auch dem markanten Kinn, den ernsten Augen und seiner Mähne feuerroten Haares, welche ihm den Eindruck eines Löwen verleihen, noch einmal unterstrichen. Trotz, oder gerade wegen dieser Eigenheiten, ist seine Verwandtschaft zu seinem Vater kaum zu leugnen. Jiro ist seinem Vater sozusagen wie aus dem Gesicht geschnitten.

Rang:
Jounin

Dorfzugehörigkeit:
Taki-Gakure

Beherrschte Elemente:
Katon, Fuuton

Kampfstil/Bevorzugte Waffe:
Akkiadori / Morgenstern + Kette

Schwerpunkte:
Kraft, Ausdauer, Taijutus, Intelligenz

Besonderheiten:
5. Generation, ANBU

Persönlichkeit:
Jiro besitzt, ebenso wie seine Zwillingsbrüder, jene großen Eigenschaften ihres Vaters welche ihn als Menschen und Shinobi auszeichnen. Selbstsicher, ungestüm und von großem Ehrgefühl beseelt zählt er zweifellos zu jenen Männern, die man gerne auf seiner Seite weiß. Und obwohl er dabei seinem Vater und seinen Brüdern enorm ähnelt, so ist er eben doch nicht identisch zu ihnen. So ist Jiro von den drei Söhnen der vorsichtigste und am weitesten vorausplanende. Von seinem Wesen her ist Jiro durchaus als gutmütig und emphatisch einzuschätzen. So ist es auch wenig verwunderlich, dass er wann immer es in der Familie Streit oder Zwistigkeiten gibt, zu vermitteln versucht. Ihm wiederstehen schnelle Entscheidungen ohne ausreichende Informationen und Unüberlegtes Vorgehen.

Ansehen:
Saisho Jiro gilt, ebenso wie seine Brüder, als würdiger Erbe seines Vaters und besitzt sowohl innerhalb des Clans, als auch innerhalb Taki-Gakures, einen gewissen Ruf. Allerdings basiert dieser Ruf noch zu großen Teilen auf der Reputation seines Vaters. Denn auch wenn er bereits viele Erfolge zu verbuchen hatte, ist der Schatten aus dem er zu treten hat lang und breit.


Name:
Saisho Saburo

Geburtsdatum/Alter:
geb. am 11. September 17 vor Zen Saiki – 24 Jahre alt

Größe:
2,01 m

Gewicht:
103 kg

Geschlecht:
Männlich

Aussehen:
Mit einer Körpergröße von über zwei Metern und einer Statur, welche ebenso von eisernem Willen wie auch von in hartem Training erworbener Stärke zeugt, kann man Saburo Erscheinung ohne Zweifel als Eindrucksvoll bezeichnen. Dies wird von seinen kantigen Gesichtszügen, wie auch dem markanten Kinn, den ernsten Augen und seiner Mähne feuerroten Haares, welche ihm den Eindruck eines Löwen verleihen, noch einmal unterstrichen. Trotz, oder gerade wegen dieser Eigenheiten, ist seine Verwandtschaft zu seinem Vater kaum zu leugnen. Saburo ist seinem Vater sozusagen wie aus dem Gesicht geschnitten.

Rang:
Jounin

Dorfzugehörigkeit:
Taki-Gakure

Beherrschte Elemente:
Katon, Fuuton

Kampfstil/Bevorzugte Waffe:
Akkiadori / Tonfa

Schwerpunkte:
Kraft, Ausdauer, Taijutus, Intelligenz

Besonderheiten:
5. Generation, ANBU

Persönlichkeit:
Saburo besitzt, ebenso wie seine Zwillingsbrüder, jene großen Eigenschaften ihres Vaters welche ihn als Menschen und Shinobi auszeichnen. Selbstsicher, ungestüm und von großem Ehrgefühl beseelt zählt er zweifellos zu jenen Männern, die man gerne auf seiner Seite weiß. Und obwohl er dabei seinem Vater und seinen Brüdern enorm ähnelt, so ist er eben doch nicht identisch zu ihnen. So ist Saburo von den drei Söhnen der unbefangenste, fröhlichste aber auch der heißblütigste. Saburo ist dafür bekannt, keinem Streit, keiner Feier und vor allem keinem Flirt aus dem Weg zu gehen. Auch kann man wohl guten Gewissens von ihm behaupten, dass seine Kräfte mit anderen zu Messen sein liebstes Hobby ist.

Ansehen:
Saisho Saburo gilt, ebenso wie seine Brüder, als würdiger Erbe seines Vaters und besitzt sowohl innerhalb des Clans, als auch innerhalb Taki-Gakures, einen gewissen Ruf. Allerdings basiert dieser Ruf noch zu großen Teilen auf der Reputation seines Vaters. Denn auch wenn er bereits viele Erfolge zu verbuchen hatte, ist der Schatten aus dem er zu treten hat lang und breit. Im Gegensatz zu seinen Brüdern gilt Saburo als regelrechter Gigolo.


Lange Augenblicke hing Akane diesen Gedanken an ihre ältesten Brüder hinterher, nachdem ihr Bericht geendet hatte. Wenn sie es recht bedachte, waren diese für sie, ebenso wie ihre Schwester Asami, immer mehr ein Ideal denn wirkliche Menschen gewesen. So lange sich Akane zurückerinnern konnte, waren die Brüder niemals da gewesen. Sie waren schon immer von einer Mission zur nächsten geeilt und hatten dazwischen gerade so viel Zeit im Dorf verbracht, dass sie ihre Freunde und Kameraden treffen und sich auf die nächste Mission vorbereiten konnten. Für die eher typischen geschwisterlichen Aktivitäten als sie noch kleiner gewesen waren, wie auch gemeinsames Training als sie schließlich in die Akademie eingetreten waren, hatte stets die Zeit gefehlt. “Abgesehen von diesen dreien, habe ich noch drei weitere Brüder. Sie sind ebenfalls Drillinge, wenn auch keine eineiigen. Wie alle in unserer Familie sind auch sie Shinobi und haben mittlerweile den Rang von Chuunin erreicht. Rokuko, Shiro und Guro…“ Ohne es zu wollen stockte Akane, der bei dem Gedanken an ihren Bruder die Stimme versagt. Mühsam schluckte sie mehrmals um den Klos in ihrem Hals zu vertreiben und senkte den Blick als ihr dies nicht gelang. Ihr Lehrer, welche sich Notizen gemacht hatte, sah zu ihr auf “Bitte lass dich von unseren Notizen nicht irritieren. Auch wenn es nicht so aussieht, verfolgen wir deinen Bericht genau.“ Doch noch während er das sagte, kam ihm zu Bewusstsein, welches Bild seine sonst so selbstsichere Schülerin gerade bot. Mit zusammengepressten Beinen, gesenktem Blick und in ihrer Hose verkrampfen Händen saß sie da und schien mit einem Mal mit den Tränen zu ringen. “Alles in Ordnung Akane-chan?“ fragte er besorgt. Verschämt röteten sich Akanes Wangen und sie nickte ein wenig zu hastig ehe sie tief durchatmete und sich zur Ruhe zwang. “Gomenasai Sensei.“ entschuldigte sie sich wieder etwas gefasster, allerding mit leiserer Stimme als zuvor. “Was ich gerade sagte stimmt so nicht. Ich habe noch zwei weitere Brüder. Mein Bruder Guro starb während des Angriffes auf unser Dorf...“ erklärte sie dann mit schimmernden Augen und noch immer gesenktem Blick. Mit einem verständnisvollen Lächeln nickte ihr ehemaliger Lehrer “Ich habe davon gehört Akane-chan. Und du kannst dir meines Mitgefühls sicher sein, jedoch solltest du darüber nicht vergessen wofür wir heute hier sind. Fahr also bitte fort.“ Unwillkürlich richtete Akane sich ein wenig in ihrer Haltung auf und räusperte sich dann. “Gomenasai. Eine Kunoichi sollte ihre Gefühle nicht so offen zeigen. Ich werde nun fortfahren.“

Die mittleren Söhne: Saisho Shiro, Saisho Guro und Saisho Rukoku (geb. am 23. April 11 vor Zen Saiki – 18 Jahre alt)


Name:
Saisho Shiro

Geburtsdatum/Alter:
geb. am 23. April 11 vor Zen Saiki – 18 Jahre alt

Größe:
2,11 m

Gewicht:
113 kg

Geschlecht:
Männlich

Aussehen:

Auch wenn Shiro in Gestalt und Aussehen seinem Vater, wie auch seinen älteren Brüdern ähnelt, zeigt sich das Erbe seiner Mutter in seinen Zügen doch wesentlich stärker. So wirken seine Gesichtszüge ein wenig weicher als bei seinem Vater und auch die Kinnpartie ist deutlich weniger ausgeprägt als bei diesem, was ihn deutlich weniger grobschlächtig wirken lässt. Hinzu kommen seine großen, nachdenklichen Augen von Himmelblauer Farbe, welche ihm den Eindruck von Erfahrung und Weisheit verleihen, was ihn oft älter wirken lässt, als er tatsächlich ist. Was er hingegen mit seinem Vater gemeinsam hat, ist seine hochgewachsene, muskulöse Gestalt und seine feuerrote Mähne, welche keinen Zweifel daran lassen, von wem er abstammt.

Rang:
Chuunin

Dorfzugehörigkeit:
Taki-Gakure

Beherrschte Elemente:
Katon, Suiton

Kampfstil:
Akkiadori / Großschwert

Schwerpunkte:
Kraft, Ausdauer, Präzision, Taijutsu

Besonderheiten:
5. Generation

Persönlichkeit:
Shiro ist selbstbewusst und unbeirrbar von seinen eigenen Fähigkeiten überzeugt. Dies liegt vor allem daran, dass er sich sowohl seiner Fähigkeiten, also auch seiner Position innerhalb des Clans, wie auch der Familie, bewusst ist. Doch betrachtet er es nicht als Bürde der Sohn seines Vaters zu sein, sondern sieht es viel mehr als Ehre, vor allem aber als Herausforderung an. So lässt er gegenüber seinen Zwillingsbrüder, wie auch seinen Schwestern gerne einmal seinem Gefühl von Überlegenheit freien Lauf und genießt seine Vorrechte als älterer Bruder. Besonders stolz ist Shiro allerdings auf die Tatsache, dass er als einziger der jüngeren Drillinge seinem Vater derart gleicht. Dies ist vermutlich auch der Grund, warum er derart in die Tradition des Nahkampfes, und besonders des Claneigenen Kampfstils Akkiadori, ist. So hat er den Kampfstil mittlerweile auch seinem persönlichen Stil, vor allem aber seiner favorisierten Waffe, dem Zweihandschwert, angepasst und arbeitet derzeit daran den abgewandelten Stil zu perfektionieren. Dies mag einer der Gründe sein, warum Shiro den Kampf liebt und keine Herausforderung scheut. Alles in allem mag man ihn also als typischen Vertreter der neuen Generation von Saisho betrachten, welche sich ihrer Traditionen und Wurzel wieder bewusst sind, diese jedoch in einen neuen Zeitgeist tragen. In Shiros Fall bedeutet dies dem eigentlich unbewaffneten Akkiadori den Stil einer Waffe nach Vorbild des Kubikiri Bouchou überzustülpen.

Ansehen:
Als ältester der jüngeren Drillinge genießt Shiro einen gewissen Sonderstatus. Das mag vor allem darauf zurückzuführen sein, dass er im Gegensatz zu seinen Brüdern in seinem Aussehen seinem Vater und damit auch seinen großen Brüdern nachschlägt. Darüber hinaus gilt er als talentierter Shinobi mit Schwächen. Genauer gesagt betrachtet man ihn als kampflustig und unbeherrscht, jedoch loyal und mutig. Dabei treiben es jene, die nicht so gut auf ihn zu sprechen sind noch ein gutes Stück weiter und wissen hinter vorgehaltener Hand zu berichten, dass seine Waffe, ein Zweihänder welcher nach dem Vorbild des Kubikiri Bouchou gefertigt wurde, nicht ohne Grund für ihn gewählt wurde.


Name:
Saisho Rukoku

Geburtsdatum/Alter:
geb. am 23. April 11 vor Zen Saiki – 18 Jahre alt

Größe:
1,80 m

Gewicht:
73 kg

Geschlecht:
Männlich

Aussehen:
Unter den mittleren Brüdern ist Rukoku der jüngste. Unterstrichen wird diese Tatsache überraschenderweise auch von seiner Statur, denn er scheint beinahe das exakte Gegenteil seines Vaters, wie auch seiner älteren Brüder, zu sein. Mit einer Körpergröße von einem Meter achtzig gilt Rukoku zwar durchaus als stattlich innerhalb des Dorfes, innerhalb seiner Familie gehört er damit allerdings eher zu den Zwergen. Seine schlanke Gestalt unterstreicht diesen Eindruck noch mehr, verbindet ihn allerdings umso mehr mit seiner Mutter, von welcher er auch sein glattes, schwarzes Haar und die manchmal traurig wirkenden schwarzen Augen geerbt hat.

Rang:
Chuunin

Dorfzugehörigkeit:
Taki-Gakure

Beherrschte Elemente:
Doton, Suiton

Kampfstil:
Akkiadori / Sai

Schwerpunkte:
Kraft, Ausdauer, Präzision, Taijutsu

Besonderheiten:
5. Generation

Persönlichkeit:
Von eher ruhiger und vorsichtiger Natur, besitzt Rukoku eine Neigung dazu sich selbst zu unterschätzen. Doch diese Bescheidenheit, welche ihn maßgeblich geprägt hat, ist auch die Grundlage dafür, dass Rukoku ein äußerst zuverlässiger Mensch ist, der eher zu Bedacht, denn zu Vorschnell in seinen Entscheidungen und seinem Vorgehen ist. So ist es auch wenig überraschend, dass Rukoku dem innerhalb des Saisho-Clans bevorzugten Nahkampf einige Vorbehalte besitzt und sich lieber auf Fernkämpfe mit mittlerer Distanz konzentriert. Dabei neigt er dazu taktische Vorteile daraus zu ziehen die Gegner mit Jutsu und Kunai auf Distanz zu halten umso seinen Teamkameraden die Chance zu ermöglichen den entscheidenden Schlag zu setzen. So verwundert es auch wenig, dass er für den Fall eines Nahkampfes auf die wenig verbreiteten Sai Dolche setzt um seine Gegner zu entwaffnen, da es seiner Natur zu stark wiederspricht selbst den letzten Schlag auszuführen.

Ansehen:

Obwohl Rukoku ein ausgezeichneter Shinobi ist, haben die meisten im Dorf noch nie etwas von seinen Taten erzählt. Auch wird der eher unauffällige Shinobi nicht als übermäßig begabt betrachtet, da er nie hochrangige Missionen erfüllt hat. Dies liegt aber vor allem daran, dass er als Mitglied der ANBU und als Leibwächter des ehemaligen Saisho Oberhauptes darauf angewiesen war nicht aufzufallen.


Name:
Saisho Guro

Geburtsdatum/Alter:
geb. am 23. April 11 vor Zen Saiki – 18 Jahre alt (Verstorben)

Größe:
1,91 m

Gewicht:
89 kg

Geschlecht:
Männlich

Aussehen:
Ebenso wie sein Bruder Rokuko schlug auch Guro eher seiner Mutter als seinem Vater nach. Allerdings bekam er, unter anderem mit einer Körpergröße von beinahe einem Meter neunzig, auch einige Merkmale seines Vaters vererbt. Sein wohl auffälligstes optisches Merkmal dürfte wohl seine schwarze Mähne und seine leuchtend blaue Augen gewesen sein, welche die Charakteristika seiner Eltern in sich vereinten, wie es bei keinem der anderen Kinder der Fall gewesen war.

Rang:
Chuunin

Dorfzugehörigkeit:
Taki-Gakure

Beherrschte Elemente:
Fuuton, Raiton

Kampfstil:
Akkiadori / Stab

Schwerpunkte:
Kraft, Ausdauer, Präzision, Taijutsu

Besonderheiten:
5. Generation

Persönlichkeit:
Guro ist von Natur aus eher schweigsam und zurückhaltend. Dies legt jedoch nicht etwa an mangelndem Selbstbewusstsein, sondern stammt viel mehr aus seiner inneren Ruhe, dem Wissen um seine Fähigkeiten, wie auch der genauen Kenntnis seiner persönlichen Grenzen. In seiner ausgeglichenen Art, blickt er zu keiner Zeit auf die Menschen in seiner Umgebung herab, sondern bleibt egal was geschieht stets höflich, zuvorkommenden und lässt jeden die Wertschätzung entgegenkommen, welche ihm zusteht. So mag es wenig verwundern, dass er innerhalb seiner Familie den ruhenden Pol darstellte.

Ansehen:
Guro war innerhalb der zweiten Drillinge der mittlere Bruder. Er galt als zuverlässig, ehrenhaft, loyal und besonnen, was ihn unter den sechs Geschwistern als Kandidat für die Nachfolge seines Vaters innerhalb des Rates der Saisho am geeignetsten erscheinen ließ. So erhielt er schon früh tiefere Einblicke in die Angelegenheiten seiner Familie, besonders die seines Vaters, welcher ihn speziell auf diese Ehre und die damit eingehende Verantwortung vorbereiten wollte. So traf es die Familie umso tiefer, als er bei dem Versuch den ehemaligen Anführer der Saisho während eines Angriffs auf das Dorf zu beschützen sein Leben verlor. Am meisten Traf sein Tod dabei seine kleine Schwester Akane, deren großes Vorbild er gewesen war. Als er noch lebte hatte er sich viel um sie gekümmert und ihr sogar Akira vorgestellt, welche seine Ausbildung als Leibwächter übernommen hatte. Doch für die treue zu den Saisho und die Erfüllung seiner Pflicht bis in den Tod, machte ihn zu einem Helden des Clans und seinen Namen unvergessen.


Als Akane gerade weitersprechen wollte, schlich sich für einen Moment ein schmunzeln auf ihre Lippen “Und zu guter Letzt ist dann da noch meine Schwester Asami“ fuhr sie dann mit ihrem bekannt neutralen Auftreten fort. “Aber ich glaube über sie muss ich nicht viel erzählen. Sie kennen sie ja zur Genüge Sensei.“ ihr Blick legte sich auf ihren ehemaligen Lehrer, welcher mit einem leicht bekümmerten Gesichtsausdruck wissend nickte. “Asami ist meine ältere Zwillingsschwester und ein ziemlicher Hitzkopf. Vater sagt immer das sei bei uns in der Familie schon immer so gewesen, dass die älteren der Mehrlinge Hitzköpfe gewesen seien.“ einen Augenblick überlegte sie. “Asami und ich stehen uns ziemlich nahe, auch wenn das oft nicht so aussieht. Aber ich schätze, das bleibt nicht aus wenn man die einzigen Mädchen in einer Horde Jungs ist. Dabei sind wir von unserem Charakter her aber ziemlich unterschiedlich geraten. Asami ist beispielsweise ziemlich vorlaut und gilt zu Recht als Rabauke. Auch versucht sie ständig mich in allem möglichen zu übertreffen, als müsste sie beweisen, dass sie die stärkere von uns ist. Man könnte beinahe sagen, wir seien wie Tag und Nacht … oder Hund und Katze wenn man so will. Aber lassen sie sich nicht davon täuschen wie sie sich gibt. Sie ist zwar wirklich ein Hitzkopf und oft auch ein Rabauke, aber sie ist zuverlässig und eine gute Schwester…“

Saisho Asami (31. Dezember 5 vor Zen Saiki (12 Jahre))


Die derzeit wohl wichtigste Person in Akanes Leben ist ihre nur wenige Minuten ältere Zwillingsschwester Asami. Überraschenderweise halten sich die Körperlichen Unterschiede zwischen den Schwestern deutlich in Grenzen, obwohl sie keine eineiigen Zwillinge sind. Der größte Unterschied ist hierbei noch in der Haarfarbe zu erkennen. Die eigentlichen Unterschiede liegen tiefer. Denn sind die Zwillinge körperlich und optisch auch sehr ähnlich bilden ihre Persönlichkeiten die Pole zweier extreme, wie sie unterschiedlicher kaum sein könnten. Denn während Akane sich eher besonnen, gehorsam und mit einer Tendenz zu Gefühlskälte und Anteilslosigkeit verhält, ist ihre Schwester beinahe das genaue Gegenteil. Heißblütig, hitzköpfig, spontan und pragmatisch wäre hierbei wohl noch die eher konservative Beschreibung Asamis. Dabei ist die junge Saisho besonders für ihre berühmten „Bauchgefühle“ berüchtigt, welche sich meist jeder logischen Überlegung entziehen.
Doch genau dies ist auch der Grundpfeiler im Verhältnis zwischen den beiden Saisho Schwestern. Ihre Beziehung zueinander ist geprägt von permanenten Spannungen und den tief verwurzelten Bedürfnis sich ständig miteinander zu Messen und ihre Können unter Beweis zu stellen. Hierbei kann allerdings durchaus Asami als aktive Triebfeder des angesehen werden, welche mitunter auch einmal zu fiesen Seitenhieben greift um ihre Schwester aus der Reserve zu locken. An wilden Tagen holt sie dabei auch einmal zu einem Tiefschlag aus. Hierbei heiligt der Zweck die Mittel für die junge Saisho. Dabei mag es verwundern, mit welcher Erfolgsquote sie es schafft ihre Schwester Akane aus der Reserve zu locken und eine Rangelei loszutreten.
Doch trotz all der Spannungen, der Rivalität und der unterschiedlichen Mentalitäten sind die beiden Schwestern beinahe unzertrennbar. Dabei stehen sie sich so nahe, dass sie einander blind vertrauen und sich im Zweifel ohne viele Worte verständigen können.


Geburtsort

Mit einem verschmitzten Lächeln auf den Lippen nickte ihr Sensei “Gut zu wissen, dass ihr euch wenigstens versteht, wenn ihr euch schon nicht vertragt.“ murmelte er und erntete dafür einen fragenden Blick seiner Schülerin. Unwillkürlich hüstelte er und wechselte spontan das Thema. “Wie dem auch sei. Wir sollten zusehen, dass wir allmählich fertig werden. Schließlich bist du die letzte für heute und allmählich bekomme ich Hunger. Sei mir also bitte nicht böse, wenn ich von nun an die Fragen ein wenig schneller abhandeln werde als wir es bisher getan haben.“ Kurz sah er auf das Blatt vor sich “Also: Du wurdest in Taki-Gakure geboren. Das ist ja dokumentiert und bestätigt.“ erklärte er mehr als dass er gefragt hätte.

Taki-Gakure (Krankenhaus von Taki Gakure)

Aufenthaltsort

Während er diesen Punkt noch in seiner Liste abhakte, betrachtete er bereits den nächsten Punkt der Liste “Das du derzeit in Taki lebst ist glaube ich auch selbsterklärend.“ murmelte er mehr zu sich selbst als zu ihr ehe er laut sagte “Wie sieht es mit Aufenthalten außerhalb des Dorfes oder sogar des Reiches aus? Bist du je in deinem Leben gereist?“ Ohne zu zögern verneinte Akane mit einem leichten Kopfschütteln “Nein, ich war bisher noch nie außerhalb Taki-Gakures. Vor der Siegelzeremonie durfte ich das auch gar nicht. Aber ich hoffe, dass sich das nun ändern wird, da ich ein Team bekomme.“ Ihr ehemaliger Lehrer blickte auf und sah sie mit gemischten Gefühlen an“Das klingt, als wolltest du die Welt sehen.“ stellte er fest. Akane nickte erneut und erklärte dann mit überraschender Selbstsicherheit “Eines Tages wenn ich einen Stand wie Akira-sama erreicht habe, werde ich die ganze Welt bereisen.“

Taki-Gakure
Wohnsitz: Anwesen des Saisho Clans

Team

Überrascht, nicht jedoch unzufrieden lächelte Akanes ehemaliger Sensei “Wenn das so ist, wird es dich ja freuen zu hören, dass bereits entschieden ist mit wem du ein Team bilden wirst!“ erklärte er dann geheimnistuerisch. Unwillkürlich weiteten sich Akanes Augen bei dieser Aussage und sie erwiderte mit sichtlicher Neugier in der Stimme “Heißt das, dass ich sofort in ein Team komme? Kenne ich die Shinobi welche in mein Team kommen werden? Ist ihnen denn schon bekannt wer mein neuer Sensei sein wird?“ Überraschend offen und aufgeregt erkundigte sich Akane über ihr neues Team. Die Fragen schossen regelrecht aus ihr heraus, bis ihr ehemaliger Lehrer die Hände beschwichtigend hob “Nur die Ruhe Akane-chan. Natürlich sollst du das alles erfahren.“ der erste Prüfer zog aus seiner Mappe vier Blätter hervor und ergriff das Wort “Eigentlich sollte das hier der Abschluss unseres Gespräches sein, aber wir können das auch gleich abhandeln. Dein erstes Teammitglied wird deine Schwester Asami sein.“ Überrascht sog Akane die Luft ein bei dieser Ansage des Prüfers. Insgeheim hatte sie so etwas gehofft, allerdings hatte sie nicht erwartet, dass es wirklich geschehen könnte. Ungerührt fuhr der Prüfer fort“Erm … Wer war gleich noch der andere Genin … Ach ja. Hier steht es ja! Dein zweiter Teamkamerad wird Megumi Kuro. Ein talentierter junger Shinobi aus einer Parallelklasse.“ Angestrengt überlegte Akane. Megumi Kuro. Kannte sie diesen Jungen? Ihr Blick ging zur Decke als sie ihr Gedächtnis befragte. Ein oder zwei Mal hatte sie ihn schon gesehen oder von ihm gehört. Er hatte viel gelacht, aber nie wirklich helle auf sie gewirkt. “Wahrscheinlich als Ausgleich im Team…“ murmelte sie unwillkürlich “Wie bitte?!?“ hörte sie in diesem Moment ihren Lehrer. Verlegen und mit erzwungenen Lächeln winkte Akane ab “Nichts! Nichts. Gomen.“

Saisho Asami
Megumi Kuro

Sensei

Mit einem leisen seufzen unterbrach Akanes Sensei den Prüfer, welcher gerade dazu ansetzen wollte den Akane zu antworten. “Aber! Aber! Kauto-kun! Nicht doch! Schließlich soll der Sensei doch bis zuletzt eine Überraschung bleiben! Jedes Jahr achten wir extra darauf, dass kein Schüler vorzeitig herausfindet welcher Jounin sie zukünftig betreuen wird!“ gerade überlegte Akane, ob sie dagegen protestieren sollte, als ihr ehemaliger Sensei ihren Blick richtig deutete und erwiderte “Vergiss es Akane-chan. Du wirst wie alle anderen bei eurem ersten Treffen erfahren, wer dein neuer Sensei sein wird.“ mit beleidigter Miene sah Akane demonstrativ zur Seite und machte dicke Backen “Als würde ich eine Sonderbehandlung wollen…“ grummelte sie leise.

Saisho Kurai

Elementzuneigung

Sichtlich genervt wischte sich ihr Lehrer mit der Hand über sein Gesicht während der zweite Prüfer ein Grinsen nicht unterdrücken konnte. “Lass uns doch lieber darüber sprechen, dass vor kurzem eine Test bezüglich deiner Elementzuneigung gemacht wurde. Was kam denn dabei heraus?“ wechselte er gekonnt das Thema, so dass alle Blicke wieder auf Akane lagen. Auch Akane war nun wieder gefasst und atmete tief durch ehe sie antwortete “Das ist richtig. Bei diesem Test wurde festgestellt, dass ich für Raiton begabt bin…“ Mit wissender Miene nickte ihr ehemaliger Sensei, was ein wütendes Funkeln in Akanes Blick hervorrief. “Möchtet ihr etwas dazu sagen Yoshio-Sensei?“ grummelte sie. Doch dieser legte lediglich ein Lächeln auf die Lippen als sei nichts geschehen. “Nein nein! Das Element passt allerdings ausgezeichnet zu dir wenn man dich näher kennt…“ erklärte er gelassen.

Raiton, Suiton

Beherrschte Elemente

Man sah, dass den Prüfern die Situation langsam unangenehm wurde. Und so versuchten sie die Situation zu bereinigen “Ach komm schon Yoshio-kun! Das muss doch nicht nochmal so eskalieren wie mit Asami-chan. Nicht wahr?“ Noch immer lächelte Akanes ehemaliger Sensei, doch eine pulsierende Ader an seiner Stirn strafte dieses Lächeln Lüge. “Nein ... das brauche ich wirklich nicht nochmal…“ seufzte er dann und sah zu Akane, welche nach seiner Aussage noch immer dicke Backen machte und demonstrativ zur Seite sah. Erneut versuchten die Prüfer die Situation wieder in gediegene Bahnen zu lenken. “Also bitte ihr beiden! Wir haben es doch schon beinahe geschafft. Reißt euch noch ein bisschen zusammen.“ erklärte der zweite Prüfer betont freundlich, um sogleich mit einer Frage die Unterhaltung wieder in eine sachliche Richtung zu leiten. “Ich vermute, dass du mit dem Training noch nicht begonnen hast, wenn es erst kürzlich begonnen wurde?“ Ohne, dass sie es verhindern konnte, errötete Akane ehe sie antwortete. “Ehrlich gesagt beherrsche ich es schon ganz gut. Wenn auch nicht perfekt … versteht sich.“ erklärte sie leiser als gewöhnlich. Der Blick der drei Prüfer hatte sich nun wieder auf die junge Kunoichi gelegt. “Beeindruckend“ erklärte der erste Prüfer woraufhin Akane zu Boden sah. Sie fühlte sich geschmeichelt von diesem Lob, ohne dass sie wirklich wollte.

Raiton

Inventar

Versöhnlich lächelte ihr Lehrer “Das sieht dir aber nicht sehr ähnlich so verschämt zu sein! Ich weiß, dass du mehr Selbstbewusstsein besitzt, als du uns gerade zeigst. Dieses Selbstbewusstsein wirst du als Kunoichi Taki-Gakures auch benötigen.“ erklärte er und fuhr dann fort “Ich denke bei dir ist es nicht notwendig das zu sagen, aber ich habe es heute allen meinen Schülern mit auf den Weg gegeben. Wenn du beginnst Missionen durchzuführen, mach dir Gedanken um deine Ausrüstung. Überleg dir gut was du auf Missionen benötigst, aber überlade dich nicht.“ leicht nickte Akane und sah ihren Sensei mit festem Blick an “Hai Yohsio-sensei.“

Kleidung:

- Outfit wie oben beschrieben

Zusätzlich:
- Unterhose
- BH
- Band zum zusammenbinden ihrer Haare

Rücken

- 2x Mattsilberne Claymore (Chakraleitend)
- 1x Spezielle Halterung für die Claymore die mit Chakra geöffnet oder verriegelt werden kann

Versteckte Taschen(Oberkleidung)

- 15x Wurfsterne (in 3er Päckchen, verteilt auf 10 Versteckte Taschen)
- Geld

Rechter Arm

- 1x Armschiene(Unterarm)
- 1x Trainingsgewicht

Linker Arm

- 1x Armschiene(Unterarm)
- 1x Trainingsgewicht

Rechtes Bein

- 1x Beinschiene (Schienbein)
- 1x Kunai(Verborgen in Stiefel)
- 1x Trainingsgewicht

Linkes Bein

- 1x Beinschiene (Schienbein)
- 1x Kunai(Verborgen in Schiene)
- 1x Trainingsgewicht

Gürtel

- 2x Wakizashi (hinten
- Gürteltasche (hinten rechts)
-- 15x Shuriken (In griffbereiten 5erstapeln)
-- 21x Kibakufuda (Briefbomben/Explosive Notes) (7x Leicht, 7x Mittel, 7x Stark)
-- 30x Rauchbomben
-- 30x Bömbchen
-- 5x Blendgranate

- Gürteltasche (vorne rechts)
-- 2x Drahtseil (je 20m)
-- 2x Drahtseil (je 50m)

- Gürteltasche (hinten links)
-- 1x Medi-Kit (Tasche am Gürtel, HL)
--- Verbandszeug
--- Heilsalbe
--- Nadel Faden
--- 5x Soldatenpille
--- 5x Blutstopppille
--- 5x Standard Breitband Antidot
(Breitband Antidot wirkt gegen die meisten bekannten Gifte. Dabei reduziert es bei stärkeren Giften lediglich die Auswirkungen und erkauft mehr Zeit, kann aber bei schwachen Giften auch zur Neutralisierung verwendet werden.)
--- 5x Schmerzblockerpille
- Gürteltasche (vorne links)
-- 2x Bleistift
-- 1x Feuerzeug
-- Schriftrolle leer
-- diverse Blätter Papier

- Umhängetasche (Nur bei langen Missionen)
-- 1. 5x Ersatzkleidung 5x Ersatzrüstung
-- 3. 2x Ersatz Medi-Kit
-- 4. 2x Zusatzausrüstung (Siehe Gürteltasche)
-- 5. Verpflegung für 1 Woche
-- 6. Wasserflasche

Sonstiges

- 20x Fukiburi (In vielen kleinen Taschen der Kleidung verborgen, je 5 zusammen)
Steckbrief | Jutsu

Dieser Beitrag wurde bereits 4 mal editiert, zuletzt von »Saisho Akane« (8. März 2016, 22:32)

  • Zum Seitenanfang

3

Sonntag, 7. Februar 2016, 21:03

Kampfstil

Leicht räusperte sich der zweite Prüfer “Richtig. Das haben wir ja nun zum letzten Mal für heute hören müssen.“ seufzte er und wand sich dann Akane zu. “Ein wichtiger Punkt wäre noch dein Kampfstil. Das dient jetzt der Ergänzung deiner Akten. Sei also bitte möglichst ausführlich bei deiner Beschreibung.“ Einen kurzen Augenblick zögerte Akane ehe sie zu sprechen begann. “Wo fang ich denn da am besten an.“ murmelte sie und legte ihren Kopf leicht schief während sie einige Momente darüber sann wie sie ihren Kampfstil am besten beschreiben könnte. “Meinen Grundkampfstil nennt man Akkiadori. Das ist der traditionelle waffenlose Kampfstil des Saisho Clans. Er basiert auf fließenden Bewegungen und Drehungen, die mir es ermöglichen viel einfacher versteckte Aktionen auszuführen als bei einem statischen Kampfstil. Vor allem aber ermöglicht er es mir im Fluss zu bleiben und sowohl Aktionen, wie auch Reaktionen ohne erkennbaren Übergang zu verbinden. Im Allgemeinen wird der Kampfstil als sehr elegant angesehen und oft wird er auch als Tanz beschrieben. Ich glaube jemand aus Konoha nannte ihn mal „Oujou no Odori“ den Tanz des Todes. Aber ehrlich gesagt weiß ich nicht wie man dabei den Überblick behalten soll. Darum kämpfe ich hauptsächlich mit meinen Schwertern. Es war ziemlich schwierig den Akkiadori als Grundlage für einen Kampfstil zu verwenden welcher Großschwerter verwendet….“ Mit einem kurzen Handzeichen unterbrach der der erste Prüfer Akanes Redefluss. “Wo du es gerade erwähnst. Du kämpfst wirklich mit den Großschwertern die du mit dir führst?“ fragte er. Etwas irritiert von dieser Frage nickte Akane “Hai“ Skeptisch betrachtete sie der Prüfer “Nimm mir die Frage nicht krumm, aber … Mit beiden gleichzeitig?“ an Akanes Stirn bildete sich ein großer Tropfen “Warum sonst sollte ich zwei von diesen Schwertern mit mir rumschleppen?“ fragte sie mehr verwirrt als beleidigt. Kommentarlos winkte der Prüfer ab und notierte etwas in die Akte vor ihm. “Fahr doch bitte fort Akane.“ Forderte sie ihr ehemaliger Lehrer auf, als ein kurzer Moment des Schweigens eingetreten war. “Wie sie wünschen. Für die beiden Schwerter musste ich wie gesagt den Kampfstil grundlegend anpassen. Dabei entstand mit Hilfe meines Vaters, Akira-sama und vor allem meinem Bruder Guro ein Kampfstil den er Titania nannte. Ich glaube so etwas in der Art hatte Akira-sama auch im Hinterkopf als sie mir die Schwerter bei der Siegelzeremonie geschenkt hat.“ erklärte die junge Kunoichi überzeugt.

Akkiadori

Der Kampfstil der Saisho, das so genannte „Akkiadori“, lässt sich bis auf den Ursprung des Clans bei den Hyuuga zurückführen. Auch heute noch sind Parallelen zu der berühmten Technik aus Konoha-Gakure zu erkennen. Elegant, voller Drehungen und Wendungen, erinnert das Akkiadori an einen todbringenden Tanz. Aus beinahe jeder Position ist es möglich, gegnerische Angriffe zu kontern oder selbst eine lange Folge von gefährlichen Angriffen zu initiieren. Die Offensivkraft der Clantechnik wird dabei nur von seiner Defensive in den Schatten gestellt, welche darauf basiert den Gegner zu keiner aus den Augen zu verlieren.
Der größte Unterschied zwischen dem Akkiadori und dem Kampfstil der Hyuuga liegt in der Art des Angriffs. So werden beim Akkiadori nicht die Tenketsu (Chakrapunkte) attackiert werden, da diese ohne das Byakugan nicht sichtbar sind. Anstelle dessen sind die Druckpunkte (Nervenzentren) des Gegners das Ziel. Nichtsdestotrotz gelten die Kombinationen aus bis zu 256 Schlägen nicht als ungefährlicher als das Original, so können die blitzschnellen und harten Angriffe doch verheerende Schäden hervorrufen.
Ebenfalls bekannt ist die „Perfekte Verteidigung“ des Akkiadori, welche mehr als nur eine Adaption der Hyuuga-Techniken ist. So existiert innerhalb des Clans neben dem originalen Hakkeshou Kaiten sogar eine verbesserte Version, welche mit Hilfe des Windelements, sogar noch eindrucksvollere Effekte hervorruft.
In seiner Gesamtheit betrachtet, ist der Akkiadori ein ebenso komplexer wie gefürchteter Kampfstil, dessen vollständige Beherrschung einer Meisterleistung gleichkommt. Die derzeit einzige Meisterin dieses Kampfstils ist Saisho Akira, die Hüterin des Clans. Doch selbst sie kann nicht von sich behaupten jede Facette des Akkichi bereits zu beherrschen.

Titania

Akanes persönliche Adaption des Kampfes mit zwei Großschwertern trägt den klangvollen Namen Titania. Dieser Kampfstil, welcher mit Hilfe ihres Bruders, ihres Vaters, wie auch der Clanshüterin entstanden ist, befindet sich nach wie vor in der Entwicklung. Titania stellt dabei den ambitionierten Versuch dar, eine harmonische Kombination aus dem relativ langsamen Kampf mit Großschwertern und dem von Natur aus sehr schnellen Akkiadori zu erschaffen. So ist es nicht weiter verwunderlich, dass Titania in seinem jetzigen Entwicklungsstadium noch ein sehr grobschlächtiger Kampfstil ist, welcher allerdings über ein gewaltiges Potential verfügt. Allerdings steht ebenfalls außer Frage das, obwohl Titania sich zweifelsohne noch mit seiner Schöpferin entwickeln muss, dieser Kampfstil bereits heute eine brauchbare Grundlage zum Kampf mit zwei Großschwertern darstellt.
Betrachtet man den Kampfstil genauer so stellt man fest, dass Titania die im Akkiadori üblichen Drehungen und fließenden Abfolgen gekonnt adaptiert hat. Das hat zur Folge, dass Titania zu Beginn des Kampfes noch recht langsam und schwerfällig wirken man, jedoch mit jedem Schlag und jedem Konter schneller wird. Dies gelingt indem der Schwung der zuvor gegangenen Bewegungen genutzt wird um den folgenden Schlägen noch mehr Wucht und Geschwindigkeit zu verleihen. Gleichzeit dient die breite Klinge der Schwerter dazu Attacken abzulenken und abprallen zu lassen.
Die derzeit größte Schwäche dieses Kampfstils liegt auf seiner anfänglichen Trägheit und der Zeit die er benötigt wenn der Bewegungsfluss gestoppt wird.

Stärken

Von diesen Ausführungen beeindruckt nickte der Prüfer “Höchst beeindruckend. Nicht nur, dass du dir bereits in jungen Jahren das Ziel gesetzt hast einen eigenen Kampfstil zu entwickeln, sondern viel mehr wie weit du damit bereits gekommen bist.“ Erneut verfärbten sich Akanes Wangen bei diesem Lob und leicht beugte sie ihren Kopf “Arigato….“ Leicht lächelte der Prüfer bei diesem Versuch Akanes gelassen zu wirken. “Das bringt uns auch schon zum nächsten Punkt. Wo siehst du deine Stärken?“ Akanes Blick ging zu Boden “Ich weiß nicht so genau. Ich glaube eigentlich nicht, dass ich besondere Stärken habe…“ murmelte sie dann leise, aber ohne gespielte Bescheidenheit, was ihren Lehrer dazu veranlasste ihr zu wiedersprechen. “Nun du schwingst diese Schwerter und entwickelst selbst einen Kampfstil. Darüber hinaus bist du eine Einser Schülerin. Das würde ich nicht ‚Keine Stärken‘ nennen.“ erklärte er bestimmt, was Akane ein leises seufzten entlockte. “Für das alles habe ich hart gearbeitet. Ich habe Nächte durchgemacht und bis zum Umfallen gelernt und trainiert. Als Stärken würde ich das eigentlich nicht bezeichnen.“ erklärte sie und sah dann zu ihrem Lehrer auf. Kurze Momente herrschte schweigen, ehe ihr ehemaliger Lehrer ergeben seufzte und erneut das Wort ergriff. “Dann übernehme ich das eben. Ihre größten Stärken bisher waren eindeutig ihre Stärke und ihre Präzision. Außerdem scheint sie sowohl in Nin-Jutsu als auch in Tai-Jutsu sehr begabt zu sein. In dieser Hinsicht gleicht sie ihrer Schwester Asami. Die beiden scheinen zusammen zu trainieren und sich aneinander zu Messen. Denn sie geben sich in keinen Bereich besonders viel.“ Erklärte er relativ Knapp, welche Beobachtungen er in dieser Beziehung gemacht hatte. Die beiden Prüfer nickten kurz als Zeichen dafür, dass ihnen dies von seiner Seite genügte, und der zweite Prüfer erhob das Wort “Trotzdem würde ich noch gerne etwas von dir dazu hören Akane-san. Und wenn es nur die Einschätzungen deines Vaters und Akira-samas aus eurem Training sind.“ Akanes Blick wanderte hinauf zur hohen Decke des Saals und einen langen Augenblick überlegte sie was sie antworten sollte. “Mein Vater sagt immer meine größte Stärke sei meine Kraft. Er hat einmal behauptet ich hätte die Chance die stärkste Kunoichi der Welt zu werden, so wie Akira-sama die schnellste der Welt sein soll. Er sagte allerding auch, dass mir dies nur gelänge wenn ich denn genug trainiere und es schaffe Asami zu übertreffen.“ erklärte sie in ruhigem, sachlichem Tonfall. “Akira-sama hingegen meinte meine Geduld und Entschlossenheit seinen meine größten Trümpfe. Besonders mein Dickkopf sei nicht zu unterschätzen…“

Akanes größte Stärken stellen wohl ihre außergewöhnliche Körperkraft, ihr enormes Chakra Potential, ihre Präzision sowie ihr Talent im Bereich des Nin-Jutsu dar. In diesen Bereichen besitzt sie zweifelsohne das Potential durch gezieltes Training legendäre Höhen zu erreichen. Doch auch in den anderen Körperlichen Bereichen ist sie nicht zu verachten und übertrifft andere ihres Alters. Des Weiteren besitzt sie die kämpferischen Qualitäten, wie auch die Willensstärke ihres Vaters. Als eine der wenigen ihrer Generation wiedersteht sie der Verlockung des schnellen und einfachen Weges, welcher sich in der vollständigen Konzentration auf Jutsu bietet, und durch den große Teile des Clans ihr körperliches Training nach der Akademie vernachlässigen. Stattdessen arbeitet sie ebenso zielstrebig an der Verfeinerung ihrer Stärken, wie sie an ihren Schwächen feilt. Sie legt großen Wert darauf ein gesundes Verhältnis zwischen Tai-Jutsu und Nin-Jutsu zu erhalten um im Kampf möglichst viele Optionen zu besitzen während sie darauf achtet die ungeliebten Gen-Jutsu nicht zu sehr zu vernachlässigen, um keine zu offensichtlichen Schwachpunkte entstehen zu lassen. Dies mag nun auch ihre wahre Stärke aufzeigen. Akane ist äußerst Integer in allem was sie tut. Stets bleibt sie sich selbst und ihrer eigenen Linie treu. Das nimmt zuweilen Ausmaße an, welche irgendwo zwischen Dickköpfigkeit und Besessenheit liegen mögen.

Schwächen

Irritiert kratzte sich der Prüfer am Kopf “Naja, ob man den Dickschädel zu den Stärken zählen sollte, lassen wir mal offen. Aber kommen wir doch jetzt zu einem Punkt der Hand in Hand mit deinen Stärken einhergeht: Wie würdest du deine Schwächen einschätzen?“ Akane legte ihren Kopf schief und dachte einige lange Momente nach. “Ich denke meine größten Schwachpunkt liegen im Bereich Genjutsu. Außerdem hab ich Nachholbedarf in Sachen Chakra Volumen aber vor allem auch Chakra Kontrolle.“ Erklärte sie ohne großes Zögern. Ein leichtes Nicken war die einzige Reaktion des Prüfers. Dann meldete sich der zweite Prüfer zu Wort “Eine sehr schöne, sachliche Einschätzung. Allerdings wäre es ebenso interessant etwas über deine persönlichen Schwächen zu erfahren.“ erklärte er und sah sie abwartend an. Mit einem irritierten Blick starrte Akane den zweiten Prüfer an, welche nun unumwunden zurückstarrte. So entstanden lange Momente des Schweigens, in welchen man beinahe spüren konnte wie die unbehagliche Stimmung sich verstärke ehe Akane schließlich, noch immer sichtlich irritiert, fragte “Hatte ich das nicht gerade?“ genervt schlug sich der zweite Prüfer die Hand vors Gesicht. “Du willst mich verarschen oder?“ fragte er erbost. Akane einzige Reaktion darauf, war ein überfahrener Gesichtsausdruck. Doch ehe das Ganze noch merkwürdiger werden konnte versuchte ihr Lehrer die Situation aufzuklären “Er meint Schwächen in Bezug auf deine Persönlichkeit. Wie Zerstreutheit, Unzuverlässigkeit oder auch schwer von Begriff zu sein.“ erklärte er mit zuckender Augenbraue. “Ahhhhh“ entfuhr es der jungen Kunoichi, von welcher ihre Prüfer nun hofften, dass sie nun endlich verstanden habe. “Das meinen sie.“ sie legte ein bezauberndes Lächeln auf. Nicht. Die. Geringsten.“ erklärte sie vollkommen überzeugt.

Akane ist von ihrem Wesen recht naiv und für eine ausgebildete Kunoichi auch ein wenig zu vertrauensselig. Ein Umstand, den man nicht allein ihrer Unerfahrenheit zuschreiben kann, sondern viel mehr von dem Wunsch beseelt ist ein guter Mensch sein zu wollen. Auf diesem Problem basieren auch zweifellos ihre Probleme mit Gen-Jutsu, welche ihrem Wesen grundsätzlich wiederstreben. Man könnte beinahe sagen, das Akane nicht in der Lage ist, sadistisch genug für diese Art des Kampfes zu denken. Positiv anzuerkennen ist hierbei wohl höchstens, dass Akane selbst dieser Umstand durchaus bewusst ist und sie sich dazu zwingt, sich genug damit zu beschäftigen, damit sie in einem Kampf mit einem Gen-Jutsu bewanderten Gegner nicht vollends auf dem falschen Fuß erwischt wird.
Ihr zweiter großer Schwachpunkt findet sich im Bereich ihrer Chakra Kontrolle wie auch ihres Chakra Vorrates. Diesen Bereich opferte Akane bewusst dem notwendigen Training um die Stärke, Präzision und Ausdauer zu erlangen, welche für den Kampf mit zwei Claymore Schwertern benötigt wird. So blieb ihre Chakra Kontrolle auf dem Stand eines durchschnittlichen Akademisten stehen, während ihr Chakra Volumen allein von ihrem natürlichen Potential davor bewahrt wurde, das gleiche Schicksal zu erleiden. Allein ihrer unverschämt hohen Basis an Chakra ist es zu verdanken, dass sie in diesem Bereich ohne jegliches Training über einen gewöhnlichen Akademisten anzusiedeln ist. All dies ändert jedoch nichts daran, dass sie in diesem Bereich einen gehörigen Nachholbedarf an Training besitzt.
Ihre dritte große Schwäche stellt zweifellos ihr Grundeinstellung dar. Akane versucht nicht nur um jeden Preis allen gerecht zu werden, sondern versucht auch all das zu verkörpern, für was ihrer Meinung nach ein Shinobi stehen sollte. Integrität, Ehre, Loyalität und vieles mehr sollen durch sie zum Sinnbild ihres Clans werden. Ein Ziel, welches sie schon oft vor scheinbar unüberwindbare Probleme stellte.

Besonderheiten

Mit einem gewollt übertriebenen seufzen betrachtete Yoshio seine ehemalige Schülerin. “Gibt es denn etwas, was du selbst an dir als besonders erachten würdest?“ fragte er und grinste sie dann herausfordernd an. “Und damit meine ich nicht dein Ego…“ Mit großen Augen, welche den Eindruck vermittelten Akane könnte kein Wässerchen trüben, sah die junge Kunoichi zu ihrem ehemaligen Lehrer. “Wie können sie so etwas nur sagen Yoshio-Sensei?“ fragte sie empört und zog unwillkürlich einen Schmollmund “Aber aber!“ Versuchte ihr nun doch peinlich berührter Lehrer seine vorherige Aussage abzumildern. “Nun sei doch nicht so Akane-chan. Das war doch nur ein Scherz!“ Erklärte er schnell, erntete jedoch lediglich einen skeptischen Blick Akanes für diese Behauptung. Schließlich seufzte sie. “Das war nicht sonderlich lustig…“ Stellte sie klar und versuchte ihre Fassung wiederzuerlangen. Man hörte ihr deutlich an, dass sie noch immer beleidigt war, was Akane innerlich sehr missfiel. So atmete sie einmal tief durch und versuchte sich wieder zu beruhigen. “Nun ich denke, dass ich die Tochter meines Vaters bin ist schon etwas Besonderes.“ sagte sie dann wieder in ihrer ruhigen Art. Doch dann weiteten sich mit einem mal die Augen der jungen Kunoichi, als sei ihr plötzlich etwas Wichtiges eingefallen. “Und vielleicht die Farbe meines Chakras. Mein Chakra ist eher Purpur, genauso wie bei meiner Schwester!“ Verwundert betrachtete sie die fassungslosen Gesichter ihrer Prüfer “Nani?“ War das wirklich so außergewöhnlich?

Akane stammt aus einem Zweig des Saisho Clans mit einer sehr niedrigen Generation (Akane ist ebenso wie ihre Brüder und Schwestern ein Mitglied der fünften Generation des Saisho Clans.) Dies hat zur Folge, dass das Dämonen Chakra welches sich mit jeder Generation stärker der menschlichen Natur annähert noch sehr rein und unverändert ist. Die wohl auffälligste Konsequenz daraus dürfte ihr Chakra sein, welches nicht wie bei gewöhnlichen Menschen von himmelblauer Farbe ist, sondern mit seiner purpurnen Erscheinung noch wesentlich näher am Feurigen Rot des Kyuubi liegt.
Darüber hinaus besitzt sie eine Eigenart, welche gerade unter Mädchen doch eher selten zu beobachten ist. Sie liebt Stürme von ganzem Herzen. An Tagen an denen ein Meer von Regen jedes Ort der Welt durchnässt, an denen sich selbst der stärkste Baum unter der Macht des tosenden Windes beugt und der Himmel von gewaltigen Blitzen zerrissen wird, verlässt Akane alleine ihr zuhause und geht hinaus um ungestört die Macht jener Naturgewalten auf ihrer Haut zu spüren. In diesem Momenten lauscht sie dem heulen des Windes und den Kanonengleichen Schlägen der Blitze am Himmel, während sie das Gefühl genießt wie die Kälte ihre Haut durchdringt und langsam bis in ihr Herz zu kriechen scheint. Erst wenn der Regen sie bis auf die Knochen durchnässt hat und der Sturm ihre Kleider mit lautem knattern an ihrem Körper flattern lässt, fühlt sie sich mit der Welt und sich selbst im reinen. In jenen seltenen Momenten ist Akane wahrhaft frei. Frei von den Erwartungen anderer, frei von den Erwartungen welche sie an sich selbst stellt, frei von den Verpflichtungen als Shinobi und frei von den Verpflichtungen als Mitglied des Saisho Clans. Im Herzen des Sturms ist sie niemandem Rechenschaft schuldig, muss niemandem gefallen und ist mit jedem Teil ihrer Seele im Einklang.

Persönlichkeit

Verwundert schüttelte ihr Lehrer den Kopf “Das ist wahrhaftig etwas Besonderes. Und wenn ich daran denke, dass ich es all die Jahre nicht wusste.“ einen Moment schwieg er “Andererseits passt es jedoch zu deiner Persönlichkeit, dass du es nie erzählt hast. Schließlich hast du noch nie besonders viel über dich preisgegeben.“ Stellte er mehr für sich selbst als die anderen Prüfer fest. Akane legte ein hinreißendes Lächeln auf ihre Lippen “Ja ich glaube da haben sie recht. Aber das ist auch nicht die Aufgabe eines Shinobi. Und erst recht nicht die einer Kunoichi. Eine Kunoichi hat immer adrett, wohlerzogen und höflich zu sein. Nicht wahr?“ Zustimmenden nickte der zweite Prüfer bei diesen Worten “Ja, so wird es bei uns gelehrt. Allerdings kann ich nicht so recht daran glauben um ehrlich zu sein. Ich sehe hier in deiner Akte mehrere Einträge laut denen du Mitschüler Körperlich angegriffen und sie bedroht haben sollst. Die Einträge zeigen dabei derart viele Parallelen, dass ich glaube, dass das dein wahres Ich ist. Das was du uns heute zeigst steht im Wiederspruch dazu wie du dich ansonsten verhältst. Dieses nette, naive, ruhige und zurückhaltende Mädchen das du allen Vorspielst, ist deine persönliche Maske. Nicht wahr?“ Akane senkte den Blick und für einen langen Augenblick schien sie direkt traurig “Ich wünschte es wäre so einfach…“ sagte sie leise, doch sofort fing sie sich wieder und lächelte “Aber nein, so ist es nicht. Dieser nette Mensch, der viel lacht und gerne gemocht wird, ist der Mensch der ich sein möchte. Also habe ich schon früh beschlossen, dieser Mensch zu sein.“ einen langen Moment betrachtete sie der Prüfer abwägend “Man ändert sich nicht so leicht wie es bei dir klingt. Ich glaube nach wie vor, dass du dein wahres Ich zu verbergen versuchst…“ Leicht verbeugte sich Akane “Das steht ihnen frei Masa-sensei.“ erklärte sie, während der Prüfer unterdrückt fluchte. “Verdammt ich bin mir nicht sicher, ob du uns hier was vorspielst und dein wahres Ich nur hin und wieder, oder ob du wirklich so ein nettes Mädchen bist, wie du uns die ganze Zeit weismachen möchtest…“ beruhigend legte ihr Lehrer dem Prüfer die Hand auf Schulter. “Keine Sorge Masa-kun. Ich kenne sie seit vielen Jahren. Das was du hier und heute erlebst ist Akane-chan, wie sie leibt und lebt.“

Verhalten:

Akane gibt sich stets die größte Mühe um möglichst ruhig, höflich und wohlerzogen aufzutreten. Für den ersten Eindruck gelingt ihr das auch ausgezeichnet. Erst wenn man sie etwas näher kennenlernt, setzt sich immer mehr die Erkenntnis durch, dass sie mit diesem Auftreten nichts anderes versucht, als ihre naive, neugierige und stets fröhliche Art zu kaschieren. Dieses Unterfangen scheint ihr dabei allerdings mehr schlecht als recht zu gelingen. Doch wenn je näher man Akane kennen lernt, umso deutlicher zeigt sich, dass selbst das scheinbar versteckte Ich nur eine Maske ist. In vielen Punkten neigt Akane dazu sich selbst in ihrem Verhalten zu wiedersprechen. So ist ihr Handeln in aller Regel doch eher von Wissbegierde denn naiver Neugierde geprägt. Auch wird die scheinbare Selbstdisziplin des Öfteren von pragmatischen Entscheidungen und Ansichten in ein völlig neues Licht gesetzt. Erreicht man schließlich den Punkt, an dem man Teil ihres Lebens geworden ist, lernt man die echte Akane kennen. Eine Kunoichi die in allem was sie tut extrem Strebsam ist und das in einem Ausmaß, welches weitgehend an Verbissenheit grenzt. Rückschläge lässt sie niemals auf sich beruhen. Droht sie an einer Aufgabe zu scheitern, geht sie bis an ihre Grenzen und auch darüber hinaus. So ist es nicht selten der Fall, dass man sie tief nachts auf dem Trainingsgelände oder an einem etwas abgelegenen Platz beim Training beobachten kann.
Bei alle dem gelingt es ihrer Schwester Asami mit bemerkenswerter Leichtigkeit sie aus der Maske des netten Mädchens zu reißen, was ansonsten kaum jemandem gelingen könnte. Oft reichen hierfür bereits kleine Andeutungen oder Bemerkungen aus Akane auf die Palme zu bringen, obwohl es ansonsten beinahe unmöglich scheint sie auch nur aufzuregen. Dabei bringt sie Akane dazu unüberlegt, impulsiv und sogar regelrecht Aggressiv zu reagieren und offenbart damit, dass die beiden Zwillinge, welche für gewöhnlich wie Tag und Nacht wirken, in ihrem Innersten in Wirklichkeit vom gleichen Schlag sind.

Persönlichkeit

Akane
Akanes eigentliche Persönlichkeit und ihr innerer Zustand stehen in geradezu krassem Gegensatz zu ihrem üblichen Auftreten. Die meiste Zeit ist Akane fürchterlich unsicher, fühlt sich unbedeutend und nutzlos, und befürchtet die in sie gesetzten Hoffnungen und Erwartungen nicht erfüllen zu können. Oft hadert sie damit die Tochter eines herausragenden und hochangesehen Shinobi ihres Clans zu sein, wie auch mit den sich hieraus resultierenden Erwartungen ihr gegenüber. In allem was sie tut begleitet Akane das Gefühl, sich beweisen zu müssen, während sie alles daran setzt den Erwartungen welche in sie gesetzt werden gerecht zu werden, ohne jedoch jene weit verbreitete Ablehnung herauszufordern, welche vielen Saisho aufgrund ihres Rufes und ihrer Stellung in Taki-Gakure entgegengebracht wird. So ist es auch wenig verwunderlich, dass Akane ihre Schwester Asami um ihre große Selbstsicherheit und Unbeschwertheit beneidet, welche den Eindruck vermittelt, dass sie über all diesen Erwartungen zu stehen scheint.

Seelentier/Dämon
Akanes persönlicher Dämon ist von seinem Wesen ein so genannter Quetzalcoatl. Eines jener mystischen Wesen, welche man unter Namen wie Götterdrache oder auch Vogelschlange kennt. Einst wurden diese Wesen als Götter über Himmel und Erde verehrt und angebetet. Der Quetzalcoatl in Akane ist hierbei ein verschlossenes, wie auch überhebliches Wesen welches sich ihr gegenüber nur als Draco vorstellte und dabei keinen Zweifel daran ließ, dass es sich dabei lediglich um ein Alias handelt. Was nun das Wesen Dracos anbelangt, so ist sie ein aggressives und von Blutdurst getriebenes Wesen, welches seine Erfüllung im Kampf findet, wo es ein Gefühl von Freiheit spüren kann. Und nach nichts sehnt sie sich mehr, als nach seiner Freiheit.
Steckbrief | Jutsu

Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von »Saisho Akane« (8. März 2016, 22:41)

  • Zum Seitenanfang

4

Sonntag, 7. Februar 2016, 21:03

Charakterstory

Nach einem langen Moment des Schweigens ergriff schließlich der erste Prüfer wieder das Wort. “Nun ich denke, dass es ein langer Tag für uns alle war. Wir sollten allmählich zusehen, dass wir bald zu einem Ende kommen. Würdest du mir bitte zum Abschluss unseres Gespräches noch erläutern, was deiner Meinung nach deine Entwicklung bisher am meisten geprägt hat? Dann könnten wir diesen Punkt auch abhaken und das ganze einen Tag nennen.“ erklärte er und lächelte Akane aufmunternd an. Unwillkürlich erwiderte Akane das Lächeln und begann zu sprechen. “Ich denke, dass ist einfach.“ seufzte sie erleichtert. “Einfach!“ Unterbrach der zweite Prüfer in diesem Moment schroff die gerade erst begonnene Antwort der jungen Kunoichi. “Das habe ich heute schon viel zu oft gehört und bisher ist nicht ein einziges Mal etwas vernünftiges dabei heraus gekommen!“ Blaffte er noch immer sichtlich genervt, während sein Blick Akane fixierte. Doch die junge Kunoichi erwiderte lediglich seinen Blick ohne sich von seinem Ausbruch einschüchtern zu lassen. “Ja, es ist einfach! In meinem Leben gab es drei große Einflüsse die mich geprägt haben. Der erste ist meine Schwester Asami, mit der ich mein Leben lang konkurriert habe und die mich immer dazu brachte meine Grenzen zu erkennen, und zu überschreiten, während ich versuchte sie zu Überflügeln.“ Sichtlich überrascht, jedoch nicht ohne Anerkennung nickte der zweite Prüfer “Ausgezeichneter Punkt. Das hätte ich nicht erwartet. Und was sind die anderen beiden Einflüsse?“ fragte er dann, um sie dazu zu ermutigen fortzufahren. “Der zweite Einfluss begleitet mich ebenfalls seit meiner Geburt. Es sind die Erwartungen die in mich und meine Zukunft gesetzt werden. Sowohl als Mitglied des Saisho Clans, in seiner Funktion als Polizei Taki-Gakures, wie auch als Tochter eines angesehen und hoch geachteten Shinobi.“ Mit einem erfreuten nicken bekannte der erste Prüfer sein Gefallen an dieser Aussage. “Weise Worte. Nachdem bisher nach solchen Ansagen wenig Sinnvolles gesagt wurde hätte ich das heute beinahe schon nicht mehr erwartet. Und was ist nun der dritte große Einfluss deiner Meinung nach?“ Kurz ging Akanes Blick zu Boden, dann hob sie den Arm und deutete auf die Tür des Klassensaals. “Das Leben im Schatten jener Kunoichi von der bis heute Zitate in dieser Akademie hängen obwohl sie kaum ein Jahr hier als Lehrer arbeitete.“ erklärte sie. Selbst vor diesem Klassensaal hängt ein Zitat von ihr.“[/color]

‚Es gibt Menschen die nichts als Waffen sind. Diese Menschen nennt man Shinobi. Geboren im Kampf zu sterben, leben sie für den Kampf. Shinobi leben, um zu dienen und zu gehorchen. Sie sind Waffen. Waffen haben Scharf zu sein. Eine stumpfe Waffe ist wertlos, so wie ein Shinobi der nicht länger Kämpfen kann. Shinobi können meist nichts als für andere zu Kämpfen. Das solltet ihr nie vergessen. Das ist alles was ihr habt. Das ist alles was ihr seid. Das ist wofür ihr Leben werdet.
~ Saisho Akira bei ihrer ersten Lehrstunde an der Akademie‘


“Akira-sama ist eine Kunoichi, die nicht nur weit über den Clan hinaus, sondern auch weit über die Grenzen unseres Dorfes, ja unseres Landes hinaus gefürchtet und bewundert wird. Sie ist längst weit mehr als ein Shinobi. Sie ist ein Ideal, eine Verkörperung von allem wofür unser Clan steht. Ein unerreichbares Ziel, das jeder Saisho überflügeln möchte.“ noch immer schien der Blick der jungen Kunoichi den Boden des Saals durchbohren zu wollen. “Mein Vater galt in seiner Jugend als Genie und heute als großer Shinobi, aber selbst er, der er doch älter und erfahrener ist als Akira-sama, hat sie nicht erreichen können. Wie sollte jemand wie ich das dann jemals schaffen?“ der Zweite Prüfer lehnte sich zurück und betrachtete Akane lange und nachdenklich “Für so vernünftig hätte ich dich gar nicht gehalten…“ murmelte er Gedankenverloren mehr zu sich selbst als zu ihr.

1. Akt: Es war einmal in einem friedlichen Dorf, versteckt hinter dem Wasserfall…

Es war eine jener klaren, frostigen Winternächte, in denen das Funkeln der Sterne von keiner Wolke getrübt wurde. Eine jener, von einer friedlichen Magie erfüllten, Nächte in denen die Welt vom bleichen Angesicht des vollen Mondes in ein kaltes, tausendfach funkelndes Licht gehüllt wird. Eine jener Nächte, in denen große Geschichten beginnen, enden oder einen Wendepunkt erreichen.
Die Straßen Taki-Gakures lagen still, verlassen und erstarrt in dieser Nacht, denn niemand wollte sich das große Neujahresfest entgehen lassen, wenn er es irgendwie vermeiden konnte. Wie jedes Jahr hatten sich alle Einwohner Taki-Gakures auf dem großen Platz am Fuße des uralten Baumes versammelt und feierten fröhlich und ausgelassen, während sie auf das bevorstehende Feuerwerk warteten, welches in kürze den Himmel in ein Meer aus Farben hüllen würde. Nur wenige würden das große, traditionelle Neujahrsfest verpassen. Zumeist geschah dies, weil sie schwer erkrankt waren und das Krankenhaus nicht verlassen konnten, weil sie Dienst an den Grenzen des Dorfes versahen oder aber weil sie die Kranken im Krankenhaus des Dorfes betreuen mussten. Und in jedem Fall stellte der Dienst an einem solchen Abend ein Ärgernis für diese Hand voll „Auserwählter“ dar. Zu jenen, welche an diesem Abend ihren Dienst im Krankenhaus Taki-Gakures versahen zählte auch Asougi Rin, eine junge Ärztin welche hohes Ansehen im Dorf genoss. Sie versah an diesem schönen Abend, die ehrenvolle Aufgabe ein Auge auf die Patienten zu haben welche das Krankenhaus nicht verlassen konnten.

Mit einem Lächeln, welches von der Müdigkeit einer langen Schicht, wie auch der Anstrengung eines plötzlichen Notfalls, gezeichnet war betrachtete Rin das Neugeborene welches in den letzten Minuten des alten Jahres das Licht der Welt erblickt hatte. Nur um Minuten war das Mädchen den ersten Schlägen des Feuerwerks zuvorgekommen. Die betrachtete wie ihre Assistentin dem frisch gebackenen Vater die Schere überreichte mit der er die Nabelschnur, mit der geübten Routine sechsfacher Vaterschaft, durchschnitt. Rin hatte bereits von dieser Familie gehört und betreute die Mutter seit dem Beginn der Schwangerschaft. Und doch war es für die junge Ärztin eine Premiere, denn es waren die ersten Kinder welche sie in ihrer neuen Position zur Welt brachte. Doch lange konnte die junge Ärztin nicht in diesem Moment verweilen, denn bereits kurz nachdem der Vater die Nabelschnur durchschnitten hatte, nahm eine zweite Assistentin auch schon das weinende Bündel entgegen und hüllte es in ein weiches Handtuch. Mit wenigen Schritten begab sie sich sogleich mit dem Neugeborenen zu einem nahestehenden Tisch, um es zu reinigen und die üblichen Test mit ihm durchzuführen. Noch im gleichen Augenblick erinnerte das stöhnen der jungen Mutter alle Anwesenden daran, dass die Arbeit der Ärzte mit der Geburt dieses Kindes noch nicht beendet war. “Das macht ihr ausgezeichnet Nami-sama. Das Kind liegt richtig und ist bereit für den Endspurt. Holt nun noch einmal tief Luft und dann presst so fest ihr könnt.“ Erklärte Rin mit betont ruhiger Stimme, während der Raum bereits von den ersten Schlägen des Feuerwerks abwechselnd in den verschiedensten Farben erleuchtet wurde. “Sehr schön. Ihr macht das ausgezeichnet! jetzt noch ein letztes Mal pressen und dann habt ihr es geschafft!“ Forderte sie die Mutter dazu auf ihre letzten Kräfte noch einmal zu mobilisieren. “Ich kann bereits ihren Kopf sehen!“ Begleitet von diesen Worten und den donnernden Schlägen des Feuerwerks erblickte auch das zweite Kind das Licht der Welt. Fast wirkte es ein wenig surrealistisch, wie das Kind im wechselnden spiel der Farben die Augen öffnete. Ohne zu schreien, ohne zu weinen und voller Neugier sah es die Ärztin mit seinen großen, blutroten Augen an. Einen langen Augenblick betrachtete die junge Ärztin das Kind irritiert, ehe sie sich ihrer Aufgabe wieder bewusst wurde und das Mädchen mit einem Schlag auf den Po doch zum Weinen brachte. Erleichtert seufzte die junge Ärztin. “So etwas erlebt man auch nur einmal im Leben. Zwillinge die in unterschiedlichen Jahren zur Welt kommen…“ scherzte sie lächelnd, während eine zweite Assistentin das Neugeborene nahm und ebenfalls zum Säubern brachte. Mit einem zufriedenen Ausdruck in ihren Augen sah Rin zu ihrer Patientin welche erschöpft, aber glücklich, in die Kissen sank.

Wenige Minuten später hielt Nami ihre beiden Töchter im Arm. Erschöpft aber glücklich betrachtete sie die kleinen Geschöpfe. “Habt ihr euch schon Namen für die beiden überlegt Nami-sama?“ hörte Sie in diesem Moment die Stimme der jungen Ärztin die sie die ganze Zeit bei der Geburt begleitet hatte. Sie hob ihren Blick und lächelte verlegen "Ich habe nicht sonderlich viel Erfahrung mit Mädchennamen. Aber ich denke dich werde ich Asami nennen." ihr Blick legte sich auf das Mädchen, welches bereits deutlich sichtbar schwarzes Haar besaß und selig an ihre Mutter gekuschelt schlief. Dann wand sie ihren leicht zur Seite und betrachtete die jüngeren der Zwillinge, welche mit neugierigen, roten Augen zu ihr aufsah. "Und du, die du die Welt um dich nicht aus den Augen lassen kannst nenne ich Akane." Die junge Ärztin erwiderte das Lächeln der jungen Mutter. “Wundervolle Namen. Kindern die zu so einem besonderen Moment, und unter solch ungewöhnlichen Umständen geboren wurden würdig.“ Namis Blick wanderte zu den Fenstern des Krankenzimmers. Noch immer wurde der See vom Feuerwerk erhellt und das Zimmer in bunte Farben getaucht. Ein neues Jahr hatte begonnen. Ein Schmunzeln legte sich auf ihre Lippen. "Ein Tiger bist du Asami-chin. Und du Akane bist…" einen Augenblick überlegte sie "Ein Hase geworden." sie ließ den Kopf wieder auf ihr Kissen zurücksinken. "Zwillinge die in unterschiedliche Jahre geboren wurden. Was für ein außergewöhnlicher Beginn. Wenn das hier eine Geschichte wäre, wärt ihr sicherlich die Hauptfiguren…"

2. Akt: Ein Herz und zwei Seelen

Akane und ihre Schwester waren, so unterschiedlich sie auch zu sein schienen, zweifellos vom selben Schlag. Beide waren ehrgeizig und versuchten bereits in ihren frühsten Tagen einander zu übertreffen. So mag es wenig verwundern, dass jeder zu erklimmende Schritt in ihrer Entwicklung ein Wettkampf auf Augenhöhe wurde, bei dem manchmal Akane und manchmal Asami die Nase vorne hatte. Wer konnte zuerst sprechen? Wer schaffte es zuerst zu krabbeln, zu stehen und zu laufen? Wer konnte schneller sein Essen verschlingen und wer schaffte es weniger Schweinerei dabei zu verursachen? Selbst für ihre Eltern eher belastende Fragen wurden zum Wettkampf. Wer schaffte es länger wach zu sein? Wer früher aufzustehen? Wer konnte lauter, wer konnte länger schreien? Die Möglichkeiten schienen endlos zu sein und je älter sie wurden, umso mehr veränderten sich die Ziele ihrer Wettkämpfe, nicht jedoch ihr Kampfgeist. Ein Umstand, welcher ihre Eltern zweifelsohne einige Nerven gekostet hatte, ehe sie schließlich in die Akademie kamen, wo sie ihre Rivalität unter deutlich kontrollierteren Bedingungen ausleben konnten.
Doch diese Entwicklung ihrer Rivalität bedurfte einer langen Zeit, in welcher die beiden Mädchen durch ihre Umgebung bereits erfuhren, was es bedeutete ein Shinobi zu sein. So schwärmten ihre älteren Brüder am Essenstisch ebenso oft von ihrem Training an der Akademie, wie sie sich über die langweiligen Lehrstunden beschwerten. Auch ihre ältesten Brüder berichteten hin und wieder von ihren schwieriger werdenden Missionen und konnten sich kaum noch beruhigen, wenn es darum ging, dass sie in wenigen Jahren sicherlich bereits Chuunin sein würden. Ihr Vater schließlich genoss derart hohes Ansehen bei den anderen Clans Mitgliedern, aber auch bei den Dorfbewohnern, dass es nicht verwunderlich war, dass die beiden Schwestern kaum das sie laufen konnten damit begannen auf dem Anwesen des Clans Ninja zu spielen. Ob nun aus einem ordinären Versteckspiel eine Mission wurde, in der es galt das andere Team zu finden und einzufangen bevor es diesem gelang eine bestimmte Stelle zu erreichen, oder es imaginäre Bösewichte mit Stöcken bewaffnet an den Kragen ging, immer waren die Schwestern mit vollem Einsatz dabei. Doch als sie schließlich begannen sich mit imaginären Jutsu zu überbieten und darüber in Streit gerieten, wer den Gegner denn nun „Toter getötet“ habe, fand sich schließlich eine einfachere Möglichkeit sich zu Messen. Die Lösung ihres Problems lag in dem austragen von Duellen! Lediglich mit einem Stock bewaffnet traten die beiden Mädchen ab diesem Tag gegeneinander an. Gewonnen hatte wer zuerst einen Torso Treffer landete. Wurde ein Arm oder ein Bein getroffen, durfte man diesen Körperteil bis zum Ende des Kampfes nicht mehr benutzen. Einzig Kopftreffer waren Tabu, schließlich sah man sonst sofort, dass sie sich wieder verprügelt hatten…

Wütend blies Akane ihre Backen auf. “Stimmt ja gar nicht!“ beschwerte sie sich mit kindlicher Überzeugung in ihrer Stimme. “Stimmt ja wohl! Schummlerin!“ Erwiderte Asami und verschränkte demonstrativ die Arme vor der Brust. “Aber du hast mich doch gar nicht getroffen! Ich hab doch nur so getan!“ maulte Akane aufgebracht und mit vor Zorn geröteten Wangen. “Eben!“ erklärte Asami mit einem breiten Grinsen auf den Lippen und zog mit einem Finger ihr Augenlied herab während sie Akane die Zunge rausstreckte um sogleich noch einmal Verbal nachzutreten. “Du hast es ausgespielt, also hab ich gewonnen! Selber schuld wenn du so blöd bist!“ Wütend stampfte Akane mit ihrem auf den Boden und rief “Selber blöd! Du hast mich nicht getroffen ich dich aber schon! Also hab ich gewonnen!“ ein lautes knallen unterbrach die Diskussion und Akane legte ungläubig ihre Hand an ihre Wange, welche nun von einem langen, roten Striemen geziert wurde. “Aber den hast du jetzt gemerkt, oder?“ hörte sie ihre Schwester mit sich überschlagender Stimme rufen. Für einige Augenblick sah es danach aus, als wolle Akane losheulen, doch dann holte sie aus und schlug ebenfalls zu. Eine kleine Beule bildete sich an jener Stelle an der Akane Asamis Stirn getroffen hatte. Es folgten Sekunden des Schweigens, während sie sich lediglich wütend anstarrten. Doch dann gingen die beiden Mädchen aufeinander los. Prügelnd, Haare raufend und sich gegenseitig lauthals beschimpfend kugelten die Schwestern auf dem gepflegten Rasen des Saisho-Anwesens herum und veranstalteten dabei einen derartigen Lärm, dass ihre Mutter es hörte und aus dem Haus heraus stürmte. Mit einer schnellen Bewegung trennte sie die beiden Streithähne. Mit einem beherzten Griff fasste sie ihre Töchter je an einem Arm und zog sie auseinander. “Was ist denn in euch gefahren?!“ herrschte sie ihre beiden Töchter mit wütender Stimme an. “Akane hat geschum…“ begann Asami sich zu rechtfertigen, doch ein Blick ihrer Mutter brachte sie augenblicklich zum Schweigen. Auch Akane wagte nicht mehr sich zu rechtfertigen. Keine der Beiden hatte ihre Mutter bisher derart wütend erlebt. “Wartet nur, bis euer Vater von dieser Aktion erfährt! Dann kriegt ihr aber was zu hören!“ Eröffnete Nami den Mädchen in schneidendem Tonfall ehe sie ihre beiden Töchter zurück in das Haus zerrte. Dort setzte sie Akane und Asami an den großen Tisch an welchem für gewöhnlich die ganze Familie zusammen ihre Malzeiten einnahm. “Rührt euch ja nicht vom Fleck!“ erklärte sie nun etwas ruhiger, jedoch mit einem nicht zu überhörenden drohenden Unterton in ihrer Stimme, während sie zur Tür ging um ihren Ehemann zu suchen. Als Herr im Haus sollte dieser endlich einmal auf dem Tisch hauen und den Beiden ein für alle Mal klarmachen, was sie mit derartigen Aktionen anrichten konnten.

Akane wusste nicht, wie lange ihr Blick auf der geschlossenen Tür gelegen hatte, bis sie sich dazu entschließen konnte ihre Schwester Asami anzusehen. Scheinbar hatte auch Asami diesem Moment gewählt um endlich zu Akane zu sehen und so trafen sich die Blicke der Zwillinge. Im selben Moment wurde Akane klar, dass einer von beiden den ersten Schritt machen musste, wenn sie sich wieder vertragen wollte. Doch der Akanes Stolz ließ es in dieser Situation einfach nicht zu, den ersten Schritt zu machen. Wütend über die Situation und diese Erkenntnis machte Akane dicke Backen und beide sahen zeitgleich in die entgegengesetzten Richtungen. Eingeschnappt saßen die Schwestern nun nebeneinander an dem großen Tisch und sprachen kein einziges Wort miteinander. Doch wann immer Akane sich umwand um zu Asami zu sehen, drehte auch diese sich zu ihrer Schwester um. Egal wie oft dies auch geschah, folgte jedes Mal die gleiche Reaktion von jedem der Mädchen: Beide rümpften die Nase und schauten mit einem übertrieben deutlichen “Püh!“ wieder in die andere Richtung. Als nach einigen Minuten schließlich Asami das Wort ergriff, war Akane noch immer damit beschäftigt gewesen wütend einen imaginären Punkt an der Wand zu fixieren. “Gomen nasai, Nee-chan…“ murmelte diese so kleinlaut, das Akane sich überrascht umwand und Asami betrachtete, welche sie mit einer Mischung aus Reue und Widerwillen ansah. Betreten senkte Akane den Blick und seufzte leise. „Gomen nasai, Asami-nee“[/color] erwiderte Akane leise. Erneut trat Schweigen ein, während die beiden Kinder nun gemeinsam auf ihren Vater warteten. “Okaasan war wirklich sauer…“ murmelte Akane in erneut entstandene Stille hinein und sah zu Asami, welche mit einem frechen Grinsen erwiderte “Nächstes Mal müssen wir einfach leiser sein!“. Akane wollte bereits ebenfalls Grinsen, als die aufkommende Fröhlichkeit von einem Geräusch im Flur des Hauses wieder verscheucht wurde “Das war die Haustür…“ murmelte Asami, während sich aus Richtung der Eingangstür Schritte näherten. Leicht nickte Akane “Das sind Okaasan und Otousan … jetzt bekommen wir den richtigen Ärger…“

Schweigend, und mit einem merklich missbilligenden Blick, schritt der hochgewachsene Shinobi zum Tisch und setzte sich langsam an die den Mädchen gegenüberliegende Seite. Verständnislos schüttelte er den Kopf und begann dann mehr zu sich selbst, als zu den beiden Mädchen zu sprechen. “Wisst ihr überhaupt, was ihr da angestellt habt?“ Mit einem strengen Blick musterte er seine geliebten Töchter. Beide waren von oben bis unten übersäht mit Kratzern, blauen Flecken und Abschürfungen. Wenn er ehrlich war, empfand er Mitleid mit den beiden, wie sie da saßen und bewegungslos, mit gesenktem Blick, ergeben auf das unvermeidbare Donnerwetter warteten. Doch das Donnerwetter blieb aus. Stattdessen begann Seduko mit ruhiger, jedoch eindringlicher Stimme sprechen “Ich weiß, ihr beide möchtet Shinobi sein, doch noch seid ihr es nicht. Ein Shinobi bekämpft weder sein eigenes Dorf, noch seine Familie und schon gar nicht seine eigene Schwester!“ Einen kurzen Augenblick hielt er inne, dann seufzte er und fuhr fort. “Ein Shinobi verletzt seine Nakama nicht! Und selbst im hitzigsten Training hat er sich unter Kontrolle und kennt seine Grenzen!“ erklärte er ernst, während Akane und Asami immer weiter in sich zusammensanken. “Genau aus diesem Grund hat jeder der ein Shinobi werden will zur Akademie zu gehen, ehe er auf die Welt losgelassen wird! Allerdings solltet ihr auch ohne die Akademie längst begriffen haben, dass ihr beide euch egal was passiert immer aufeinander verlassen können müsst! Und dennoch macht ihr sowas…“ Er ließ seine Hände mit denen er beim Sprechen gestikuliert hatte wieder sinken. Man spürte die Enttäuschung, welche ihn in diesem Moment erfüllte. Und so war es ihre Mutter, welche die Situation schließlich wieder in ruhigere Bahnen lenkte. “Dann wollen wir mal sehen, dass wir euch Dreckspatzen wieder sauber bekommen. Ab ins Bad mit euch!“ erklärte sie bestimmt, jedoch nicht ohne unterdrückt zu Schmunzeln, und deutete auf die Tür. Die Zwillinge waren durch die Standpauke in diesem Moment derart Mitgenommen, dass sie lediglich ein halblautes “Hai Okaasan“ zustande brachten, ehe sie ihrer Mutter ohne Widerwort ins Bad folgten. Selbst als sie sich entkleidet hatten und in die Badewanne kletterten schwiegen sie noch immer beharrlich. Mit offener Schadenfreude, und einem irgendwie beunruhigenden Grinsen auf den Lippen, griff Nami nach dem Duschkopf und begann die Zwillinge mit warmen Wasser abzuduschen. Schnell füllte sich das große Bad mit Schwaden von Dampf “Aua~, das brennt!“ beschwerte sich Akane heulend als das heiße Wasser die sensiblen Wunden traf. Auch ihre Schwester Asami jammerte nicht weniger über den unerwarteten Schmerz. Doch ihre Mutter dachte gar nicht daran die beiden zu Schonen. Sie würden lernen, dass ihre Taten Konsequenzen nach sich ziehen konnten. “Wer kämpfen kann, kann auch die Konsequenzen ertragen ohne zu jammern. Ihr wollt doch Kunoichi sein, oder nicht?“ erklärte sie und achtete dabei, dass man das Mitgefühl, welches in ihr wühlte, nicht in ihrer Stimme hörte. Als Akane diese Worte vernahm, weiteten sich ihre Augen. Natürlich hatte ihre Mutter Recht. Es war einer Kunoichi unwürdig derart über ein paar Schrammen zu jammern. Im selben Moment wurde sie Still und ließ die weitere Reinigung ohne einen Schmerzenslaut oder eine Beschwerde über sich ergehen. Lediglich ihr Gesicht verzog sich hin und wieder schmerzhaft, während ihre Mutter sie einschäumte. Doch Akane biss sich auf die Unterlippe und ertrug es. Schließlich wollte sie doch eine Kunoichi sein…

3. Akt: Ich möchte sein wie du…

Missmutig und vor Langeweile gähnend saß Akane am kleinen Teich des Saisho-Anwesens. Unmotiviert betrachtete sie die Wellen, welche sie mit ihren im Wasser baumelnden Füßen verursachte und seufzte herzhaft. An diesem Tag interessierten die junge Kunoichi weder das herrliche Wetter, noch die singenden Vögel und schon gar nicht das Lachen der kleinen Kinder welches aus dem betreuungsraum des Saisho-Anwesens zu ihr herübergeweht wurde. Seit ihre Schwester Asami jede freie Minute dazu nutze ihrem Vater und Shiro bei deren Training zu beobachten waren Akanes Tage furchtbar öde geworden. Und das nervte die junge Saisho gewaltig. Unwillkürlich machte Akane dicke Backen als die daran dachte. “Seit Asami das Feuerelement für sich entdeckt hat, ist mit ihr nichts mehr anzufangen…“ murmelte sie genervt und blies die Luft aus ihren Wangen wieder ab. Langsam senkte sie ihren Blick und betrachtete mit einem einsamen Ausdruck in ihren Augen ihr Spiegelbild im Wasser des Teiches. “Wenn das so weiter geht wird sie vielleicht sogar Verantwortungsbewusst!“ maulte sie unmotiviert “Alleine was anzustellen macht aber gar keinen Spaß …“ Gerade als sie die letzten Worte ausgesprochen hatte wurde ihr bewusst, dass jemand hinter sie getreten war, ohne das Akane es bemerkt hätte, und ihr nun über die Schulter sah. “Hey Akane-chan. Was machst du denn ganz alleine hier? Passt gar nicht zu dir dich so ruhig irgendwo hin zu verkriechen.“ hörte sie eine sehr vertraute Stimme hinter sich. Leicht lehnte sich Akane zurück und legte den Kopf in den Nacken um auf diese Weise die Person hinter ihr betrachten zu können. Unwillkürlich breitete sich ein Lächeln auf Akanes Gesicht aus, als sie ihren Bruder erkannte. “Ohio Guro-san!“ begrüßte das, mit einem Schlag deutlich besser gelaunte, Mädchen seinen großen Bruder. Dieser erwiderte das Lächeln und setzte sich dann neben sie an den Teich. “Das eben klang ziemlich deprimiert für dich Nee-chan! Was ist denn passiert?“ fragte er sie nach einigen Augenblicken, wobei man in seiner Stimme die Sorge um seine Schwester hören konnte, und sah Akane dabei fragend an. Doch statt seine Frage zu beantworten betrachtete Akane lediglich für lange Momente ihr Spiegelbild, ehe sie sich mit einem gequälten Seufzen hinterrücks ins Gras fallen ließ und mit abwesenden Blick Löcher in die Luft starrte. Wieder vergingen lange Momente in denen sie gedankenverloren die funkelnden Reflexe der Somme im dichten, grünen Blätterdach des großen Baumes über Ihnen betrachtete ehe sie sich schließlich dazu durchrang etwas zu sagen. “Asami hängt seit neustem andauern mit Papa und Shiro rum, um ihm bei dem blöden Feuerspucken zuzusehen. Die ist zu gar nichts mehr zu gebrauchen…“ murmelte sie dann leise und eher traurig als wütend. Für einen Moment sah Guro sie irritiert an, ehe er plötzlich lachte. “Asami-chan ist nur aufgeregt, weil sie auch bald auf die Akademie kommt. Mach dir darum keine Sorgen!“ Schmollend blies Akane ihre Backen auf und antwortete schnippisch “Na und? Was soll damit sein? Ich geh auch bald auf die Akademie. Ist doch keine große Sache!“ Überrascht betrachtete Guro seine kleine Schwester, welche sichtlich eingeschnappt demonstrativ zur Seite blickte. “Keine große Sache? Dabei dachte ich immer ihr beide wolltet unbedingt Kunoichi werden?“ Mit traurigem Blick ließ Akane die Luft aus ihren Wangen entweichen ehe sie deutlich leiser antwortete “Schon … aber ich wollte immer mit Asami zusammen zum Ninja werden …“ nachdenklich betrachtete Guro seine kleine Schwester eher er unvermittelt grinste und dann voller Überzeugung sagte “Keine Sorge Akane-chan, dass wirst du auch!“ Verwundert wand Akane ihrem großen Bruder ihren Blick zu. “Glaubst du?“ fragte sie noch immer unsicher, aber mit nicht zu überhörender Hoffnung in ihrer Stimme. “Ganz sicher!“ erwiderte Guro und erhob sich unvermittelt “Ich muss jetzt aber leider wieder los Nee-chan! Training! Training!“ lachte er mit Stolz in der Stimme und hob zum Abschied seine Hand. Doch gerade als er sich zum Gehen gewendet hatte merkte er, dass Akane ebenfalls aufgesprungen war und hinter ihm her lief. “Darf ihr dir zuschauen Nii-san?“ fragte sie, während sie aufgeregt am seinem Ärmel zupfte. Mit einem amüsierten Grinsen sah Guro zu seiner Schwester. “Ich dachte du findest Elemente Training langweilig?“ fragte er lachend. Mit sichtlicher Enttäuschung verzog Akane ihr Gesicht. “Was? Du machst also auch Elemente Training? Sag jetzt nicht, dass du auch dieses langweilige Feuerzeugs lernst!“ Mit stolzgeschwellter Brust schüttelte Guro den Kopf “Katon? Wie kommst du denn darauf? Ein Shinobi meines Formates lernt natürlich den Umgang mit Fuuton! Und das von niemand geringerem als unserer Clanshüterin Akira-sama höchstpersönlich!“ Ungläubig und mit vor Bewunderung geweiteten Augen sah Akane ihren großen Bruder an “Du trainierst wirklich mit Akira-sama?“ fragte sie mit einer Mischung aus Ehrfurcht und Misstrauen in ihrer Stimme “Und du schwindelst mich auch nicht an?“ Mit einem breiten Grinsen nickte Guro voller Überzeugung “Selbstverständlich! Das Wind-Element ist nämlich sehr selten weißt du? Nur die Besten können es lernen!“ Unwillkürlich wurde Akanes Augen noch etwas größer und funkelten regelrecht vor Freude. “Darf ich mitkommen Nii-san? Bitte! Bitte! Bitte sag ja! Komm schon!“ bettelte sie und setzte bewusst den niedlichsten Hundeblick auf, den sie zustanden bringen konnte. Während er die Begeisterung seiner Schwester so betrachtete verwandelte sich Guros Grinsen in ein erzwungenes Lächeln. Mit einem Schlag war er aus dem Mittelpunkt von Akanes Interesse verdrängt worden. Deprimiert ließ er die Schultern hängen und setzte sich in Bewegung. “Aber sicher Nee-chan…“ murmelte er halblaut vor sich hin, während Akane aufgeregt hinter ihrem Bruder her hüpfte.

Kurze Zeit später stand Akane zum ersten Mal in ihrem Leben der Hüterin des Saisho-Clans gegenüber, welche in der Trainingshalle des Saisho-Anwesens auf ihren Schüler gewartet hatte. Mit großen Augen und starr vor Ehrfurcht, betrachtet Akane die Clanshüterin. Akira wiederum erwartete die beiden, die Arme hinter dem Rücken verschränkt und aufrecht stehend, mit einem tadelnden Blick und einem Ausdruck von Missfallen auf den Lippen. Unwillkürlich musste Akane daran denken, dass sich eine Maus, welche einer Katze unversehens gegenüberstand, ungefähr so fühlen musste wie sie selbst es gerade tat. Mit einem schweren Schlucken versuchte sie das Gefühl zu verscheuchen, dass ihre Stimme ihr nicht gehorchen würde wenn sie nun sprechen würde und brachte dann ein halblaut gestottertes “Ko-Konichiwa! A-Akira-sama!“ zustande, ehe sie sich ein wenig zu hast vor der schwarzhaarigen Kunoichi verbeugte. Doch statt einer ordentlichen Begrüßung erwiderte diese lediglich mit einer hochgezogenen Augenbrauche, sowie einen schwer einzuordnenden Gesichtsausdruck “Oi Guro! Wer ist dieses Kind und was hat es hier zu suchen!?“ Mit einem verlegenen grinsen kratzte sich Guro am Hinterkopf “Hehehe … Hallo Akira-sama!“ Schnell deutete er auf seine Schwester und setzte hinterher “Das ist meine kleine Schwester Akane! Sie würde gerne bei meinem Training zuschauen! Natürlich nur wenn du nichts dagegen hast…“ Akiras Gesicht hatte bei seinen Ausführungen einen Blick angenommen, als würde sie sich jeden Moment auf die beiden Kinder stürzen um sie bei lebendigem Leib zu verschlingen. Verschämt, verängstigt und leicht zitternd sah Akane zu Boden “Gomen…“ murmelte sie leise und nestelte nervös an ihren Kleidung “I-Ich wollte wirklich nicht stören. Ich denk ich sollte…“ Unwillkürlich stockte Akane als sie eine Hand auf ihrem Kopf spürte, welche ihr langes Haar verwuschelte. Unwillkürlich hob sie den Blick und sah überrascht, dass Akira sie fröhlich angrinste “Wer hätte gedacht, dass du so höflich sein kannst wenn du willst. Nach den ganzen Eskapaden von dir und deiner Schwester hätte ich es ja nicht für möglich gehalten!“ lachte Akira und wand sich dann wieder Guro zu “Warum stehst du noch untätig hier rum? Du könntest bereits mitten in deinen Übungen sein! Es geht genau da weiter wo wir gestern aufgehört haben. Schnapp dir ein Blatt und versuch dein Chakra in Fuuton zu wandeln um es zu zerschneiden.“ Unwillkürlich zuckte Guro zusammen und eilte zu einer Schale voller Blätter. Mit einer flinken Bewegung schnappte er sich eines und ließ es dann zwischen seinen zusammengefalteten Händen verschwinden. Akane, welche ziemlich perplex und vollkommen verwundert betrachtete was ihr Bruder da veranstaltete, bemerkte im ersten Moment nicht einmal, dass Akira sich neben sie gesetzt hatte. So zuckte sie unwillkürlich zusammen als sie plötzlich Akiras Stimme neben sich hörte. “Ich weiß ja nicht was dir dein Bruder versprochen hat, aber Wind Chakra zu trainieren ist eine wirklich unspektakuläre Sache für Zuschauer.“ Überrascht wand Akane ihren Blick jener Kunoichi zu, über die sie schon so viel gehört hatte. Wenn sie ehrlich war jagte ihr Akira regelrecht kalte Schauer über den Rücken. Akane konnte es nicht leugnen, sie hatte Angst vor Akira. “Ich dachte … weil ich doch auch bald Shinobi werde … vielleicht hab ich ja auch…“ Begann Akane verschüchtert und ziemlich zusammenhangslos zu sprechen. Doch das Grinsen welches sich auf Akiras Lippen legte, und dabei ihre weißen Reißzähne entblößte, ließen sie verstummen. “Ah! Du bist also in der Hoffnung hier her zu kommen um etwas für dein späteres Leben als Shinobi zu lernen?“ Verlegen sah Akane zu Boden “Naja … eigentlich …“ murmelte sie, doch scheinbar ohne Akanes Einwand auch nur wahrzunehmen fuhr Akira fort. “Also gut! Dann kommt hier gleich deine erste Lektion! Sie lautet >Ein Shinobi zeigt niemals seine Furcht<. Bevor ich dir irgendwas beibringe musst du zuerst lernen deine Gefühle in den Griff zu bekommen. Verstanden? Bis du deine Gefühle so weit im Griff hast, dass du es schaffst in ganzen Sätzen mit mir zu sprechen, kannst du deinen Bruder zum Training begleiten. Solltest du das Schaffen sehen wir weiter…“ Bei diesen Worten war Akane in sich zusammengesunken und sah nun aus den Augenwinkeln zu Akira, deren Blick reichte sie innerlich erstarren zu lassen. Dabei wurde die Situation nicht unbedingt einfacher, dass Akira sie in diesem Moment mit einem strengen Blick bedachte, welche jeden Gedanken an etwas anderes als bedingungslose Kapitulation aus Akanes Kopf vertrieb. Gelähmt, wie unter dem hypnotisierenden Blick einer Schlange, war das Mädchen in diesem Augenblick nicht einmal in der Lage die Frage der Kunoichi zu beantworten, was sichtliche Erheiterung bei Akira auslöste. “Was ist los Mädchen? Hast du etwa deine Zunge verschluckt?“ fragte sie lachend und ließ Akane damit einmal mehr zusammenfahren. Schnell und hektisch schüttelte sie ihren Kopf und presste ein nervöses “Ha-Hai, A-Akira-s-sama.“ hervor ehe sie sich auf die Frage besann “N-Nein i-ch … ich habe sie nicht … verschluckt…“ fügte sie dann leiser hinterher und schluckte schwer. Wie in aller Welt sollte sie tägliche besuche bei dieser Frau überstehen? Sie kämpfte ja bereits nach wenigen Minuten mit ihr mit aufkommender Schnappatmung. Sie spürte den Blick Akiras auf ihr ruhen und hörte das amüsierte Lachen Akiras. “Wie es aussieht, werden wir wohl eine ganze Zeit miteinander zu tun haben Kind...“

4. Akt: Der Weg zum Shinobi

Müde und verschlafen vergrub Akane den Kopf unter ihrem Kissen als ihre Schwester bereits vor Sonnenaufgang aus ihrem Bett sprang und damit begann das gemeinsame Zimmer unsicher zu machen. Für gewöhnlich waren beide Schwestern ausgesprochene Frühaufsteher und gerade an Tagen wie diesen nicht zu bändigen, doch steckte Akane noch die Schlaflosigkeit der vergangenen Nacht in den Knochen. Das Mädchen hatte vor lauter Vorfreude auf den heutigen Tag die halbe Nacht kein Auge zu machen können. Entsprechend müde und neben sich, rollte sie nun auch aus dem Bett und schlurfte, ihr Kopfkissen noch im Arm, nun in Richtung der Küche. Unmotiviert nagte sie an ihrem Frühstück, während Asami bereits seit gefühlten zwei Stunden jeden den sie traf zu textete. In diesem Zustand fand Akane diesen Enthusiasmus jedoch eher befremdlich, denn ansteckend und so kam es, dass erst eine Dusche und das Ankleiden, samt letztem richten und Ordnen ihrer Kleidung vor dem großen Spiegel, nötig war ehe Akane wach genug war um zu begreifen, dass der große Tag endlich da war. Ab diesem Zeitpunkt gab es auch für sie kein Halten mehr. Nichts ging mehr schnell genug. Die Akademie wartete schließlich nicht auf einen. Beinahe war sie schon zur Tür draußen, als ihr Bruder sie noch einmal zurückhielt. Lächelnd küsste er ihre Stirn “Ganbatte! Nee-chan!“ Mit roten Wangen lächelte Akane und nickte “Hai! Guro-Nii-san“

Als Akane kurze Zeit später zusammen mit ihrer Schwester Asami eintraf, betrachtete sie mit großen Augen die Bühne welche sich aus einer größeren Zuschauermenge erhob. Überall standen Schulanfänger mit ihren Eltern oder Großeltern und schienen vor Tatendrang zu explodieren. Ungeduldig sah Akane die Straße hinab zu ihren Eltern, welche sich in einem Tempo bewegten, als hätten sie noch alle Zeit der Welt. Genervt wollte sie sich wieder zu ihrer Schwester umwenden, als sie zu ihrer Überraschung feststellte, dass Asami verschwunden war. Irritiert blickte sich das Mädchen suchend um, ehe sie ihre Schwester schließlich aus der ersten Reihe winken sah. Fröhlich winkte sie zurück, wartete dann jedoch noch einen Moment auf ihre Eltern. Aufgeregt zeigte sie ihnen wo Asami Plätze ergattert hatte, dann war auch Akane selbst in der Menge verschwunden. Auf keinen Fall wollte sie verpassen wie die Einschulungsrede begann. Auch die anderen Teilnehmer der Zeremonie suchten sich nun nach und nach ihre Plätze, während Akane bereits unruhig auf ihrem Stuhl hin und her rutschte. Nach kurzer Zeit schließlich, auch wenn Akane hätte schwören können, dass Stunden vergangen waren, betrat die Dorfführerin das Podium. Staunend betrachtete Akane die junge Frau welche nun seit wenigen Jahren die Geschicke des Dorfes in ihren Händen hielt. In ihrer Begleitung fand sich ein recht rundlicher Shinobi mit schwarzer Haut, welche die Umgebung aufmerksam im Auge behielt, und Akira-sama, welche mit eher gelangweiltem Gesicht in der Nähe Dorfführerin stand. Ungläubig zupfte sie am Ärmel ihres Vaters “Papa? Was macht denn Akira-sama auf der Bühne?“ fragte sie und sah ihren Vater an. Dieser verzog eher unwillig das Gesicht als die Clanshüterin zur Sprache kam “Die Dorfführerin fragt sie seit Jahren ob sie nicht ein paar Worte bei der Einschulung handelt könnte…“ erklärte er halb zu sich selbst, ehe er sich seiner Frau zuwandte und genervt murmelte “Wieso musste sie ausgerechnet dieses Mal zusagen?“ Doch ehe Nami etwas erwidern konnte trat die Dorfführerin nach vorne. Mit einem Mal erstarben alle Gespräche als sie zu sprechen begann. “Sehr geehrte Eltern, Verwandte und Besucher! Liebe Kinder: Willkommen zu unserer diesjährigen Einschulungszeremonie. Ich freue mich auch in diesem Jahr eine solch große Anzahl an jungen Gesichtern an unserer Akademie begrüßen zu dürfen. Für euch beginnt mit dem heutigen Tag ein neuer, aufregender Lebensabschnitt. Eine Reise in eine spannende, aber auch anstrengende und gefährliche Zukunft. Von heute an werdet ihr Lernen, was es bedeutet ein Shinobi zu sein. Ihr werdet gemeinsam Trainieren und gemeinsam Wachsen, bis ihr zusammen mit den anderen Shinobi Taki-Gakures eure Freunde, eure Familien und euer Dorf beschützen könnt. Ich wünsche euch alles Gute für diesen Weg.“ Applaus brandete auf, während die Dorfführerin mit einem Lächeln einige Schritte zurücktrat um Akira das Rednerpult für einige Abschließende Worte zu überlassen. Als Akira nach vorne trat, verstummte der Applaus mit einem Schlag und es wurde Still auf dem Platz vor der Akademie. Akane erkannte, dass Akira angespannt wirkte und wohl am liebsten nicht an dieser Veranstaltung teilgenommen hätte, doch das lag vermutlich daran, dass sie so viel Zeit mit dieser Frau verbracht hatte. Mehr noch schien es Akane so, als ob es auch den Anwesenden lieber gewesen wäre wenn die Kunoichi nicht Teil dieser Veranstaltung gewesen wäre. Einen langen Augenblieb sah Akira über die Menge hinweg, und betrachtete die nun ernsten Gesichter, ehe sie zu sprechen begann. “Ich werde versuchen sie alle nicht mehr aufhalten als unbedingt notwendig. Das wichtigste wurde bereits von Miyazaki-sama gesagt, und sie alle haben noch einen Aufregenden ersten Schultag vor sich.“ kurz legte sich ein Schmunzeln auf ihre Lippen ehe sie fortfuhr “Aber ich denke ich sollte meinem Ruf gerecht werden unsere Jugend zu verunsichern, wann immer ich in diesem Gebäude bin.“ leises, unwilliges Gemurmel entstand unter den Zuschauen. Doch Akira ließ sich nicht davon verunsichern. “Von heute an seid ihr Akademisten, Shinobi in Ausbildung. Das ist ein weit größerer Tag als so mancher von euch bis jetzt glauben mag. Eine Entscheidung die euer restliches Leben bestimmen wird. Und genau aus diesem Grund möchte ich euch die, meiner Meinung nach, wichtigste Regel mit auf den Weg geben, die ein Shinobi Taki-Gakures befolgen sollte. Sie lautet: ‚Sei dir über die Folgen deiner Entscheidungen im Klaren wenn du sie triffst und sei bereit mit diesen Folgen zu leben!‘.“ Dieses Mal erklang kein Applaus. Lediglich Haruko schmunzelte als Akira an ihr vorbei ging. Irritiert sah Akane zu ihrem Vater “Papa?“ fragte sie “Warum hat keiner geklatscht? Das war doch eine gute Rede…“ leicht strich ihr Vater Akane über den Kopf “Das liegt daran, dass man so etwas nicht bei einer Einschulung sagen sollte. An einem Tag wie heute sollte sie euch Mut zusprechen und euch nicht verunsichern.“ einen langen Augenblick sah Akane zu Boden, dann sah sie wieder zu ihrem Vater “Papa? Warum ist es ein schlechter Rat so zu leben, dass man nichts bereuen muss?“ einen langen Augenblick sah ihr Vater sie verwundert an, dann lachte er “Da hast du natürlich recht. Das ist kein schlechter Rat!“ Nachdenklich wanderte sein Blick zu Akira und er fragte sich, ob selbst in ihm die Vorurteile gegen diese Frau so tief saßen, dass er einen guten Rat ihrerseits nicht einmal mehr wahrnahm, wenn er selbst für ein Kind so offensichtlich war.
Nachdem die Dorfführung mit ihren Begleitern die Bühne geräumt hatte, erhoben sich die Anwesenden und betraten das Akademiegebäude wo sie sich in der großen Haupthalle versammelten. Dort erwarteten bereits der Leiter der Akademie und Lehrkräften der Schule die neuen Schüler und ihre Familien. Mit seinen grauen Haaren und seinem gütigen Lächeln sah er irgendwie wie ein Opa aus. Zumindest so hatte sich Akane immer vorgestellt, dass ein richtiger Opa wieder dieser Mann aussehen müsste. Noch einmal begrüßte er alle Schüler und Gäste in der Akademie, ehe er die Lehrkräfte vorstellte. Zum Abschluss schließlich, erklärte er wie es von nun weitergehen würde. “Nun nachdem alles gesagt ist, werde ich euch euren Klassen zuteilen. Bitte begebt euch zu den Lehrern welche ich für die einzelnen Klassen vorgestellt habe. Dieser werden euch dann in den Unterricht begleiten.“ Lächelnd, und scheinbar vollkommen wahllos, teilte er die Kinder ihren zukünftigen Lehrern zu, um danach sogleich die Eltern zu verabschieden. Von nun an würden die Kinder seiner Obhut unterstellt sein. Dabei hatten Eltern nichts zu suchen.
Im Gegensatz zu Asami hatte Akane etwas länger gebraucht um sich von ihren Eltern zu verabschieden und war schließlich als letzte in das Klassenzimmer getreten. Zu ihrer Enttäuschung waren die Plätze bei ihrer Schwester bereits alle besetzt. Lediglich am Rand der Klasse, überraschenderweise bei den Fenstern, war noch ein freier Platz zu sehen. Schnellen Schrittes lief Akane zu der Bankreihe und stellte sich vor das schwarzhaarige Mädchen, welches dort saß “Ist der Platz neben dir noch frei?“ fragte sie und lächelte ihr gegenüber freundlich an. Das Mädchen lief rot an und vergrub den Kopf in ihren Armen, während Akane völlig perplex da stand und lediglich ein “Nani?“ hervorbrachte. Doch lange konnte sie sich über das Mädchen keine Gedanken machen, denn der Junge welcher auf dem zweiten Platz neben dem freien Stuhl saß und seine Beine lässig auf den Tisch gelegt hatte erhob das Wort. “Lass dich nicht von Luna-chan irritieren, die ist immer so.“ erklärte er grinsend. Dann neigte er seinen Kopf leicht nach vorne und betrachtete Akane über den Rand seiner Sonnenbrille hinweg “Und natürlich ist für so eine Schönheit wie dich immer Platz an meiner Seite.“ erklärte er mit einem Zwinkern. Mit einem gezwungen Lachen stand Akane da und verfluchte sich innerlich dafür, dass sie so spät in den Klassenraum gegangen war. “Schön zu hören…“ presste sie hervor und schwang sich über den Tisch hinweg auf den Stuhl. Als sie ihre Tasche unter dem Tisch verstaut hatte atmete sie tief durch um sich innerlich wieder zu fangen. Doch noch während Akane versuchte sich mit der neuen Situation abzufinden wurde sie bereits wieder von der Seite angelabert. “Sag mal, wie heißt du eigentlich Schnecke?“ bekundete in diesem Moment der Junge neben Akane sein Interesse an einem engeren Kontakt zu ihr. Ohne Vorwarnung schlug Akane ihm derart hart auf seinen Kopf, dass sich gleich mehrere große Beulen darauf bildeten “Ich bin keine Schnecke! Außerdem stellt man sich zuerst vor bevor man fragt!“ stauchte sie ihn mit einem wütenden Gesichtsausdruck zusammen. Perplex sah der Junge sie über seine verrutschte Sonnenbrille hinweg an und schluckte dann schwer. “Erm … j-ja … klar…“ schnell rückte er seine Sonnenbrille zurecht und warf sich in Pose als sei nichts geschehen. “Mein Name ist Tsubasa Kenta! Und ich werde der erste Kage Taki-Gakures werden!“ erklärte er voller Inbrunst und dem Ton unumstößlicher Überzeugung. Unwillkürlich musste Akane schmunzeln und erwiderte nun wesentlich besser gelaunt “Bakaaaa~! Nur die fünf großen Dörfer dürfen den Titel des Kage vergeben!“ Dann lachte sie fröhlich und erwiderte mit einem Lächeln auf den Lippen. “Ich heiße übrigens Akane. Saisho Akane!“ Einen Moment hielten die beiden Kinder welche Akane gerade erst kennengelernt hatte inne und warfen sich einen Blick zu. Doch sofort fand Kenta seine Selbstsicherheit wieder. “Dann willkommen im Team Super Tsubasa!“ erklärte er voller Überzeugung “Luna-chan macht auch schon mit!“ Leicht hob Luna ihren Kopf und sah zu Kenta “I-I-Ich…“ versuchte sie etwas einzuwerfen, doch dann fiel ihr Blick auf Akane und sie vergrub so schnell sie konnte ihr Gesicht wieder zwischen ihren Händen. Mit forschendem Blick betrachtete Akane Kenta und Luna. “Wirklich?“ fragte sie zweifelnd. Verschmitzt grinste Kenta und deutete auf Luna. “Sie hat nicht widersprochen als ich sie fragte.“ stellte er trocken fest. Fröhlich lachte Akane und erklärte dann spontan ihr Zustimmung zu seinem Vorschlag mit einem “Okay!“ Verwundert sahen Luna und Kenta ihre neue Kameradin an, ehe sie wie aus einem Mund fragen “Wirklich?“ Ein breites Grinsen, von einem Ohr zum anderen, legte sich auf Akanes Gesicht als sie antwortete. “Ihr seid beide total Irre! Das mag ich!“ Eine Wolke dunkler, drückender Depressionen bildete sich über den Köpfen der beiden Kinder. “Irre … ich?“ murmelte Kenta mit monotoner Stimme. Luna hingegen liefen die Tränen über die Wangen während sie “Ich bin nicht Irre…“ schniefte.
Während der folgenden Stunde waren die drei angehenden Shinobi was den Unterricht betraf eher unaufmerksam. Viel zu spannend war es mehr über die neu gewonnenen Freunde herauszufinden. Und so wurden Akane, Kenta und sogar Luna bereits in der ersten Unterrichtsstunde mehrfach von ihrem Lehrer ermahnt dem Unterricht zu folgen. Doch auch der erste Tag an der Akademie verging und so endete schließlich auch die Letzte Unterrichtsstunde. Akane war noch mit ihren neuen Freunden sitzen geblieben und gerade lachten sie und Luna über Kentas Imitation des Lehrers, als Asami sich zu ihnen gesellte. “Und wie fandst du’s? Das war alles so spannend! Ich kann kaum auf Morgen warten!“ sprudelte es aus dem überschwänglichen Mädchen, welches jedoch gleich hinzuzufügte “Ookasan meinte, sie würde uns vor der Akademie abholen. Wie wäre es? Wer zuerst draußen ist! Der Letzte der da ist wird nie Shinobi!“ und ohne zu zögern mit den anderen Schülern aus dem Klassenraum lief. Schnell sprang Akane auf um ihr hinterher zu laufen, doch dann hielt sie inne und winkte ihren neuen Freunden noch einmal zu “Bis morgen!“ rief sie ihnen noch schnell zu und rannte dann Hinter ihrer Schwester her. Ihre Stimme hallte noch im Gang als sie sich über den Frühstart ihrer Schwester beschwerte. “Hey! Das ist unfair Asami-Nee!“
Steckbrief | Jutsu

Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von »Saisho Akane« (8. März 2016, 22:42)

  • Zum Seitenanfang

5

Sonntag, 7. Februar 2016, 21:03

5. Akt: Der Dämon in meiner Brust.

Es war ein sonniger Morgen in Taki-Gakure und Akane war bester Laune. Der Vormittag in der Akademie hatte der angehenden Kunoichi wieder einmal großen Spaß bereitet. Generell hatte sie großen Gefallen an der Schule gefunden, was nicht zuletzt an Kenta und Luna lag mit denen sie sich angefreundet hatte. Was diesen Morgen allerdings für Akane erst richtig spaßig gemacht hatte, was das praktische Training auf den Gelände der Akademie gewesen. Gleichzeitig war dieses Training jedoch auch der Grund gewesen, warum sich Akane nach Ende des Unterrichts nicht wie sonst noch mit ihren Freunden unterhalten hatte, sondern gleich nach Hause eilen wollte. Nicht nur, dass Akane von der Anstrengung völlig verschwitzt war und so schnell wie möglich unter eine Dusche wollte, sie fühlte sich seit dem Training auch nicht sonderlich gut. Dabei wusste sie selbst nicht einmal wie sie es beschreiben sollte. Am ehesten traf es für sie das Wort „Merkwürdig“ oder auch die Umschreibung, dass sie sich „anders Müde“ fühlte. Besser konnte es Akane einfach nicht formulieren. Nicht einmal für sich selbst. So schlenderte sie gedankenverloren vom Gelände der Akademie und hatte bereits das Haupttor erreicht, als sie plötzlich stehen blieb und mit einer Mischung aus Überraschung und Missfallen an sich herab sah. Genervt schlug Akane sich die Hand vor die Augen. “Ach komm schon Akane. So müde bist du doch auch wieder nicht, dass du deine Tasche im Umkleideraum stehen lässt…“ murmelte sie und wand sich um, um noch in die Akademie zurückzulaufen. Sie musste sich beeilen, wenn sie noch an ihre Sachen kommen wollte.
Doch als Akane schließlich den Trainingsplatz erreichte hörte sie ein Stimmgewirr, welches sie innehalten ließ. Schnell verbarg sie sich hinter einem Baum und lauschte auf das Gespräch zwischen den Akademisten auf dem Platz. “Sag mal Kenta-kun warum gibst du dich eigentlich mit dieser Saisho ab? Die sind doch alle Irre. Und mein Papa sagt immer es wäre eine Schande, das sie das Recht in Taki repräsentieren!“ hörte sie die Stimme eines Klassenkameraden. Sie hatte die Stimme schon öfters gehört, sich jedoch nie die Mühe gemacht sich seinen Namen zu behalten. “Sagt meine Mama auch immer. Außerdem wären die mehr Dämon als Mensch.“ erklärte ein Mädchen, dass Akane nicht kannte obwohl es wohl ebenfalls aus ihrer Klasse war. Akane spürte wie Zorn in ihr Aufstieg und ihr Herz schneller zu schlagen begann. Wie konnten sie es nur wagen so über sie und ihre Familie zu sprengen? “Yasotaro-kun ist doch auch mit Asami befreundet und die ist auch eine Saisho!“ hörte sie die Stimme Kentas welcher versuchte sich zu verteidigen. “Der ist aber auch selber Irre…“ erklärte der andere. Akane hörte die darin liegende Missachtung deutlich heraus. Beinahe hätte sie über diese Unverschämtheit laut geflucht, doch schnell hielt sie sich die Hand vor den Mund. “Akane ist wirklich nett!“ hörte sie Kenta erwidern und lächelte unwillkürlich. Wenigstens ihre Freunde verteidigten sie. Beinahe machte sich Erleichterung in ihr breit, als die folgenden Worte das Lächeln auf Akanes Lippen erstarren ließ. “Sie kann doch auch nichts dafür, dass sie ´ne Saisho ist…“ Akanes Herz schien für einen Moment stehen zu bleiben, als sie die Stimme ihrer Freundin Luna erkannte. Wie konnte sie so etwas nur sagen? War sie nicht ihre Freundin? “Denken die Menschen in Taki wirklich so über uns?“ fragte sie sich und stieß sich vom Baum ab. Schnell und unauffällig verließ sie den Platz, damit niemand mitbekam, dass sie das Gespräch belauscht hatte. Auf ihrem Weg nach Hause war das Mädchen derart in Gedanken, dass es nicht einmal mitbekam, dass es von verschiedenen Leuten gegrüßt wurde. “Ich will nicht einfach nur irgendeine Saisho sein … ich bin doch ich …“ Dies war der Gedanke, welcher wieder und wieder in Akanes Geist wiederhallte.
An jenem Abend war Akane derart gedankenverloren und abwesend, dass sie nicht einmal die besorgten Gesichter ihrer Familie bemerkte. Ruhig und völlig in sich gekehrt nahm das Mädchen sein Abendessen zu sich, erhob sich dann Wortlos und zog sich auf sein Zimmer zurück, wo es auf kein Klopfen und Rufen reagierte. Sie lag so lange wach und zermarterte sich das Gehirn über einen Ausweg, ohne zu einem brauchbaren Ergebnis zu gelangen, dass sie am folgenden Tag sogar vorgab krank zu sein, nur um nicht in die Akademie zu müssen. Akane musste mehr Zeit für sich gewinnen. Sie musste über sich, über den Clan und ihre Freunde nachdenken. Zu ihrem Glück stellten ihre Eltern nach dem Vorabend Akanes Unwohlsein auch nicht in Frage und so konnte sie die meiste Zeit des Tages alleine in ihrem Zimmer grübeln. Und tatsächlich fand die junge Kunoichi einen Ausweg für die Misere, in welcher sie sich selbst und den Clan sah. Sie würde sich und ihr Leben grundlegend verändern. Von nun an würde sie ein guter, höflicher Mensch und ein zuverlässiger Shinobi sein. Akane wollte eine Person werden, zu der man Aufblicken konnte. Sie würde alles daran setzen die nächste Leitfigur der Saisho zu werden und sie in eine bessere Zukunft führen als Akira für den Clan hatte erschaffen können. Alles was Akane dafür würde tun müssen, war sich von Grund auf zu ändern und die stärkste Kunoichi des Saisho Clans zu werden. Wie schwer konnte das schon sein?

An jenem Tag begann Akane die lange Reise von der Person die sie war, zu der Person welche sie, zum Wohle ihrer Familie und ihres Clans, werden wollte. Nach und nach arbeitete sie daran immer mehr ihrer alten Angewohnheiten und Marotten abzulegen. Sie studierte penibel ihre Schwächen. Die körperlichen, die geistigen wie auch die charakterlichen, und arbeitete hart daran diese zu beseitigen. Ihr Verhalten wurde mit der Zeit immer zurückhaltender und höflicher, ohne jedoch in irgendeiner Weise unterwürfig zu wirken. Ihre Handlungen wurden währenddessen Zielstrebiger und ihre Leistungen in der Akademie verbesserten sich rapide. So dauerte es nicht lange bis sie, zur Überraschung ihrer Familie, Freunde und Lehrer, bald schon zu den besten Schülern ihres Jahrgangs gehörte. Doch ihr neues verhalten kam nicht bei allen so gut an, wie sich Akane es erhofft hatte. Während sich beispielsweise ihre Freundschaft mit Luna immer mehr vertiefte, beschwerte Kenta sich immer häufiger, dass Akane von Tag zu Tag langweiliger würde. Doch Akane kümmerte das in ihrem Bestreben wenig. Sie hatte den Entschluss gefasst ein guter, angesehener Mensch zu werden. Zuverlässig, höflich und von allen geschätzt. Akane wollte sich und allen anderen beweisen, dass nicht jeder Saisho ein Draufgänger sein musste und sie war sich sicher, dass sie selbst ihr Wesen ändern konnte wenn sie sich nur genug Mühe gab. Doch nur kurze Zeit nachdem sich die ersten Erfolge eingestellt hatten, sollte etwas geschehen, was dem Selbstbewusstsein der jungen Saisho Selbstbewusstsein, wie auch ihrer Überzeugung, einen gehörigen Dämpfer verpassen sollte.

Es war ein sonniger Vormittag, an dem Akanes Klasse sich zum ersten Mal seit Beginn ihrer Ausbildung zu einem Training im großen Baum Taki-Gakures versammelte. Die Stimmung unter den Schülern war an diesem schönen Tag ausgelassen und die Aufmerksamkeit der Schüler bei vielem, aber nicht bei den Ausführungen des Lehrers. “Oi Kenta! Hörst du mir eigentlich zu?“ unwillkürlich war der junge Akademist zusammengezuckt, als sein Klassenlehrer ihn gerufen hatte und kratzte sich nun verlegen am Hinterkopf. “Aber natürlich Yoshio-Sensei!“ erklärte er mit einem breiten Grinsen und lachte betreten, während sein Sensei ihn mit einem bösen Blick bedachte. “Das ist kein Witz! Heute ist unser erstes Training im Wipfel des Baumes! Ihr seid keine Anfänger mehr. Also erwarte ich von euch, dass wir das ganze ohne Unfälle hinter uns bringen!“ Nach dieser Ansage war die Stimmung unter den Akademisten deutlich gesunken und Gemurmel kam auf. “Also! Jeder von euch sucht sich jetzt einen Partner und dann verteilt ihr euch bitte so, dass ihr euch beim Training nicht in die Quere kommt. Falls etwas passiert sind unter euch zwar Netze gespannt, aber ich möchte trotzdem dass ihr vorsichtig sein! Verstanden?“ Ein halblautes und wenig überzeugend klingendes „Hai Sensei“ erklang als Antwort der Akademisten. Innerhalb kürzester Zeit bildeten die Schüler Paare, wobei natürlich versucht wurde mit einem Freund zu trainieren, und verteilten sich über die nahegelegenen Äste des Trainingsfeldes. Wie sie es auch früher schon oft getan hatten, bildeten Kenta und Akane auch zu dieser Gelegenheit ein Trainingspaar. Dies lag nicht nur daran, dass sie befreundet waren, denn das traf auf Luna ebenso zu. Viel mehr war auch die kräftemäßige Ausgeglichenheit zwischen den beiden, welche diese Kombination für das Training recht effektiv machte. “Also dann Akane-chan! Glaub nicht, dass ich mich zurückhalte!“ erklärte Kenta nachdem sie in Kampfposition gegangen waren, wie er es jedes Mal tat. Akane ihrerseits zog als Reaktion darauf einen Kunai und stürzte sich auf ihren Klassenkameraden. Sie waren für das Training ein eingespieltes Team, das auf großartige Absprachen vor dem Kampf verzichten konnte. Man kannte sich einfach. Das klirren von Metall auf Metall erfüllte die Luft als der Kampf der Akademisten begann. Schläge und Tritte wurden ausgeteilt und pariert und jeder von ihnen war in der Lage einige Treffer zu landen, ohne jedoch die Oberhand gewinnen zu können. Es dauerte nicht lange, bis die beiden zum ersten Mal für diesen Tag den Punkt der Erschöpfung erreichten und so gingen sie mit einem Sprung wieder auseinander. Schwer atmend standen sie sich auf nahegelegen Ästen gegenüber und sahen sich herausfordernd an. “Bist du etwa schon müde?“ reizte Akane ihren Partner in dem Bewusstsein, dass Kenta recht leicht aus der Ruhe zu bringen war. Doch zu ihrer Überraschung grinste dieser nur und breitete in einer großmütigen Geste seine Arme aus. “Heute ist mein Tag Akane-chan. Ich werde dich eindeutig besiegen!“ erklärte ohne den Hauch von Zweifel in seiner Stimme. Akane murrte verächtlich ob dieser Ansage. “Das werden wir erst noch sehen!“ fauchte sie zurück. Im gleichen Augenblick sprangen sie von ihren Ästen ab und trafen sich mitten zwischen den Ästen. Doch statt ihren Schlag mit dem Kunai zu parieren, tauchte Kenta geschickt unter Akane hinweg, griff ihre Beine und machte einen Rückwärtssalto mit dem er sie in das Trainingsnetz warf, welches unter ihnen gespannt war. Überrascht von dieser Aktion schlug Akane derart hart im Rettungsnetz auf, dass es die Luft aus den Lungen trieb. Gegen ihren Willen hatte sie bei dem Aufschlag ihren Kunai verloren, welcher sogleich durch die Maschen fiel und in die Tiefe stürzte. Unwillkürlich musste Akane schlucken als sie den Sturz des Kunai verfolgte. Doch noch ehe Akane ihre Gedanken wieder sortieren konnte hörte sie Kentas Stimme sich. “Gewonnen!“ Rief der angehende Shinobi begeistert. “Bin ich unglaublich, oder bin ich unglaublich!?“ Jubelte er überschwänglich und warf sich in Pose. Unwillkürlich legte sich ein Lächeln auf Akanes Lippen und sie setzte gerade mit einem “Du…“ zu einer Erwiderung an, als sie plötzlich von einem Lachen aus dem Konzept gebracht wurde. Suchend sah sie sich um und entdeckte auch wenige Momente später die Quelle des Gelächters. Es war einer ihrer Klassenkameraden, ein durchaus gut trainiert Junge namens Toby, der seit einer peinlichen Niederlage gegen Akane vor der versammelten Klasse auf eine Gelegenheit wartete sich für diese Scham rächen zu können. Er stand auf einem Ast, welcher etwas oberhalb von Kentas Position gelegen war und sah auf die beiden Akademisten herab. Doch zu Akanes Überraschung stand er nicht alleine auf diesem Ast. Neben ihm, an ihren langen Haaren stand ihre Freundin Luna. Ein unheilvolles Grinsen lag auf dem Gesicht des Schülers, als er einen Kunai hervorzog. “Toby-kun?“ fragte Akane völlig perplex, während Kenta die Situation wesentlich schneller zu begreifen schien. “Lass sie los!“ rief er zornig und richtete seinen eigenen Kunai auf den Mitschüler. Doch die Reaktion Tobys fiel anders aus, als Kenta es erwartet hatte. Das Grinsen auf seinen Lippen wurde verächtlich und mit einem Mal hob er Luna an ihren Haaren hoch und hielt sie vor sich in der Luft. Mit Tränen in den Augen und mit den Beinen strampelnd bei dem Versuch irgendwo halt zu finden wollte das Mädchen nach Hilfe rufen, doch gerade als sie den Mund öffnete zischte Toby sie an “Am besten tut jetzt keiner hier etwas unüberlegtes, sonst hat dieses Mädchen hier einen bedauerlichen Unfall…“. Entsetzt weiteten sich die Augen der drei Akademisten als sie nach unten blickten. Ihr Klassenkamerad hielt Luna genau über einer Stele, an der das rettende Netz beschädigt war. Würde er sie jetzt fallen lassen, würde sie in die Tiefe stürzen. In Akanes Kopf wirbelten die Gedanken unkontrolliert durcheinander. Konnte sie den Lehrer verständigen? Oder andere Schüler? Sicherlich nicht ohne, dass dieser Schuft Luna etwas antun würde. Aber was konnte sie tun? Wie um ihre Frage zu beantworten hörte sie in diesem Moment die Stimme Kentas. “Was willst du?“ fragte er mit gepresster Stimme. Ein gehässiges Lachen war die erste Reaktion Tobys, doch dann antwortete er “Nur eine Kleinigkeit. Ich will das du mit einem Kunai da hinten das Halteseil zerschneidest.“ Unwillkürlich wanderte Akanes Blick zu dem Halteseil auf das der Junge deutete und dann wieder zurück zu Luna. ‘Es gibt mehrere gut sichtbare Reservehalterungen. Vermutlich will er mir einen Schrecken einjagen damit ich mich nicht nochmal mit ihm anlege…‘ Ihr Blick wanderte zu Kenta, welcher zögernd das Seil anstarrte. Akanes Blick festigte sich. “Schon in Ordnung Kenta-kun, tu was er sagt!“ rief sie gefasst. Fluchend ließ Kenta den Kunai in seiner Hand kreisen, ehe er nach einem kurzen Nicken Akanes den Kunai auf das Seil warf. Begleitet von dem hellen Singen des reißenden Seiles sackte das Netz merklich ab und entlockte Akane ein überraschtes, wie auch ängstliches, fiepen. Noch während sich Akanes Hände an den Stricken des Netzes festkrallten, hörte sie den Jungen über ihnen Lachen. Er hatte Luna wieder neben sich gestellt und blickte nun auf Akane herab. “Na sieh mal einer an. Du kannst ja doch Angst zeigen. Denk dran wenn du dich das nächste Mal mit mir anlegst…“ mitten im Satz endete sein Hohn und der Ausdruck blanken Entsetzens legte sich auf seine Gesichtszüge, während Akane sich mit einem Mal unerklärlich leicht fühlte. Einige Momente lang fragte sie sich noch, warum sich der Abstand zu ihren Kameraden plötzlich vergrößerte, ehe sie realisierte, dass die morschen Reserveseile unter ihrem Gewicht nachgegeben hatten. Unfähig sich zu bewegen oder etwas von sich zu geben betrachtete Akane aus weit aufgerissenen Augen die ungläubigen Blicke der anderen, während sie in die Tiefe stürzte. Im Fallen peitschen das Mädchen immer wieder Blätter die sie streifte und dünne Äste schnitten wie scharfe Messer durch ihre Arme, welche sie in Panik zu greifen versuchte. Doch sie schaffte es nicht sich zu retten. Sich überschlagend und trudelnd fiel Akane schneller und schneller in die Tiefe. Noch immer trat kein Ton über ihre Lippen. Erst ein unbeschreiblicher Schmerz, welcher durch ihren Körper flutete als ein abgebrochener Ast ihren Rücken von der Schulter bis zum Po hinab aufriss, löste den Schock. Tränen traten in ihre Augen, während die Welt um sie herum langsam in Dunkelheit Versank…

Als Akane ihre Augen wieder öffnete stand sie plötzlich in einem weiten Dschungel. Nebelschwaden wanderten zwischen den Bäumen umher und wenige Meter von ihr entfernt erhob sich eine gewaltige Stufenpyramide aus hellem, glattem Stein. “Wo bin ich hier?“ murmelte Akane verwundert und setzte sich unbewusst in Bewegung. “Von dort oben kann ich bestimmt mehr erkennen…?“ murmelte das Mädchen um sich selbst zu beruhigen, während sie sich daran machte die Pyramide zu erklimmen. Vom Gipfel der Pyramide würde sich sicherlich erkennen können wo sie gelandet war. Akane wusste nicht, wie lange sie gebraucht hatte die Pyramide zu besteigen, doch gefühlt waren es wohl einige Minuten gewesen. Tief atmete sie durch und blickte sich um. Dschungel. Nichts als endloser Dschungel egal in welche Richtung sie auch sah. “Was zur…“ versuchte Akane ihrer Verwirrung durch den Klang ihrer eigenen Stimme Herr zu werden, als das Grollen eines aufkommenden Gewitters, begleitet vom typischen flackernden leuchten zuckender Blitze, ihre Aufmerksamkeit auf sich zog und sie unwillkürlich in den Himmel blicken ließ. Doch im selben Moment in dem sie ihren Kopf hob erstarrte Akane. In den Wolken über der Pyramide wandte und schlängelte sich der leib einer riesigen Schlange, welche auch kurz darauf den Kopf durch die Wolkendecke stieß und nun auf Akane herabblickte. “Ahhhhh … die Zeit ist als endlich gekommen…“ Vernahm Akane eine derart melodische Stimme, wie sie das Mädchen von einer Schlange nicht erwartet hätte. “W-Wer b-bist d-du?“ Mehr als diese gestammte Frage brachte Akane in diesem Moment, verwirrt und verängstigt wie sie war, nicht zu Stande. Ein helles Lachen war die einzige Antwort die sie erhielt, während sich der Schlangenschädel immer weiter aus den Wolken hervorstreckte, bis er schließlich kurz über Akane innehielt. Mit weit aufgerissenen Augen starrte Akane die Schlange über sich an, deren Schädel allein um einiges größer war als sie selbst. “Keine Sorge. Ich werde dich nicht verschlingen Menschenkind. Noch nicht jedenfalls. Hier und heute werde ich dir lediglich zeigen, über welche Macht du verfügen könntest, wenn du es zuließest. Ich werde dir die Augen für eine größere Welt öffnen und dabei dein erbärmliches Leben retten. Wie es danach weitergeht, liegt dann allein in deiner Hand.“ Noch einmal lachte die Schlange auf, ehe eine schwarz violette Masse, welche Akane unwillkürlich an Schleim denken ließ, am Körper der Schlange herabfloss und von dort auf Akane herabtropfte. “Allerdings glaube ich, dass wir uns schon sehr bald wiedersehen werden. Du wirst diese Macht begehren nachdem du von ihr gekostet hast. Ich kann es in deinen Augen erkennen…“ Mit diesen Worten löste sich der Dschungel und jene merkwürdige Welt um Akane auf, wie Papier das in einer Flamme verging.

Mit einem Mal schlug Akane ihre Augen wieder auf. Verwunderte betrachtete sie die Welt, welche plötzlich viel mehr über sich verriet, mit neuen Augen und breitete ihre riesigen Flügel aus finsterem, schwarzviolettem Chakra aus. Im selben Moment wurde ihr Sturz langsamer und ging in einen schnellen Gleitflug über, welcher sie über das Zentrum des Dorfes trug. Ein wundervolles, berauschendes Gefühl von unbeschreiblicher Macht durchströmte den Körper des Mädchens. Mit dieser Macht würde sich Akane über all jene erheben, die immer auf sie herabsahen. Sie würden vor Akane auf ihre Knie fallen und sie anbeten, wie es der Gottheit, welche sie zweifellos war, gebührte. Sie würden … Schockiert hielt Akane inne. Nichts von alledem wollte sie! Diese Gedanken gehörten zweifellos dem Dämonen, welcher in ihr erwacht sein musste. Zornig über die macht, welcher der Dämon über sie zu haben schien unterdrückte jeden Gedanken des Dämonen und mit ihnen auch das Chakra, welches er ihr geliehen hatte. So verschwanden auch die Flügel, welche aus dem dunklen Chakra bestanden hatten, und das Mädchen stürzte im freien Fall den Dächern Taki-Gakures entgegen. Ohne Furcht, jedoch voller Bedauern, betrachtete Akane die Gebäude, welche in rasender Geschwindigkeit größer wurden. ‘Das war‘s also…‘ dachte sie betrübt und schloss ihre Augen. Sie wollte nicht schreiend vor Angst sterben. Sie wollte den Moment ihres Aufpralls nicht kommen sehen. Doch als sie schließlich eine Berührung und einen kräftigen Ruck verspürte konnte sie nicht anders als zu schreien. Schmerzen brandeten durch Akanes Körper und sie spürte wie ihre Bewegung schlagartig die Richtung veränderte. ‘Ich glaube ich sollte keinen Schmerzen haben wenn ich tot bin…‘ dachte das Mädchen verwirrt und öffnete vorsichtig ein Auge. Doch was sie nun sah, raubte ihr den Atem. Sie blickte in das Gesicht ihrer Mentorin, welche in diesem Moment zu ihr herabsah und sie sanft anlächelte. “Ich glaube du bist ein Mädchen mit sehr viel Glück…“ kurz betrachtete Akira Akanes Gesicht in dem sich Schmerz, Verwunderung und ein gehöriger Schock abzeichneten und küsste sanft die Stirn des Mädchens “Keine Sorge. Wir sind gleich im Krankenhaus. Alles wird gut.“ Diese Worte waren das letzte, was Akane vernahm ehe ihr Geist sich in die dunkle Sicherheit der Bewusstlosigkeit flüchtete.

Als Akane wieder zu sich kam, fand sie sich in einem hellen, steril wirkenden Raum wieder. Benommen stellte sie fest, dass sie in einem Bett lag und ihr Körper von Verbänden bedeckt war. Was sie dabei am meisten irritierte, war die Tatsache, dass sie auf dem Bauch lag und der Kopf von einem Kissen derart gestützt wurde, dass Akane ihn nicht drehen konnte. Während ihre Ohren ihr erst nach diesen Erkenntnissen mitteilten, dass der raum von einem leisen, regelmäßigen Piepsen erfüllt war, senkte das Mädchen ihren Blick. Unwillkürlich zuckte sie zusammen, was sie trotz der Schmerzmittel, sofort bereute. Neben ihrem Bett auf einem Stuhl saß ihre Schwester Asami und war mit dem Kopf auf dem Bett eingeschlafen. Ein Müdes Lächeln legte sich auf Akanes Lippen während das Piepsen des Überwachungsgerätes, welches durch den kurzen Schrecken deutlich an Tempo zugelegt hatte, sich wieder beruhigte. Gerade wollte Akane ihre Augen wieder schließen um noch etwas zu schlafen, als sie Schritte vernahm welche sich durch den Raum bewegten. Zu ihrer Überraschung trat in diesem Augenblick die Clanshüterin in ihr Sichtfeld und blieb neben Akanes Bett stehen. “Was ist passiert?“ bei dieser Frage verschwand das Lächeln, welches sich auf Akanes Lippen gebildet hatte nachdem sie ihre Mentorin erkannt hatte, schlagartig. Leicht senkte Akane den Blick “Hast du etwas wie ganze Zeit hier gewartet während ich geschlafen habe?“ fragte sie und versuchte ihre Stimme dabei so klingen zu lassen, als fühlte sie sich von dieser Aufmerksamkeit geehrt. Doch statt auf die Worte der jungen Akademistin einzugehen, verengten sich Akiras Augen. Ärger klang in ihrer Stimme mit als sie Akane noch einmal aufforderte zu sprechen. “Hör zu Akane, das ist eine Ernste Sache. Das Halteseil des Netzes, welches euch vor einem Absturz in die Tiefe retten sollte, war durchschnitten und das Sicherungsseil zerrissen. Als Clanshüterin kann und werde ich diese Angelegenheit nicht einfach auf sich beruhen lassen. Was also ist gestern auf dem Trainingsgelände passiert?“ Mit einem müden Blick, in dem etwas Trauriges lag, sah Akane zu Akira auf. Dies war die Gelegenheit Akira alles zu erzählen. Ihr zu berichten wie ein Mitschüler Luna bedroht hatte und so ihren Freund Kenta dazu gezwungen hatte das Halteseil zu beschädigen. Wenn sie das tat, würde Tobi von der Akademie fliegen und sie noch mehr hassen. Und die anderen Kinder in der Akademie? Vermutlich würden sie nicht mehr mit ihr Trainieren, weil sie fürchten würden, dass ein Fehler vom Clan bestraft würde. Langsam und mit sichtlicher Mühe schüttelte Akane den Kopf “Es war ein Trainingsunfall. Ein verirrter Kunai hat das Seil getroffen und das Sicherungsseil ist dann einfach gerissen. Vermutlich war es beschädigt oder zu alt…“ erschöpft hielt sie inne. “Also ein Fehler der Kunoichi die das Trainingsgelände überwacht und wartet…“ hörte sie Akiras Stimme. Erschrocken schüttelte Akane heftig den Kopf und stöhnte dann unter den plötzlichen Schmerzen. “Das Trainingsgelände ist einfach zu groß für eine Person. Dafür kann sie doch nichts. Wenn dann sind wir daran schuld…“ Sie hörte sie ungläubige Stimme Akiras “Wir sind daran schuld?“ Leicht nickte Akane “Wir sind der größte Clan Taki-Gakures. Wir hätten dabei helfen müssen das Trainingsgelände in Ordnung zu halten…“ erwiderte sie mit leiser Stimme. Nur mit Mühe und viel Willenskraft gelang es ihr noch bei Bewusstsein zu bleiben. Kurz herrschte Schweigen im Raum, ehe sie Akira lachen hörte “Ein Trainingsunfall also. Ich hoffe dieser Junge ist es wert Akane-chan…“ Langsam umfing Akane wieder die Dunkelheit, als sie geflüstert erwiderte. “Das hoffe ich auch…“ Dann versank sie wieder in der schützenden Bewusstlosigkeit. Mit langsamen Schritten ging Akira zu Akanes Bett und ging daneben in die Hocke. Sanft strich sie ihrem Schützling über den Kopf und küsste sie dann auf die Stirn. “Du bist ein gutes Mädchen Akane-chan“ sagte sie leise. “Sie ist ein Idiot …“ murrte in diesem Moment Asami neben ihr. Das Lächeln auf Akiras Lippen wurde zu einem breiten Grinsen als sie Asami durch die Haare wuschelte. “Ja, das ist sie zweifellos. Pass bitte gut auf sie auf. Ja?“

6. Akt: Weil du meine Schwester bist.

Dunkel und schwer war das Wolkenmeer, welches an diesem Tag über Taki-Gakure die Sonne verfinsterte. Dichter Regen stürzte daraus gen Erde und verhüllte alles, was mehr als einige Schritte entfernt war in einem grauen Schleier. Niemand der es vermeiden konnte verließ an diesem Tag sein Haus, und die die es taten, waren bereits nach wenigen Metern bis auf die Knochen durchnässt.
Mitten in dieser versunken Welt, in welcher das Rauschen des schweren Regeln jedes Geräusch überlagerte, saß Akane auf einem der höchsten Äste des großen Baumes von Taki-Gakure und starrte mit leicht ausgestrecktem Arm in den schwarzen Himmel. ‘Wenn der Himmel nur noch ein wenig tiefer sinkt, kann ich die Wolken berühren…‘ Langsam ließ das Mädchen den Arm sinken. Seit jenem Tag auf dem Trainingsgelände fühlte sich Akane oft einsam und verloren. An solchen Tagen wie heute war es allerdings noch schlimmer als sonst. An solchen Tagen rückte die Welt, mit all ihren Geräuschen und allem womit sich das Mädchen für gewöhnlich ablenkte, in unendliche Ferne und ließ sie mit jener Frage alleine, welche sie seit dem Tag auf dem Trainingsgelände verfolgte. ‘Was habe ich falsches getan, dass es so weit kommen konnte?‘ Hatte sie verdient, was geschehen war? Lag es an etwas was Akane gesagt oder getan hatte? Lag es an etwas was ihr Clan getan hatte? Oder lag es daran wofür ihr Clan stand? Leise seufzte das Mädchen und senkte den Kopf. Und was sollte sie dagegen tun? Konnte sie überhaupt alleine etwas erreichen? Seit dem Unfall hatte Akane versucht eine andere Person zu werden. Sie wollte ein besserer Mensch werden. Jemand der respektiert und geachtet wurde. Doch mehr und mehr breiteten sich in Akane Mutlosigkeit und das Gefühl, von niemanden in ihren Bemühungen ernst genommen zu werden. Besonders ihre Familie, ganz vorne mit dabei Asami, welcher es scheinbar einen heidenspaß bereitete Akane wann immer sie konnte zu ärgern und damit aufzuziehen, dass sie sich ja nur verstelle, zeigten wenig Verständnis für die Bemühungen des jungen Mädchens. Bei diesem Gedanken verfinsterte sich Akanes Miene. Wieso verstanden sie Akane einfach nicht? Wieso glaubte ihr niemand, dass sie sich wirklich aus tiefstem Herzen ändern wollte? Ein weiteres Seufzen ging im Rauschen des Regens unter. Wenn Akane ehrlich zu sich selbst war, hatte sie es sich nicht derart schwierig vorgestellt sich selbst zu ändern, als sie ihren Entschluss gefasst hatte. Plötzlich zuckte sie zusammen, als eine Stimme hinter ihr erklang. “Du bist echt unmöglich!“ Mit einem gewissen Missfallen spürte Akane, wie das stetige trommeln des Regens auf ihrer Haut verschwand. Langsam wand die den Kopf und betrachtete ihre Schwester Asami, welche mit einem großen Schirm in der Hand neben sie getreten war, mit einem Abweisenden Blick. “Was willst du denn hier?“ Ohne es zu wollen hatte Akane ihre Schwester schroff angefahren und wand sich nun leicht beschämt über ihr eigenes Verhalten wieder ab. Mit roten Wangen, aber noch immer finsterer Miene starrte sie ins Nichts. “Na das ist mal eine Begrüßung. Ich wollte nur nach meiner kleinen Schwester sehen…“ erwiderte Asami gespielt beleidigt, blieb jedoch neben Akane stehen. Unwillkürlich wurde Akanes Blick weniger verschlossen, doch sah sie weiter demonstrativ in eine andere Richtung. “Das hast du dann ja jetzt und kannst wieder gehen.“ erklärte sie mit tonloser Stimme und so leise, dass Asami es beinahe nicht verstehen konnte. ‘Ganz genau! Geh nach Hause und lass mich alleine! Genau wie alle anderen!‘ Es war doch immer so. Jeder hatte ständig irgendetwas Wichtigeres zu tu, als sich mit Akane zu beschäftigen. Ihr Vater, ihre Mutter, Guro und ganz besonders Akira, zu welcher Akane seit dem Vorfall auf dem Trainingsgelände versucht hatte eine Verbindung aufzubauen, schafften es nicht Akane das Gefühl zu vermitteln, dass sie sich Zeit für sie nahmen. Und Akane beschloss, dass sie es auch ohne die Hilfe anderer schaffen würde. Sie brauchte niemanden zur Verwirklichung ihres Planes. ‘Nichts hat sich geändert.‘ Unwillkürlich zuckte Akane zusammen, als sie die Hand ihrer Schwester auf ihrer Schulter spürte, und sah zu Asami nun direkt an. Sie erkannte die Sorge im Blick ihrer Schwester, das Mitgefühl welches Asami ihr entgegenbrachte und die Zuneigung, welche sich gegen Akanes Willen bis in ihr Herz ausbreitete. Ein schwaches Lächeln legte sich auf Akanes Züge, doch ihre Lippen blieben verschlossen. “Was ist denn los Akane-chan?“ fragte Asami in diesem Moment und legte ihren Arm um Akanes Schultern. Unbewusst lehnte sich Akane sacht an Asami und legte ihren Kopf auf die Schulter ihrer Schwester. Sekunden saßen sie einfach nur so da, ehe Akane schließlich zu sprechen begann. “Glaubst du es ist möglich sich zu ändern Nee-chan?“ fragte Akane mit leiser Stimme und schloss ihre Augen. Sie spürte wie Asami sie ein wenig fester drückte. “Ich hab keine Ahnung. Aber ehrlich gesagt finde auch ich nicht, dass du dich ändern müsstest.“ Ein ehrliches, jedoch auch trauriges Lächeln legte sich auf Akanes Züge. “Du weißt wieso ich das will…“ flüsterte sie so leise, dass es Asami um ein Haar nicht über das Rauschen des Regens verstanden hätte. “Klar weiß ich das…“ erwiderte Asami scheinbar ungerührt. “Nur find ich dummerweise, dass du für das was du vorhast genauso wie du bist bereits perfekt bist…“ Unwillkürlich öffnete Akane ihre Augen und sah ihre Schwester ungläubig an. Lange Momente kämpfte sie vergebens mit ihren Tränen, dann begann sie leise zu weinen. “Baka…“ flüsterte Asami lächelnd und strich ihr beruhigend über den Kopf “Ist doch kein Grund zu weinen du Heulsuse…“ erklärte sie lächelnd “Ich bin mir sicher, dass du zu dem Menschen werden kannst der du sein willst, wenn du dir Mühe gibst!“ Mit großen Augen sah Akane nun zu ihrer Schwester auf, während die Tränen über ihre Wangen rannen. “Aber sieh gefälligst zu, dass ich dabei meine Schwester nicht verlieren klar?“ setzte Asami noch einmal nach und küsste ihre Schwester auf die Stirn. In diesem Moment brachen bei Akane alle Dämme und sie warf sich in die Arme ihrer Schwester. Hemmungslos begann sie zu weinen und vergrub ihr Gesicht an der Brust ihrer Schwester. Sie schämte sich fürchterlich dafür, wie sie sich verhalten hatte und was sie gefühlt hatte. Wie hatte sie nur vergessen können, dass egal was geschehen würde Asami immer an ihrer Seite war? Sie waren Schwestern, sie würden immer füreinander da sein. “Gomenasai!“ schrie Akane ihre Scham zwischen hemmungslosen Schluchzen heraus. “Gomenasai! Gomenasai!“ Nie wieder würde sie es vergessen. “Gomenasai!“ Sie spürte wie tropfen auf ihr nasses Haupt tropfen und sah auf. Auch Asami rannen die Tränen übers Gesicht. Doch im Gegensatz zu Akane grinste sie als sie in ihrer gewohnt fröhlichen Stimme ein “Baka!“ erwiderte. Ohne zu wissen warum, und ohne in ihrem Schluchzen innezuhalten, lachten die beiden Mädchen und schlossen einander erneut in die Arme.

7. Akt: Der Tag der Siegelzeremonie

Von der Fülle der Eindrücke überwältigt wanderte Akane staunend durch den großen Garten des Clans Anwesens. Bäume, Mauern und Wege waren festlich geschmückt und dekoriert und überall standen und liefen Mitglieder des Saisho-Clans umher. ‘Ich wusste nicht einmal, dass unser Clan so viele Mitglieder hat!‘ schoss es der leicht überforderten Akademistin beim Anblick der vielen geschäftigen Menschen durch den Kopf. ‘Die meisten sind wohl normalerweise auf Missionen unterwegs…‘ spann sie den Gedanken weiter und versank dabei immer mehr in ihren eigenen Überlegungen. Die Welt um sich herum war schnell vergessen während sie darüber grübelte, wie viele von diesen Shinobi sie wohl noch nie selbst getroffen hatte. Doch bereits die ersten kurzen Momente der Unachtsamkeit wurden dem Mädchen bereits zum Verhängnis. Unvorbereitet prallte sie auf ein Hindernis, verlor ihr Gleichgewicht und landete unsanft auf ihrem Po. Überrascht und erschrocken sah Akane zu dem hochgewachsenen alten Mann auf, welcher in einem festlichen Gewand vor ihr stand und sie mit gütiger Miene anlächelte. “Aber, aber, Akane-chan! Wer wird denn so in Gedankenverloren durch unseren Garten wandeln!“ begrüßte der Anführer des Saisho-Clans das vor Ehrfurcht erstarrte Mädchen. Seine Stimme war warm, freundlich und von solchem Verständnis erfüllt, dass Akane bei seinen Worten rot anlief. “Gomenasai! Mikomi-sama!“ hauchte sie völlig überfordert, ohne Anstalten zu machen sich noch einmal zu erheben. “Ich werde ab jetzt besser aufpassen wohin ich laufe!“ Mit einem amüsierten Lächeln sah der alte Mann auf Akane herab “Keine Sorge mein Kind! Es ist nichts geschehen. Allerdings solltest du versuchen dich etwas zu beruhigen, schließlich ist heute dein großer Tag. Nicht wahr?“ mit diesen Worten wand er sich von Akane ab und begab sich ruhigen Schrittes zu der großen Tribüne, welche eigens für die Feierlichkeiten des heutigen Tages errichtet worden war. Mit hämmerndem Herz sah Akane den Anführer der Saisho hinterher. Noch immer war sie unfähig sich zu rühren, geschweige denn sich noch einmal zu erheben. Doch zu Akanes Glück riss sie im nächsten Moment auch schon die Stimme ihres Vaters, welcher sie dazu aufforderte endlich den für sie vorgesehen Platz in den Reihen der Saisho einzunehmen, aus ihrer Schockstarre. Schnell rappelte sich Akane, mit noch immer vor Scham gerötetem Gesicht, auf und fand sich in der Aufstellung ein, welche sich vor der Tribüne gebildet hatte.

Zusammen mit den anderen Jungen und Mädchen, welche an diesem Tag ihre Mündigkeit vor dem Clan erhalten sollten, standen Akane und ihre Schwester Asami in der ersten Reihe. Mit großen Augen betrachteten sie alle das Geschehen auf der großen Bühne und bestaunten dabei das überaus eindrucksvolle Bild, welches sich ihnen dort darbot. Im Zentrum der Bühne saß der Clans Führer auf einem hölzernen Thron, eingerahmt von Akira, welche als Clanshüterin zu seiner Rechten stand, und Akanes Vater, welcher als Anführer des Rates den Bewahrer des Wissens vertrat, einer Position welche derzeit ebenfalls Akira innehatte. Noch ein wenig weiter zurückversetzt standen die sechs Mitglieder des Rates, welche die Macht des Clans verkörperte die hinter den Entscheidungen des Clans Ältesten stand. Alle waren sie in die Traditionellen Gewänder des Clans gehüllt, wie sie ihrer Position entsprach. Der Clans Führer trug ein goldenes Gewand mit roten Applikationen und dem schwarzen Wappen des Clans auf seinem Rücken. Akira trug ein vollständig schwarzes Gewand, auf welchem das Symbol auf ihrem Rücken in leuchtendem Rot erstrahlte. Akanes Vater hingegen trug ein vollständig weißes Gewand, mit einem schwarzen Symbol auf dem Rücken. Die Ratsmitglieder hingegen trugen leuchtend rote Gewänder mit schwarze Symbol, welche sich von den Gewändern einfacher Clans Mitglieder lediglich durch die weißen Applikationen unterschieden. Diese waren bei gewöhnlichen Clans Mitgliedern Schwarz. Auch Akane trug an diesem Tag jenes rote Gewand, welches mit den schwarzen Applikationen und dem schwarzen Wappen auf dem Rücken, einen sehr aggressiven Eindruck hinterließ. Nervös nestelte das Mädchen, mit ihren hinter dem Rücken verschränkten Händen, an ihrem Ärmel herum und versuchte ohne Erfolg ihre Fassung wiederzuerlangen. Akane würde an diesem Abend als erste die Bühne betreten und den Eid der Saisho leisten, bevor das provisorische Siegel auf ihrem rechten Arm durch das richtige Siegel ersetzt werden würde. Aus dieser Gegebenheit der jährlichen Siegelzeremonie war auch die Tradition entstanden, dass die festlichen Gewänder der Saisho über keinen rechten Ärmel verfügten. Nachdem der Clans Führer seine Eröffnungsrede beendet hatte und zur Begrüßung jener überging welche in diesem Jahr zum ersten Mal das Siegel erhalten würden, schluckte Akane noch einmal schwer und straffte sich unbewusst. “… aus diesem Grund wird in diesem Jahr Akane-san, die jüngste Tochter des Vorsitzenden unseres Rates, den Schwur als erste ablegen!“ Als Akane diese Worte vernahm wurde ihr mit einem mal bewusst, dass sie vor Nervosität nicht das Mindeste von der Rede des Clans Führers mitbekommen hatte. Noch einmal versuchte Akane vergebens den Klos in ihrem Hals herunter zu schlucken, dann setzte sie sich mit weichen Knien in Bewegung. Jeder ihrer Schritte auf dem Weg zur Bühne kam ihr unnatürlich steif und ungelenk vor und ihr Herz pochte derart heftig in ihrer Brust, das sie glaubte jeder müsse es sehen können. Innerlich verfluchte Akane jene Worte, welche sie so lange mit Akira und Guro geübt hatte, die ihr nun mit Macht zu entfliehen versuchte. In diesem Moment wünschte das junge Mädchen sich nichts sehnlicher, als dass sie zu jener Gruppe gehören würde, welche von ihrem Vater unterwiesen worden war. Die anderen Kinder, unter ihnen auch ihre Schwester Asami, würden lediglich den Eid den Akane mit lauter, fester Stimme aus ihrem Gedächtnis rezitieren musste nachsprechen müssen. Eine Aufgabe, welche bei der herrschenden Nervosität sicherlich schon nicht so einfach war, aber verglichen mit dem was Akane bevorstand ein Kinderspiel war. Als Akane schließlich oben angekommen war, verbeugte sie sich, wie es die Tradition erforderte, zuerst vor dem Clans Führer, dann vor dem Clans Hüter, gefolgt von dem Bewahrer des Wissens und schließlich vor den Ratsmitgliedern. Dabei blieb Akanes Blick einen langen Augenblick an Akira hängen, welche mit maskenhaften Zügen, und ohne sichtbare Regung, stur nach vorne auf die versammelten Mitglieder des Saisho-Clans blickte. Als sie die Traditionelle Begrüßung schließlich abgeschlossen hatte, wand sich Akane um und betrachtete die anwesenden Clans Mitglieder, welche in Reih und Glied vor der Bühne standen und mit ernsten Gesichtern zu ihr auf sahen. Lediglich Asami schenkte ihr für einen kurzen Augenblick ein aufmunterndes Lächeln. Für einen Augenblick zögerte Akane, doch dann erhob sie ihre rechte Hand, ballte sie zur Faust und legte sie auf ihre linke Brust. “Hiermit schwöre ich, bei meiner Ehre, meinem Leben und den Göttern, …“ begann sie mit lauter und fester Stimme zu sprechen, wobei sie versuchte nicht auf die Menschen zu achten, welche in diesem Augenblicken den ersten Teil des Schwures wiederholten. “…den Befehlen meines Clans Führers zu folgen, dem Clan der Saisho treu zu dienen und das Dorf und seine Bewohner zu beschützen!“ Wieder erklang der Schwur der Clans Mitglieder, wie ein Wiederhall ihrer eigenen Worte, während Akane sich einmal mehr fragte, wie diese Reihenfolge wohl ihren Weg in den Schwur der Saisho gefunden hatte. Nach dem Verständnis der jungen Akademistin gehörte der Clan eindeutig vor seinem Führer genannt. Ebenso gehörte das Dorf doch eigentlich an die erste Stelle des Eides. Ebenso erstaunlich fand sie es ebenfalls, dass Taki im Eid gar nicht namentlich genannt wurde und es für den Schwur somit überhaupt keine Rolle spielte, in welchem Dorf er gesprochen wurde. Doch als der Widerhall des Eides verklungen war, setzte sich der Ablauf bereits weiter fort. Langsam wand sich Akane um und kniete vor den Clans Führer der Saisho nieder “Bei meiner Seele schwöre ich, Saisho Akane, meine Treue!“ vollendete sie den Eid. Den letzten Teil des Eides, welcher einen persönlichen Schwur gegenüber dem Anführer des Clans darstellte, würden nach Akane auch alle anderen ablegen müssen, bevor ihr Siegel gesetzt, oder erneuert wurde. Für wenige Augenblicke herrschte Stille nachdem Akane den Eid vollendet hatte, ehe Mikomi seine Stimme erhob. “Erhebe dich Kriegerin der Saisho.“ Befahl er mit tragender Stimme und Akane tat, wie ihr geheißen wurde. Er jetzt bemerkte das Mädchen, dass die Clanshüterin der Saisho neben sie getreten war. Auf das was nun geschehen sollte, hatte sie Akira besonders intensiv vorbereitet. Akane spürte wie sich Akira Hände auf ihren nackten Oberarm legte und fühlt die beruhigende Wärme, welche von ihnen ausging. Doch schon wenige Momente später wurde aus der Wärme von Akiras Händen, eine Wärme welche sich in Akanes Arm zu sammeln schien. War sie am Anfang noch angenehm, wurde die ansteigende Hitze schnell unangenehm, dann schmerzhaft, und schließlich fühlte sich Akanes Arm an, als würde er von innen heraus verbrennen. Wäre sie nicht darauf vorbereitet gewesen, hätte Akane in diesem Moment wohl geschrien. Doch ihr war eingetrichtert worden, dass sie ihren Schmerz nicht zeigen durfte und so biss sie die Zähne zusammen und starrte mit ausdrucksloser Miene in das Gesicht des Clans Führers. Dann, von einem auf den anderen Moment, endete der Schmerz ohne jede Vorwarnung und Akira trat einen Schritt zurück. “Saisho Akane! Mit dieser Zeremonie wirst du im Kreis der Krieger unseres Clans aufgenommen! Erweise dich dem Clan als würdig und beschütze deine Familie und unser Dorf mit all deiner Kraft!“ Erklärte sie feierlich, und zu Akanes Überraschung, ohne Erwähnung des Clans in ihrer Wortwahl. Dann nahm sie von einem der Ratsmitglieder zwei Zweihand-Claymore entgegen und rammte sie vor Akane in die Bühne. “Ergreif deine Waffen!“ forderte sie Akane auf und trat dann zur Seite. Mit ungläubiger Mine betrachtete Akane die beiden gewaltigen Schwerter. In diesem Moment zweifelte sie daran, dass sie sie überhaupt von der Bühne tragen konnte, geschweige denn irgendwann als Waffen führen. Doch schnell wurde ihr wieder bewusst, dass auch das noch Teil der Zeremonie war. Eins nach dem anderen zog sie mit großer Mühe die Schwerter aus der Bühne und trug sie in ihren Armen, sie wie ein großes Paket haltend, zurück an ihren Platz. Als sie dort schließlich angekommen war, zitterte Akane am ganzen Körper. Zum einen wegen der gewaltigen Anspannung welche allmählich von ihr abfiel, zum anderen wegen der Anstrengung welches es bedeutete ihre neuen Schwerter im Arm zu halten, bis die Zeremonie beendet sein würde.

Erst als die Zeremonie endlich zu Ende war, wagte Akane es ihre Schwerter vor sich abzustellen. Erschöpft von der Anstrengung atmete sie erst einmal durch und sah sich, nun etwas gelöster, unter den anderen Teilnehmern um. Die Zeremonie hatte sich zum Schluss derart in die Länge gezogen, dass Akane mehrfach befürchtet hatte, dass sie die Last ihrer Schwerter nicht mehr halten konnte und einfach unter dem Gewicht zusammenbrechen würde. So war es wenig verwunderlich, dass Akane sich völlig fertig fühlte. Doch als ihr suchender Blick schließlich Akira fand, stellte Akane fest, dass es ihrer Mentorin nach den Anstrengungen nicht wesentlich besser zu gehen schien als ihr selbst. Die Clanshüterin wirkte bleich und erschöpft, und an jenen Stellen welche nicht von Kleidung bedeckt waren, konnte man den Schweiß an ihrem Körper glänzen sehen. ‘Kein Wunder‘ dachte Akane bei sich. ‘Schließlich musste Akira die ganzen Siegel setzen...‘ Unwillkürlich drängte sich Akane die Frage auf, warum das wohl so war. Lediglich durch die Clanshüterin die Siegel setzen zu lassen, bedeutete erhebliche Belastungen für sie und würde den Clan, sollte er noch weiter anwachsen, vor größere logistische Probleme stellen. Doch viel weiter kam sie ihren Gedanken nicht, denn in diesem Moment schob sich die massige Gestalt ihres Vaters vor sie und verdeckte damit den Blick auf die Clanshüterin. Überrascht stellte Akane fest, dass sich mittlerweile ihre Familie um sie und ihre Schwester Asami versammelt hatte. Lachend und scherzend standen ihre Eltern und Brüder in einem großen Kreis um sie herum, gratulierten den beiden Mädchen und ließen es sich nicht nehmen ein paar Spitze Bemerkungen zu Akanes neuen Schwertern zu machen. ‘Wer kann ihnen das auch verdenken…‘ dachte Akane bei sich und betrachtete missmutig die gewaltigen Klingen, welche nun vor ihr im Boden steckten. ‘Ich bin kaum in der Lage diese Dinger zu tragen, wie soll ich jemals lernen mit ihnen zu kämpfen?‘ Prüfend betrachtete sie ihren Vater. Akane war bewusst, dass die Vorschläge für die Waffen welche die Kinder in Zukunft führen sollen in erster Linie von deren Eltern und Mentoren stammten und fragte sich, ob diese Idee wohl von ihrem Vater stammte. Seduko hatte den Blick seiner Tochter bemerkt und kratzte sich nun verlegen am Hinterkopf. “Akira-sama hat darauf bestanden, dass du sie bekommst…“ erklärte er entschuldigend. Verwirrt sah Akane zu den Schwertern. “Die waren Akira-Nee’s Idee?“ murmelte sie, mehr zu sich selbst als ihren Vater gerichtet. Kurz grinste ihr Vater sie an, ehe er beschloss das Gespräch zu vertagen. “Also dann! Wir sollten uns an den Vorbereitungen für das Fest beteiligen! Heute Abend feiern wir die neusten Mitglieder unseres Clans!“ Rief er gut gelaunt und nahm seine beiden Töchter auf die Schultern.
Steckbrief | Jutsu

Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von »Saisho Akane« (8. März 2016, 22:43)

  • Zum Seitenanfang

6

Sonntag, 7. Februar 2016, 21:03

8. Akt: Abkürzungen auf dem Weg des Lebens

Vollkommen außer Atem stand Akane ihrem Bruder gegenüber und versuchte verzweifelt ihre Claymore ein letztes Mal anzuheben um seinen Angriff zu parieren. Dabei machte es dem Mädchen so sehr zu schaffen, dass sie den Angriff zwar kommen sah, aber nicht in der Lage war ihre Schwerter zu bewegen, dass sie nicht einmal auf die Idee kam stattdessen auszuweichen. Vergeblich kämpfte sie mit dem Gewicht ihrer Schwerter, ohne damit etwas zu erreichen. So kam es, dass sie die beiden Claymore erst im letzten Moment fallen ließ und ihre Arme schützend vor sich hielt. In dem Bewusstsein, dass es zu spät war zu reagieren schloss Akane die Augen und wartete auf den Schlag welcher sie unweigerlich von den Beinen reißen würde. Doch sie wartete vergebens auf den Schmerz. Langsam öffnete Akane ihre Augen und sah, dass jemand Guros Stab kurz vor ihrem Gesicht aufgehalten hatte. Vor Verblüffung und Schreck wie betäubt, landete sie auf ihrem Hintern. “Ach komm schon Akane!“ hörte sie in diesem Moment die Stimme ihres Bruders, welcher von ihrer Reaktion ziemlich enttäuscht schien. “Wir machen das hier bestimmt schon seit einer Woche und du macht nicht die geringsten Fortschritte! Du kannst dich nicht darauf ausruhen, dass du die gute Tochter bist. Asami hat dich mittlerweile längst abgehängt!“ Akanes Blick legte sich auf Asami und ihren Vater, welche ein Stück weiter zusammen trainierten. “Vielleicht würde ich größere Fortschritte machen wenn Papa sich nur halb so viel um mein Training gekümmert hätte, wie um Asamis!“ Erklärte sie ruhig, aber mit nicht zu überhörender Unzufriedenheit in ihrer Stimme. “Oder wenn ich Waffen hätte, die halbwegs zu mir passen würden…“ unwillig stieß sie eines der Claymore mit dem Fuß an “… oder die ich zumindest halbwegs führen könnte…“ Im selben Moment in dem Akane das gesagt hatte, ließ die Hand den Stab los. Ohne es zu wollen schlug Guro, welcher noch immer unbewusst die Spannung gehalten hatte, Akane damit auf den Kopf. “Aua~“ beschwerte diese sich und rieb sich den Kopf. “Dabei habe ich diese Schwerter extra für dich fertigen lassen…“ hörte Akane eine, eingeschnappt wirkende, weibliche Stimme in diesem Moment über sich und unwillkürlich weiteten sich ihre Augen. In diesem Augenblick wurde Akane klar, dass es Akira gewesen war, welche den Angriff aufgehalten hatte. Ungläubig betrachtete sie die Clanshüterin, welche sich nun herabbeugte und die beiden Schwerter vom Boden aufhob. Genervt registrierte Akane, dass die Waffen dabei in Akiras Händen furchtbar leicht wirkten. “Wenn ich so stark wie du wäre wär das auch viel einfacher!“ grummelte Akane mit leicht verschüchterter Stimme, jedoch innerlich noch immer aufgebracht. Unwillkürlich reagierte die Clanshüterin auf diese Ansage mit Erheiterung. “Ich bin nicht stark Akane-chan. Im Gegensatz zu dir, liegt mir das nicht. Mit ein wenig Training wirst du schon bald stärker sein als ich…“ erklärte sie lachend und wog dabei Akanes Claymore abschätzend in ihrer Hand ab. Als sie geendet hatte, warf sie die Schwerter in die Luft, so dass sie sich drehten und Akira sie an den Spitzen auffangen konnte. Grinsend hielt sie Akane die Schwerter mit den Griffen entgegen. Eingeschnappt machte Akane dicke Backen und ergriff die beiden Schwerter. “Wenn das so wäre könntest du die Schwerter wohl kaum so halten, während ich sie immer noch kaum anheben kann!“ fauchte sie eingeschnappt. Einen Augenblick war Akira irritiert, dann bedachte sie Guro mit einem strengen Blick. “Sag mal was bringst du Nichtsnutz von einem Schüler der Kleinen eigentlich bei?“ fragte sie in einem Tonfall, welcher nichts anderes als eine Fangfrage vermuten ließ. Doch Guro, welcher sich keiner Schuld bewusst war, reagierte lediglich verwirrt. “Taijutsu?“ Fragte er in einem Tonfall, welcher darauf schließen ließ, dass er sich des Fallstricks dieser Frage zwar bewusst war, aber keine Ahnung hatte wie dieser wirklich aussehen könnte. Genervt schüttelte Akira den Kopf und ließ die beiden Klingen los, welche darauf hin trotz Akanes Anstrengungen auf dem Boden aufschlugen. “Auf diese Weise dauert es ja Jahre bis Akane auch nur eines dieser Schwerter sinnvoll führen kann!“ erklärte sie und wand sich von Akane und Guro ab. Ihr Blick legte sich auf Seduko, welcher gerade Asami erklärte was sie bei ihrer letzten Übung falsch gemacht hatte. Im selben Moment schien ihre Anspannung ein wenig abzunehmen. Nach dem was sie sah, ging Seduko mit seiner Tochter Asami zwar nicht gerade zimperlich um, doch war bei dem was sie hier sehen konnte kaum zu übersehen, dass er sich beim Training beinahe ausschließlich auf Asami konzentrierte. Akane, welche das Training ernster nahm und konzentrierter arbeitete, überließ er weitestgehend sich selbst, oder der Obhut von Guro. Unwillkürlich seufzte Akira. “Ist gut Guro … du hast dein bestes versucht. Du kannst dich nun deinem eigenen Training widmen. Ich werde heute Akanes Training übernehmen.“ erklärte sie und sah dann zu Akane. “Schnapp dir deine Schwerter und komm mit.“ Mit diesen Worten verließ sie, gefolgt von einer sichtlich überraschten Akane, das Gelände des Anwesens.

Eine Weile liefen die beiden schweigend durch Taki-Gakure, ohne das Akane es gewagt hätte zu fragen, wohin sie ihr Weg denn nun führen sollte. Zu Akane Überraschung endete die gemeinsame Wanderung am Fuße des großen Baumes von Taki-Gakure. Mit einem Lächeln auf den Lippen wand sich Akira zu Akne um. “Leg deine Schwerter dort zur Seite. Vorerst brauchst du sie nicht.“ Befahl die Clanshüterin und wartete danach ab, bis Akane der Aufforderung nachgekommen und zu ihr zurückgekehrt war. “Aber ich dachte ich sollte lernen, wie ich meine Schwerter führen kann?“ Fragend sah Akane ihre Mentorin an. Unwillkürlich wurde Akiras Lächeln sanft als sie Akane so verloren vor sich stehen sah. Doch schienen ihre Worte diesem Eindruck zu wiedersprechen. “Es besteht nicht die geringste Chance, dass du heute Abend lernst, wie du diese Schwerter führen kannst!“ Unwillkürlich klappte Akanes Kiefer herab als sie das hörte. “Aber … aber… wie soll ich dann… Warum?“ Stammelte sie mit Tränen in den Augen. Verlegen lachte Akira und winkte dann beschwichtigend ab. “Ich habe nie gesagt, dass ich dir heute beibringen würde wie du mit deinen Schwertern kämpfst. Ich bring dir heute Abend bei, wie du lernen kannst diese Schwerter zu führen! Der Rest ist deine Sache. Ich bin schließlich weder dein Sensei noch deine Mutter…“ Einen Augenblick betrachtete Akane Akira, dann bildete sich an ihrer Stirn ein großer Tropfen. “Ich Lerne also, wie ich lernen kann meine Schwerter zu führen? Klingt langwierig…“ Mit einem breiten Grinsen nickte Akira. “Das ist es auch Akane-chan. Dabei hast du noch Glück, dass du so jung bist. Denn bevor du deine Schwerter in einem Kampf führen können wirst, wird noch einige Zeit vergehen. Vor allem, da du dass neben beidem regulären Training wirst lernen müssen…“ Kurz noch betrachtete Akane die Kunoichi, doch dann senkte sie ihren Blick und seufzte. “Klingt als bliebe nicht mehr viel Zeit für mich und meine Freunde…“ Stellte das Mädchen niedergeschlagen fest. Mit einem verständnisvollen Blick winkte Akira die angehende Kunoichi zu sich und legte dann einen Arm um deren Schultern. “Akane-chan. Eines solltest du dir jetzt merken. In deinem Leben gibt es vier Dinge auf die du deine Zeit verwenden wirst. Dein Leben als Shinobi, deine Freunde und Familie, Schlafen und Jungs … oder Mädels … je nachdem…“ Als sie herab sah, bemerkte Akira Akanes verwirrten Gesichtsausdruck. “Nani? Mädels?“ fragte das Mädchen unbedarft, und für einen Moment wurde Akira rot ehe sie mit einem verlegenen Lachen abwinkte. “Das wichtige dabei ist, das du in deinem Leben weder deine Familie, noch deine Freunde oder die Menschen die du liebst vernachlässigen solltest. Da allerdings dein Leben von deinen Fähigkeiten als Shinobi abhängt, bleibt am Ende des Tages nur die Frage, wie viel Zeit du verschlafen kannst.“ Erklärte sie mit einem mehrdeutigen Grinden. “Natürlich ist es einfacher wenn du gute Lehrer und Mentoren hast, aber den Luxus seh‘ ich bei dir ehrlichgesagt nicht wirklich…“ Setzte sie noch spitz hinterher und entlockte Akane damit ein gequältes seufzen. “Also lautet meine einzige Wahl Tag und Nacht zu trainieren?“ Fragte sie Akademistin niedergeschlagen und sah zu Akira, welche zustimmend nickte. “Und ich zeig dir heute, wie du dabei am schnellsten auf einen grünen Zweig kommst.“ Erklärte sie ihrem Schützling mit etwas ernsterer Mine. “Erst einmal die Grundlagen. Wie du sicher weißt besitzt ein Shinobi zwei Arten von Stärke. Auf der einen Seite seine Muskelstärke, die du mit körperlichem Training und Gewichten sehr gut steigern kannst. Das war früher in unserem Clan der Standard. Allerdings zählt es heute als veraltet. Die zweite Art ist die Stärke aus Chakra. Indem du Chakra in bestimmte Muskelgruppen leitest, erhöhst du damit kurzfristig deine Stärke. Das wird häufig im Kampf so gemacht.“ Erklärte sie und wartete bis Akane zu verstehen gab, dass sie ihr soweit folgen konnte, ehe sie fortfuhr. “Was du also tun wirst sind zwei Dinge. Zum einen werde ich dir Trainingsgewichte besorgen, die du dann in Zukunft permanent tragen wirst. Das wird dir auf lange Sicht die Stärke verleihen, die du brauchst um diese Schwerter zu führen.“ Als Akira das gesagt hatte entglitt ihr plötzlich Akane aus dem Griff, welche nun vor Schreck auf dem Boden saß. “Das klingt fürchterlich anstrengend…“ Beschwerte sie sich. “Und was noch schlimmer ist: Es klingt als wolltest du eine Amazone aus mir machen!“ Ereiferte sich Akane weiter, ehe sie plötzlich stutzte. “Und es klingt so, als könne ich meine Schwerter nicht benutzen bis es so weit ist!“ Entfuhr es ihr überrascht. Mit ernster Miene nickte Akira. “So ist es. Du wirst bis zu diesem Zeitpunkt deine Schwerter nur zu Beginn des Trainings führen können, bis dein Chakra erschöpft ist. Danach musst du auf Trainings Schwerter umsteigen, denn du brauchst das Techniktraining. Der Kampf mit zwei Waffen ist sehr Anspruchsvoll.“ Mit übertrieben gequältem Gesichtsausdruck seufzte Akane gequält. “Und was war das mit dem Chakra?“ Erneut schlich sich ein Grinsen auf Akiras Lippen. “Das ist noch wesentlich anstrengender!“ Diese Aussage warf Akane endgültig zu Boden. Kommentarlos kippte das Mädchen um und Blieb auf dem Rücken liegen. “Nani?“ Mit skeptischem Gesichtsausdruck beugte sich Akira über ihren am Boden liegende Schützling. “Mach mir ja nicht schon vor den Training Schlapp junge Dame!“ erklärte sie streng und setzte sich dann in Richtung des Baumes in Bewegung. “Nicht bevor ich dir die Übung zeige, mit der du die dafür notwendigen Fähigkeiten erwerben kannst“ Mit diesen Worten setzte sie den ersten Fuß an den Baumstamm und ging dann ohne Unterbrechung einfach ein Stück daran hinauf. “ Diese Technik nennt sich Kinobori no Waza.“ erklärte Akira, während ihre Schülerin sie, mit in den Nacken gelegtem Kopf, staunend beobachtete. “An sich ist es ganz einfach! Du leitest gleichmäßig Chakra in deine Fußsohlen und bildest so eine Chakra Schicht, welche dich am Baum haften lässt. Das funktioniert eigentlich an allen Oberflächen die in der Lage sind dich zu tragen.“ Begeistert sprang Akane auf und jubelte mit roten Wangen “Das ist ja sooo cool!“ doch dann stutzte sie. “Und wie hilft mir das meine Schwerter zu führen?“ Gemütlich schritt Akira wieder am Baum herab und blieb dann vor Akane stehen. “Du lernst dabei Chakra gezielt in einer Körperregion einzusetzen. Dabei ist es so, dass die Füße am schwierigsten sind. Wenn du es also dort kannst, kannst du es überall! Versuch es doch einmal!“ Begeistert von der Aussicht diese Technik zu erlernen nickte Akane und sammelte auch sogleich Chakra in ihren Fußsohlen. Dann ging sie vorsichtig einige Schritte am Baum empor, ehe das Holz unter ihren Füßen plötzlich zersplitterte und sie rücklings zu Boden stürzte. Über ihr erklang das Lachen Akiras. “Gar nicht so einfach was? Etwas zu viel Chakra und du zerstörst die Oberfläche auf der du stehst. Etwas zu wenig und deine Füße haften nicht.“ Mühsam setzte sich Akane auf und rieb ihren schmerzenden Hintern. “Und was denkst du, wie lange ich dafür brauchen werde?“ fragte sie und sah zu Akira herüber. “Mit deiner Chakra Kontrolle kann das durchaus eine ganze Zeit dauern Akane-chan…“ Erklärte Akira nachdenklich. Doch dann grinste sie Akane herausfordernd an. “Du solltest dir ein Ziel setzen! Den Baum auf dem Anwesen zum Beispiel. Der ist nachts gut erreichbar. Wenn du dort bis ganz nach oben kommst, solltest du dein Chakra gut genug beherrschen um darüber nachzudenken deine Schwerter im Kampf führen zu wollen!“ Mit einem seufzen sank Akane zurück und lag nun mit ausgestreckten Armen am Boden. “Du machst mich fertig Akira-san…“ beschwerte sie sich und sah dann hinauf in den Baum. “Du fällst übrigens viel zu leicht aus deiner Rolle Akane-chan…“ Einen Moment war Akane perplex, doch dann dämmerte ihr, was Akira mit dieser Aussage meinte. Verlegen schlug sie die Hände vor ihr Gesicht. “Ist gar nicht so leicht eine Saisho zu sein hm?“ fragte Akira in gutmütigem Tonfall und schüttelte den Kopf. “Weißt du Akane … ich weiß nicht was du damit erreichen willst. Und wie gesagt bin ich weder deine Mutter noch dein Sensei, aber besonders für einen Saisho ist es wichtig, dass du dir am Ende des Tages noch selbst ins Gesicht sehen kannst. Versprichst du mir, dass du das kannst?“ Überrascht nahm Akane die Hände von ihrem Gesicht und betrachtete Akira, welche mit abwesendem Blick hinaus auf den großen See sah. “Ha-Hai…“ Akane wusste nicht genau war, doch mehr brachte sie als Antwort auf diese Eröffnung nicht zustande. Mit einem Mal war da wieder dieses Grinsen auf den Lippen der Clanshüterin, und ihr Blick legte sich erneut auf die am Boden liegende Akademistin. “Weißt du Akane-chan, im Leben gibt es keine Abkürzungen. Für niemanden. Jeder muss seinen eigenen Weg finden und diesen selbst beschreiten. Deiner beginnt hier und heute und führt dich als erste nach Hause!“ Mit diesen Worten verschwand Akira einfach aus der Sicht ihres Schützlings. Lange Momente betrachtete Akane die Stelle an der ihre Mentorin soeben noch gestanden hatte ehe sie sich darauf besann, dass sie alleine am Fuß des Baumes lag. Nachdenklich erhob sie sich, griff ihre Schwerter, und ging nach Hause. Noch immer hallten die Worte Akiras in ihrem Geist wieder. ‘Im Leben gibt es also keine Abkürzungen, wie?‘

Noch in der gleichen Nacht begann Akane mit ihrem Training. Als alle schliefen, schlich sie sich aus dem Haus und begann damit Kinobori no Waza zu Trainieren. Dabei ging sie mit einer Verbissenheit an diese Herausforderung, welche ihr selbst in Hinsicht auf ihr bisheriges Training nicht zu Eigen gewesen war. Es war der Beginn einer Angewohnheit, welche Akane nie wieder loswerden sollte. Von diesem Tag an trainierte sie neben ihrem ausgiebigen täglichen Training auch nachts an ihren Fähigkeiten. Erst wenn sie vor Erschöpfung kaum noch stehen konnte, war die Nacht für sie vorbei. Die enormen Fortschritte welche sich bei Akane dabei einstellten, brachten ihr schon bald den Ruf eines Genies ein, welches mit herausragenden Fähigkeiten gesegnet war. Zuerst war er ihr unangenehm, doch dann beschloss sie, dass es besser war ihre Umgebung in diesem Glauben zu lassen. Das Ansehen welches ihr diese Umstände einbrachte, würde ein nicht zu unterschätzender Vorteil für ihre Pläne sein. Ein weiterer positiver Effekt dieser Entwicklung war die Tatsache, dass ihre Schwester Asami sich herausgefordert fühlte und nun ebenfalls begann härter zu trainieren. Hierfür legte sie sich auch schon bald selbst Gewichte zu, welche in ihre Kleidung verarbeitet wurde, nachdem ihr Seduko ihr erklärt hatte, wozu diese dienten. Unterdessen änderte sich die Situation für Akane was ihr tägliches Training anging nur sehr geringfügig. Zwar sah Seduko sich nun darin bestärkt, dass es richtig war Asami seine ganze Aufmerksamkeit zu widmen, da diese sie wohl nötiger hatte, doch bekam Akane in regelmäßigen Abständen Besuch von Akira, welche ihr jedes Mal wertvolle Tipps mit auf den Weg gab. Die größte Veränderung für Akane, war wohl die Tatsache, dass sie sich nicht länger etwas daraus machte, dass Asami die intensivere Betreuung bekam. Sie selbst bekam nun ebenfalls, wenn auch in geringerem Maße, wirkungsvolle Unterstützung und auch für Asami würde es keine Abkürzungen in ihrem Training geben…

9. Akt: Meine geliebte Rivalin.

Bereits nach wenigen Monaten zeigte das neue Training sein Potential. Sowohl Akane als auch ihre Schwester Asami machten große Fortschritte in ihrer Entwicklung. Doch dies betraf nicht nur körperliche, sondern vor allem auch geistige Veränderungen. So war es wenig verwunderlich, dass die Zwillinge, welche früher stets ein Herz und eine Seele gewesen waren, seit dem plötzlichen Entwicklungssprung Akanes immer mehr miteinander konkurrierten. Dabei hatte sich die Chemie zwischen den Schwestern derart verändert, dass es längst nicht mehr nur um den Wettstreit als Akademisten um das Ausmaß ihrer Fähigkeiten ging, sondern mittlerweile praktisch alle Bereiche ihres Lebens betraf. Wer konnte schneller laufen? Wer war in der Lage tiefer Tauchen? Wer schaffte es mehr essen? Wer konnte länger wach bleiben? Wenn es etwas gab in dem man sich messen konnte, fanden sie eine Möglichkeit sich darin zu messen. Alles konnte zum Wettkampf werden. Doch im Grunde ihres Herzens ging es beiden Mädchen nicht um den Sieg, sondern nur um eine einzige, wichtige Sache. Sie kämpften um die Aufmerksamkeit ihrer Umgebung. Jede für sich beneideten die beiden Schwestern einander um die Aufmerksamkeit, welche der jeweils anderen geschenkt wurde. Und beide waren davon überzeugt, dass die andere mehr Aufmerksamkeit erhielt. So war Asami darauf eifersüchtig, dass Akane eine Verbindung mit der Clanshüterin der Saisho aufbaute, und auch bei ihren Eltern, als die gute Tochter die sie verkörperte, besser da zu stehen schien. Währenddessen war Akane darauf eifersüchtig, dass ihr Vater beinahe ausschließlich Zeit für Asami hatte und ihre Schwester auch ansonsten die meiste Zeit im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit stand. So war es auch nicht weiter verwunderlich, dass die Schwestern auch an diesem Tag wieder einmal aufeinander losgegangen waren…

Es war ein trüber, grauer Tag in Taki-Gakure. Das kalte, dunkle Licht, welches durch die dichte Wolkendecke drang, versetzte die Einwohner des Dorfes in eine stille, melancholisch, ja fast schon depressive Stimmung. So war es wenig verwunderlich, dass die Trainingsgelände auf und um den großen Baum im Zentrum des Dorfes verlassen da lagen. Lediglich auf einem der Trainingsgelände am Fuße des großen Baumes standen sich zwei angehende Kunoichi gegenüber. Bereits seit einiger Zeit bekämpften sich Akane und Asami bereits an diesem Morgen und beide waren von der Anstrengung des Kampfes gezeichnet. Schwer atmend, voller Schrammen und Blessuren musterten sich die Zwillinge, ohne das eine von ihnen bereit gewesen wäre klein beizugeben. Ein kurzes Funkeln in den Augen der Mädchen und sie hoben ohne zu zögern erneut ihre Schwerter und sprinteten los. Das klirren von Stahl der auf Stahl traf schallte über den See als Akanes schweres Claymore auf Asamis filigran geschwungenes Hakenschwert traf. Mit einer schnellen Drehung aus dem Handgelenk, einem breiten Grinsen auf den Lippen, und dem Schwung aus Akanes Schlag, schaffte es Asami ihrer Schwester den schweren Claymore aus der Hand zu reißen. Doch auch für Asami lief es dabei nicht wie geplant. Noch während sie sich über ihren Erfolg freute, hallten die Vibrationen des schweren Treffers durch ihren Körper und ließen ihren Arm Taub werden. Überrascht von diesem Ausgang sahen die Schwestern den beiden Schwertern nach, wie sie zur Seite davonflogen und über den schlammigen Boden schlitterten. Doch die Verwirrung der Mädchen hielt nicht sehr lange an. Im nächsten Moment bereits griffen sie ihre verbliebenen Waffen mit beiden Händen und stürzten sich erneut in den Kampf. Schneller und schneller schlugen die Schwestern aufeinander ein. In rasender Folge erfolgten Attacken und Paraden, bis sie sich schließlich begannen ineinander über zu gehen und sich derart zu vermischen, das man schon bald nicht mehr sagen konnte, ob der Schlag nun ein Angriff oder eine Verteidigung gewesen war. Das ohrenbetäubende Klingen und Kreischen von Stahl der auf Stahl traf wurde immer lauter und erfüllten schließlich den Trainingsplatz wie ein Konzert des Kampfes. Doch egal wie sehr sie sich auch bemühten, schaffte keine es der anderen auch nur einen Millimeter an Boden abzutrotzen. Und doch konnte und würde dieser Kampf nicht in einem Unentschieden enden. Mit diesem Wissen kämpften die beiden Kunoichi weiter miteinander, obwohl sie beide mittlerweile sichtlich erschöpft waren. Beide, sowohl Akane, welche mit ihren großen und schweren Schwertern noch immer sehr zu kämpfen hatte, als auch Asami, welche sich von ihren Stolz immer wieder dazu verleiten ließ Akanes Schläge zu parieren und sich auf diese Weise selbst unnötig zu ermüden, kamen nun an ihre Grenzen. Doch selbst wenn sie es gewollt hätte, war es Akane nicht möglich einfach aufzugeben und ihrer Schwester den Sieg zu überlassen ehe sie nicht alles gegeben hatte. So erhob sie zu allem entschlossen ihr Schwert mit letzter Kraft zum entscheidenden Angriff und stürmte auf Asami zu. Doch mit dem was dann geschah, hatte sie nicht gerechnet. Statt Akanes Schlag wie sie es zuvor getan hatte zu parieren, dockte sich Asami unter dem wuchtigen Angriff weg. In dem Bewusstsein, dass sie für diese Aktion etwas ihrer Haarlänge geopfert hatte, führte Asami einen gekonnten Tritt gegen Akanes Kinn aus und entschied diesen Kampf endgültig für sich. Mit einem dumpfen klang bohrte sich Akane neben Asami in den weichen Schlamm, während Akane rücklings einige Meter weiter in den Schlamm klatschte und dort bewegungslos liegen blieb. Schwer atmend kämpfe Akane gegen die aufsteigenden Tränen, während Asami mit einem triumphierenden Grinsen über sie trat. Trotzig sah Akane zu ihrer Schwester auf, ohne auch nur einen einzigen Ton hervorzubringen. Doch statt ihren Triumpf wie üblich auszukosten, und Akane im Schlamm liegen zu lassen, hielt Asami plötzlich ihrer Schwester eine Hand entgegen. “Mein Sieg!“ erklärte Asami grinsend während sie Akane wieder auf die Beine half. Schwer atmend standen die beiden Schwestern sich nun gegenüber und versuchten vergeblich sich den Schlamm aus den Kleidern und ihren Gesichtern zu wischen. “Nächstes Mal geht es anders aus…“ erklärte Akane schließlich in jener ruhigen Art, welche Asami oft in den Wahnsinn trieb. Ohne übermäßige Eile begab Akane sich zu ihren Schwertern, hob sie auf, reinigte sie und verstaute sie in den Halterungen auf ihrem Rücken. Auch Asami sammelte ihr Schwert welches sie verloren hatte ein. Bei alle dem sprachen die beiden kein Wort miteinander und auch der Weg zurück nachhause erfolgte schweigend. Auch wenn sie es niemals zugegeben hätten, hingen beide Schwestern der Frage nach, wie es dazu gekommen war, dass sie sich in letzter Zeit so unterschiedlich entwickelt hatten. Und doch wagte keines der Mädchen diese Frage auszusprechen.

Kurze Zeit später erreichten die Schwestern das Anwesend des Saisho-Clans und wollten gerade ungesehen in das Haus schlüpfen, als sich plötzlich ohne ihr Zutun die Tür des Hauses vor ihnen öffnete. Als sie aufsahen, erblickten die beiden Mädchen ihren Vater. Seduko musterte die beiden bis auf die Knochen durchnässten, mit Schlamm und Matsch bespritzten und von kleinen Schnitten und schrammen übersäten Mädchen mit strengem Blick. Nur für wenige Momente hielten die Zwillinge diesem Blick stand, ehe sie ihren Blick senkten und verschüchtert den Boden anstarrten. Als ihr Vater seine Stimme erhob, war sie durchdringend, hart und ließ jeden wiederstand verfliegen noch ehe er aufkommen konnte. “Akane ich bin wirklich enttäuscht von dir. Ich dachte du wärst vernünftiger…“ Akane sank ein wenig in sich zusammen, antwortete jedoch nicht. Nach einer kurzen, beklemmenden Pause schließlich seufzte Seduko. “Ihr geht besser schnell baden, bevor eure Mutter euch so sieht…“ erklärte er und trat zur Seite, so das Akane und Asami ins Haus huschen konnten. Schnell zog Akane ihre Schuhe aus und machte sich dann leise mit ihrer Schwester auf den Weg ins Badezimmer. Mehrfach schluckte das Mädchen dabei schwer und versuchte die Tränen, welche ihr aus Wut und Scham, in die Augen zu steigen drohten zu unterdrücken. ‘Es ist doch immer das gleiche!‘ dachte Akane wütend während sie das Badezimmer betrat. ‘Asami bekommt nie Ärger von ihm.‘ Mit fahrigen Bewegungen begann sie sich zu entkleiden. Warum bekam sie eigentlich immer solche Aussagen an den Kopf geworfen und nicht Asami? Mit einem Mal hielt sie inne und sah zu ihrer Schwester herüber, welche sich ebenfalls gerade ihr schmutzigen Kleidung entledigte. Sollte ihr Vater am Ende keine hohen Erwartungen an Asami haben und deshalb bei ihr nicht derart enttäuscht reagieren wie bei Akane? Leicht schüttelte Akane den Kopf und legte ihre Kleider auf einen Hocker, welcher unter dem Gewicht wiederwilligt knarzte und sah dann zu Asami. Unwillkürlich schlich sich ein Lächeln auf Akanes Lippen, als sie sah wie ihre Schwester zusammenzuckte als der zweite Hocker unter dem Gewicht der Kleider welche sie gerade achtlos darauf geworfen hatte verdächtig knackte. Die schweren Gewichte war etwas, was die Schwestern gemeinsam hatten. Doch bereits in der Art wie sie diese behandelten, zeigten sich große Unterschiede. Während Asami ihre Kleider als chaotisches Knäul achtlos hinwarf, legte Asami die ihren sauber zusammengefaltet ab. Es gab viele derartige Unterschiede zwischen den beiden und jeder von ihnen schien zu zeigen, wie die Schwestern mehr und mehr auseinandertrieben. Kurz trafen sich die Blicke der Mädchen, dann traten sie in den Baderaum. Schweigend ließen sie Wasser in die große Wanne ein und reinigten sich in der Zwischenzeit gründlich. Schweigend hatte Akane Asami dabei geholfen sich einzuschäumen und sie dann mit dem großen Wascheimer abgespült und war nun ihrerseits daran von ihrer Schwester den Rücken eingeschäumt zu bekommen, als sie spürte wie Asami plötzlich ihre Arme um sie legte. Leicht röteten sich Akanes Wangen und ein sanftes Lächeln legte sich auf ihre Lippen, weil sie glaubte Asami wollte sie umarmen, als sie merkte, wie ihre Schwester begann Akanes Brüste zu betasten. Kurz japste Akane nach Luft ehe sie begriff was gerade geschah und wurde dann rot bis über beide Ohren. “Wa~ wa~ was sollte da~ das denn!?!“ fauchte Akane, während sie einen Satz nach vorne machte und schützend ihre Arme um sich schlang. Mit einer Mischung aus Wut, Verwirrung und Scham starrte sie ihre Schwester an, welche sich in diesem Moment erhob. Breitbeinig und mit auf die Hüfte gestemmten Armen warf sich Asami in Pose. “Wusste ich‘s doch! Ich hab den größeren Busen! Wieder gewonnen!“ Verkündete sie voller Elan, als mit einem Mal, und ohne Vorwarnung, ein Schwamm mit einem lauten Klatschen in ihrem Gesicht landete, dort kurz verharrte und dann zu Boden fiel. “BAKA!“ schimpfte Akane mit rotem Kopf und angefressenem Gesichtsausdruck. “Wir sind zehn Jahre alt! Keiner von uns hat bisher auch nur den Ansatz von Busen“ Mit dieser Ansage verschwand sie grummelnd und fluchend in der Wanne. Eingeschnappt setzte sie sich dort hin, so dass sie bis zur Nasenspitze im schaumigen Wasser versank. Doch wenige Augenblicke später schon folgte ihr Asami und setzte sich ihrer Schwester gegenüber. Lange Momente starrten sich die beiden Schwestern an, ehe Asami schließlich das Wort erhob. “Okay der Punkt geht an dich…“ erklärte sie mit einem breiten Grinsen und überraschte ihre Schwester damit derart, dass diese etwas zu tief einatmete. Prustend setzte sich Akane auf und sah noch wieder zu Asami herüber, welche sich ein Lachen nicht hatte verkneifen können. “Aber meine werden mal größer sein!“ erklärte diese nun selbstbewusst und grinste dabei herausfordernd. Im ersten Moment sah Akane ihre Schwester mit großen Augen an, doch dann lächelte sie mit rosigen Wangen. “Baka“ flüsterte sie leise. Beide Mädchen begannen zu lachen. Nein, es war egal was geschehen war oder noch geschehen würde. Sie würde immer Schwestern, Freundinnen und Rivalen sein.

10. Akt: Von der Kunst zufrieden zu sein

Es war ein schöner, sonniger Herbsttag in Taki-Gakure gewesen, welcher mit der hereinbrechenden Dunkelheit einer lauen Nacht gewichen war, welche mit ihrem sternenklaren Himmel und den noch angenehmen Temperaturen, die noch frische Erinnerung an den vergangenen Sommer in die Herzen der Menschen getragen hatte. Es war eine Nacht wie gemacht für das große Laternenfest, welches sich im Dorf versteckt hinter dem Wasserfall nicht zuletzt dank der zu dieser Zeit noch stets schwach sommerlichen Temperaturen großer Beliebtheit erfreute. Denn obwohl es noch warm genug war, dass man in den leichten Kimonos welche man traditionell zu diesem Fest trug, nicht fror, jedoch auch tagsüber schon kühl genug, dass man zu dieser später Stunde nicht zu erschöpft für eine ausführliche Feier war. In diesem Jahr befand Akane, welche mittlerweile beinahe elf Jahre alt war, war das Wetter besonders schön und auch die Menschen schienen ihr ausgelassener als in anderen Jahren. Immer wieder wurde Akane freundlich gegrüßt, wurde dafür gelobt, dass sie sich zu einer wohlerzogenen jungen Frau entwickelte und erhielt Komplimente für ihr damenhaftes Verhalten bei dieser Festlichkeit. Wie es sich gehörte bedankte Akane sich für die Komplimente förmlich mit einem leichten Knicks und grüßte freundlich jeden der sie grüßte oder den sie kannte. Akane selbst, welche das Laternenfest früher, als sie noch deutlich aufgedrehter gewesen war, verabscheut hatte, genoss diesen Abend in vollen Zügen. Ungezwungen, doch stets auf ihre Haltung, ihre Umgangsformen und ihre Wortwahl achtend, flanierte sie von Stand zu Stand und betrachtete die Vielen Angebote aus einer vollkommen neuen Perspektive. Mit Genuss verspeiste sie die vielen Köstlichkeiten welche an den verschiedenen feilgeboten wurde. Sie versuchte sich mit großer Gelassenheit am Fangen eines Fisches mit Hilfe eines Papiernetzes, was ihr nach einigen Anläufen auch gelang und dem Teich des Saisho-Anwesens einen neuen Fisch bescherte und ließ sich schließlich von der Mutter eines Klassenkameraden, welche seit ihrer erfreulichen Entwicklung einen Narren an Akane gefressen hatte, auf eine Schale Ramen einladen. Den ganzen Abend über traf sie Freunde, Bekannte und Klassenkameraden und ließ es sich nicht nehmen mit jedem einige Worte zu wechseln und ihnen ein schönes Fest zu wünschen. Akane fand an diesem Abend derart wenig Ruhe, dass ihr erst recht spät bewusst wurde, dass sie weder ihre Schwester noch deren Freunde gesehen hatte. Doch darüber machte sich Akane keine allzu großen Gedanken. Die Tatsache, dass an diesem Abend zwei Vorfälle mit außer Rand und Band geratenen Kindern für Unruhe sorgten, ließen sie vermuten das Asami nicht nur auf dem Laternenfest war, sondern auch, dass sie ihren Spaß hatte. Trotzdem, oder gerade deswegen, hatte sich Akane nicht weiter um die Vorfälle gekümmert. Vermutlich waren ihr Vater oder einer ihrer Brüder sowieso längst hinter Asami her um sie wieder zur Vernunft zu bringen und Akane hatte nicht die Absicht sich den Abend von irgendjemanden verderben zu lassen. Mit diesem Gedanken schlenderte sie zu einem Stand mit frittierten Tintenfischen und überlegte sich beim Anblick dieser fettigen Köstlichkeit, ob ihre Figur ihr wohl das ununterbrochene Schlemmen an diesem Abend verzeihen würde. Unwillkürlich schüttelte sie sich bei dem Gedanken, wie sie nicht mehr in ihre Kleider passen würde. Noch während sie innerlich mit sich haderte, ob der Tintenfisch wohl zu viel des guten wäre, als sie bemerkte wie jemand neben sie trat. Von Neugier getrieben wand sie sich mit einer eleganten Bewegung zur Seite und betrachtete den Neuankömmling. Überrascht stellte sie fest, dass es ihr Bruder Guro war, welcher in seinem Kimono eine derart gute Figur abgab, dass sie ihn im ersten Moment gar nicht erkannt hatte. Grüßend hob dieser die Hand und begrüßte sie mit einem Zwanglosen “Hoi“. Lächelnd betrachtete er seine Schwester und nickte dann zufrieden. “Meine Güte Akane-nee-chan! Du siehst ja aus wie eine richtige Dame! Der Kimono steht dir ausgezeichnet. Vielleicht solltest du öfters mal so etwas anziehen. “ Erklärte er dann fröhlich und reichte seine Schwester galant seine Hand. Bei so vielen Komplimenten errötete Akane unbewusst und lächelte überglücklich. Schnell hakte sie sich ungefragt bei ihrem Bruder unter und himmelte ihn mit strahlenden Augen an. “Du Nii-san? Sagt du mir so etwas auch noch wenn ich erwachsen und zu einer richtigen Frau geworden bin?“ fragte sie lachend und legte ihren Kopf an seine Schulter. Wenn man die beiden so sah, konnte man sie beinahe für ein Paar halten. Nun war es nicht die Liebe einer Frau zu einem Mann, welche Akanes Herz erfüllte, sondern jene Hingebung, welche man bei Mädchen in Akanes Alter nur allzu oft antreffen kann. Wie andere Mädchen auch War Akane ein wenig verschossen, vor allem aber auf Guro fixiert und wurde somit zu einem von zwei Männern, welche sie wenn sie groß war unbedingt heiraten wollte. Entweder ihr großer Bruder oder aber ihr Vater sollten es sein. So betrachtete er lächelnd das glückliche Mädchen an seiner Seite und dachte an die Worte, mit welchen sein Vater ihn auf diese Phase in Akanes Leben vorbereitet hatte.
“Guro!“ hatte sein Vater zu ihm gesagt als Guro ihm seine Bedenken bezüglich Akanes Verhalten mitgeteilt hatte, “Das ist völlig normal, glaub mir. Mädchen in diesem Alter wollen später einmal jene Männer heiraten, die sie am meisten bewundern. Aber mach dir darum nicht zu viele Gedanken, das ist nur eine Phase. Wenn sie ein wenig älter werden, verstehen sie den Unterschied zwischen einem Schwarm und dem Gefühl verliebt zu sein. Bis zu diesem Zeitpunkt, soll sie dich ruhig anhimmeln.“
Unwillkürlich wurde sein Lächeln sanft, während er „seine“ kleine Schwester so betrachtete. Er fühlte sich von der Bewunderung und dem Vertrauen, welche Akane ihm entgegenbrachten, zutiefst geehrt und hatte den Entschluss gefasst seine Schwester um nichts in der Welt zu enttäuschen. Gut gelaunt bestellte er zwei Portionen Tintenfisch am Spieß, reichte eine davon seiner kleinen Schwester und flanierte dann, Akane noch immer untergehakt, über das Laternenfest. Zu Akanes Überraschung sollte der weitere Abend für sie noch weit vergnüglicher verlaufen als er ohnehin begonnen hatte.

Kurz vor Mitternacht hatten sich Akane und Guro am Ufer des großen Sees eingefunden. Sie trugen die Laternen mit sich, welche sie zuvor gekauft hatten, wobei Akane darauf bestanden hatte die gleiche zu bekommen jene für die Guro sich entschieden hatte. Gemeinsam zündeten sie ihre Laternen an und setzten sie, zusammen mit den anderen Dorfbewohner, pünktlich um Mitternacht auf die spiegelnde Wasseroberfläche. Kurz schloss Akane die Augen und Wünschte sich aus tiefstem Herzen, dass sie die Zukunft erleben mochte, welche sie sich für sich und den Clan ersehnte, erleben konnte. Danach öffnete sie ihre Augen und richtete ihren Blick auf das Geschehen dieses Abends. Gleich einem Meer aus Lichtern von unvergleichbarer Schönheit, trieben die Laternen hinaus auf den dunklen See. Immer weiter vereinten sich dort zu einem leuchtenden Schleier, welcher mit den Sternen am Himmel um die Wette funkelte. Die Geschwister hatten sich am Seeufer niedergelassen und Akane lehnte nun sanft an der Schulter ihres Bruders. Versonnen betrachtete sie wie eine um die andere Laterne in Brand geriet, kurz heller leuchtete als alle anderen um gleich darauf in der Dunkelheit des Sees zu versinken. Dabei achtete sie darauf ihre eigene Laterne nicht aus den Augen zu lassen. Fasziniert betrachtete sie wie schließlich auch ihre Laterne von den Flammen verschlungen wurde. Doch versanken die Brennenden Teile nicht, denn ein Windhauch erfasste das brennende Papier und ließ es in einer Explosion kleiner Flammen und leuchtender Funken vergehen. “Was hast du dir gewünscht Nii-san?“ fragte sie mit sanfter Stimme und sah zu ihrem Bruder empor. “Das darf ich dir nicht sagen. Sonst geht der Wunsch nicht in Erfüllung Nee-chan.“ entgegnete Guro lachend und sah seinerseits zu seiner Schwester hinab. “Und was hast du dir gewünscht Nee-chan?“ fragte er keck grinsend. Unwillkürlich errötete Akane als sie ihm in die Augen sah und so wand sie schnell ihren Blick von ihm ab. Ihr Blick legte sich erneut auf die funkelnden Laternen, welche noch immer in großer Zahl auf dem See schwammen. “Das ist ein Geheimnis!“ Mit diesen Worten löste sich Akane von ihrem Bruder und erhob sich mit einer eleganten Bewegungen, welche gekonnt verschleierte auf welche Weise sie es getan hatte, hatte sie sich erhoben. Nun stand sie mit einem bezaubernden Lächeln neben ihm und sah zu ihm herunter. “Und außerdem darf man das nicht verraten! Sonst geht’s nicht in Erfüllung!“ erklärte sie mit einem kecken Lachen. “Ich muss nun aber schnell los! Die Anderen warten sicher schon!“ Mit diesen Worten verabschiedete sich Akane und verschwand sogleich in der dichten Menschenmenge. Der Abend neigte sich seinem Ende entgegen und Akane hatte ihren Eltern versprochen mit ihnen die Laternen zu betrachten. Kurze Zeit später erreichte sie die Stelle an der ihre Eltern am Seeufer standen und auf das glitzernde Lichtspiel hinaus sahen. Ihre Mutter hatte sich an die Schulter ihres Mannes geschmiegt. Ein schönes Bild wie Akane fand. Leicht sah sie zur Seite und entdeckte ihre Schwester, welche von einer anderen Seite auf ihre Eltern zuging. Ein fröhliches Lächeln legte sich auf Akanes Lippen. ‘Ich glaube an diesen Abend werde ich mich noch lange erinnern!‘ dachte sie bei sich und lief schnell zu ihrer Familie.

11. Akt: Der große Auftritt

Dieser Tag sollte Akanes großer Tag werden und aus diesem Grund hatte sie sich die Erlaubnis geholt „alle“ einzuladen. Und mit „alle“ hatte sie auch alle gemeint. Akane hatte den gesamten Saisho-Clan, ihre Lehrer, ihre Klassenkameraden und ihre Freunde, und natürlich auch die Familien der Gäste, eingeladen. Vor einem Jahr noch wäre es für Akane undenkbar gewesen so etwas überhaupt ins Auge zu fassen, ebenso wie es undenkbar gewesen wäre, dass so viele der eingeladenen Gäste auch zugesagt hätten. Zu dieser Zeit war es für Akane vollkommen normal gewesen mit einer Hand voll Freunden zu feiern, wie es auch ihre Schwester getan hatte. In diesem Jahr, sah Akanes Feier vollkommen anders aus. Dutzende von Familie waren ihrer Einladung gefolgt und standen mittlerweile bunt gemischt auf dem Saisho Anwesen verteilt in Grüppchen und unterhielten sich scheinbar prächtig. Überall wurde gegessen, getrunken, gescherzt und gelacht, während die Kinder im großen Kreis um Akanes Großmutter saßen und gespannt den Gruselgeschichten lauschten, welche sie zum Besten gab. Unbemerkt hatte sich Akane umgesehen und nickte nun mit einem zufriedenen Lächeln. Genauso hatte sie sich diesen Abend vorgestellt. Heimlich erhob sich das Mädchen und begab sich zu einer der Terrassen. Mit zwei schnellen Schritten erklomm sie diese und sah sich dann von ihrer leicht erhöhten Position noch einmal um. Als sie spürte, wie sich nach und nach die Blicke auf sie legten, zögerte sie einen Augenblick. Doch dann erhob sie das Wort. “Sehr verehrte Gäste, geschätzte Familie und liebe Freunde! Ich freue mich, dass ihr alle so Zahlreich zu Asami-nee-chans und meiner Geburtstagfeier erschienen seid! Es ist lange her, dass wir so zahlreichen Besuch in unserem Heim begrüßen konnten, und derart angenehmen noch dazu!“ Während sie sprach lag ein freundliches Lächeln auf ihre Lippen und ihre mit fester Stimme gesprochenen Worte schafften es die Aufmerksamkeit der Gäste vollständig auf Akane zu lenken. “Wir haben heute Abend Asamis Geburtstag gebührend gefeiert, wie es meiner Schwester gebührt und ich möchte mich herzlich bedanken, dass ihr hier gewesen seid! Ich freue mich schon darauf euch auf unserer nächsten Feier begrüßen zu dürfen!“ Es folgte ein Moment der Stille in der sich die Gäste etwas ratlos ansahen. Doch schon Momente später räusperte sich Akane und legte ein hinreißendes Lächeln auf ihr Gesicht. “Damit möchte ich euch auch schon sehr Herzlich zu unseren großen Neujahrsfeier begrüßen! Bitte entschuldigt, dass zu dieser Feierlichkeit lediglich Getränke gereicht werden. Snacks und ähnliches wird es dann auf meiner Geburtstagsfeier wieder geben!“ Gelächter brandete auf und ging dann in Beifall über. Auch Akane lachte ausgelassen. Doch noch war sie nicht fertig mit ihrer nur scheinbar improvisierten Rede. “Nun wollen wir dem Neuen Jahr einen gebührenden Empfang bereiten, ehe wir zu meinem Geburtstag übergehen!“ erklärte sie deshalb zum Abschluss freudestrahlend und deutete gen Himmel. Als hätte dieser auf ihre Ansprache gewartet erstrahlte er in diesem Moment im hellen Schein und donnernden Krachens des Feuerwerks. Viele Minuten wurden die Gäste vom Farbenspiel über dem Dorf in seinen Bann gezogen ehe sich die Aufmerksamkeit wieder Akane zuwandte, welche mittlerweile einen Kelch mit alkoholfreiem Inhalt in ihrer Hand hielt. Strahlend hob Akane den Kelch. “Ich wünsche euch allen ein frohes und glückliches neues Jahr!“ rief sie aus und die Gäste erwiderten ausgelassen ihren Gruß, dann tranken alle eine Schluck aus ihren Gläsern. Zum Schluss erhob Akane noch einmal ihre Stimme. “Ich möchte euch alle nun auch nicht weiter von dieser wunderbaren Feier abhalten!“ erklärte sie lachend “Doch einen frommen Geburtstagswunsch möchte ich noch zum Ausdruck bringen. Ich hoffe darauf, dass wir aus dieser Feier ein jährliches Event formen können, welches die freundschaftlichen Bande all unserer Familien stärken möge!“ Ein sanftes lächeln Lag auf ihren Lippen als sie das sagte und jeder spürte, dass es diesem Mädchen ernst war mit dem was sie da gesagt hatte. “Und nun! Viel Spaß auf meinem Geburtstag!“ rief sie zum Abschluss mit einem kleinen Freudensprung ehe sie von der Terrasse lief. Akane war noch nicht die letzten Stufen hinabgetreten als plötzlich erneut Applaus aufbrandete. Überrascht blieb Akane stehe und sah sich um. Überall um sich herum entdeckte sie lachende Gesichter und vereinzelt nahm sie zustimmendes Nicken wahr. Sie spürte wie ein warmes Gefühl sich in ihrer Brust breitmachte und sich bis in ihre Wangen ausbreite. Schnell wischte Akane sich mit beiden Händen die Tränen, welche eine Mischung aus Scham und Stolz ihr in die Augen trieben, weg und lachte dann fröhlich. Mit einer derartigen Reaktion hatte sie nicht gerechnet. Plötzlich entdeckte Akane zwischen den vielen Gesichtern ihren Vater, welcher ihr mit zufriedener Miene zunickte, ihre Brüder, welche sie fröhlich angrinsten, und Asami, welche ihr zuerst eine Grimasse schnitt, bei der sie Akane die Zunge herausstreckte, um gleich darauf zu ihr zu laufen und sie mit einem fröhlichen Lachen zu ihren Freunden zu ziehen. Für einen Moment erhaschte Akane einen Blick auf Akira, während sie von Asami durch die Gästeschar gezogen wurde, welche ihr mit einem verschmitzten Lächeln zuzwinkerte. ‘Die scheinen ja alle mit dem zufrieden zu sein was ich da gesagt habe.‘ dachte sie bei sich. Doch dann war sie schon bei ihren Freunden. Schnell war sie umringt. Alle gratulierten ihr und jeder wollte, dass sie mit seinem Geschenk anfangen sollte. Überglücklich und sehr ausgelassen packte Akane ihre Geschenke aus und feierte danach noch solange ihre Beine sie trugen.

Es mochte gegen vier Uhr morgens gewesen sein, als Guro seine Schwester schlafend an einem der Tische vorfand. Ein sanftes Lächeln legte sich auf seine Lippen und vorsichtig nah er Akane auf den Arm. Müde öffnete Akane ein Auge. “Wieder nicht geschafft Nee-chan. Nächstes Jahr vielleicht…“ Müde schloss Akane die Augen wieder und lehnte ihren Kopf an seine Schulter. Ja, sie hatte es wieder einmal nicht geschafft bis zum Morgengrauen wach zu bleiben. Aber gerade war ihr das ziemlich egal. “Nii-san?“ murmelte sie im Halbschlaf. Guro sah zu ihr hinab “Was ist denn Akane?“ Akane kuschelte ihren Kopf noch ein wenig fester an seine Schulter “Ich hab keine Ahnung wie ein Geburtstag noch besser sein könnte…“ leise lachte Guro, doch Akane fuhr nach einer kurzen Pause, in der sie vermutlich wieder eingeschlafen gewesen war, weiter. “Aber ich glaube ich versuche es nächstes Jahr herauszufinden... Nii-san…‘ Leicht strich ihr Bruder Akane über den Kopf und grinste “Darüber mach dir nächstes Jahr Gedanken. Jetzt ist es erst einmal an der Zeit dich auszuruhen…“
Steckbrief | Jutsu

Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von »Saisho Akane« (8. März 2016, 22:45)

  • Zum Seitenanfang

7

Sonntag, 7. Februar 2016, 21:03

12. Akt: Das Ende der Welt – Angriff auf Taki-Gakure

Der Morgen hatte wie so viele andere auch begonnen. Warm und Kraftvoll hatten die ersten Sonnenstrahlen ihren Weg zur Erde gefunden und einen schönen Tag versprochen. Der Morgen war entspannt verlaufen und hatte in Akane das Gefühl geweckt wieder einen Schritt näher an jene Gelassenheit gelangt zu sein, welche sie sich so sehr wünschte. Selbst Asami war in diesem Morgen guter Dinge gewesen und hatte sich auf das versprochene Training im freien gefreut, welches für den heutigen Tag angesetzt war. Egal was an diesem Tag noch passieren würde, nichts würde ihr heute ihre gute Laune trüben können. -Egal was passieren würde.- Davon war Akane überzeugt gewesen…

Es war ein herrlicher Sommertag. Die Sonne stand hoch über dem großen Baum Taki-Gakures und ließ hübsche Muster aus Licht und Schatten durch die Fenster des Klassenzimmers tanzen. Unwillkürlich folgte Akanes Geist dem bezaubernden Tanz dieses Lichtspiels, ehe ihr bewusst wurde, dass sie die letzten Minuten des Unterrichts nicht einmal unbewusst verfolgt hatte. ‘Das liegt bestimmt an dieser drückenden Hitze…‘ entschuldigte Akane ihr Verhalten sich selbst gegenüber. ‘Und Fallenstellen ist auch nicht gerade dazu geeignet einen vor Spannung zu fesseln…‘ Ergänzte sie im Geiste. Für einen Moment atmete Akane durch, streckte sich ein wenig und fragte sich, was sie wohl gerade aus ihren Gedanken gerissen hatte. Unauffällig sah sie sich in der Klasse um und stutzte dann. Unter den Schülern herrschte Unruhe und selbst ihr Lehrer hatte den Unterricht unterbrochen und war an die großen Fenster des Klassenraums getreten. ‘Offensichtlich habe ich irgendetwas wichtiges Verpasst…‘ Unwillkürlich zuckte sie zusammen, als sie spürte wie die Erde bebte. “Was zur … hast du das gemerkt Luna-chan?“ fragte sie ihre Sitznachbarin, welche sie verständnislos anstarrte “Das war bestimmt das dritte oder vierte mal Akane-chan!“ erklärte Luna ungläubig. Wie um ihre Worte zu unterstützen bebte die Erde erneut. Doch dieses Mal war es deutlich stärker und näher gewesen. Das Beben erreichte dabei eine Stärke, welche einige Kinder von den Stühlen purzeln ließ. Auch Akane kämpfte einige Moment mit ihrem Gleichgewicht. ‘Was bei allen Göttern ist hier los?‘ hilfesuchend sah sie zu ihrem Sensei. Dieser betrachtete seine Schüler und räusperte sich dann kurz, um ihre Aufmerksamkeit auf sich zu lenken. “Ihr erinnert euch doch noch an die Notfallübung, oder? Geht weg von den Fenstern und versteckt euch unter den Tischen!“ erklärte er in ruhigem Tonfall und ging betont unaufgeregt zur Tür des Klassensaals. Von den Ereignissen sichtlich erschüttert folgten die Akademisten seinen Anweisungen schnell und ohne Widerworte. Auch Akane ließ alles stehen und liegen und begab sich einige Tische weiter zu Asami, welche nicht so nah am Fenster saß wie sie selbst. Sie spürte ihr Herz pochte. Seine harten, schnellen Schläge drohten beinahe ihre Brust zu sprengen. Oder sollte es etwas so sein, dass ihre Brust von ihrer Furcht verschnürt wurde? Akane konnte diese Frage in diesem Moment beim besten Willen nicht beantworten. Und welche Rolle hätte es in der aktuellen Situation auch gespielt? ‘Welche Situation überhaupt? Wir wissen doch nicht mal was gerade los ist!‘ fragte sie sich, ohne jedoch zu Wagen diese Frage auszusprechen. “Keine Sorge, Nee-chan, wer auch immer uns angreift, hat nicht mit mir gerechnet!“ hörte sie in nächsten Moment die Stimme ihrer Schwester neben sich. Überrascht sah Akane ihre Schwester an, welche in diesem Moment eine Zuversichtlichkeit und Selbstsicherheit ausstrahlte, welche der jungen Kunoichi ungewollt imponierte. Erneut ließ ein Beben das Klassenzimmer erzittern und verwandelte das Unbehagen unter den Schülern mehr und mehr in echte Frucht. Vereinzelt drang nun das Schluchzen und Wimmern einiger Akademisten an Akanes Ohren. Nur Asami behielt stoisch ihren optimistischen Gesichtsausdruck bei und ignorierte gekonnt jeden Gedanken daran, was wohl die Ursache für das alles sein mochte, ebenso wie ihre direkte Umgebung. ‘Toll du markierst also auch nur die Starke…‘ dachte Akane bei sich und rollte mit den Augen. “Vielleicht ist es auch nur ein Erdbeben.“ erklärte sie kurzentschlossen in einer Lautstärke, dass die anderen um sie herum sie hören konnten. Im Moment waren Kinder welche in Tränen ausbrachen das letzte was sie gebrauchen konnte. Sicherlich würde in Kürze eine Evakuierung beginnen. Es war wichtig, dass sich alle, Akane eingeschlossen, erst einmal beruhigten. Doch Asami hatte offensichtlich andere Pläne mit dieser Situation. “Hatten wir jemals ein so starkes Erdbeben?“ erwiderte Sie in gleicher Lautstärke. In diesem Moment hatte Akane, wie so oft, das Bedürfnis ihre Schwester am Kragen zu packen und sie zu schütteln bis sie zu Verstand kam. ‘Hör auf so was zu sagen! Die meisten hier führen ein behütetes Leben Baka!‘ schimpfe Akane geistig über das Feingefühl ihrer Schwester. Doch Asamis Aussage hatte die Anspannung gelöst und alle Blicke glitten gerade zu ihrem Lehrer, als plötzlich die Klassentür aufflog. Ein älterer Shinobi trat schnellen Schrittes ein und eilte zum Klassenlehrer. Die beiden unterhielten sich kurz so leise, dass die Schüler kein Wort verstanden, dann eilte der Shinobi wieder aus dem Saal. Lange Momente starrte Yoshio-Sensei ihm hinterher, ehe er sich schließlich seinen Schülern zuwandte und seine Stimme erhob. “Begebt euch in den Flur und bildet dort eine Zweierreihe. Wenn das geschehen sollte, bleibt zusammen und folgt mir zu den Schutzräumen. Die Akademie wird evakuiert!“ Erklärte er ruhig, jedoch mit einer festen Stimme, welche keinen Widerspruch zuließ. Akane versuchte den Klos, welcher sich in ihrem Hals gebildet hatte, herunter zu schlucken, doch es gelang ihr nicht. Mit dem Gedanken, dass gerade ihre schlimmsten Befürchtungen bestätigt worden waren, spürte sie wie Akane ihre Hand ergriff und erwiderte unbewusst den leichten Druck. Dann krabbelten die Schwestern bereits unter dem Tisch hervor. Gemeinsam mit ihren Klassenkameraden verließen sie den Klassensaal. Auf dem Flur angekommen warteten bereits zwei Shinobi des Dorfes auf sie, welche ihre Eskorte zu den Schutzräumen bilden würden. ‘Der Weg zur Felswand ist nicht weit, aber vermutlich sind die Gegner schon sehr nahe…‘ Dachte Akane bei sich beim Anblick der Shinobi, während sie sich zusammen mit ihrer Schwester in die Kolonne der Akademisten einreihte. Leise atmete Akane durch, um auf diese Weise ihr rasendes Herz zu beruhigen, und versuchte die bleichen Gesichter ihrer Klassenkameraden zu ignorieren. ‘Ich darf mich von der allgemeinen Nervosität nicht anstecken lassen! Bleib cool Akane! Jetzt kommt‘s drauf an!‘ Rief sie sich selbst geistig noch einmal zur Räson.

Es dauerte eine gefühlte Ewigkeit, bis alle Schüler ihren Platz in der Aufstellung gefunden hatten. Dabei spürte Akane, wie die Anspannung unter den Lehrern immer weiter anstieg, während sie noch einmal kontrollierten, dass alle Schüler da waren und niemand vergessen wurde. ‘Wenn ich mir vorstelle, dass ich das hier koordinieren sollte…‘ dachte Akane bei sich. Unwillkürlich stieg ihr Sensei in Akanes Ansehen, während sie mit ansah, wie er ruhig und konzentriert für Ordnung sorgte. Er wirkte während dieser Krise weit Souveräner dabei seine Schüler noch einmal zu ermahnen, dass jeder sich an die Regeln für einen solchen Fall hielt, als er es für gewöhnlich während des Unterrichtes tat. “Denkt daran! Verhaltet euch still, bewahrt Ruhe und folgt den anderen zügig zu den Schutzräumen! Falls wir aus irgendeinem Grund getrennt werden versteckt euch nicht und kämpft nicht, sondern versucht euch zu den Schutzräumen durchzuschlagen!“ Schärfte er ihnen noch einmal ein, ehe er die Tür nach draußen öffnete und die Akademisten geordnet ins freie führte. Mit schnellen Schritten folgten die Schüler ihm hinaus und Akane spürte, wie sich die Hand ihrer Schwester verkrampfte, als die Geräuschkulisse des Kampfes über die Schüler hereinbrach. Überall hallten Explosionen, klirrten Waffen aufeinander und ließen mächtige Jutsu die Erde erbeben. Erschrocken stellte Akane fest, dass sie bereits eine ganze Weile vor Anspannung unwillkürlich den Atem angehalten hatte. Die Realität war ganz anders als sie es nach dem Training erwartet hätte. Die Atmosphäre war so viel bedrückender als Akane sich es ausgemalt hatte. Und es war ohne Zweifel anders als das, was Asami und sie sich früher zusammen ausgemalt hatten wenn ihre Brüder von ihren Missionen berichtet hatten. Die Luft war nicht länger frisch und klar, sondern schwer von Staub und Rauch, so dass es den Kindern schwer fiel zu Atmen. Der Wind trug den Geruch von Feuer, Asche und Tod mit sich. Akane spürte, wie die Hand ihrer Schwester leicht zu zittern begann und drückte sie ein wenig Fester um sie zu beruhigen. Gerade für Asami musste diese Situation unerträglich sein. Für gewöhnlich lenkte sich Akanes Schwester wenn ihr etwas nicht behagte damit ab, dass sie sich in etwas vertiefte was ihr Vergnügen bereitete. Vermutlich hatte sie sich bisher nicht einmal vorstellen können, sich in einer solchen Situation ruhig zu verhalten und sich nicht ablenken zu können. Überhaupt schien sich Asami nur mit Mühe davon abhalten zu können auf der Stelle davonzustürmen. Und doch hielt sie sich tapfer, während sie versuchte all die Eindrücke welche sie umgaben, mit ihrem Ärmel vor Mund und Nase gepresst, von sich fern zu halten. Dabei hatte der Weg zu den Schutzräumen gerade erst begonnen…

Kurze Zeit später

Bedrückt betrachtete Akane ihre Klassenkameraden, welche vor ihr in Zweierreihen in Richtung der Schutzräume unterwegs waren. Die Haltung der Jungen und Mädchen war von Angst geprägt und wirkte gebückt. Bei jeder neuen Erschütterung zuckten die Kinder zusammen. ‘Jeder von uns ist von den Ereignissen vollkommen mitgenommen. Und das obwohl wir von dem eigentlichen Angriff bisher überhaupt nichts mitbekommen haben.‘ dachte Akane bei sich. Unbewusst verdrängte die Akademistin dabei, was wohl geschehen würde, wenn ihre Klasse auf dem Weg zum Schutzraum doch noch entdeckt würde. “Pst. Akane?“ hörte sie in diesem Moment die Stimme ihrer Schwester neben sich “Was glaubst du was da passiert?“ Akane musste ihren Kopf nur leicht zur Seite drehen um ihre Schwester ansehen zu können. Sicherlich wusste ihre Schwester genau so gut wie sie, was da draußen geschah. Doch in Asamis Augen stand ihre eigentliche Frage für Akane deutlich zu lesen. Sie wollte nicht wissen was los war, sie wollte hören, dass ihre Familie in Sicherheit war. Ohne es zu wollen seufzte Akane leise. “Wir sollen uns ruhig verhalten, bis wir in den Schutzräumen sind…“ flüsterte sie leise zurück und sah wieder nach vorne. “Ruhe da hinten!“ zischte ihr Klassenlehrer in diesem Moment. Ohne einen Ton von sich zu geben entschuldigte sich Akane mit einer Geste. Auf den letzten Metern zu den Schutzräumen drückte Akane leicht die Hand ihrer Schwester um ihr, aber auch sich selbst, Sicherheit zu geben. ‘Immerhin scheinen wir in Sicherheit zu sein…‘ dachte sie bei sich und folgte ihren Klassenkameraden in das große, im Fels verborgenen Labyrinth in dem sich auch die Schutzräume befanden. Als Akanes Klasse den ihnen zugewiesenen Schutzraum erreicht hatte, zog sich Akane mit ihrer Schwester in eine der hintersten Ecken zurück. Als sie sich gesetzt hatten, wollte Akane die Hand ihrer Schwester loslassen und stellte überrascht fest, dass Asami sie festhielt. “Denkst du sie sind alle in Sicherheit?“ Leise seufzte Akane. Ihr war Bewusst, dass Asami zwar beruhigende Lügen hören wollte, diese allerdings gleichzeitig nicht glauben würde. Kurz zögerte Akane, doch dann entschloss sie sich bei ihrem persönlichen Standpunkt der Wahrheit zu bleiben. “Ich glaube nicht…“ sagte sie leise und betrachtete dabei Asami, deren Augen sich vor Schreck weiteten. “Sie sind schließlich alle Saisho. Unsere Aufgabe ist es, dass Dorf und seine Bewohner zu beschützen. Sie werden da sein, wo am meisten los ist. Nicht wahr?“ Leicht nickte Asami und erwiderte sichtlich bedrückt “Vermutlich hast du recht.“ Sie zögerte einen Augenblick doch dann fragte Asami “Denkst du ihnen passiert etwas?“ Nun lächelte Akane und das wesentlich zuversichtlicher als sie sich gerade fühlte. “Sie sind alle unheimlich Stark! Ich bin mir sicher, dass ihnen nichts passiert!“ leise lachte sie “Zumindest nicht mehr als sonst…“ fügte sie scherzhaft hinzu und schaffte es damit, das Asami zumindest kurz lächelte. “Ich sagte doch, dass ihr euch alle ruhig verhalten sollt!“ hörte sie in diesem Moment leise die Stimme ihres Lehrers. Verlegen lächelte sie und verbeugte sich stumm ehe sie Asami aufmunternd zuzwinkerte. Doch wenn Akane ehrlich zu sich selbst war, sah es in ihrem Inneren vollkommen anders aus. Ihr Herz drohe in ihrer Brust zu explodieren bei dem Gedanken daran, dass ihre Eltern und Geschwister in diesem Moment irgendwo dort draußen Kämpften und vielleicht verletzt wurden … oder schlimmeres …

Als die Kinder einige Stunden später die Schutzräume wieder verlassen durften, blieben die meisten von Ihnen wie angewurzelt stehen, als sie die vielen Rauchsäulen im Dorf sahen. Auch Akane war von dem Anblick derart geschockt, dass sie erst einmal schlucken musste. So schlimm hatte sie sich die Schäden nicht vorgestellt. Immerhin wurde Taki-Gakure doch vom mächtigen Saisho-Clan beschützt. Wie durch einen Nebel hindurch, hörte sie die Stimme ihres Lehrers “Die Dorfführung hat das Dorf als gesichert erklärt. Trotzdem möchte ich, dass ihr alle auf euren Nachhauseweg vorsichtig seid. Das Dorf war ein Schlachtfeld. Es können überall noch Waffen oder Blindgänger herumliegen, an denen ihr euch verletzten könnt.“ Akane, welche fassungslos auf das nur mühsam gestopfte Loch im Stamm des großen Baumes starrte, nahm diese Ansage nur mehr am Rande war. Sekunden starrte sie einfach nur fassungslos auf die Verwüstung hinab. Doch dann schüttelte sie den Kopf und versuchte sich wieder zu konzentrieren. ‘Bestimmt geht es allen gut…‘ dachte sie bei sich und ergriff die Hand ihrer Schwester. “Komm wir gehen heim…“ sagte sie leise und zog Asami mit sich, während sie von dem Rand des Weges sprang, um auf diese Weise schneller zu dem daruntergelegenen Pfad zu gelangen. Aus irgendeinem Grund hatte Akane einen Knoten im Magen, welcher einfach nicht verschwinden wollte. Wie eine erdrückende Vorahnung, verkrampfte das ungute Gefühl das etwas geschehen war ihre Eingeweide. So rannte sie zusammen mit ihrer Schwester nach Hause. ‘Bestimmt geht es allen gut…‘

13. Akt: Das Ende der Welt – Das Ende eines Traums

Als die beiden Schwestern kurze Zeit später das Anwesen der Saisho erreichten, trauten sie kaum ihren Augen. Das einst stolze Anwesen des Saisho-Clans lag zu großen Teilen in Trümmern. Überall auf dem Gelände verstreut waren ANBU verteilt, welche mit Untersuchungen beschäftigt waren, oder aber das Gelände absicherten. Akane versuchte den Klos in ihrem Hals herunterzuschlucken und griff nach dem Absperrband. Doch als sie entschlossenen Schrittes auf das Gelände wollte, wurde sie von einem der Wachposten aufgehalten. “Hey Kinder! Da darf niemand rein!“ rief er und lief zu den beiden Schwestern “Aber das ist unser zuhause!“ hörte Akane in diesem Moment die aufgebrachte Antwort ihrer Schwester, welche neben ihr stand. Ablehnende schüttelte der maskierte Shinobi den Kopf. “Am besten begebt ihr euch in Dorfzentrum zu den Notunterkünften. Alle Bewohner deren Häuser vernichtet oder schwer beschädigt wurden sind dort untergebracht. Dort werdet ihr auch eure Familie finden.“ Hoffnungsvoll sah Akane zu dem Shinobi auf. “Alle? Sind sie sich da sicher?“ fragte sie mit sich überschlagender Stimme. Der Shinobi verschränkte die Arme. “Es gab unter den Saisho wohl nur wenige Tote. Aber viele verletzte. Einige werdet ihr also vielleicht eher im Krankenhaus finden. Aber genaues erfahrt ihr in den Notunterkünften! Dort sind auch die Listen mit den Vermissten Personen. Meldet euch also dort schnellstmöglich an.“ seine Stimme ließ klar erkennen, dass das Thema für ihn damit erledigt war und Akane hatte auch kein großes Interesse weiter mit ihm zu diskutieren. So verbeugte sich Sie leicht und murmelte ein schnelles “Domo~“ ehe sie umwand und mit ihrer Schwester das Gelände verließ. Sie wollte so schnell es ging zu den Notunterkünften.

Kurze Zeit später hatten sie die Notunterkünfte gefunden und sich bei den Verantwortlichen zurückgemeldet. Doch danach waren sie nicht wie gehofft zu ihrer Familie gebracht worden, sondern wurden an eine große Tafel verwiesen, wo sie warten sollten bis jemand Zeit für sie fand. Nicht ohne Murren waren die beiden Schwestern dieser Anweisung gefolgt und standen nur vor der Tafel auf der die Verluste und die vermissten Personen aushangen. Als Akane sah, wie viele Zettel dort angeheftet waren glaubte sie ersticken zu müssen. Von dutzenden Shinobi und hunderten Zivilisten schien jede Spur zu fehlen nach diesem Angriff. ‘Bestimmt geht es allen gut… Asami und ich standen bis eben ja auch da irgendwo dabei…‘ versuchte Akane sich selbst einzureden. Doch als sie zu ihrer Schwester sehen wollte, welche eben noch neben ihr gestanden hatte, zuckte sie zusammen. Asami war verschwunden! Kreidebleich sah sich das Mädchen um und suchte ihre Schwester. Als sie Asami schließlich entdeckte konnte sie gerade noch sehen wie diese sich in die Arme ihres Bruders warf. Sie brauchte einige Momente ehe sie begriff, dass sie zumindest Shiro unverletzt wiedergefunden hatten. Ein wenig erleichtert seufzte sie und ging dann ebenfalls in Richtung ihres Bruders. Als sie ankam, hörte sie gerade noch wie Shiro berichtete, dass ihre Familie in einem nahegelegenen Zelt untergebracht war. “Bis auf zwei sind alle im Zelt.“ endete gerade und lächelte seine kleinen Schwestern an. “Zwei Ausnahmen?“ fragte Akane im selben Moment. Ihr Bruder reagierte mit einem Lachen, an dem irgendetwas falsch zu sein schien. “Ja, Vater hat alle Hände voll zu tun und ist deshalb im Dorf unterwegs.“ erklärte er und strich Akane über den Kopf. “Leider hat es die meisten von uns erwischt. Wenn auch manche mehr als andere.“ Er hob seinen Arm und zeigte den Verband. “Die verletzten haben Ruhe verordnet bekommen. Aber morgen schon dürfen die ersten von uns wieder ihren Dienst antreten.“ Fügte er hinzu um seine Formulierung etwas zu entschärfen. Doch Akane wollte sich nicht von ihm einlullen lassen. Irgendwie schien ihr die Situation ziemlich unwirklich. Shiro schien bei weitem nicht so fröhlich zu sein wie er sich gab. Und bei so vielen Ausfällen war er wohl auch bei weitem nicht so entspannt wie er ihnen glauben machen wollte. Was ging hier vor sich? Akanes Blick legte sich auf ihre Schwester. Wenn sie Recht hatte, sollte es Asami nicht noch viel mehr auffallen als ihr? Ihre Schwester wirkte jedoch, als sei sie in diesem Moment einfach nur glücklich darüber, dass es allen gut zu gehen schien. Leicht schüttelte Akane den Kopf und seufzte tonlos bei dem Versuch diese Gedanken zu vertreiben, doch es wollte ihr nicht gelingen. Als sie ihren Blick wieder hob, trafen sich der Akanes und Shiros Blicke. “Pass mal auf Asami. Du musst für mich etwas erledigen.“ erklärte ihr Bruder plötzlich und schob Asami leicht von sich. “Lauf schnell dort hinten in unser Zelt und sag Bescheid, dass ihr beide wohlbehalten hier angekommen seid. Alle machen sich große Sorgen um euch. Es wird sie beruhigen zu sehen, dass es euch gut geht! Kannst du das für mich tun?“ Er sah Asami mit einem bittenden Blick an, bei dem Asami nicht anders konnte als zuzustimmen. Leicht nickte Asami und sah dann zu ihrer Schwester “Kommst du Nee-chan?“ Doch gerade als Akane antworten wollte, wurde sie von Shiro unterbrochen. “Tut mir leid Nee-chan, aber für Akane habe ich eine andere Aufgabe…“ erklärte er lächelnd und schickte Asami fort. Er wartete noch einige Augenblicke, bis Asami verschwunden war und wand sich dann Akane zu. “Du musst für mich ins Krankenhaus laufen. Es ist wichtig!“ erklärte er ihr mit ernster Stimme und erntete dafür einen Fragen Blick seiner Schwester. “Ich?“ fragte sie um sicherzugehen, dass sie sich nicht verhört hatte. Leicht nickte Shiro “Du musst eine Nachricht für mich überbringen. Und da Guro dort ist, wird niemand fragen darüber stellen, warum du dort auftauchst. Jeder Saisho weiß wie eng ihr beiden miteinander seid.“ erklärte er und strich Akane eine Strähne aus dem Gesicht. Doch Akane hatte gerade wenig Sinn dafür. Mit vor Schreck geweiteten Auge starrte sie ihren Bruder an. “Guro-nii? Aber!?“ leicht schüttelte Shiro den Kopf. “Erkundige dich im Krankenhaus nach ihm. Ich habe gehört, dass es ihm nicht gut geht. Dich zu sehen wird ihm helfen damit klar zu kommen, dass er nicht aus dem Krankenhaus darf. Und bei dieser Gelegenheit wirst du das hier an unsere Clanshüterin überbringen. Du warst in letzter Zeit oft mit ihr zusammen. Niemand wird Fragen stellen wenn du sie besuchst.“ Unbewusst machte Akane einen Schritt auf ihren Bruder zu und vergrub ihre Hände in seiner Jacke als müsse sie sich festhalten. “Akira-sama auch?“ Doch ihr Bruder löste ohne eine Antwort Akanes Hände und drückte eine Schriftrolle in ihre Hände. “Nun geh schon. Je eher du dort bist, umso eher weißt du Bescheid…“ sagte er leise und lächelte. Für einen Augenblick starrte Akane ihn noch an, dann wand sie sich ohne jede Erwiderung um und rannte los. Lange Momente sah Shiro ihr nach ehe er sich erhob und Asami in das Zelt ihrer Familie folgte.

Als Akane das Krankenhaus von Taki-Gakure erreichte, war sie derart außer Atem, dass sie einige Momente am Eingang ausharrte um wieder zu sich zu kommen. Erst als sich ihre Atmung halbwegs beruhigt hatte, betrat sie das Krankenhaus durch das große Eingangsportal. Was sie dort zu sehen bekam war ein fürchterliches Bild. Bereits in der Vorhalle lagen verwundete, welche auf ihre Behandlung warteten. Das gesamte Krankenhaus schien von wimmern und stöhnen erfüllt zu sein. Dutzende Medic-Nin huschten ununterbrochen umher um die schlimmsten Verletzungen zu behandeln, ehe die Patienten auf die Zimmer verteilt wurden. Verschüchtert schritt Akane mit langsamen Schritten zum Empfang und blieb dort vor einer vor Erschöpfung gezeichneten Schwester stehen, welche verzweifelt versuchte einen Überblick zu behalten. “Entschuldigen sie bitte…“ sagte sie leise und bekam sofort die Aufmerksamkeit der Schwester. “Du scheinst unverletzt. Und schmerzen scheinst du auch keine zu haben, also komm morgen wieder!“ herrschte sie Akane an, welche von den Worten zusammenzuckte “Aber ich…“ der harte Blick der Schwester traf sie “Aber was?“ verschüchtert trat Akane von einem Fuß auf den anderen “Mein Bruder und meine … meine Schwester sollen hier sein…“ sagte sie dann leise. Sofort hielt die Schwester inne. Ihr war bewusst, dass nur die schweren Fälle zu dieser Zeit im Krankenhaus behalten wurden. Und gleich zwei Verwandte, da konnte sie das arme Kind doch nicht fortschicken. So sprach sie dann mit deutlich weicherer Stimme “Wie heißen denn dein Bruder und deine Schwester?“ fragte sie. Akane schluckte kurz “Saisho! Saisho Guro und Saisho Akira!“ Die Schwester nickte kurz und sah dann auf ihren Notizblock “Ah ja, da haben wir es ja. Sie sind im dritten Stock. Letzte Tür auf der rechten Seite und …“ plötzlich stockte sie “Ja letzte Tür auf der rechten Seite…“ sagte sie dann noch einmal und lächelte Matt. ‘Wieso liegen die beiden denn in einem Zimmer? Trennen sie nicht einmal mehr nach Geschlechtern bei der Belegung?‘ fragte sich Akane innerlich. Doch dann schob sie es schnell darauf, dass das Krankenhaus offensichtlich überbelegt war. Leicht verbäugte sich Akane noch und murmelte ein, “Domo!“ dann lief sie so schnell sie konnte zum Treppenhaus. Ohne zu zögern stürmte das Mädchen die Treppen hinauf, als ginge es um jede Sekunde. Sie wusste selbst nicht warum, doch sie folgte einem Gefühl, welches ihr wie ein Raubtier im Nacken saß. So dauerte es nur Sekunden, ehe sie den Raum erreicht hatte welche die Schwester ihr genannt hatte und ungefragt betrat. Erschrocken blieb sie stehen als sie feststellte, dass sich lediglich ein einziges Bett im Zimmer befand. Doch nicht nur das, hatte sie innehalten lassen. In diesem Bett lag ganz offensichtlich weder Guro noch Akira, sondern eine Frau mit Feuerroten Haar, welche die Augen geschlossen hatte und deren Körper von Verbänden bedeckt war. “Fa-Falsches Zimmer…“ murmelte sie verstört. Hatte die Schwester sich bei dem ganzen treiben im Zimmer vertan? Doch als Akane den Raum gerade wieder verlassen wollte hörte sie die Frau leise sprechen “Akane-chan! Ich bin froh, dass dir nichts passiert ist…“ wie angewurzelt blieb Akane stehen. Woher kannte diese Frau ihren Namen? Am liebsten wäre Akane in diesem Moment gegangen, doch stattdessen schloss sie die Tür hinter sich und trat näher an das Krankenbett heran “Entschuldigen sie bitte. Aber ich dacht in diesem Zimmer würden Saisho Guro und Saisho Akira liegen…“ erklärte sie leise und betrachtete die Frau. ‘Du meine Güte … die hat es aber erwischt…‘ dachte sie bei sich und versuchte nicht zu offensichtlich zu starren. Die Frau verzog das Gesicht zu einem von Schmerz gekennzeichneten Lächeln “Sie haben dir nichts gesagt was?“ fragte sie leise und öffnete ihre Augen. Ungläubig sah Akane in diese Raubtierhaften Augen, welche sie aber unzweifelhaft an die Clanshüterin der Saisho erinnerten “Akira-sama? Aber…“ stotterte Akane verwirrt, während die Clanshüterin sich mühsam aufrichtete. “Ja ich bin es.“ seufzte sie mühsam und lehnte sich gegen ihr Kissen. Als sie endlich saß, deutete sie Akane näher zu kommen. “Ich vermute du sollst mir eine Nachricht bringen…“ sagte Akira mit einer unwirklichen Stimme, wie Akane sie noch nie in ihrem Leben gehört hatte. Die Stimme schien ihr eigenes Echo vorherzuschicken und auch wieder nach sich zu ziehen. Was war mit ihrer Sensei geschehen? Wie vor den Kopf gestoßen betrachtete Akane die schwarzen Augen mit den bernsteinfarbenen Iris und den Raubtierpupillen während Akira ihre Hand auffordernd in Akanes Richtung ausstreckte. “Dann gib sie mir…“ befahl sie mit fester Stimme und Riss damit Akane aus ihrer Schockstarre. Schnell übergab sie die Schriftrolle ihres Bruders an die Clanshüterin. Akira nahm die Rolle entgegen und zog sie dann langsam auf. Schweigsame Sekunden vergingen, während Akira den Inhalt der Schriftrolle studierte. “Das hatte ich befürchtet…“ murmelte Akira leise und rollte die Schriftrolle wieder zusammen. Erst jetzt legte sich ihr Blick wieder auf Akane. Sie betrachtete das Mädchen lange, und ohne ein einziges Wort zu sagen. Akane hingegen, welche nicht recht wusste wie sie sich nun verhalten sollte, wäre am liebsten von hier verschwunden. Sie musste schließlich noch nach ihren Bruder Guro suchen. Doch bevor Akira sie nicht entließ, konnte sie den Raum nicht verlassen. Doch gerade als Akane zu sprechen ansetzen wollte, brach Akira ihr Schweigen. “Wie du sicher schon gehört hast, gibt es unter uns Saisho nur wenige Opfer zu beklagen.“ sprach Akira langsam, und so als müsse sie sich jedes Wort genau überlegen, dass sie aussprach. Akane versuchte zu lächeln, was ihr zu ihrem Bedauern nicht so recht gelingen wollte, und nickte leicht. Konnte nach einer derartigen Eröffnung überhaupt etwas Gutes folgen? “Aber jeder dieser Opfer ist ein Verwandter. Ein Vater, eine Mutter, ein Bruder, eine Schwester, ein Sohn, eine Tochter, ein Onkel, eine Tante, Ein Cousin, eine Cousine …“ erneut nickte Akane langsam. Akira schien ihr mit diesen Worten etwas sagen zu wollen, doch Akane wusste beim besten Willen nicht, was es sein mochte. “Wir haben heute unseren Clans Führer verloren junge Kunoichi…“ Akanes Augen weiteten sich und sie schluckte schwer. Der alte Mann war tot? Ein fürchterlicher Gedanke. Guro würde am Boden zerstört sein wenn er davon erfuhr. Er hatte den alten Mann immer bewundert. “Mit ihm zusammen starben zwei seiner Leibwächter…“ fuhr Akira fort und Akane fragte sich, ob Akira selbst versuchte, dass zu verarbeiten was sie gerade gehört hatte. “Das ist…“ versuchte sie Akane die Clans Hüterin zu unterbrechen, doch Akira hob die Hand und brachte sie damit zum schwiegen “Einer dieser Wächter war dein Bruder Guro…“ sagte sie dann leise. Für einige Momente stand Akane völlig still und starrte Akira an, ohne auch nur einen Laut von sich zu geben. Sie wagte es in diesem Augenblick nicht einmal zu atmen. Langsam erhob sich Akira und ging einige Schritte auf Akane zu, was ihr sichtlich Schmerzen bereiten zu schien. Akane sah die Clanshüterin mit einem Blick voll des Schreckens und des Unglaubens an. Dann warf sie sich gegen Akira und prügelte mit bloßen Fäusten auf deren Torso ein. “Das ist ein Lüge! Eine Lüge!“ brüllte sie immer wieder, während ihr dicke Tränen über die Wangen kullerten. Sie schaffte es nicht sich zu beruhigen und tobte so lange, bis die Tür sich öffnete und eine Schwester hineingestürzt kam. “Was tust du denn Kind?“ Schnell lief sie zu Akane und wollte sie von Akira wegziehen. Doch Akira hob die Hand und bedeutete ihr Akane Gewehren zu lassen. Akane schrie, weinte und schlug um sich, während Akira schützend die Arme um das Mädchen legte und sie sacht an sich zog. Zuerst wehrte sich die Kunoichi noch, doch schon Momente später vergrub Akane ihr Gesicht an Akiras Brust und heulte wie ein Schlosshund. Geduldig hielt Akira das Mädchen in ihren Armen und strich ihr beruhigend über den Kopf, während diese ihrer Trauer freien Lauf ließ. Sie weinte beinahe eine Stunde, ehe sie vor Erschöpfung das Bewusstsein verlor...

14. Akt: Das Ende der Welt – Der Abschied

In den Tagen nach dem Angriff auf Taki-Gakure fiel Akane in ein tiefes Loch. Mit jedem Tag der verging, schien sich das Mädchen noch etwas weiter von ihren Freunden und ihrer Familie zurückzuziehen. Immer öfters suchte sie die Stille der Einsamkeit. Und so kam es, dass sie in der ersten Nacht das Zelt verließ, als alle geschlafen hatten. Bereits in der zweiten Nacht, wartete sie nur noch, bis ihre Schwester eingeschlafen war. Und in der dritten Nacht, kehrte sie erst gar nicht mehr in das Zelt ihrer Familie zurück. Immer weiter zog sie sich von den Menschen in ihrer Umgebung zurück. Und je weiter sie sich zurückzog, umso mehr Zeit verbrachte auf einem nahegelegenen Dach. Dort saß sie Stundenlang und betrachtete die Tafel der Vermissten aus traurigen Augen und mit stumpfen Blick. Es gab keinen anderen Ort in Taki-Gakure, an dem jener Schmerz, welcher seine Einwohner in seinem Bann hielt, greifbarer war. Viele der Einwohner Takis hatten bei diesem Angriff ihr Zuhause verloren, doch Häuser ließen sich wieder aufbauen. Viel schlimmer waren die Menschen vom Verlust ihrer Freunde oder Familien getroffen worden. Es gab Männer und Frauen die jeden Tag zur Tafel kamen, angetrieben von der Hoffnung, dass ihre vermissten Geliebten gefunden worden waren. Oft fielen sich die Menschen dann erleichtert in die Arme wenn sie sahen, dass der gesuchte Name mit schwarzer Tinte gestrichen worden war. Schwarze Tinte bedeutete, dass die Person welcher der Name gehörte gefunden wurden war, oder sich zurückgemeldet hatte. Dazu zählten Verschüttete die man geborgen hatte ebenso wie Menschen die sich im Dorf oder dem nahen Wald versteckt hatten und sich nun zurückmeldeten. Darunter befanden sich auch einige Shinobi, welche zum Zeitpunkt des Angriffs auf Missionen unterwegs gewesen waren. Doch beinahe ebenso viele wurden mit roter Farbe durchgestrichen. Jene Menschen, die ein solches Zeichen an dem Namen eines Vermissten vorfanden, begann oft zu weinen, manche schrien und tobten und wieder andere schienen einfach in sich selbst zusammenzufallen. Rot wurden jene markiert, von denen man sicher wusste, dass sie bei dem Angriff gefallen waren. Dabei konnte es sich sowohl um Zivilisten handeln, die unter den Trümmern ihres Hauses begraben worden waren, ebenso gut aber auch Shinobi, welche bei der Verteidigung des Dorfes gefallen waren. Es dauerte Tage bis alle Namen von den Listen gestrichen worden waren, aber schließlich kam niemand mehr an die Tafel. Die Menschen begannen damit ihre Toten zu beerdigen, zu trauern und das Dorf wieder aufzubauen. Doch auch nachdem alle Bilder von der Tafel abgenommen worden waren, und niemand mehr an die Tafel kam, kehrte Akane immer wieder an diesen Ort zurück. Dabei war es ihr vollkommen egal, ob die Sonne schien, der Wind wehte oder Regen ihrer Kleider durchnässte. Sie saß mit angezogenen Beinen, und ihrem Kopf auf ihre Knie gestützt, auf dem Dach und betrachtete mit abwesendem Blick die Tafel. Über Stunden verharrte die sie in dieser Position und verlor sich zwischen dem was gewesen war, dem was vielleicht sein würde und dem was niemals wieder sein konnte. Wenn sich der Tag dann schließlich dem Ende neigte und die Sonne unterging, vergrub Akane ihr Gesicht und weinte in der Dunkelheit, bis alle Tränen versiegt, und ihr Herz stumpf und leer war.

Mit einem leisen seufzten setzte sich Akane auf und starrte dann stumm vor sich hin, ohne dabei wirklich etwas zu sehen. So verharrte sie bis der nächste Tag erwachte. Mit den ersten Sonnenstrahlen kam am Morgen zumeist ihre Schwester Asami um sie für die Arbeiten am Clananwesen abzuholen. Die beiden Schwestern arbeiteten so hart sie konnten und ohne miteinander zu sprechen. Sie entfernten Trümmer, bargen intakt gebliebene Gegenstände und Waffen und halfen, wo sie gebraucht wurden. Erst wenn sie so erschöpft waren, dass sie sich kaum noch bewegen konnten beendeten sie ihre Arbeit. Für gewöhnlich setzten sie sich unter einen jener Bäume, welcher den Angriff überstanden hatten und nahmen schweigend die mitgebrachten Speisen und Getränke zu sich. Hin und wieder versuchte Asami ein Gespräch mit ihrer Schwester zu beginnen, doch das Beste was sie ihr entlocken konnte, waren einsilbige, abwesende Antworten. Von Tag zu Tag verschlechterte sich dabei Akanes Zustand, welche immer tiefer in ihrer eigenen Welt zu versinken schien. Schließlich wurde es so schlimm, dass Akane sich nicht einmal mehr dazu bewegen ließ das Dach zu verlassen, auf dem sie seit dem Angriff jede Nacht verbracht hatte.

“Ich weiß wie du dich fühlst…“ erschrocken fuhr Akane zusammen als sie eine zutiefst irreale Stimme hinter sich hörte, welche erst die Zeit selbst einzuholen schien ehe sie im eigenen Wiederhall verklang. Langsam, wie in Zeitlupe, wand sie ihren Kopf und betrachtete die Person welche neben ihr Platz genommen hatte. Sie trug unübersehbar Verbände unter ihrer Kleidung, welche ihre trainierte Gestalt eher hervorhob denn verbarg. Sie hatte feuerrotes Haar, welches an eine Mähne erinnerte, und schwarze Augen in denen funkelnd das Gold ihrer Iris hervorstach. Unwillkürlich weiteten sich Akanes Augen als sie die Person erschrocken musterte. Die Person lächelte und entblößte dabei unbewusst ihre Reißzähne. “Du fühlst dich allein, verlassen, und verantwortlich…“ Sanft legte sie eine Hand auf Akanes Schulter “Und dabei ist vollkommen egal wer dir sagt, dass das alles nicht deine Schuld ist. Du wirst es ihm nicht glauben. Da wird immer die Frage sein, was du hättest tun können.“ Langsam löste sich Akiras Blick von Akane und legte sich auf den Baum, durch dessen Geäst man das kalte, silberne Licht des Mondes funkeln sehen konnte und unwillkürlich folgte Akane dem Blick der Frau “Ich selbst habe ebenfalls diese Wunden lange Jahre mit mir getragen, weißt du?“ Überrascht wand sich Akane zur Clanshüterin um. “Und wenn ich ehrlich bin, trage ich die Narben davon bis heute in mir…“ Akira senkte den Blick und sah dann Akane direkt in die Augen. “Darum kannst du mir glauben wenn ich dir sage, dass es wenig Sinn hat sich an vergangenes zu klammern.“ Ihr blick legte sich erneut auf das Mädchen. “Aber…“ versuchte Akane leise zu wiedersprechen, doch Akira legte ihr einen Finger auf die Lippen. “Ich teile gerade die schwierigste Erkenntnis mit dir, die ich je herausgefunden habe.“ erklärte sie lächelnd. “Darum ist es wichtig, dass du mir zuhörst. Sowohl mit deinem Kopf, als auch mit deinem Herzen.“ Nacheinander hatte Akira dem Mädchen an die Stirn und an die Brust getippt, worauf Akane mit einem leichten Nicken reagierte. “Ich möchte nicht, dass du je versuchst einen jener Menschen zu vergessen, die du verloren hast.“ Fuhr die Clanshüterin fort, doch dann zögerte sie für einen Moment. “Sie waren ein Teil deines Lebens und werden immer ein Teil von dir sein. Und ich glaube keiner von ihnen hätte gewollt, das du dein Lachen verlierst. Oder deinen Willen. Deine Aufgabe ist es nun, ebenso für sie zu leben wie für dich selbst.“ Akira lächelte, doch lag ein stummer Schmerz in diesem Lächeln. “Ich selbst habe lange gebraucht um das zu begreifen. Und ich möchte nicht, dass du die gleiche Dunkelheit durchschreiten musst, wie ich es getan habe…“ unwillkürlich starrte Akane die Clanshüterin an. “Wie … Wie soll ich das schaffen?“ fragte sie leise. Ein gewinnendes Lächeln legte sich auf Akiras Lippen “Du beginnst damit, dich an das zu halten was du hast. An deine Freunde, deine Familie, deine Zwillingsschwester Asami und mich.“ sachte strich sie noch einmal über Akanes Kopf, ehe sie elegant vom Dach sprang. Unten breitete sie dann die Arme aus “Dann schenkst du diesen Menschen dein Vertrauen…“ kurz zögerte Akane, doch schon im nächsten Augenblick ließ sie sich von der Dachkante fallen und landete in Akiras Armen, welche sie sogleich neben ihr abstellte. “Und dann?“ fragte Akane mehr verwirrt als traurig klingend. Sie spürte, wie Akira ihre Hand griff und erwiderte den Druck “Dann machst du den ersten Schritt…“ unwillkürlich ging Akane an Akiras Seite los. “Und wohin?“ fragte sie sichtlich irritiert. Sie hörte Akira lachen. “Wohin auch immer du möchtest…“ Ihr Blick legte sich auf Akane. “Hauptsache, du tust nichts, was du nicht vor dir oder deinem Bruder rechtfertigen könntest. Eines Tages siehst du ihn wieder, und dann solltest du ihm in die Augen schauen können. Meinst du nicht auch?“ Ein sachtes Lächeln legte sich auf Akanes Lippen als sie leicht nickte. Ja, für ihren Bruder zu leben, das klang wirklich gut…

Einige Tage später…

Es sollte beinahe eine Woche dauern, ehe der Saisho-Clan nach dem Angriff Gelegenheit fand, sich wieder zu versammeln. Dabei bildete das Saisho Anwesen, welches trotz vieler Helfer und deutlichen Fortschritten bei der Reparatur noch immer teilweise in Trümmern lag, eine gebührende Kulisse für die Trauerfeierlichkeiten, des in seinem Stolz und seinem Selbstbewusstsein verletzten Clans. Untermalt wurde die niedergeschlagene Stimmung von einen Himmel welcher, mit seinen schwarzen, tief über Taki-Gakure hängenden, schweren Wolken. Ja, es wirkte beinahe so, als wolle der Himmel selbst seine Anteilnahme bezeugen. Die mochte auch daran liegen, dass Taki an diesem Tag wirkte, als sei das Dorf in eine Starre verfallen. Selbst das ewige Rauschen des Windes in den Blättern des großen Baumes war verstummt, als der Wind an diesem Tag innegehalten hatte. Die ganze Welt schien sich in Schweigen gehüllt zu haben um die Shinobi jeden Schlag ihrer Herzen vernehmen zu lassen, sie jeden Gedanken hören zu lassen und ihnen die Gelegenheit zu geben in sich hinein zu lauschen. Nun da sie versammelt waren, in Schweigen und Stille gehüllt, konnten sie zum ersten Mal realisieren, was in den letzten Tagen geschehen war. Schweigend starrten die Mitglieder ihrer stolzen Familie auf den kleinen Altar, auf welchem die Bilder der Gefallenen fein säuberlich aufgereiht und von Blumen umgeben aufgereiht standen. Die Blicke aller Anwesenden wirkten schmerzlich leer in diesen Stunden. Unter den Trauergästen, vorne in der ersten Reihe und in das Traditionelle Trauergewand der Saisho gehüllt, standen Akane und ihre Schwester Asami.

Akane versuchte möglichst unauffällig zu ihrer Schwester zu sehen, welche neben ihr Stand. Asamis Augen glänzten feucht und sie schien mit ihrer Fassung zu ringen. Wenn Akane ehrlich war, wunderte es sie wenig, denn zum ersten Mal seit dem Angriff hatte Asami keine Möglichkeit sich ihrer Gedanken und Gefühle zu entziehen. Einen Augenblick überlegte sie, ob sie etwas sagen sollte, doch dann wand sie ihren Blick wieder nach vorne und betrachtete die alte Priesterin, welche gerade in feierlichem Singsang ihre Gebete für die verstorbenen sprach. ‘Ich hätte niemals gedacht, das etwas unseren Clan derart mitnehmen könnte, dass beinahe eine Woche vergeht ehe eine Trauerfeier für die Verstorbenen abgehalten wird…‘ dachte Akane bei sich. In dem Mädchen regte sich der Wunsch nach vorn zu treten und ihrer Familie zu sagen, dass es keinen Grund gab zu verzagen. Sie wollte ihnen Mut machen und berichten, was sie von Akira gelernt hatte. Sie wollte ihnen sagen, dass sie nicht den Kopf hängen lassen, sondern versuchen sollten für jene mit zu leben, die von ihnen gegangen waren. Und doch wagte sie es nicht. Wie hätte es ihr, einer Akademistin, zustehen können, etwas Derartiges zu tun? Unauffällig legte sich ihr Blick auf die Führer des Clans, welche an der Seite des Altars standen. Mitten unter ihnen war der neue Anführer des Saisho-Clans. Saisho Kurai, der jüngste Sohn des verstorbenen Clanführers. Er wirkte sichtlich mitgenommen und hatte scheinbar Mühe, sich trotz seines Gehstockes auf den Beinen zu halten. ‘Jedem ist anzusehen wie sehr uns das alle getroffen hat…‘ erkannte die junge Kunoichi betrübt und ergriff unwillkürlich die Hand ihrer Schwester. Unsicherheit breitete sich in Akane aus, als sie spürte, dass Asami leicht zitterte. ‘Irgendwas muss ich doch tun können…‘ dachte sie bei sich. In diesem Augenblick schlugen die ersten Regentropfen auf das Blätterdach des großen Baumes, welcher wie ein Schirm den Regen auffing. Die Welt wurde erfüllt von einem tiefen Rauschen, dem Geräusch des großen Wasserfalls nicht unähnlich. Wie es immer bei Regen in Taki der Fall war, folgte jener unwirkliche Moment in dem ein starker Regen einsetzte, jedoch noch kein Tropfen das dichte Blätterdach durchdrungen hatte. Doch es dauerte nicht lange, ehe die Realität des Regens in Form von dicken Wassertropfen, welche auf Taki-Gakure herabstürzten und die Trauergäste in dichten, schweren Regen hüllten, das Dorf erreichte. Der Regen nahm innerhalb von Sekunden solche Ausmaße an, dass er Akane beinahe jegliche Sicht raubte, ihre Kleidung bis auf die Haut durchdrang und in kalten Strömen an ihren Gesicht und ihrem Leib herablief. Er verbarg die Tränen der Trauer und erlaubte den Shinobi ihren Gefühlen ein wenig nachzugeben. Auch Asami, erkannte Akane als sie das leichte Zucken der Hand ihrer Schwester bemerkte, weinte. ‘Sie wäre viel zu stolz um jemanden ihre Tränen sehen zu lassen…‘ dachte sie bei sich, während ihr Blick sich erneut auf die Schemen der Clans Führung legte. Wollten sie einfach nur so da stehen? In diesem Moment setzte sich Akira, wie um die Frage des Mädchens zu beantworten, in Bewegung und schritt vor den Altar. Nun da sie näher gekommen war, konnten die Akane erkennen, wie selbstsicher ihre Bewegungen waren, und wie viel Entschlossenheit in Akiras Blick lag. Die Clanshüterin ließ ihren Blick für lange Momente über die Trauergäste gleiten und sah schließlich nach vorne. Dabei hatte Akane, obwohl sie wusste, dass Akira in diesem Augenblick niemanden besonders ansah, das Gefühl, dass Akiras Blick auf ihr ruhte. “Heute nehmen wir Abschied von Verwandten, Freunden und Kameraden, welche ihr Leben dafür gegeben haben ihr Familien, ihren Clan und ihr Dorf zu Verteidigen. Doch es ist nicht an uns um sie zu trauern. Sie verdienen auch nicht unser Mitleid. Sie alle waren Helden Takis. Gedenkt ihnen in Hochachtung und ehrt sie, indem ihr sie niemals vergesst…“ Überrascht spürte Akane, wie sich Asami an ihrer Seite entspannte. Doch bevor sie sich viele Gedanken darüber machen konnte, trat Akira wieder an die Seite des Altars. Im gleichen Augenblick bemerkte sie auch, wie sich der neue Clans Führer der Saisho in Bewegung setzte, nachdem sich Akira in den Hintergrund zurückgezogen hatte. Er begann seine Rede mit leisen Worten, welche den Regen kaum übertönten und doch bis in die letzte Reihe zu hören waren und wurde mit jedem Satz ein wenig lauter und ein wenig selbstsicherer. Am Ende seiner Rede stand er aufrecht vor einem Clan, welcher vorbehaltlos hinter ihm stehen würde. Kurz ließ er noch seine Rede auf die Gäste einwirken, ehe er allen für ihr Kommen dankte und darum bat, man möge sich nun zum Leichenschmaus in die bereits fertiggestellte große Halle des Anwesens begeben. Danach begab er sich, begleitet vom Rat und gefolgt von den Gästen in das Anwesen. Auch Asami folgte ihnen Wortlos. Akane hingegen blieb noch einen Moment vor dem großen Altar stehen und genoss den Regen auf ihrer Haut. Sie hatte ein stilles Lächeln auf den Lippen, denn erst in diesem Augenblick, da alle den Platz verlassen hatten, um mit den großen des Dorfes zu ehren der Verstorbenen den Leichenschmaus zu genießen, war dem Mädchen eine Erkenntnis gekommen. Sie hatte realisiert, wie perfekt die Rede Akiras und die des neuen Clans Führers vorbereitet gewesen waren. Wie die einfachen Worte die Lethargie in die der Clan gestürzt worden war förmlich hinweggewischt hatten. Eine List, welche vermutlich niemandem der zum Zeitpunkt der Beerdigung noch mit seiner Trauer gekämpft hatte auffallen würde. ‘Das ist wohl mein Teil in diesem Plan…‘ dachte Akane bei sich und entschloss sich dass sie mit niemandem über diese Erkenntnis sprechen würde...

Kurze Zeit später saßen die beiden Mädchen, umgezogen und frisch gestylt, zusammen mit ihrer Familie an einer der großen Tafeln. Es war den Schwestern anzusehen, dass sie versuchten ihre Langeweile über den am Tisch herrschenden Smalltalk zu verbergen, was Akane allerdings bei weitem besser gelang, als der demonstrativ gähnenden Asami. Mit einem pikierten Blick poke Akane ihrer Schwester leicht in die Seite und flüsterte leise “Nee-chan! Hier sind lauter wichtige Leute. Versuch dich doch wenigstens ein bisschen zurückzuhalten!“ Doch zu Akanes Überraschung rüttelte diese Ansage ihre Schwester nicht wach, sondern rang ihr lediglich ein genervtes Augenrollen ab. “Aber das hier geht mir sowas von gegen den Strich! Wie kann man nur so viel reden ohne was zu sagen? Und niemand scheint auch nur daran zu denken etwas zu unternehmen!“ fachte Asami ebenso leise zurück und funkelte ihre Schwester böse an. Einen Moment starrte Akane ihre Schwester schweigend an und überlegte ob sie etwas sagen konnte, dass Asami beruhigen würde. Dabei gelangte sie zu der Überzeugung, dass alles was sie nun sagen konnte ihre Schwester nur noch mehr reizen konnte. Ob dieser Erkenntnis zuckte Akane übertrieben gelassen mit den Schultern und erwiderte noch immer flüsternd “Ertrag es einfach. Das hier ist eine Totenfeier, man gedenkt der Gefallenen. Außerdem sind wir immerhin für Oni-san hier und repräsentieren unseren Clan.“ Innerlich jedoch, lag Akane mit ihrer Schwester ziemlich auf einer Wellenlänge. Das Tischgespräch war derart langweilig, dass es selbst ihr schwer fiel Interesse zu heucheln. Und das, obwohl sie wesentlich disziplinierter als ihre Schwester war. Innerlich seufzte Akane und wand sich dann wieder dem Tischgespräch zu. ‘Das wird ein langer Abend…‘
Steckbrief | Jutsu

Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von »Saisho Akane« (8. März 2016, 22:47)

  • Zum Seitenanfang

8

Sonntag, 7. Februar 2016, 21:04

15. Akt: Dann wärst das du…

Es war eine wunderschöne, wenn auch frostig kalte Winternacht. Der Himmel über Taki-Gakure war vollkommen klar. Hell glänzten die Sterne am Himmelszelt und funkelten mit der den leuchtenden Laternen um die Wette, welche überall im Dorf zu den Neujahrs Feierlichkeiten aufgehängt worden waren. Und doch war der festlichste, und wohl auch fröhlichste, Ort an diesem Abend ohne Zweifel der Garten des neuen Saisho Anwesens. Der Garten war erfüllt von den Stimmen fröhlicher Menschen, von Lachen und von den Geräuschen spielender Kinder. Die kühle Nachtluft trug den Geruch frisch gefallenen Schnees und guten Essens mit sich, während das warme Licht dutzender Laternen der Szene eine Behaglichkeit und Wohligkeit verlieh, die jeden der Anwesenden in seinen Bann geschlagen hatte. An diesem Abend, oder genauer gesagt in dieser Nacht, war Akanes zwölfter Geburtstag. Von diesem Tag an wurde Akane ein vollwertiges Mitglied des Clans und der Shinobi Gesellschafft. Von diesem Tag an durfte sie die Prüfungen der Akademie ablegen. Einen Moment hielt Akane, welche mit ihrer Schwester und den anderen Kindern im Garten herumgelaufen war inne und betrachtete dies alles. Sie betrachtete den neuen Clans Führer, welcher zusammen mit seiner Frau gerade ihre Kinder davon zu überzeugen versuchte, dass es an der Zeit war etwas zu essen. Die Clanshüterin Akira, welche zusammen mit der Dorfführerin gerade fröhlich lachte, und dabei überraschend entspannt wirkte, ihre Schwester die fröhlich lachend mit den anderen Kindern davonlief und all die Saisho die einen schönen Abend verbrachten. ‘Fast könnte man meinen es wäre nichts geschehen…‘ dachte sie bei sich. Ohne dass sie etwas dagegen hätte tun können überkam Akane wieder ein Gefühl der Trauer und sie sah zu Boden. Als sie es bemerkte, schüttelte sie schnell den Kopf und fing sich wieder. Nein, heute war kein Tag an dem man traurig sein sollte. Immerhin war es Asamis Geburtstag. Sie wollte für ihre Schwester fröhlich sein. Akanes setzte wieder ihr schönstes lächeln auf und lief den anderen hinterher.

Als einige Stunden später alle Geschenke ausgepackt waren, und das große Feuerwerk losgehen sollte, schnappte sich Akane heimlich ein paar Laternen, etwas zu essen und Getränke. Als sie alles zusammen hatte, schlich sie sich unbemerkt von der Feier. Ihr Ziel lag am Rande des Dorfes. Kaum jemand würde sich zu dieser Zeit an jenen Ort verirren, den das Mädchen schnellen Schrittes ansteuerte. Ihr Ziel war der Friedhof Taki-Gakures. Einen kurzen Augenblick zögerte Akane, doch dann betrat sie mit einem leisen Seufzen den heiligen Boden. Schweigend und ohne große Hast schritt sie zum Grab ihres Bruders. Lange Momente betrachtete sie die einfache Steintafel, ehe sie die Laternen mit großer Sorgfalt um sein Grab herum aufstellte. Erst als sie das erledigt hatte, setzte sich Akane vor der Platte Nieder und strich den Schnee von der Inschrift darauf. “Hallo Oni-san. Ich weiß ich bin schon ein paar Tage lang nicht mehr hier gewesen. Aber es war wirklich viel los!“ begrüßte sie ihren Bruder wie sie es immer tat wenn sie hier her kam. “Du weißt ja, dass vor dem Neujahresfest immer die Hölle los ist. Grade mit den Geburtstagen von mir und Asami noch dazu. Da werden alle immer furchtbar hektisch bei dem Versuch das am Ende weder nur eine Geburtstagsfeier noch einfach nur eine Neujahrsfeier dabei rauskommt. Ich komme übrigens gerade von Asamis Geburtstag. Alle waren da, selbst die Dorfführung.“ leicht lächelte sie “Naja fast alle. Es schienen auch alle richtig viel Spaß zu haben. So habe ich schon lange keinen von ihnen mehr lachen sehen. Zumindest nicht seit dem Überfall. Aber irgendwie scheinen sie es allmählich zu vergessen…“ ihr Lächeln verschwand “Aber ich will es nicht vergessen. Sicher ich weiß, dass ich wenn ich erstmal eine Kunoichi bin nicht mehr so oft zu dir kommen kann. Aber vergessen werde ich dich nie. Sicher wirst du jetzt sagen, dass ich doch ausgerechnet von meinem zwölften Geburtstag nicht abhauen kann. Alle sind da um mit mir zu feiern. Aber weißt du? Wenn ich einen Wunsch frei hätte…“ Akane stockte, als ihre Stimme versagte. Ohne, dass sie es hätte verhindern können, rann ihr plötzlich eine Träne über die Wange. “Dann würde ich mir wünschen meinen zwölften Geburtstag mit dir feiern zu können. Du hast immer gesagt dass wir an dem Tag zusammen viel Spaß hätten. Und das nichts auf der Welt dich davon abhalten könnte meinen zwölften Geburtstag mit mir zu verbringen…“ Trotzig versuchte Akane sich die Tränen aus den Augen zu wischen. Doch die Tränen wurden nur mehr und mehr und schließlich begann sie leise zu weinen. Als sie weitersprach, wurden ihre Worte immer mehr zu einem Schluchzen. “Wie könnte ich denn da mit den anderen Feiern?“ In diesem Augenblick explodierten mit lautem Knallen die ersten Feuerwerksraketen über dem Dorf. “Kannst du das Feuerwerk von dort gut sehen wo du jetzt bist Nii-san?“ schluchzte Akane laut und begann zu heulen wie ein Schlosshund. Sie wollte noch weiter sprechen, so vieles was sie ihrem Bruder noch sagen wollte, doch sie brachte kein klares Wort mehr hervor. Sie hatte noch so viele Fragen an ihn gehabt und so viele Momente die sie mit ihm hatte teilen wollen. “Wenn ich einen Wunsch hätte wer heute bei mir sein soll, dann wärst das du…“ brachte sie zwischen heftigem schluchzen hervor. Kraftlos, und hemmungslos weinend, sank sie vor über auf den Grabstein. Sie weinte, weil ihr Bruder an ihrem wichtigsten Geburtstag nicht bei ihr sein konnte. Sie weinte weil sie sich dafür schuldig fühlte, dass sie in den letzten zwei Jahren immer weniger an ihn gedacht hatte. Und sie weinte, weil es ihr unendlich gut tat den ganzen Druck los zu werden, welcher sich in den letzten Tagen in ihr aufgestaut hatte.

Als Akane sich einige Zeit später ein wenig beruhigt hatte, bemerkte sie, dass jemand neben sie getreten war. Verschämt wischte sie sich die Tränen von Gesicht und setzte sich, ohne die Person anzusehen, wieder auf. “Alle haben sich Sorgen gemacht…“ Hörte sie die Stimme ihrer Besucherin. Ihre Stimme wirkte ungewohnt rau und angespannt. “Sie suchen dich überall…“ Es entstand eine Pause in der Akane etwas sagen wollte, doch sie spürte, dass sie nur wieder zu weinen beginnen würde wenn sie nun ihren Mund öffnete. “Willst du denn nicht mit zurückkommen? Alle warten…“ langsam schüttelte Akane ihren Kopf. Sie spürte, dass ihre Schwester sich abwand und davon ging. Leise schluchzte Akane. Noch immer kämpfte sie darum ihre Fassung wieder zu erlangen. Doch immer weiter flossen die Tränen über ihre Wangen. Und immer wieder verwischte Akane sie in ihrem Gesicht bei dem Versuch sie mit ihren Ärmeln abzuwischen.

Akane wusste nicht wie lange sie noch so da gesessen hatte ehe sie spürte, dass sie nicht mehr allein war. Langsam wand sie sich um und betrachtete ungläubig den Anblick welcher sich ihr plötzlich bot. Erneut begannen Akane die Tränen über ihre Wangen zu laufen, während sich auf ihrem Gesicht ein breites Lachen ausbreitete. “Jetzt … Jetzt sind alle da Nii-san!“ schluchzte sie und betrachtete die versammelten Gäste, welche dort auf der großen Wiese beim Friedhof standen. Die Laternen in ihren Händen leuchteten hell und warm, und ihre Gesichter zeigten ein erleichtertes Lächeln. Und mitten unter den Gästen stand Akane und grinste ihr breit entgegen

16. Akt: An deiner Seite

In schweren Atemzügen hob und senkte sich Akanes Brust, während sie ihrer ebenso erschöpften Schwester entgegensah. Die erhobenen Waffen in ihren Händen zitterten leicht, während sie versuchte auf dem schlammigen Boden einen sicheren Stand für ihren nächsten Angriff zu finden. “Gib schon auf Akane du hast doch keine Chance gegen mich!“ hörte Akane ihre Schwester spotten, welche nicht weniger außer Atem zu sein schien als Akane selbst. Wütend biss sie die Zähne zusammen. Wenn Asami mit dieser dreisten Behauptung wenigsten nicht auch noch recht hätte! Nicht einen einzigen sauberen Treffer hatte Akane landen können, während Asami sie bereits zweimal erwischt und in den Matsch geschickt hatte. Wütend über ihre eigene Unfähigkeit die Situation zu ihren Gunsten zu beeinflussen, verstärke sie den Druck ihrer Hände derart, dass die Griffe ihrer Schwerter ein leises knarzen von sich gaben. Wieso nur schaffte sie es nicht, Asami im Kampf das Wasser zu reichen? Am Training konnte es nicht liegen, dort gab es schließlich wenig Unterschiede zwischen den Schwestern. ‘Das ist ein verdammter Alptraum!‘ fluchte Akane innerlich. Doch dann atmete sie ein paar Mal tief durch und zwang sich zur Ruhe. Schweigend betrachtete sie ihre Schwester und dachte noch einmal, nun mit etwas mehr Distanz, über das bisher geschehene nach. ‘Seit der Kampf begonnen hat, reizt mich Asami bis aufs Blut.‘ stellte sie fest. Doch was hatte sie mit dieser Maßnahme wirklich erreicht? ‘Sie bringt mich dazu unüberlegt anzugriefen. Und je wütender ich wurde, umso mehr war Asami im Vorteil!‘ erkannte Akane. ‘Mit so etwas hinterhältigem hätte ich bei dir gar nicht gerechnet Schwesterherz…‘ dachte sie bei sich und Lächelte dabei. Leicht leckte sie sich die Lippen und entfernte so den Schlamm um ihren Mund. Nachdenklich spuckte sie zur Seite aus. Was sollte sie nun machen, da sie von Asamis Trick wusste? Konnte sie es vielleicht gegen ihre Schwester verwenden? “Du hast recht, so komme ich nicht weiter…“ antwortete sie Akane nun aufreizend gelassen “Ich denke von nun an sollte ich ernsthaft kämpfen. Was denkst du Nee-chan?“ Mit einem Grinsen erwiderte Asami “Pah! Als hättest du bisher nicht ernst gemacht!“ Akane wusste, dass ihre Schwester sie provozieren wollte. Doch um zwei Mal auf diesen Trick hereinzufallen, kannte Akane ihre Schwester zu gut. Vor allem, da Asamis Stimme deutliche Spuren ihres aufsteigenden Zweifels getragen hatte. “Na dann…“ Akane lachte “Mach dich bereit!“ rief Akane, als habe ihre Schwester diese Warnung nötig um reagieren zu können, und sprang auf Asami zu. Mit einem weiten Schwinger ihres linken Schwertes, schlug Akane nach dem Oberkörper ihrer Schwester. Doch der Angriff war vorhersehbar und so wich Asami mit einer schnellen Bewegung zurück. Doch noch bevor Asami die sich nun scheinbar in Akanes Abwehr aufgetane Lücke nutzen konnte, hatte diese den Schwung ihrer eigenen Angriffs, und die Masse ihres Schwerte, genutzt um sich um die eigene Achse zu drehen und führte nun einen geschwungen Schlag mit ihrer rechten Schwerthand gegen die Beine ihrer Schwester durch. Überrascht von diesem zweiten Angriff sprang Asami hoch um ihre Beine vor dem mächtigen Schwertstreich in Sicherheit zu bringen. “Siehst du? Nichts hat sich geändert!“ rief sie in triumphierenden Tonfall. Asami versuchte zu verschleiern, dass sie in die Defensive geraten war. Dabei haderte sie in diesem Augenblick eher damit, dass sie nicht wusste wie es überhaupt sein konnte, dass ihre Schwester so in die Defensive drängte, als das sie mit der Tatsache in der Defensive zu sein Probleme hatte. Sollte Akane etwa die Wahrheit gesagt haben? Hatte sie mit ihr bisher nur gespielt? Doch viel weiter kam sie mit ihren überlegen auch nicht. Akane hatte sich von dem Ausruf ihrer Schwester nicht aus dem Konzept bringen lassen. Sie hatte fest vor ihre Schwester zu besiegen, so lange diese ihre Rhythmus noch nicht wiedergefunden hatte. So nutze sie erneut die Masse und den Schwung ihrer Schwerter aus um ihre Drehung noch schneller und ihre Angriffe noch härter werden zu lassen. Ihre Schläge trafen nun in solcher Geschwindigkeit und mit derartiger Wucht auf die Schwerter Asamis, dass diese nichts anderes mehr tun konnte als ihre Schwerter schützend vor sich zu halten. Doch erst als Akane mit beiden Schwerter gleichzeitig auf Waffen ihrer Schwester schlug, und diese damit sich rücklings überschlagend in den Matsch beförderte, erkannte Asami, dass Akane sie gezielt an diesen Punkt gebracht hatte. Sie war sogar so weit gegangen mit der stumpfen Seite ihrer Claymore zuzuschlagen für den Fall, dass der Block ihrer Schwester misslang. Schwer atmend, jedoch mit einem breiten Grinsen, erhob sich Akane du betrachtete ihre nun ebenfalls schlammverschmierte Schwester. Asami versuchte sich mit ihrem Ärmel den Schlamm aus dem Gesicht zu wischen, verschmierte ihn dabei allerdings nur. “Und? Wie sieht’s aus? Machst du jetzt auch ernst?“ fragte Akane mit einem gelassenen lächeln, welches Asamis Blut zum Kochen brachte, und begab sich wieder in Kampfposition. “Glaub nur nicht, dass ich wegen so einem simplen Trick gegen dich verliere!“ brüllte Asami zurück und bestätigte Akane damit den Erfolg ihres psychologischen Angriffs. ‘Und da ist ihre Selbstbeherrschung endgültig dahin.‘ Dachte Akane zufrieden und deutete Asami mit einer aufreizenden Geste, dass sie nun Angreifen könne. Ohne zu zögern rannte ihre Schwester auf sie zu und bedachte sie mit wütenden Hieben, welche Akane gekonnt mit ihren Schwertern abwehrte. “So wird das aber nichts…“ kommentierte sie das Ganze in belehrenden Tonfall, in dem Bewusstsein Asami auf diese Weise nur noch mehr zu reizen. Doch gerade als Akane die Situation zu ihrem Vorteil ausnutzen wollte, geschah es. Akane wollte gerade zum Gegenschlag ausholen, als sie bemerkte, dass sich ihr Claymore und das Hakenschwert ihrer Schwester verkeilt hatten. Verzweifelt versuchte Akane ihren Griff um den Schaft ihres Schwertes zu verstärken, doch es war bereits zu spät. Die Griffe der Schwerter waren vom Schlamm glitschig geworden und so entglitten die verkeilten Waffen den Schwestern und flogen in weitem Bogen zur Seite, wo sie im lehmigen Boden stecken blieben. Gleichzeitig rissen sich die Beiden Schwestern von diesem Anblick los und ergriffen ihr verbliebenes Schwert nun mit beiden Händen. Beide wollten versuchen die neue Situation bestmöglich für sich selbst zu nutzen. Es folgte ein schneller und erbitterter Schlagabtausch, an dessen Ende Asami ihrer Schwester auch die zweite Waffe entwand. Doch die Müdigkeit ihrer, von den harten Schlägen zitternden, Hände forderte ihren Tribut. Gezogen vom großen Gewicht des Claymore entglitt Asami auch ihre zweite Waffe und fiel gemeinsam mit Akanes Schwert in den Schlamm. Der Atem der Schwestern war schwer vor Erschöpfung, als sie sich nun ohne Waffen gegenüberstanden. Sollte es also heute in einem Unentschieden enden? ‘Heute nicht!‘ Im gleichen Augenblick warfen sich die Schwestern nach vorne und prallten hart aufeinander. Getragen von der eigenen Geschwindigkeit verloren die Mädchen das Gleichgewicht und landeten mit einem lauten klatschen im Matsch. Es entwickelte sich eine verbissene Rauferei in deren Verlauf die Mädchen bei dem Versuch die Oberhand zu gewinnen durch den Matsch rollten. Doch trotz der Verbissenheit mit der die Mädchen gekämpft hatten, gab es als sie Minuten später völlig außer Atem nebeneinander im Schlamm lagen keinen klaren Sieger. Völlig erschöpft und außer Atem wand Akane ihren Kopf zur Seite und sah zu Asami, welche im gleichen Moment zu Akane gesehen hatte. Einen Augenblick stutzen die Schwestern, dann begannen sie zu lachen. Es dauerte eine Zeit lang, ehe sie sich genug beruhigt hatten, dass sie noch mal zu Atem kommen konnten. “Ich glaub das kann man als unentschieden gelten lassen!“ erklärte Akane fröhlich und grinste. “Pah! Von wegen! Du warst eindeutig öfters im Schlamm als ich!“ erwiderte Asami und streckte ihrer Schwester die Zunge raus. Ein weiteres Mal brachen sie in Gelächter aus ehe sie sich mühsam aufsetzten. “Iiiiiiih ich hab Schlamm im BH!“ quietschte Akane in diesem Moment mit einer Gesichtsausdruck, welcher von stiller Verzweiflung darüber selbst in ihrer Unterwäsche kalten Schlamm vorzufinden geprägt war. Asami lachte. “Und ich in der Unterho…! Sagtest du grade du trägst ´nen BH?“ Für ihre Erschöpfung unerhört schnell schoss Asami nach vorn und zog Akanes Oberteil so weit nach vorn, das sie hineinschauen konnte. Im ersten Moment war Akane zu perplex um irgendwie darauf zu reagieren, doch dann schubste sie ihre Schwester von sich. “Bakaaaaa! quietsche Akane und starrte Asami, welche nun wieder im Schlamm lag, mit hochrotem Kopf entgegen. “Okay jetzt ist es unentschieden! Aber das war‘s mir wert!“ erklärte Asami fröhlich lachend und raffte sich mühsam wieder auf. Als sie schließlich wieder auf eigenen Füßen stand, streckte sie sich und reichte dann Akane die Hand um ihr ebenfalls aufzuhelfen. Kurz lächelnden sie sich an, ehe sie sich daran machten ihre Schwerter zu suchen. ‘Zum Glück hab ich so `ne tolle Schwester…“[/color] dachte Akane sich während sie ihr Schwert mit einem schmatzenden Geräusch aus dem Boden zog. “Mama wird ziemlich wütend werden wenn sie uns so sieht…“ meinte Asami plötzlich und warf Akane ihr zweites Schwert zu. Schickt fing Akane die schwere Klinge auf und warf ihrerseits Asami ihr zweites Schwert zurück. “Oh ja das wird sie!“ Stellte sie grinsend fest. [i]‘Wütend ist vermutlich gar kein Ausdruck‘

Kurze Zeit später saßen die beiden Schwestern gemeinsam im großen Bad ihrer Familie. Ihre Stimmung war ausgelassen und sie lachten fröhlich, während der Badeschaum sich zu wahren Bergen aufbauschte. “So sprachlos hab ich Mama schon lange nicht mehr gesehen!“ scherzte Asami gerade mit einem frechen Grinsen auf den Lippen, als sie plötzlich Akane mit jenem funkeln in den Augen ansah, welches sich immer dann zeigte, wenn sie etwas plante was nicht allen beteiligten gefallen würde. Akane schaffte es gerade noch ihre Schwester skeptisch anzusehen ehe ein Schwall warmen Badewassers über ihr zusammenschlug. “Was sollte denn…“ entfuhr es Akane. Doch als die bemerkte, dass ihre plötzlich so nah vor ihr stand, dass sich ihre Nasenspitzen beinahe berührten, hielt sie inne. Akanes Herz schlug ihr bis zum Hals und sie spürte, dass sie errötete. “N-Nee-chan? Was …“ fragte sie mit heißerer Stimme bei dem Versuch die Situation zu verstehen. Was hatte Asami nur vor? Doch noch während Akane versuchte unanständige Vorstellungen aus ihrem Kopf zu vertreiben, spürte sie Asami Hände an ihrer Hüfte. Langsam glitten die Hände ihrer Schwester höher und fanden schließlich Akanes Brüste, welche sie dann auch leicht drückte. Das war für die überforderte Akane zu viel. Mit einem überraschten “Kyaaaaa!“ wich Akane vor ihrer Schwester zurück, stolperte über den Rand der Wanne und landete auf ihrem Hintern. Schockiert betrachtete sie Asami, welche lange Momente auf ihre Hände starrte um dann ein leises “…größer…“ vor sich her murmelte. In diesem Augenblick wurde Akane klar, was gerade geschehen war. Wütend darüber, dass Asami sie ohne Vorwarnung begrabscht hatte, aber auch darüber welche Gedanken ihr selbst dabei gekommen waren, griff Akane nach dem Wascheimer und schleuderte ihn nach ihrer Schwester. “Bakaaaaa!“ rief Akane wütend aus, während Asami vom vollen Eimer am Kopf getroffen wurde. Ein Schwall kalten Wassers ergoss sich über Asamis Kopf, während Akane verschämt ihre Brüste mit ihren Armen verdeckte. Sie war gedanklich immer noch derart irritiert von dem gerade geschehen, dass sie bis über beide Ohren rot wurde. Eine kurze Weile herrschte Stille im Bad, doch dann begann Asami zu lachen und steckte Akane, welche ziemlich bemüht war weiterhin eingeschnappt zu wirken schließlich damit an. Kichernd erhob sich Akane vom nassen Badezimmerboden und stieg wieder zu Asami in die Wanne. “Das Bad ist nass!“ Asami grinste Amüsiert bei dieser Feststellung. Mit einem süffisanten Lächeln auf den Lippen sah Akane ihre Schwester an. “Ganz klar deine Schuld Asami-nee!“ erwiderte sie im Tonfall vollkommener Überzeugung. Asami fuhr herum “Waaaaaaaaaaas? Du hast doch den Eimer geworfen!“ Rief sie derart empört aus, dass Akane nicht anders konnte als wieder zu lachen. Ihr Blick legte sich wieder auf ihre Schwester, welche eingeschnappt die Backen aufgeblasen hatte und sie nun grimmig anfunkelte. Sekunden vergingen ehe Asami die Situation nicht mehr aushielt. “Was!?!“ grummelte sie. Akane kicherte und rutschte langsam etwas näher zu Asami, bis sie sich an Schulter und Hüfte berührten. Leicht lehnte Akane sich an ihre Schwester, schloss die Augen und legte ihren Kopf auf deren Schulter. “Versprichst du mir was Nee-chan?“ fragte sie leise. “Ich will, dass du immer so bleibst wie du bist…“ säuselte sie sichtlich entspannt. Asami hingegen reagierte im ersten Moment auf diese Annäherung, indem sie sich versteifte. Irritiert sah sie ihre Schwester an, wie sie entspannt und mit geröteten Wangen an sie angeschmiegt da saß. Doch dann fand Asami wieder zu sich zurück. “Du bist rot.“ stellte sie fest und grinste breit, was Akane nicht sehen konnte. “Das kommt nur von dem heißen Bad…“ säuselte Akane verträumt, ohne Anstalten zu machen sich in irgendeiner Form zu bewegen. “Sicher. Das Bad…“ erwiderte Asami in einem für sie selbst überraschend weichen Tonfall. Glücklich legte sie ihren Arm um Akane und lehnte ihren Kopf an den ihrer Schwester. So saßen sie eine Weile und genossen die Wärme. ‘Beste Schwester der Welt…‘ dachte Akane bei sich und lächelte still. Wie oft sie wohl in Zukunft noch Zeit für solche Momente finden würden?
Steckbrief | Jutsu

Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von »Saisho Akane« (8. März 2016, 22:47)

  • Zum Seitenanfang

9

Dienstag, 8. März 2016, 21:31

17. Akt: Die Abschlussprüfung

Es war einer jener Morgen, an welche man sich noch Jahre später bis ins kleinste Detail erinnern konnte. Der Morgen vor einem großen Tag welcher sich ins Gedächtnis einbrannte. Entweder weil man einen wichtigen Schritt in seinem Leben gewagt und gemeistert hatte, oder grandios daran gescheitert war…

Akane wirkte an diesem Morgen nicht nur Müde, sondern sie war es auch. Müde, und Geistig noch am Halbschlaf, räumte sie sorgfältig ihr Bettzeug zusammen und ehe sie sich ausführlich reckte und dabei herzhaft gähnte. Unmotiviert strich sie sich eine Haarsträhne aus dem Gesicht, welche sich aus ihrer wirren, vollkommen verstrubbelten, Mähne gelöst hatte und nun mit überraschendem Erfolg Widerstand dagegen leistete, sich wieder zum Rest ihrer Haarpracht zu gesellen. Genervt seufzte die junge Kunoichi und sah zum Fenster hinaus. Dunkel und verlassen lag der Garten des Anwesens unter ihr. ‘Hilft ja alles nichts…‘ Unmotiviert sah sie zu dem sorgfältig zusammengelegte Kleiderstapel, welchen sie am Vorabend vorbereitet hatte. Wie immer musste sie an diesem Morgen nichts mehr zusammensuchen oder hervorholen. Alles lag da und war bereits von ihr angelegt zu werden. Gähnend ließ sie ihren Blick über die Einrichtung ihres Zimmers wandern. Ihre Schwerter lagerten sorgfältig auf gehangen und geölt im Waffenständer an der Wand, und ihre sonstige Ausrüstung in speziell dafür vorgesehen Regalfächern rechts und links davon. Alles in diesem Zimmer war sorgfältig sortiert und aufgeräumt an dem dafür vorgesehen Platz. So wie es sein sollte. Erneut gähnte das Mädchen herzhaft und streckte sich rücklings, bis ihre Fingerspitzen beinahe ihre Fersen berührten und richtete sich dann wieder auf. “Gott ich bin steif wie ein Brett…“ murmelte sie genervt und begann sogleich ihre Nachtkleidung abzulegen. Jedes Kleidungsstück das sie ablegte, legte sie sorgfältig zusammen und verstaute es danach in jener Truhe, in welcher Akane die Wäsche lagerte welche gewaschen werden musste. Erst als sie das getan hatte, begann sie mit ihren morgendlichen Dehnübungen. ‘Jeder Muskel und jede Sehne muss auf den Tag vorbereitet sein. Niemand hat die Zeit dafür bevor er einen Kampf beginnt…‘ Mahnte sie sich zur Disziplin, während sie ihre übliche Routine Schritt für Schritt abarbeitete. Zehn Minuten später hatte sie ihre Vorbereitungen abgeschlossen und begann mit ihrem zweistündigen Morgentraining.

Völlig verschwitzt, und vor Anstrengung schwer atmend, stand Akane vor dem großen Wandspiegel ihres Zimmers. Angewidert verzog sie ihr Gesicht, als sie ihren Körpergeruch zum ersten Mal seit Beginn ihres Trainings bewusst wahrnahm. “Und da frag mich nochmal einer, warum ich in der Akademie nach dem Training immer Duschen wollte…“ seufzte die junge Kunoichi und entledigte sich nun auch ihrer Unterwäsche. Schnell verstaute Akane sie in der Wäschekiste und machte sich dann ruhigen Schrittes in das nächstgelegene Badezimmer begab. Früher hatte sich Akane viel Mühe gemacht auf ihrem Weg unter die Dusche möglichst nicht gesehen zu werden, doch darum machte sie sich schon lange keine Gedanken mehr. Zu dieser frühen Morgenstunde war niemand aus ihrer Familie freiwillig wach. Was im Klartext bedeutete, wenn sie zu Hause waren, fernab ihrer Missionen, stand keiner von ihnen so früh auf. Wie an jedem Morgen putzte sich Akane zuerst gründlich die Zähne, ehe sie ausgiebig die entspannende Wärme der Dusche genoss. Schließlich kehrte sie in ein Badehandtuch gehüllt in ihr Zimmer zurück wo sie, nachdem sie sich sorgfältig abgetrocknet hatte, das Handtuch zum Trocknen über das Geländer des Balkons legte. Als sie das getan hatte, trat sie vor den großen Spiegel und begann damit ihr langes Haar mit großer Sorgfalt zu kämmen. Während Akane ihr Haar pflegte, betrachtete sie sich lange und kritisch. ‘Ob ich jemals die Form erreichen werde die Akira-sama hat?‘ Für einen Moment schmunzelte sie, wurde jedoch sofort wieder ernst. “Wer den Weg aus den Augen verliert, wird sein Ziel nicht erreichen…“ rief sie sich selbst eines ihrer Lieblingszitate vor Augen indem sie es laut aussprach. Ein Lächeln breitete sich auf ihrem Gesicht aus. Nun wesentlich motivierter begann Akane damit sich anzukleiden, danach ihre Rüstung anzulegen und zuletzt ihre Ausrüstung zu verstauen. Dabei achtete sie peinlich darauf, dass alles dort saß, wo es hingehörte und nichts fehlte. Erst als sie an seinem Platz wusste, nahm sie zum Abschluss ihre Schwerter aus den Waffenständern. Eines nach dem anderen schärfte sie ihre Waffen mit großer Hingabe und Gründlichkeit, polierte sorgfältig die feinen Scharten vom Vortag heraus und rieb sie zuletzt noch mit einem speziellen Waffen Öl ein. Es war etwas was sie jeden Morgen erledigte, da sie abends meistens zu Müde und unkonzentriert dazu war und daher ihre Waffen lediglich reinigte und einölte um Lagerschäden zu vermeiden. Als sie das erledigt hatte, legte sie ihre Schwerter vorsichtig wieder in den Waffenständer zurück. Wenn jemand sie dabei beobachtet hätte, hätte er vermutlich den Kopf darüber geschüttelt, wie vorsichtig sie mit Waffen umging, welche sie jeden Tag im Kampf gebrauchte. Aber für Akane hatten diese Schwerter einen unschätzbaren Wert. Leise kicherte sie, als ihre Gedanken in die Zeit nach der Zeremonie abschweiften. Damals hatte sie sich geweigert ihre Schwerter abzulegen und dabei ein Heilloses Chaos im Haushalt ihrer Familie hinterlassen. Zerbrochene Wasen und beschädigte Stühle waren dabei noch eher kleinere Kollateralschäden gewesen. Akanes Blick blieb an ihrem Spiegelbild hängen, welches sich in ihren polierten Schwertern klar abzeichnete. Es war das Bild eines fröhlichen Kindes befand sie und ließ das Lachen aus ihrem Gesicht verschwinden. Lange Momente betrachtete sie sich eindringlich, ehe sie befand, dass ein derart ernstes Aussehen ebenso wenig hilfreich war wie das glückliche Kind. Als nächstes versuchte sie es mit einem leichten Lächeln auf den Lippen. Eine junge, gutgelaunte Frau sah ihr nun entgegen. ‘Asami hat recht, ein Lächeln würde mir wirklich gut stehen…‘, dachte sie bei sich und atmete durch. Kurz schloss sie die Augen und konzentrierte sich. Als Akane die Augen wieder öffnete sah ihr ein vertrautes Bild entgegen. Sie trug nun wieder ihren gewohnt kühlen Gesichtsausdruck, welcher von den großen, neugierigen Augen dominiert wurde. ‘Besser…‘ befand sie. Sie wollte sich schon abwenden, als sie plötzlich innehielt. Einige Momente stand sie unentschlossen da, dann ließ sie ein leichtes Lächeln auf ihren Lippen erscheinen. ‘Perfekt!‘ stellte sie für sich fest. Sie musste sich merken in Zukunft ein wenig zu lächeln. Es machte sie eindeutig sympathischer. ‘Jetzt aber los. Ich bin spät dran!‘ Mit schnellen, leisen Schritten eilte sie aus ihrem Zimmer und begab sich in das im Erdgeschoss liegende Esszimmer. Gleich darauf ging das Licht des Raumes an, gefolgt von dem der Küche. Mit flinken Bewegungen deckte Akane zuerst den großen Tisch, ehe sie damit begann das Frühstück vorzubereiten. Heute war einer jener seltenen Tage, an dem ihre gesamte Familie in Taki-Gakure verweilte. Ein lächeln legt4e sich auf Akanes Lippen. Heute würde nur einer der gedeckten Plätze ungenutzt bleiben. Ihr Blick fiel auf den Platz, welches sie noch immer für ihren Bruder Guro eindeckte und fragte sich innerlich, ob er wohl der Grund dafür, dass Akane seit seinem Tod die Angewohnheit entwickelte hatte für die gesamte Familie einzudecken. Dabei spielte es für sie keine Rolle, ob jeder zuhause war oder alle außer ihrer Mutter, Asami und ihr auf Missionen unterwegs waren. Als der Tisch schließlich Gedeckt war überprüfte sie noch einmal, ob sie auch nichts vergessen hatte und sah dann auf die Uhr. “Nun wird es aber Zeit, die ersten kommen ja gleich schon runter!“ stellte sie überrascht fest. Schnell verschwand sie in der Küche und setzte die Eier auf, während sie die Spuren ihrer Vorbereitung beseitigte. Als alles aufgeräumt war, stellte sie die warmen Eier auf den Tisch und nahm dann ihren Platz an der Tafel ein. Wie sie es jeden Morgen tat, kniete Akane dabei in der traditionellen japanischen Position, welche sittliche Frauen einnahmen wann immer sie einen Rock oder einen Kimono trugen, und wartete dann geduldig auf ihre Familie. Es sollte beinahe zehn Minuten dauern, ehe Akanes Eltern als erste ihren Platz am Frühstückstisch einnahmen, gefolgt von ihren Brüdern und zum Abschluss, und mit fünf Minuten Verspätung auf den letzten der Brüder, ihre Schwester Asami. Als schließlich alle am Tisch waren, betrachtete Akane für einen langen Augenblick ihre Familie. Zweifellos stachen Asami und Akane aus diesem Familienbild hervor. Während ihre Familie sich morgens stets durch die klassische Hauskleidung auszeichnete, welche man zu dieser Zeit auch für gewöhnlich trug, war Akane bereits vollständig bekleidet, gestriegelt und ausgerüstet. Dabei verkörperte Akane zweifelsohne das obere extrem einer Pfleglichkeitsskala. Das andere Extrem dieser Skala wurde zweifelsfrei von ihrer Schwester Asami dargestellt. Im Halbschlaf, noch immer ihren Schlafanzug tragend, lümmelte Asami gewohnt unmotiviert auf ihrem Platz. ‘Vermutlich wird Vater sie gleich wieder dazu auffordern sich ordentlich hinzusetzen…‘ dachte sie bei sich. ‘…und vermutlich darf ich mir wieder anhören wie er sie und mich vergleicht…‘ “Du trägst ja schon wieder deinen Schlafanzug beim Frühstück Asami…“ hörte sie in diesem Augenblick ihren Vater sprechen ‘Und schon geht es wieder los…‘ “Wenn du schon nicht angezogen am Frühstück teilnehmen kannst, solltest du dich wenigstens nicht so hinlümmeln. Du könntest dir wirklich ein Beispiel an deiner Schwester nehmen!“ Unwillkürlich zuckte Akane bei dieser Aussage zusammen. Sie hasste es als gutes Beispiel für ihre Schwester herhalten zu müssen. ‘Du solltest nicht versuchen sie zu ändern Papa. Sie ist so wie sie ist genau richtig…‘ dachte Akane ärgerlich, während ihre Schwester lediglich mit einem “Mhmmmh…“ zu erkennen gab, dass sie die Aussage überhaupt wahrgenommen hatte. Für gewöhnlich ignorierte Akane die Zurechtweisungen ihres Vaters und dieser gab nach zwei bis drei Anläufen auf, bei Asami gegen eine Wand zu reden. Doch heute war Akane dieses Gespräch einfach zu viel. Akane fühlte sich vor der bevorstehenden Prüfung sowieso bereits recht stark unter Druck, schließlich war es für ihre Familie ausgeschlossen, dass sie versagen könnte. So kam es, dass sie an diesem Morgen zum ersten Mal Partei für ihre Schwester ergriff. “Du solltest aufhören uns miteinander zu vergleichen Vater. Weder ist sie ich, noch dürfte sie großes Interesse daran haben wie ich zu werden…“ erklärte Akane mit ruhiger Stimme und blickte ihren Vater direkt an. In dem Moment als Akane das gesagt hatte wurde es still am Tisch und alle Blicke legten sich auf die junge Kunoichi. In der Tat war es selten, dass Akane ihrem Vater oder ihrer Mutter derart offen wiedersprach. Und wenn sie es tat, reichte oft ein strafender Blick ihres Vaters um sie daran zu erinnern, welchen Platz sie in der Familie innehatte, und aus freien Stücken auch einnehmen wollte. Doch in jenen seltenen Momenten in denen sie dies nicht tat, wich Akane ab diesem Augenblick keinen Zentimeter von ihren Ansichten und Aussagen ab. Man konnte ihr dabei stets ansehen, wie eisern sie ihren Punkt verteidigen würde. Und in diesem Moment war ihr Blick unmissverständlich. “Du solltest deine Schwester nicht in Schutz nehmen wenn ich sie zurechtweise.“ erklärte ihr Vater in ruhigem, jedoch unmissverständlichen Tonfall und sah Akane Missbilligend an. Akanes Blick legte sich kurz auf ihre Schwester und wanderte dann wieder zu ihrem Vater zurück. “Ich habe sie nicht in Schutz genommen Vater. Mir sind ihre Schwächen ebenso klar wie dir und ihr. Allerdings ist meine Schwester meine Schwester und ich bin ich. Jede von uns hat ihre eigenen Stärken und Schwächen und du solltest nicht erwarten, dass wir versuchen wie die andere zu werden.“ erklärte sie in ruhigem Tonfall. Sie erntete ein leichtes Nicken ihres Vaters “Vielleicht hast du recht…“ erklärte er überraschend und ein Lächeln legte sich auf Akanes Lippen “Natürlich habe ich das…“ erklärte sie schelmisch und ohne darüber nachzudenken. Erst als sie es ausgesprochen hatte besann sie sich und legte wieder ihren betont ruhigen Gesichtsausdruck auf. Aus den Augenwinkeln sah sie das amüsierte Lächeln ihrer Mutter.

Der Verlauf des weiteren Frühstücks war, wie er immer war wenn die ganze Familie zuhause war. In geordnetem Chaos wurden speisen über den Tisch gereicht, während bei gelöster Stimmung gescherzt und gelacht wurde. Akane, welche nur wenig gegessen hatte, genoss diesen Anblick noch eine Weile, während ihre Familie gemütlich fertig frühstückte. Als alle fertig waren, erhob sie sich und begann den Tisch abzuräumen. Als sie gerade den Stapel Teller in die Küche brachte, hörte sie ihre Mutter hinter sich. “Ach lass doch Schatz! Ich mach das schon. Du hast schließlich schon den Tisch gedeckt…“ Leicht schüttelte Akane den Kopf und stellte die Teller ab. “Ist schon in Ordnung. Ich mache das doch jeden Morgen Mutter.“ erwiderte sie um dann schnell hinzuzufügen “Aber wenn du möchtest kannst du mir natürlich gerne helfen.“ Lächelnd betrachtete Nami ihre Tochter. “Heute ist dein großer Tag und ich möchte nicht, dass du zu spät kommst.“ erklärte sie und strich Akane durchs ihr weißes Haar. Für einen Moment hielt Akane inne und sah zu ihrer Mutter. “Oh! Darum brauchst du dir keine Sorgen zu machen! Ich liege genau in meinem Zeitplan.“ Mit diesen Worten nahm sie sich eine Schüssel mit Geschirr, welches sich zwischenzeitlich zusammengeräumt hatte und trug auch diese in die Küche. Wie an jedem Morgen räumte Akane schnell, jedoch ohne große Hast alles an seinen Platz und spülte danach zusammen mit ihrer Mutter das Geschirr ab. Erst als sie das erledigt hatte, begab sie sich in ihre Zimmer und legte ihre Schwerter an. Mit dieser Handlung war sie bereit aufzubrechen. ‘Seltsam wie nackt ich mich mittlerweile ohne diese Dinger fühle…‘ dachte sie mit einer gewissen Überraschung. Ein letztes Mal trat sie vor den Spiegel und betrachtete sich von oben bis unten. ‘Ohne die Schwerter wirkt auch mein Outfit unvollständig.‘ Unwillkürlich grinste Akane bei diesem Gedanken breit. Doch im selben Augenblick ärgerte sie sich darüber, dass sie sich nicht mehr unter Kontrolle hatte. ‘Man sollte meinen ich würde besser darin werde, so lange wie ich bereits daran Arbeite meine Gefühle nicht so offen zu zeigen…‘ Leise seufzte sie und sah zu ihrer Uhr. Unbewusst straffte sie sich als sie die Uhrzeit sah. ‘Zeit zu gehen!‘ stellte sie für sich selbst und verließ schnellen Schrittes ihr Zimmer. Ohne groß auf ihre Umgebung zu achten begab sie sich an die Eingangstür und zog ihre Schuhe an. Kurz dachte sie noch darüber nach woher das Gefühl stammen mochte, dass sie etwas vergessen hatte. Als sie nicht darauf kam, zuckte sie mit den Schultern und rief “Ich bin unterwegs!“ ehe sie das Haus verließ. Sie versuchte gemütlich und entspannt zur Akademie gehen. Sie versuchte sogar sich selbst zu überzeugen indem sie sich Geistig zur Ordnung aufrief. ‘Ich habe genug Zeit um in aller Ruhe zur Akademie zu gehen…‘ sagte sie sich selbst immer wieder ohne es auszusprechen. Doch schon bald erkannte sie die Sinnlosigkeit ihrer Bemühungen. ‘Ahhh ich halt das nicht mehr aus!‘ fluchte sie innerlich und begann dann zu laufen. Zuerst blieb sie auf dem Weg, doch dann sprang sie auf die nächste Mauer und jagte danach über die Dächer Taki-Gakures. Ein Lächeln legte sich auf ihre Lippen. So ganz würde sie den Wildfang als der sie geboren worden war wohl nie ablegen können…

Kurz bevor Akane die Akademie erreichte, sprang sie vom Dach hinab auf die Straße und blieb dort für kurze Zeit stehen. Sie nahm sich die Zeit inne zu halten und ihren Atem zur Ruhe kommen zu lassen, ehe sie ruhigen Schrittes durch das Portal der Akademie auf das Schulgelände schritt. Freundlich grüßte sieh ihre Freunde und Kameraden, welche bereits in überraschend großer Zahl derart früh an der Akademie waren. ‘Vermutlich bin ich nicht die einzige, die wegen der Prüfung nervös ist…‘ dachte Akane bei sich und erkannte, dass dieser Gedanke trotz allem nicht dazu angetan war ihre Nervosität zu senken. Ohne Umwege begab sie sich in ihren Klassensaal, wobei ihr der Weg dorthin in diesem Tag deutlich länger erschien als er es für gewöhnlich war. Bei jedem Zitat einer großen Persönlichkeit Taki-Gakures an dem sie vorbeikam fühlte Akane sich dazu ermahnt ihre Entscheidungen nicht zu bezweifeln und an ihre Ziele zu glauben. Sie unterdrückte ein seufzen und zwang sich dazu mit gleichmäßigen Schritten weiterzugehen. Erst als sie ihren Klassensaal erreichte hielt Akane inne. Schweigend sah sie sich um und versuchte sich jede Einzelheit einzuprägen. Sie betrachtete die die große Schiefertafel, auf die sie Jahrelang geblickt hatte, die Treppenförmig angeordneten Bänke, in welchen sie zusammen mit ihren Kameraden gelernt, und Freundschaften geschlossen hatte. Ihr Blick glitt über die wenigen Akademisten welche bereits an ihren Plätzen saßen und blieb an den großen Fenstern haften, welche den Blick hinaus auf das Dorf und den Pausenhof der Akademie freigaben. ‘Wahrscheinlich das letzte Mal, dass ich diesen Raum betrete…‘ Dieser Gedanke füllte plötzlich ihre Gedanken aus. Heute würde ihr altes Leben enden und ein neues Leben beginnen. Wie würde es wohl aussehen? Würde sie ihre Schwester ab morgen vielleicht nicht mehr jeden Tag an ihrer Seite wissen? Schweigend begab Akane sich an ihren Platz und sah aus dem Fenster. Von hier aus hatte sie schon oft den Pausenhof überblickt und jedes Mal war das gleiche geschehen sobald das Klingeln erklang. Die Kinder würden sich wenig geordnet in ihre Klassenzimmer begeben und ihre Plätze dort einnehmen. Der Unterschied zu früher lag lediglich darin, dass sie heute kein Unterricht erwarten würde, sondern den Beginn der Prüfungen markierte. In diesem Augenblick halte ein Faustschlag gegen ihren Hinterkopf Akane in die Realität zurück. “Warum hast du nicht auf mich gewartet?“ hörte sie Asami neben sich fauchen. Langsam, und mit dem Gesichtsausdruck eines Kindes dem man großes Unrecht getan hatte, wand sich Akane zu ihrer Schwester um. Eine große Beule bildete sich an ihrem Hinterkopf. “Wieso schlägst du mich?“ Asami machte dicke Backen. “Warum du nicht gewartet hast! Wir gehen doch immer zusammen!“ Eine Weile betrachtete Akane ihre Schwester schweigend und ausdruckslos.
ausdruckslos betrachtete Akane ihre Schwester. Gute Frage. Warum habe ich nicht daran gedacht?‘ “Vergessen…“ stellte sie trocken fest und sah wieder zum Fenster. Doch Asami ging nicht. Im Gegenteil spürte Akane das herausfordernde Grinsen ihrer Schwester im Rücken, selbst ohne es zu sehen. “Sag nur du bist nervös…“ unwillkürlich zuckte Akane zusammen als sie ihre Schwester so sprechen hörte. “Du etwa nicht?“ fragte sie leise, und ohne sich umzudrehen zurück. Die Antwort ihrer Schwester bestand aus einem Lachen. “Unsere Miss Perfekt hat muffen vor der Prüfung!“ stichelte sie amüsiert ehe sie sich zu ihrem Platz zurückbegab. Akane senkte ihren Blick. Mit dieser Reaktion ihrer Schwester hatte sie nicht gerechnet. ‘Ich wünschte ich hätte ihre Nerven. Vermutlich hat sie nicht einmal extra dafür nochmal geübt, weil sie sich sicher war, dass sie besteht…‘ dachte sie bei sich. Mit einem leisen seufzten setzte sich Akane in ihrem Stuhl auf. ‘Du hast nächtelang Sonderschichten eingelegt bei deinem Training Akane! Du bekommst das hin!‘ versuchte sie sich selbst zu überzeugen. Im nächsten Momente wurde Akane aus ihren Gedanken gerissen. “Bist du auch so nervös?“ Überrascht sah sie zu Luna. Akane hatte nicht einmal bemerkt, wie sich ihre Freundin neben sie gesetzt hatte. “Ach was frag ich denn, du bist nie nervös! Du bist ein Genie und schaffst das ganze bestimmt ganz locker!“ fuhr Luna fort, als hätte sie Akanes Überraschung gar nicht mitbekommen. Einen langen Augenblick betrachtete Akane ihre Freundin. Luna wirkte zwar angespannt, aber nicht sonderlich nervös. Akane vermutete, dass Luna so vor sich hin sprach um Akane dazu zu bringen sich etwas zu entspannen. Und wenn Akane ehrlich war, war es ihr gelungen. Ein sanftes Lächeln legte sich auf ihre Lippen, während das Schattenspiel des großen Baumes das Licht hinter ihr tanzen ließ, als Akane antwortete. “Keine Sorge Luna-chan. Du wirst diese Prüfung bestehen. Daran hab ich nicht die geringsten Zweifel!“ Scheinbar überrascht von dieser Erwiderung wand sich Luna zu ihr um und betrachtete sie aus ihren großen, schönen Augen. Doch sie hielt Akanes Blick nur für einen Wimpernschlag stand, ehe sie errötete und sich, ein wenig zu hektisch, wieder nach vorne drehte. “Arigato Akane-nee“ Als Akane diese leisen Worte, welche mit einem entspannten Lächeln gesprochen worden waren, vernahm spürte sie, wie sich ein warmes Gefühl in ihrem Bauch ausbreitete. Irgendwie war sie glücklich darüber, dass Luna derart an ihr hing. Akanes Blick legte sich wieder auf das Geschehen auf dem Pausenhof. ‘Wieso schaffen es eigentlich alle außer mir vor der Prüfung zur Ruhe zu kommen?‘ seufzte sie innerlich, während sie sorgfältig darauf achtete nach außen hin ihr selbstsicheres Ich zu wahren.

Die Wartezeit, bis Akane endlich aufgerufen wurde ihre Prüfung abzulegen, hatte sich für Akane endlos angefühlt. Ihre Klassenkameraden waren bereits, einer nach dem anderen, Aufgerufen worden und dem Prüfer aus dem Klassenzimmer gefolgt. Akane hingegen hatte Stunde um Stunde im Saal warten müssen, bis sie schließlich als letzte Schülerin ihrer Klasse aufgerufen worden war. Akane musste zugeben, dass dieser Umstand an ihren Nerven zehrte. Und das, obwohl sie bereits am Vortag zu der Erkenntnis gelangt war, das es vermutlich so sein würde. Es war logistisch einfach am einfachsten, alle Schüler geordnet nach Klassenverbänden und alphabetisch sortiert zu prüfen. Doch diese Erkenntnis änderte wenig an der Tatsache, wie sehr es Akane nervte durch dieses System als eine der letzten ihrer Klasse zur Prüfung antreten zu müssen. Doch Akane hatte sich vorgenommen ruhig zu bleiben. So hatte sie mit ausdrucksloser Miene die gesamte Wartezeit damit verbracht, von ihrem Platz aus, aus ihrem Fenster zu starren, während ihre Schwester unruhig im Raum auf und ab getigert war. Als schließlich nur noch die beiden Schwestern, und ein Akademist welcher nervös an seinen Fingernägeln kaute, übriggeblieben waren, hielt ihre Schwester Asami es schließlich nicht mehr aus. “Wie kannst du nur so verdammt ruhig bleiben?“ Akanes Blick legte sich auf ihre Schwester. Doch gerade als sie zu einer Antwort ansetzen wollte wurde die Tür des Klassensaals geöffnet und ein Shinobi trat ein. “Saisho Akane!“ rief er Akane dazu auf ihm zu folgen. Betont gelassen erhob sich das Mädchen und begab sich nach vorne. Kurz sah sie noch zu ihrer Schwester, dann verließ sie mit dem Shinobi den Raum. Schweigend, und mit konzentriertem Blick, folgte sie ihm zu den Räumlichkeiten in denen die Prüfungen abgehalten wurden. Während sie durch die langen, leer wirkenden, Gänge schritten, versuchte Akane ihre Gedanken zu Ordnen und ihre Nervosität in den Griff zu bekommen. Doch als sie schließlich ihr Ziel erreicht hatten musste Akane eingestehen, dass sie in ihren Bemühungen versagt hatte. So begab sie sich in die Mitte des Raumes und sah nervös den drei Prüfern entgegen, welche hinter einem breiten Tisch platzgenommen hatten. Akane zwang sich dazu bewusst langsam zu atmen, um ihre Nervosität und ihr pochendes Herz zu beruhigen, und ließ dann ihren Blick über die drei Shinobi gleiten, welche ihre Prüfer sein würden. Als der erste von ihren das Wort ergriff, straffte sich Akane unbewusst. “Heute wirst du in drei Bereichen geprüft. Zuerst wirst du einen Bunshin erschaffen und danach ein Henge ausführen. Zuletzt wird dir dann noch eine theoretische Frage gestellt.“ erklärte der Prüfer mit fester Stimme. Akane reagierte auf diese Aussage mit einem entschlossenen Nicken und einen leicht nervösen “H-Hai!“ und begann sogleich, in durchaus beeindruckendem Tempo, einige Fingerzeichen zu formen. Mit einen lauten Puffen und dem damit einhergehenden Rauch erschienen zwei Doppelgänger rechts und links der jungen Kunoichi. Zeitgleich strafften sich alle drei und verbeugten sich leicht. “Ausgezeichnet! Fahr bitte fort! Verwandle dich bitte in Miyazaki-sama.“ Erneut nickte Akane. Dann atmete sie tief ein und konzentrierte erneut ihr Chakra, während sie erneut in rascher Folge Fingerzeichen zu formen begann. Mit einem lauten Puffen und Rauchen verwandelte sich Akane und kam, nachdem der Rauch sich verzogen hatte, wieder in der Gestalt der Dorfführerin zum Vorschein. Abwartend sah sie den Prüfern entgegen.“Perfekt ausgeführt, wie nicht anders von dir zu erwarten!“ Ein erleichtertes Seufzen entfuhr der jungen Kunoichi als sie diese Worte vernahm und sie löste beide Jutsu auf. Als sie das getan hatte, legte sich ihr Blick auf jenen Prüfer, welcher das Wort ergriffen hatte. Fr lange Sekunden herrschte Schweigen, bevor Akane sich dazu durchringen konnte zu fragen. “Wie lautet die Frage?“ fragte sie in ruhigem Tonfall und rief damit bei dem Prüfer ein Lächeln hervor. “Sehr schön! Die letzten Prüflinge haben darauf gehofft, das wir es vergessen und wir mussten sie vor dem herausgehen zurückhalten.“ Mit einem einer knappen Bewegung schloss er Akanes Akte, welche vor ihm lag, ergriff eines der auf dem Tisch aufgereihten Stirnbänder und schob es ihr entgegen. “Herzlichen Glückwunsch! Du hast bestanden!“ Mit sichtlicher Irritation starrte Akane das Stirnband an. “Es gibt keine Frage?“ versicherte sie sich noch einmal und musterte den Prüfer nachdenklich. Grinsend schüttelte der Prüfer den Kopf “Lediglich ein Charaktertest!“ erklärte er ihr freimütig. Lange Momente war Akane zu überrumpelt um irgendwie darauf zu reagieren, doch dann begann sie vor Freude zu hüpfen. “Ich bin eine Kunoichi!“ jubelte sie überschwänglich, besann sich aber sogleich wieder ihres würdigen Auftretens. Sie entschuldigte sich mehrfach während sie ihr Stirnband entgegen nahm und ging dann schnell in Richtung der Tür des Prüfungssaals. Doch gerade, als sie den Raum verlassen wollte, hielt sie inne. ‘Konzentrier dich Akane!‘ rief sie sich selbst zur Ordnung, ehe sie sich umwand und zu den Prüfern zurückeilte. “Wie lautet eigentlich mein weiteres Vorgehen für heute?“ fragte sie. Sie wirkte nun wieder so ruhig und besonnen wie sie es immer tat. Doch die Reaktion des Prüfers überraschte Akane. Auf Akanes Frage hin lachte der Prüfer! “Die Schüler begeben sich nach der Prüfung in den Versammlungsraum. Es ist ihnen nicht erlaubt zu gehen, oder mit den verbliebenen Schülern zu sprechen, bevor diese ihre Prüfung abgelegt haben.“ Mit einem leichten nickten gab Akane zu, dass sie verstanden hatte. “Hai Sensei!“ sprach sie die passenden Worte, ohne groß darüber nachzudenken, ehe sie sich abwand und den Prüfungsraum verließ. Als sie hinter sich die Tür geschlossen hatte atmete sie tief durch und lächelte glücklich. ‘Geschafft!‘ jubilierte sie innerlich. Kurz richtete sie sich wieder und begab sich dann schnellen Schrittes zum Versammlungsraum. Während Akane den langen Gang hinabschritt, fragte sie sich, wer wohl außer ihr die Prüfung bestanden hatte…

18. Akt: Die Abschlussfeier (Oder: Der Beginn eines neuen Lebens.)

Es war einer jener Tage, von welchen man behauptete man würde an ihnen nicht einmal einen Hund hinaus scheuchen. Der dunkle, vom Regen schwangere Himmel hing so tief über dem Dorf, dass man den Eindruck hatte der Wipfel des großen Baumes müsste sie berühren können. Ein schneidend kalter Wind, welcher den dichten Regen unter das schützende Blätterdach trug, fuhr jedem der sich hinaus wagte ungestüm unter die Kleider und sorgte so für frostige Schauer auf der Haut. Es war einer jener Tage, wie Akane sie liebte.

Mit ausdrucksloser Mine stand Akane auf der inneren Terrasse des Saisho Anwesens und betrachtete mit großen, neugierigen Augen, wie der immer dichter werdende Regenschleier die Welt hinter einem diffusen grauen Vorhang verbarg. Ihre Kleider flatterten, vom stürmischen Wind gepeitscht, an ihrem schlanken Körper. Das Rauschen der Blätter und des Regens war ohrenbetäubend und ebenso furchteinflößend für die meisten Menschen, wie es Akane beruhigte. Nichts regte sich dort draußen. Alles schien sich unter dem Sturm zu dicken und weder Menschen noch Tiere wagten sich hinaus. Wer konnte saß wohl bei einer Tasse heißen Tees oder warmen Sake hinter einem Fenster und ließ diese Welt des Friedens und der betäubend lauten Stille, welche den Geist mit Gewalt zurückdrängte, auf sich wirken. Unwillkürlich entfuhr Akane ein leises “Sugoi…“, während ihr das Herz vor Aufregung über diesen Sturm bis zum Hals klopfte. “Ja so etwas ähnliches habe ich auch gerade Gedacht…“ erklang in diesem Moment die Stimme ihrer Schwester neben ihr. Akane konnte nicht anders als zu Asami zu sehen. Als sie den Gesichtsausdruck ihrer Schwester sah, legte sich ein sanftes Lächeln auf Akanes Lippen. Auch wenn Asami bei diesem Anblick der gleiche Aufruf in den Sinn gekommen war, empfand sie eindeutig völlig anders über dieses Wetter als Akane. “Seit wann sind wir denn Wasserscheu?“ neckte sie ihre Schwester und lachte dann fröhlich. Gespielt empört schüttelte Asami ihren Kopf. “Ich doch nicht Hime-chin“ erwiderte sie grinsend. Akane wand ihre Aufmerksamkeit wieder auf den Sturm und beobachtete gedankenverloren, wie der Regen vom Wind hin und her getrieben wurde. “Wir sollten aber langsam los, wenn wir nicht zu spät kommen wollen…“ erklärte sie nach kurzem Schweigen. Man hörte der jungen Kunoichi an, dass sie der Gedanke mit einem Schirm durch dieses schöne Wetter laufen zu müssen wenig motivierte. Der Schmollmund, den sie zog während sie ihren großen Schirm aufspannte, untermauerte dies ziemlich eindeutig. Ohne große Eile schritt Akane in den Regen hinaus und ließ Asami auf der Terrasse stehen. Doch es dauerte nicht lange, bis Asami ihren Schirm ebenfalls aufgespannt und leise fluchend zu Akane aufgeschlossen hatte. Schweigend gingen sie Seite an Seite die Straße herab. Und erneut war es Asami, welche grummelnd das Wort ergriff. “Würde mich nicht wundern wenn sie das ganze ins Wasser fallen lassen würden…“ erklärte sie. Über ihren eigenen Scherz grinsend betrachtete sie abwartend Akane, welche sich mit einem Undefinierbaren Blick zu ihr umwand und Asami schweigend musterte. “Ach komm schon! Der war doch großartig!“ fauchte Asami beleidigt darüber, dass ihre Schwester ihr geniales Wortspiel nicht zu würdigen wusste. Doch Akane seufzte lediglich leise und schüttelte leicht ihren Kopf. “Die Zeremonie wegen schlechtem Wetter ausfallen zu lassen wäre fatal. Welchen Eindruck würde es denn auf uns frisch ernannte Shinobi machen wenn sich die Dorfführung zu fein wäre, bei Regen ihre eigenen Veranstaltungen zu halten. Immerhin erwarten sie bei uns in Regen und Sturm genauso wie bei brütender Hitze oder eisiger Kälte unsere Missionen auszuführen.“ erklärte sie mit gelassener Stimme. Ihre Stimme war dabei derart ruhig gewesen, dass man glauben mochte das schlechte Wetter würde Akane selbst nicht im Geringsten betreffen. Nach einigen Momenten des Schweigend, in denen Akane den Blick ihrer Schwester auf sich gespürt hatte, wand sie sich wieder zu Asami um. “Was?“ fragte Akane um ihre Schwester dazu zu bringen, das auszusprechen, was ihr gerade auf der Seele lag. Asami verzog das Gesicht. “Seit wir vor zwei Wochen die Prüfungen bestanden haben bist du noch viel nerviger geworden als vorher! Machst du jetzt auf unnahbare Kunoichi?“ Akane konnte Asamis Verärgerung über ihr Verhalten deutlich spüren. “So desu…“ Antwortete sie und blickte gedankenverloren nach vorn. “…ka?“ Relativierte sie nach wenigen Augenblicken. Überzeugt nickte Asami. “Ich hab die Schriftrollen gesehen. Versuchst du so zu werden wie Akira gute Shinobi beschrieben hat?“ Ohne sich zu ihrer Schwester umzusehen, erkannte Akane an Asamis Tonfall, dass diese bei diesen Worten die Nase rümpfte. Doch sie wusste auch, dass ihre Schwester noch nicht fertig war und ließ sie darum weitersprechen, ohne sie zu unterbrechen. “Einfach den Vorstellungen anderer folgen … das ist sowas von du!“ ereiferte sich Asami weiter. Unbewusst nickte Akane und sah dann zu ihrer Schwester. “So desu. Jeder braucht Vorbilder nicht wahr? Du versuchst auch so zu werden wie Otosan uns einen guten Menschen beschrieben hat. Aber wenigsten verstecke ich es nicht hinter Unbekümmertheit und Rebellion.“ Während Akane das sagte, legte sich ein sanftes Lächeln auf Akanes Lippen. Für einige Momente wirkte sie Abwesend, während sie mit einem traurigen Blick durch Asami hindurch zu sehen schien. Doch sofort fing sie sich wieder und wand ihren Blick wieder nach vorne. “Nicht das ich möchte, dass du das änderst.“ erklärte sie im nächsten Atemzug “Wir werden auf dem von uns gewählten Weg das Leben anderer nehmen müssen wenn wir nichts selbst sterben wollen.“ Für einen Moment hielt sie in ihrer Ausführung inne und seufzte leise. “Und wir werden damit leben müssen. Da ist es doch selbstverständlich, dass man etwas sucht, hinter dem man sich verstecken kann. Nicht wahr?“ Nachdenklich betrachtete Asami ihre Schwester. Natürlich hatte Akane recht mit dem was sie sagte, doch das war es nicht was Asami beschäftigte. Viel mehr irritierte sie es, dass Akane so offen über so etwas sprach “So desu…“ Mehr fiel Asami in diesem Augenblick nicht zu der Situation ein. Doch zu ihrer Erleichterung entspannte sich die Situation schon im nächsten Moment. Übergangslos festigte sich Akanes Blick wieder und das leichte Lächeln kehrte auf ihre Lippen zurück. “Ich glaube wir sollte uns etwas suchen, worauf wir uns nach unseren Missionen freuen können!“ erklärte sie überzeugt. Nachdenklich sah Akane in den blassen Regen hinauf, bis sich plötzlich ein Grinsen auf ihrem Gesicht ausbreitete. “Wenn wir wieder nach Hause kommen werde ich … Dango essen! erklärte sie und lachte fröhlich. Fassungslos betrachtete Asami ihre Schwester “Dango!?“ Ein zufriedenes Lächeln breitete sich auf Akanes Gesicht aus. “Ai Dango!“ Erklärte sie und beschleunigte ihre Schritt “Komm schon Nee-chan!“ rief sie Asami zu, welche sichtlich irritiert stehen geblieben war. Verwirrt sah Asami ihrer Schwester nach, ehe sie realisierte, dass Akane sie gerufen hatte. “Hey! Warte!“ rief Asami überrascht und eilte dann ihrer Schwester hinterher.

Schweigend betrachtete Akane ihre Umgebung und versuchte sich dabei jede Kleinigkeit einzuprägen. Sie saß in der großen Halle der Akademie, welche mit ehemaligen Akademisten gefüllt war, welche von diesem Tag an ganz offiziell Genin sein würden. Bei jedem der Absolventen der Akademie saßen auch die stolzen Angehörigen, Väter, Mütter, Schwestern, Brüder und Großeltern, welche ihre Liebsten an diesem großen Tag begleiten wollten. Wenn Akane schätzen sollte, so würde sie vermuten, dass die Zahl der Angehörigen die der Absolventen wohl um mehr als das Vierfache überstieg. Als Akane ihren Blick weiter Schweifen ließ, blieb ihr Blick an Asami hängen, welche zu Akanes linken saß. Neben ihrer Schwester saßen dort auch ihre Eltern. Sie waren die Einzigen, die zu dieser Feier aus ihrer Familie gekommen waren. Das lag vor allem daran, dass der Saisho-Clan schon vor langer Zeit festgelegt hatte, dass niemand außer dem Vormund und dem Clans Oberhaupt an der Zeremonie teilhaben sollte. Eine Regelung, welche wohl auf die üblichen Familiengrößen der verschiedenen Zweige des stolzen Clans zurück zu führen war. ‘Wo wir beim Thema sind: Wo steckt unser stolzer Anführer eigentlich?‘ Ein wenig enttäusch wand sich Akane wieder dem Podium zu, welches an der Stirnseite der großen Halle befand. Momente später erkannte Akane auch, was ihre Aufmerksamkeit wieder nach vorne gelenkt hatte. Gerade hatte das Dorfoberhaupt, in Begleitung ihres dunkelhäutigen Beraters und Beschützers, die Bühne betreten. Wieder einmal fragte sich Akane, wie diese junge Frau es immer wieder schaffte durch ihre reine Anwesenheit selbst das Ohrenbetäubende Stimmgewirr wie es gerade eben noch in dieser Halle geherrscht hatte zum Verstummen zu bringen. Sie lächelte freundlich und wirkte gelassen, als sie ihre Ansprache begann. “Ich freue mich heute viele neue Shinobi in den Reihen Taki-Gakures begrüßen zu können!“ Während die Dorfführerin sprach, versuchte Akane herauszufinden, was sie an diesem Bild störte. ‘Akira-sama ist heute nicht da?‘ schoss es ihr durch den Kopf. Unwillkürlich sah sie auf den leeren Platz neben sich. ‘Erst kommt Kurai-sama nicht und dann auch Akira-sama…‘ Irgendwie empfand Akane diese Tatsache als ernüchtern. War ihr Abschluss denn unwichtiger als der anderer an denen der Clans Führer teilgenommen hatte? “Ihr alle hab viele Mühen auf euch genommen, um an der Seite jener zu kämpfen zu können, welche ihr Leben dem Ziel gewidmet haben unser Dorf zu beschützen und es in eine strahlende Zukunft zu führen.“ Akane hörte Harukos Worten nur sehr rudimentär zu. Viel zu sehr haderte sie mit dem Fernbleiben der Prominenz des Saisho-Clans. ‘Dabei hat sie mir versprochen, dass sie kommen würde. Selbst wenn Haruko sie nicht zu ihrem Schutz mitgebracht hätte wäre sie doch als Gast gekommen…‘ “Zu dieser Leistung möchte ich euch gratulieren und euch das Beste für eure Zukunft wünschen!“ Aber was konnte ihre Mentorin davon abhalten ein solches Versprechen zu halten? ‘Sollte sie etwa Kurai-sama zu einer Mission begleitet haben?‘ “Doch Ich möchte euch an diesem großen Tag nicht nur preisen, sondern auch ermahnen!“ Ja, eine Mission war eine Möglichkeit. Aber das Clans Oberhaupt? ‘Eine Mission so wichtig, dass das Clans Oberhaupt die Abschlussfeier verpasst…‘ “Ein Shinobi zu sein bedeutet sein Leben für sein Dorf, seine Bewohner und seine Ideale aufs Spiel zu setzen!“ Aber hätte Akira es dann versprochen? Sie musste nichts von der Mission gewusst haben. ‘Eine furchtbar wichtige, KURZFRISTE Mission?‘ “Seid also auf euren Missionen vorsichtig und geht bedacht zu werke.“ In Akanes Magen bildete sich ein Knoten. Es musste etwas bedrohliches sein, wenn das Clans Oberhaupt gegangen war und der Rat dem zugestimmt hatte. ‘Mach dich nicht verrückt! Sie sind beide Shinobi. Und Akira ist unbesiegbar … ihnen passiert schon nichts…‘ “Ich möchte zum Ende des Jahres jeden einzelnen von euch beim Laternenfest des Dorfes wiedersehen! Dies ist mein Wunsch!“ Mit diesen Worten beendete das Dorfoberhaupt seine kurze Rede und Applaus wurde laut. Nachdenklich hob Akane ihren Blick und betrachtete Haruko, welche freundlich lächelnd auf dem Podium stand und sich leicht vor den Versammelten verneigte. Sie war sich nicht sicher warum, doch wenn sie die Anführerin Takis so betrachtete, breitete sich unwillkürlich ein warmes Gefühl von Zuneigung und Respekt in ihrem Magen aus. Unbewusst schüttelte Akane den Kopf ‘Nein, sie würde Akira-sama bestimmt nicht auf eine Mission gehen lassen von der sie nicht zurückkommt. Sie sind Freunde hat Akira-sama gesagt…‘ Beruhigt von diesem Ergebnis ihres Gedankengangs, breitete sich ein befreites Lächeln auf Akanes Gesicht aus. Endlich stimmte auch Akane mit in den Applaus für Haruko ein.

Nach der Rede der Dorfführerin folgten noch einige langweilige Reden von Lehrern, welche von der Rede des Akademieleiters schließlich abgeschlossen wurde. Der Rektor wurde dabei nicht Müde die Arbeit und Hingabe der Lehrer zu preisen, welche jedoch ohne das Talent und die Mitarbeit der Schüler nicht solche Abgänger hätte hervorbringen können. Akane verfolgte diese Lobhudeleien ziemlich gelangweilt und war vor allem damit beschäftigt, dass sie nach außen hin aufmerksam und höchst interessiert zu wirken. Dabei stellte es sich recht schnell als größte Herausforderung heraus, das herzhafte Gähnen ihrer Schwester zu ignorieren. Bei jedem Gähnen Asamis musste Akane ihre ganze Willenskraft aufwenden, nicht ebenfalls zu gähnen. ‘Du machst mir das Ganze nicht grade leichter Nee-chan!‘ grummelte sie innerlich über das „unerhörte Verhalten“ ihrer Schwester. Dennoch gelang es Akane ihre gebührende Haltung bis zum Ende der Veranstaltung aufrecht zu erhalten. Nachdem die Bühne wieder geräumt, und die Veranstaltung damit beendet, war, folgte Akane ihrer Familie zum Ausgang der großen Halle. Es regnete noch immer in Strömen, und so hielten sie unter dem großen Vordach inne um zu beratschlagen, was sie mit dem angefangenen Tag noch anstellen wollten. “Zur Feier des Tages sollten wir zusammen Essen gehen!“ erklärte Akanes Vater im Tonfall der Überzeugung und grinste zufrieden, als Akane und ihre Mutter begeistert zustimmten. Auch Akane lächelte übers ganze Gesicht bei diesen Vorschlag. “Ich möchte Dango!“ eröffnete sie ihre Vorstellung davon, wo sie hingehen sollten. Als sie das gesagt hatte, wand sie ihren Blick auf den strömenden Regen und öffnete mit einer fließenden Bewegung ihren Schirm. Schnellen Schrittes ging sie los, blieb jedoch einige Meter weiter stehen und sah zu ihrer Familie zurück. Für einen Moment schien Wehmut in ihrem Blick zu legen, doch dann legte sich ein leichteres, sanfteres Lächeln auf ihre Lippen. Als sie sprach war ihre Stimme leiser, aber von einer seltsamen Bestimmtheit erfüllt. “Ai, Dango!“ Verblüfft betrachtete ihre Familie diese seltsame Szene, doch dann lachte ihr Vater. “Sollst du haben!“ Erklärte er gut gelaunt und öffnete seinen Schirm. Auch die Anderen öffneten ihre Schirme und alle zusammen gingen sie los. Mit einem seligen Lächeln, schloss Akane ihre Augen “Das wird es sein worauf ich mich freuen werde. Zwei Portionen Dango. Eine für mich und eine für Nii-san. Nii-san hat Dango geliebt…“ flüsterte sie so leise, dass niemand es würde hören können. “Akane!“ hörte sie in diesem Moment ihre Schwester rufen und öffnete wieder die Augen. Verwundert betrachtete sie die Stelle, an der gerade noch ihre Familie gestanden hatte. Als sie herumwirbelte, entdeckte sie ihre Familie, welche ihr vom Tor des Akademiegeländes aus zuwinkte. “Hör auf zu träumen und komm! Baka!“ hörte sie Asami quer über den Schulhof brüllen und ein zufriedenes Lächeln breite sich in Akanes Gesicht aus. Ohne zu zögern setzte sich Akane in Bewegung und lief zu ihrer Familie. “Wäre es nicht fantastisch, wenn unsere Töchter in ein Team kommen würden?“ hörte sie in diesem Augenblick ihren Vater fragen. Ein empörter Ausruf ihrer Schwester war die Antwort “Waaaaas? Ich mit der Spießerin!?!“ Alle lachten, auch Akane und Asami. ‘An Asamis Seite kämpfen und wenn wir zurück sind gemeinsam Dango verspeisen…‘ dachte sie bei sich und spürte wie eine innere Wärme die Kälte und Nässe des strömenden Regens aus ihren Gliedern vertrieb. ‘Das wäre schön. Meinst du nicht auch…‘ Akane hob ihren Blick und lehnte dabei ihren Schirm so weit zurück, dass der Regen ihr Gesicht berühren konnte. “Nii-san?“
Steckbrief | Jutsu

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Saisho Akane« (8. März 2016, 22:49)

  • Zum Seitenanfang

10

Dienstag, 8. März 2016, 21:31

Zwei Tage danach sollten die ehemaligen Schüler sich noch einmal an der Akademie einfinden. An diesem Morgen war Akane von den angekündigten Formalitäten eher genervt, während sie zusammen mit den anderen frisch gebackenen Genin in dem langen Gang vor dem Prüfungszimmer wartete. Eigentlich, so fand Akane, war es ziemlich vermessen alle hier darauf warten zu lassen, dass sie aufgerufen würden, wenn doch von vornherein klar war, dass sich das aktualisieren der Akten bis zum Mittag ziehen würde. Neue Fotos würden geschossen und eingepflegt werden, wichtige Daten ergänz, und zuletzt würden sie erfahren, welchem Team sie zugeteilt wurden. Das brauchte Zeit. Mit einer langsamen Bewegung ihres Nackens, und ein hörbaren knacken, entspannte Akane ihren verspannten Rücken. Wenn sie ehrlich war, war sie an diesem Tag wohl ebenso nervös wie am Tag der Abschlussprüfungen. Zwei Tage lang hatte sie damit sich vorzustellen, wie es wohl sein würde mit ihrer Schwester in einem Team zu sein. Doch je länger Akane darüber nachgedacht hatte, desto deutlicher war ihr geworden, wie gering ihre Chancen darauf waren mit Asami ins selbe Team zu kommen. Sie hatte begonnen darüber zu sinnieren, was für eine Art Shinobi sie selbst war und wer aus ihrer Klasse sich gut mit ihr ergänzte. Ihr Vater hatte ihr erklärt, dass die Zusammenstellung der Teams für gewöhnlich nach diesem Gesichtspunkt erfolgte. Dabei wurde, soweit Akane es verstanden hatte, zuvor der Aufgabenbereich der Teams festgelegt und danach die Akademisten nach ihren Fähigkeiten so verteilt, dass man den Jahrgang möglichst effizient einsetzen konnte. Nach Akanes Meinung schloss das Nahezu aus, dass sie und ihre Schwester im selben Team landeten. Beide waren sie Saisho, beide hatten sie sich auf Nahkampf spezialisiert und beide waren sie eher offensiv als defensiv eingestellt. Als sich erneut die Tür öffnete hob Akane ihren Blick und betrachtete den Genin, welcher gerade den Raum verließ. Ein freundliches Lächeln, eine kurze Verabschiedung und ihr Blick ging zum nächsten der hereingebeten wurde. Als der Genin gegangen war, lehnte Akane sich wieder zurück und versank erneut in ihren Gedanken. ‘Asami ist heute ziemlich früh dran gekommen…‘[/i] dachte sie, während eine leise Stimme in ihrem Hinterkopf ihr sagte, dass sie selbst unter den letzten sein würde. Für einen Moment glitt Akanes Blick über die Anwesenden. ‘Die Reihenfolge bisher ist nicht alphabetisch, so viel steht schon mal fest.‘ dachte sie bei sich. ‘Und wenn ich mich so umsehe, basiert die Reihenfolge auch nicht auf unseren Noten…‘ Unbewusst sah Akane hinauf an die Decke. Vermutlich gab es eine simple Erklärung für die Reihenfolge. Vielleicht wurden einfach nacheinander die Mitglieder der zukünftigen Teams aufgerufen. In einem solchen Fall würde Akane mit zweien der wenigen noch verbliebenen Shinobi in ein Team kommen. Das konnte entweder sehr gut enden, oder ziemlich schlimm, denn unter den verbliebenen befanden sich sowohl Akanes beste Freunde Tsubasa und Luna, aber auch Tobi, ein Junge mit dem sie eher unangenehme Erinnerungen verband. Innerlich seufzte sie bei dem Gedanken daran vielleicht mit diesem Jungen arbeiten zu müssen. ‘Bleib ruhig Akane. Du kannst ja doch nichts mehr dran ändern, mit wem du in ein Team gesteckt wirst.‘ Ohne dass sie es gemerkt hatte, versank Akane derart tief in ihren Gedanken, dass sie ihre Umgebung überhaupt nicht mehr wahrnahm. Als was für eine Art von Shinobi sie selbst wohl galt? Und auf welche Arten von Missionen würde sie diese Einstufung wohl beschränken? Anschläge beispielsweise entsprachen wohl kaum ihrer Mentalität, andererseits wollte sie aber auch nicht nur Scout- oder Leibwächteraufträge versehen. ‘Als ob ich etwas daran ändern könnte, wenn es so kommt.‘ Unruhig verschränkte Akane ihre Arme hinter dem Rücken und schenkte dem nächsten der den Raum verließ ein Lächeln. Einer nach dem Anderen wurden ihre Mitschüler aufgerufen und jedem schenkte Akane ein Lächeln. So kam es das Akane, ehe sie sich versah, alleine auf dem langen, stillen Gang stand. ‘Gibt es eigentlich etwas schlimmeres, als bis zuletzt warten zu müssen bis man dran kommt?‘ Wie um Akanes Frage zu beantworten schwang in diesem Augenblick die Tür erneut auf und Tobi trat daraus hervor. Als sie den Jungen erblickte durchfuhr Akane ein eisiger Schreck. ‘Heißt das etwa, dass ich mit ihm in ein Team komme!?‘ Einige Momente sahen sie sich einfach nur schweigend an, dann straffte sich Akane innerlich. ‘Wenn es wirklich so sein sollte, will ich das Team nicht mit vergangenen belasten. Also dann, bringen wir das ganze doch besser gleich ins reine…‘ Als sich Akane endlich ein Herz gefasst hatte, war der Junge bereits schweigend und mit gesenktem Blick an ihr vorüber gegangen. “Tobi-kun?“ wie angewurzelt blieb der Junge stehen und drehte sich langsam zu ihr um. Seit fast einem Jahr hatte er Akane gemieden und es war ihm sichtlich unangenehm, dass sie ihn nun im letzten Moment zurückhielt. “Was gibt es denn Akane-san?“ Sie zwang sich selbst zur Ruhe und ging auf den sichtlich unangenehm berührten Jungen zu…

Wichtige Ereignisse
5 vor Zen Saiki - Geburt
3 nach Zen Saiki - Sturz aus dem Geäst des großen Baumes mit schweren Verletzungen
5 nach Zen Saiki – Siegelzeremonie
5 nach Zen Saiki – Tod ihres Bruders Guro
7 nach Zen Saiki – Abschluss der Akademie
7 nach Zen Saiki – Eintritt in ihr erstes Team

Diagramm


Zweit-Chara
Saisho Akira
Daichi Raiu
Shiraha Karasu

Code:
Ja, das passt schon - Kay
Steckbrief | Jutsu

Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von »Saisho Akane« (24. März 2016, 21:17)

  • Zum Seitenanfang